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Eisenmangel kann Ihren Stoffwechsel ausbremsen!

Eisen ist ein wesentlicher Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Durch ihn wird Sauerstoff mit dem Blut in unsere Organe und Muskeln transportiert. Sauerstoffmangel im Blut äußert sich direkt in verminderter Leistungsfähigkeit, Müdigkeit und Abgeschlagenheit.

Gerade bei Frauen ist ein Eisenmangel gar nicht so selten. Mit den Menstruationsblutungen verlieren Frauen pro Monat rund 15 mg Eisen.

Auch Vegetarier leiden oft unter einem Eisenmangel. Folgen eines solchen Mangels sind meist Appetitlosigkeit, brüchige Haare oder brüchige Fingernägel sowie Kopfschmerzen.

Eisenmangel durch die Nahrung ausgleichen

Eine der besten Eisenquellen ist Rindfleisch. aber auch Brokkoli, Sauerkraut, Tomaten, Blumenkohl und Vollkornprodukte enthalten viel Eisen. Wenn Sie zeitgleich noch Vitamin C zu sich nehmen, zum Beispiel in Form von Orangensaft, begünstigen Sie die Aufnahme von Eisen.

Trotzdem kann unser Körper pflanzliches Eisen schlechter aufnehmen als tierisches – darin liegt begründet, dass Vegetarier öfter unter Eisenmangel leiden.

Eine Einnahme von Eisenpräparaten sollten Sie mit Ihrem Arzt absprechen. Wenn er dafür ist, sollten Sie darauf achten, dass Sie zweiwertiges Eisen zu sich nehmen. Verzichten Sie auf eine Ergänzung auf eigene Faust. Zu viel Eisen schadet dem Körper nämlich ebenso wie zu wenig.

Daher ist es wichtig, dass wir uns regelmäßig mit diesem wichtigen Mineralstoff versorgen. Eisen ist in größeren Mengen z.B. in Innereien, Muskelfleisch und grünem Gemüse enthalten.

3 Tipps, wie Sie sich vor Eisenmangel schützen

  1. Eisen wird vom Organismus besonders gut aufgenommen, wenn gleichzeitig die Versorgung mit Vitamin C sichergestellt ist. Essen Sie deshalb viel pflanzliche Lebensmittel, z.B. zu jeder Mahlzeit einen Salat.
  2. Kaffee, Schwarztee und Rotwein behindern die Eisenaufnahme, genießen Sie diese Getränke nur in Maßen.
  3. Mit Nahrungsergänzungsmitteln können Sie Ihre Eisenversorgung verbessern. Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt darüber.

Eisen aus Fleisch können Sie besser verwerten als das aus Gemüse

Ein Mangel an Eisen kann auch auf eine Eisenverwertungsstörung im Darm oder auf versteckte innere Blutungen im Darm hindeuten. Auch bei einer Krebserkrankung und langen oder chronischen Infekten kann es zu ungewöhnlichen Eisenverschiebungen kommen. Fehlt es an Vitamin B12 und Folsäure kann dies unter Umständen zu einer Anämie führen.

Leider ist es nicht ganz einfach, den Organismus vorsorglich mit Eisen zu bestücken, denn das Dosieren des lebenswichtigen Minerals hat durchaus seine Tücken.

Einmal verwertet der Körper je nach Bedarf mal einen größeren, mal einen kleineren Teil des mit der Nahrung aufgenommenen Eisens – die Menge ist also nur schwer zu berechnen. Außerdem ist pflanzliches Eisen für den Körper längst nicht so gut verwertbar wie das Eisen aus Fleisch.

Pflanzliches Eisen aus Gemüse, Obst und Vollkorn ist „dreiwertig“ (FE III). Solche Eisenverbindungen werden im sauren Magensaft für die Darmschleimhaut unlöslich, der Körper kann also wenig damit anfangen. Der Organismus nutzt nur etwa ein bis fünf Prozent des rein pflanzlichen Eisens aus.

Eine Ausnahme bilden dabei Bohnen, Sojabohnen und Sojaprodukte, deren Eisen wird doppelt so gut genutzt.

Eisen tierischer Herkunft dagegen ist „zweiwertig“ (FE II). Es bleibt auch im Magen gelöst und ist daher besser verwertbar. Immerhin wird tierisches Eisen bis zu 30 Prozent ausgewertet, der Nutzen ist zehnmal höher als der des pflanzlichen Eisens. Eine Ausnahme ist interessanterweise Leber: Sie enthält zwar sehr viel Eisen, aber leider dreiwertiges.

Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit)

Unter Umständen haben Sie noch nie von der Krankheit Hämochromatose gehört. Dabei handelt es sich laut dem amerikanischen Center for Disease Control (Gesundheitsbehörde) um die häufigste vererbbare Erkrankung in den USA.

Eventuell ist Ihnen die Bezeichnung „Eisenspeicherkrankheit“ geläufiger. Sie drückt aus, dass der Körper zu viel Eisen aufnimmt.

