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Steigern Sie mit ausgeglichenem Eisenhaushalt Ihre Abwehrkraft

Auf eine vitaminreiche Ernährung zu achten, ist heute fast selbstverständlich. Aber haben Sie sich schon einmal Gedanken über Ihre Eisenaufnahme gemacht? Eisen ist nicht nur für Kinder im Wachstum wichtig, auch Ihr Immunsystem braucht es dringend.

Die Aufgaben des Eisens im Körper

Der Körper benötigt Eisen zur Synthese des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. An das Hämoglobin gebundenes Eisen bindet den Sauerstoff und befördert ihn so von der Lunge in alle Zellen des Organismus.

Auf dem „Rückweg“ transportiert das Hämoglobin das Kohlendioxid aus den Zellen in die Lunge zurück, wo es dann mit der Atemluft ausgeschieden wird. Kohlendioxid entsteht als Verbrennungsprodukt des zellulären Stoffwechsels. Ohne Eisen kann Ihr Körper also nicht atmen.

Im Kampf des Immunsystems gegen Krankheitserreger spielt Eisen eine wichtige Rolle. Die Verfügbarkeit von Eisen für eingedrungene Bakterien und deren Wirtszellen steht in einem fein regulierten Gleichgewicht.

Zum einen benötigen die Wirtszellen Eisen für die Bekämpfung von Erregern, vor allem von aggressiven Sauerstoff- und Stickstoffradikalen.

Zum anderen fördert Eisen das Wachstum von intrazellulären Erregern. Diese sind damit auf die Eisenvorräte des Wirts angewiesen. Experimente haben gezeigt, dass sowohl ein Mangel als auch ein Überschuss an Eisen die Fresszellen eines kranken Körpers in seiner Fähigkeit beeinträchtigt, bakterielle Erreger zu kontrollieren.

Wertigkeit des Eisens beeinflusst Aufnahme in den Körper

Die biologische Verfügbarkeit von Eisen schwankt je nach Zusammensetzung und Art der Nahrung. Von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung werden zur gesunden Ernährung ab dem achten Lebensjahr 10 bis 12 mg Eisen täglich empfohlen.

Vom Eintritt der Regel bis zur Menopause sollten Frauen aufgrund des monatlichen Blutverlustes etwas mehr (15 mg) Eisen aufnehmen.

Einen besonders hohen Eisenbedarf haben schwangere und stillende Frauen. Ihr Bedarf beträgt etwa 30 mg für schwangere bzw. 20 mg für stillende Frauen. Frauenärzte empfehlen meist die Einnahme von Eisenpräparaten, weil dieser hohe Bedarf nicht immer durch die Nahrung gedeckt werden kann.

Ein Mehrbedarf an Eisen kann unter anderem bei Kindern im Wachstum, Senioren, Sportlern, Vegetariern, häufigen Blutspendern und bei einer Reihe von Erkrankungen (z. B. Blutkrankheiten, Rheuma und Tumoren) auftreten.

Vitamin C, einige Aminosäuren und Fruktose verbessern die Aufnahme von Eisen. Oft ist das Eisen in Eisenpräparaten deshalb in Kombination mit Vitamin C enthalten.

In Fleisch steckt die volle Eisenpower

Brot, Fleisch (besonders Schweineleber) und Wurstwaren sind die wichtigsten Quellen für die Versorgung mit Eisen. In Ihnen ist das Eisen in zweiwertiger Form enthalten, wie zum Beispiel das im Fleisch befindliche Ferrohäm. In dieser zweiwertigen Form besitzt Eisen eine hohe Bioverfügbarkeit, da es direkt vom Körper aufgenommen werden kann.

Pflanzliches Eisen (Gemüse, Salate und Obst) liegt hingegen dreiwertig vor. Es muss erst zu zweiwertigem Eisen reduziert werden und kann daher im Darm schlechter aufgenommen werden.

Sie müssen also wesentlich größere Mengen an eisenhaltigen Lebensmitteln zu sich nehmen, wenn Sie sich ausschließlich vegetarisch ernähren wollen.

Vegetarier und Veganer sollten deshalb besonders auf die ausreichende Versorgung mit Eisen achten. Es kann für Vegetarier und besonders für Veganer notwendig sein, Eisen zusätzlich in Form von Arzneimitteln oder anderen eisenhaltigen Präparaten zuzuführen.

In diesem Zusammenhang muss auch darauf hingewiesen werden, dass eine rein vegetarische Ernährung für Kinder in der Regel nicht die notwendige Menge an Eisen liefert.

Gerade bei Kindern, die für ein gesundes Wachstum und eine optimale Entwicklung der geistigen Fähigkeiten einen erhöhten Eisenbedarf haben, kann eine Unterversorgung mit dem Spurenelement weit reichende Folgen haben.

