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Machen Sie einen Bogen um Eisenpräparate

Frauen haben ein größeres Risiko als Männer, zu wenig Eisen zu haben. Aber das ist nichts Neues. Und wenn Eisenmangel zu ausgeprägt ist, so dass er eine Anämie verursacht, wird die Wahrnehmungsfunktion beeinträchtigt. Das ist auch nichts neues.

Aber eine neue Studie enthüllt, dass schon ein leichter Eisenmangel ausreicht, ein Mangel kurz vor der Anämie, um die Wahrnehmungsfunktion zu verschlechtern.

So wirken Eisenpräparate

Unglücklicherweise wird in der Studie auch ausgesagt, dass ein Eisenpräparat ausreicht, um die Situation zu verbessern. Aber ein Eisenpräparat macht mehr als nur die Eisenvorräte wieder aufzuladen. In Wahrheit kann zu viel vom falschen Eisen mehr verschlechtern als verbessern.

Diese neue Studie kommt von der Pennsylvania State Universität. Hier untersuchten die Wissenschaftler 113 Frauen zwischen 18 und 35 Jahren. Zu Beginn der Studie wurden mehrere Wahrnehmungstests durchgeführt. Zusätzlich wurden die Frauen aufgrund ihrer Blutproben in drei Gruppen eingeteilt. 30 hatten genügend Eisen, 53 hatten Eisenmangel und 30 litten unter Anämie.

In den Anfangstests schnitten die Frauen, die einen Eisenmangel hatten, deutlich schlechter ab als die, die über genug Eisen verfügten. Die Frauen mit Anämie schnitten genau so schlecht ab, brauchten aber länger, um die Tests zu vervollständigen. Generell kann man sagen: Je schlimmer die Anämie, um so länger brauchten die Frauen.

In den vier Monaten, die auf diese ersten Tests folgten, erhielten zufällig ausgewählte Frauen ein Eisenpräparat mit 60 mg Eisen, während die anderen ein Scheinpräparat erhielten.

Am Ende dieser Phase nahmen die Frauen an einer weiteren Testrunde teil. Im Durchschnitt absolvierten die Frauen, die die Eisenpräparate bekamen, ihre Tests genau so gut und schnell wie die Frauen, die genug Eisen im Blut hatten.

Eisenpräparate nicht für Langzeittherapie geeignet

Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass ihre Arbeit zeigt, dass „der Eisengehalt die Informationsverarbeitung bei Frauen beeinflusst.“ Einfach, nicht wahr? Halte den Eisenlevel hoch, und du hältst deine Wahrnehmungsfähigkeit gesund. Aber da ist etwas falsch an diesem Bild.

Das Problem an dieser Studie begründet gleichzeitig ihren Erfolg: Der Einsatz von Eisenpräparaten. Auf kurze Sicht bringen diese Mittel Erfolg, aber bei einer langen Therapie können sie Schaden anrichten.

Normalerweise empfehlen Experten bei den meisten Vitaminpräparaten Dosen, die noch über den empfohlenen Tagesdosen liegen.

Aber viele Experten sind sich einig, dass die empfohlene Tagesdosis bei Eisenpräparaten viel zu hoch ist. Selbst wenn jemand unter Anämie leidet, würden diese Experten die Krankheit nicht mit Eisenpräparaten behandeln. Die Präparate reagieren im Körper zu stark; eine Formation von freien Radikalen bestehend aus freiem Eisen ist eine Bedrohung für den Körper.

Statt dessen sollten Sie Eisen über natürliche Quellen zuführen. Dies sind rotes Fleisch, Fisch, Rinderleber und Hühnerleber. Sie haben den höchsten Eisengehalt.

Die beiden wichtigsten Ursachen von Anämie sind eisenarmes Blut, hervorgerufen zum Beispiel durch die Menstruation, und ein Vitaminmangel an Folsäure und Vitamin B12. Gerade ältere Menschen sollten darauf achten, dass sie genug von diesen Vitaminen zu sich nehmen, denn wenn wir altern, sinkt die Fähigkeit, diese beiden Vitamine aus der Nahrung aufzunehmen.

Mythos Altersanämie

Unglücklicherweise sehen so viele Ärzte ältere Menschen, die unter Anämie leiden, dass sie diesen Zustand als normalen Zustand im Alter ansehen. Als Ergebnis wird eine Anämie oft nicht behandelt.

Das ist ein Fehler, denn Untersuchungen haben gezeigt, dass Anämie die Sterblichkeit von Menschen mit chronischen Krankheiten wie Herzkrankheiten dramatisch erhöht.

Zudem kann Anämie auch die Entstehung von Krebs unterstützen, der in einer Zellumgebung, die wenig Sauerstoff aufweist, gut gedeiht.

Anämie kann leicht durch einen normalen Bluttest aufgedeckt werden, fragen Sie also Ihren Arzt nach dem nächsten Bluttest nach Ihrem Wert der roten Blutkörperchen-Zählung; besonders dann, wenn Sie sich müde fühlen. Wenn Sie unter Anämie leiden, ist es erst einmal wichtig, die Ursache herauszufinden.

Aber wenn Ihr Arzt Ihre Anämie herunterspielt oder sofort ein verschreibungspflichtiges Medikament verordnen will, sollten Sie eine zweite Meinung von einem Arzt einholen, der sich mit den ernährungsbedingten Problemen der Anämie auskennt.

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