Im Gegensatz zu vielen anderen Erbkrankheiten gibt es über die Hämochromatose gute Nachrichten. Sie ist behandelbar und bei frühzeitiger Diagnose richtet sie im Allgemeinen keinen bleibenden Schaden an. Darüber hinaus gibt ein genetischer Test darüber Auskunft, ob bei Ihnen ein Risiko dafür besteht.

Was die Speicherung von Eisen bewirkt

Der Körper benötigt das in der Nahrung vorkommende Eisen. Es ist ein unentbehrlicher Bestandteil des Blutfarbstoffs Hämoglobin, der den Sauerstoff in den Lungen aufnimmt und zu den Körpergeweben bringt. Bei einigen Personen verursacht eine erbliche Anomalie, dass der Darm zu viel Eisen aufnimmt.

Das überschüssige Eisen tritt in den Blutstrom über und sammelt sich in den Organen an.

Die Leber ist am ehesten direkt betroffen. Zu viel Eisen erzeugt dort unter Umständen eine Zirrhose. Dabei handelt es sich um eine Krankheit, bei der die Leberzellen zugrunde gehen und man diese durch Narbengewebe ersetzt. Eisen sammelt sich darüber hinaus in der Bauchspeicheldrüse, im Herz und in den Gelenken an und schädigt sie mit der Zeit.

Ein genetischer Defekt

1996 entdeckte man das HFE-Gen, das für die Hämochromatose-Anomalie verantwortlich ist. Der genaue Mechanismus ist nicht bekannt, auf welche Weise das defekte Gen die Hämochromatose verursacht. Die Wissenschaftler vermuten, dass das HFE-Gen den genetischen Bauplan für ein fehlerhaftes Protein enthält.

Dieses führt zur erhöhten Eisenaufnahme im Darm. Bei Ihnen tritt die erbliche Form der Hämochromatose auf, wenn Ihre beiden Elternteile denselben Gendefekt in sich tragen und Ihnen jeweils eine abnorme Kopie des Bauplans vererben. In diesem Fall kommt bei Ihnen das kranke Merkmal doppelt vor.

Die Wissenschaftler schätzen, dass in den westlichen Industrieländern jeder 15. Mensch die abnorme Version dieses Gens in einfacher Kopie in sich trägt.

Die Wahrscheinlichkeit für die doppelte Version liegt lediglich bei 1 von 200 bis 1 von 400 Personen. Tatsächlich erkranken nicht alle Personen an Hämochromatose, die abnorme Versionen tragen.

Diese Erbkrankheit ruft nicht zwangsläufig die Eisenspeicherung hervor. In seltenen Fällen stammt sie von nicht erblichen Ursachen wie einer Eisenüberladung, die von wiederholten Bluttransfusionen herrührt, oder einer übermäßigen Eisenaufnahme durch die Nahrung.

Die Antriebsenergie geht verloren

Müdigkeit gilt als das häufigste Symptom einer übermäßigen Eisenspeicherung. Des Weiteren treten unter Umständen Gelenkschmerzen, Schwächeanfälle, Gewichtsverlust und sexuelle Störungen auf.

Wenn die Erkrankung unbehandelt bleibt, führt sie eventuell schließlich zum Diabetes bei getönter Hautfarbe („Bronzediabetes”), zur Vergrößerung des Herzens und zu Herzrhythmusstörungen.

Die Symptome der Hämochromatose entwickeln sich typischerweise zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr. Jedoch zeigen sich bei vielen Personen keine Symptome bis zum Auftreten einer Zirrhose.

Bei Frauen mit dieser Erkrankung existieren oft keine Anzeichen eines erhöhten Eisengehalts bis nach den Wechseljahren, weil sie im gebärfähigen Alter zu viel Eisen durch die Menstruation verlieren.

Diagnose der Hämochromatose

Der erste Schritt in der Diagnosestellung der Hämochromatose besteht im Allgemeinen im Transferrin-Sättigungstest. Wenn dieser einfache Bluttest zeigt, dass sich zu viel Eisen im Blut befindet, ordnet der Arzt weitere Bluttests (z.B. Serumferritin) an und führt möglicherweise einen Test zum Nachweis einer doppelten Version des HFE-Gens durch.

Der genetische Test ist ebenfalls ein Bluttest.

Der Arzt zieht unter Umständen eine Leberbiopsie, bei der man eine Gewebeprobe aus der Leber zu Analysezwecken entnimmt, zur Bestätigung der Diagnose und zur Abschätzung des Ausmaßes der Krankheit heran.

Zu viel gespeichertes Eisen regelmäßig durch Aderlass entfernen

Die Behandlung der Hämochromatose beinhaltet den regelmäßigen Aderlass aus der Vene, um überschüssiges Eisen zu entfernen. Ähnlich wie beim Blutspenden entnimmt man dem Körper jede Woche zwischen 500 und 1000 ml Blut, bis eine Normalisierung des Eisengehalts erreicht ist. Das dauert  Monate bis hin zu mehreren Jahren.

Wenn ein normaler Eisenspiegel erreicht ist, benötigen Sie den Aderlass weiterhin für den Rest des Lebens etwa vier- bis achtmal jährlich.

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