Keine Angst bei einem leichten Mangel

Eisenmangel ist neben Jodmangel das in Industrieländern am häufigsten auftretende Defizit bei den Mineralstoffen. Die Eisenmangelanämie ist weltweit die häufigste Eisenmangelkrankheit.

Generell kommt ein schwerer Eisenmangel in Europa jedoch sehr selten vor, von einem leichten bis mittleren Eisenmangel sind jedoch viele Menschen, insbesondere Frauen (die Zahlen schwanken zwischen 20 und 50 Prozent) betroffen.

Er kann beispielsweise bei stark einseitiger Ernährung (Diät, kein Fleisch) auftreten sowie durch die vornehmliche Zufuhr schlecht verwertbarer Eisenverbindungen.

Eisen kann auch durch stärkere Blutungen verloren gehen, beispielsweise während der Menstruation, durch Verletzungen und durch häufiges Blutspenden. Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt können die Eisenaufnahme beeinträchtigen.

Ein Eisenmangel kommt auch im Rahmen bestimmter Krankheiten (z. B. Infektionen, Hormonstörungen, Rheuma, Krebs) vor oder kann durch Arzneimittel (z. B. Antibiotika, einige schmerz- und entzündungshemmende Medikamente) entstehen. Ein Mangel an Vitamin B6 kann ebenfalls zum Eisenmangel beitragen.

Symptome für einen Eisenmangel

  • fehlende körperliche und psychische Leistungsfähigkeit
  • Müdigkeit, Schwäche
  • Kopfschmerzen
  • Wetterfühligkeit
  • Nervosität, Reizbarkeit
  • Blässe
  • spröde oder raue Haut, brüchiges Haar
  • Rillen in den Fingernägeln
  • Risse in den Mundwinkeln
  • Herzklopfen
  • Atemnot
  • Zungenbrennen
  • Verstopfung

Ein Eisenmangel beeinträchtigt auch die Aktivität wichtiger Enzyme, die an vielen Körperprozessen beteiligt sind. Weiter wird die Thermoregulation (Wärmehaushalt des Körpers) gestört, es können Abwehrschwächen auftreten und die Anfälligkeit für Infektionen kann steigen.

Eine Überdosierung tritt selten auf, zu viel Eisen wird beim Gesunden ausgeschieden. Als Nebenwirkung einer erhöhten Eisenaufnahme kann eine Dunkelfärbung des Stuhls auftreten, die medizinisch keine Bedeutung besitzt.

So füllen Sie Ihre leeren Speicher wieder auf

Es gibt eine Reihe von Gründen, warum der tägliche Eisenbedarf nicht gedeckt wird. Um möglichen Erkrankungen durch einen Eisenmangel vorzubeugen, ist es erforderlich, Eisen zusätzlich mittels Eisenpräparaten zu sich zu nehmen.

Diese Präparate sollten aber nur über einen begrenzten Zeitraum eingenommen werden, weil bei einem gesunden Menschen nach Auffüllen der Eisenspeicher keine dauerhafte Zufuhr von Eisen in Form von Arzneimitteln notwendig ist.

Personen, die unter chronischem Eisenmangel leiden, ohne dass eine Fehl- oder Mangelernährung vorliegt, sollten auf chronischen Blutverlust im Magen-Darm-Trakt untersucht werden. Der Blutverlust kann durch Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, aber auch durch Tumore des Magen-Darm-Traktes verursacht werden.

Als Suchtest empfiehlt sich hierbei der Test auf okkultes (verstecktes) Blut im Stuhl. Dieser Test erfordert von der betreffenden Person nur eine Stuhlprobe und keine aufwändige ärztliche Untersuchung.

Üblicherweise wird der Test unter Einbeziehung eines Arztes durchgeführt. Es ist aber auch möglich, den Test in einer Apotheke zu kaufen und nach Auftragen der Stuhlprobe auf das Testbriefchen dieses zur Auswertung in ein Labor zu verschicken. Innerhalb weniger Tage erhalten Sie dann eine detaillierte Auswertung des Eisengehalts.

Nicht immer werden Eisenpräparate gleich gut aufgenommen

Bei der Einnahme von Eisenpräparaten sollten Sie mögliche Wechselwirkungen beachten. Hierbei kann es zu einer herabgesetzten Aufnahme und dadurch verminderten Wirksamkeit anderer Arzneimittel kommen. Bei den Arzneimitteln, die durch eine gleichzeitige Einnahme von Eisen in ihrer Wirksamkeit vermindert wirken können, handelt es sich beispielsweise um

  • Penicillamin
  • Ciprofloxacin
  • Tetrazykline

Auch Arzneimittel oder Lebensmittel können zu einer verminderten Aufnahme des Eisens führen, so zum Beispiel das Arzneimittel Antazida, das Aluminium, Magnesium und Kalzium enthält, sowie Tee, Kaffee und Milch.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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