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Grundlagenwissen zum Thema Ebola

Das tödliche Ebola-Virus entdeckte man 1976 im afrikanischen Staat Kongo zum ersten Mal. Es kam zu vier nachfolgenden Ausbrüchen in afrikanischen Staaten. Ein weiterer Ausbruch fand im Herbst 2000 in Uganda statt und tötete 162 Menschen.

Das Ebola-Virus verursacht starke Bauchschmerzen, hohes Fieber und blutige Stühle sowie Erbrechen. Es tötet bis zu 90 Prozent der Infizierten innerhalb von wenigen Tagen. Wissenschaftler nehmen an, dass sich die Krankheit durch ein infiziertes Tier auf den Menschen überträgt, beispielsweise einen Affen oder einen anderen Primaten. Es lebt von dem Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Mensch zu Mensch. Wissenschaftler und Experten von Gesundheitsbehörden arbeiten an der Entwicklung eines Impfstoffes und an der Vorbeugung der Ausbreitung des Ebola-Virus.

Exotische Erkrankungen auch in Deutschland möglich?

West-Nil-Virus. Hantavirus. Ebola. Sie haben davon in den Nachrichten gehört. Sollten Sie sich deswegen Sorgen machen?

Diese Erkrankungen verlaufen in vielen Fällen tödlich, breiten sich schnell aus und es ist keine Heilung bekannt. Die Gefahr durch diese Viren ist real. Für die meisten Menschen bleibt das Infektionsrisiko allerdings relativ gering.

Neue Infektionskrankheiten auch bei uns eine Gefahr

Infektionskrankheiten wie Influenza (echte Grippe) und Malaria stellen eine Bedrohung für alle Menschen auf der gesamten Welt dar. Das gilt auch für Deutschland. In den USA und den westlichen Industrienationen verursachen lediglich Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mehr Todesfälle als Infektionskrankheiten.

Darüber hinaus tauchen neue Krankheiten auf. In der letzten Dekade versetzten Ausbrüche exotischer Krankheiten wie des Hantavirus im Südwesten der USA und des West-Nil-Virus in New York Gesundheitsbehörden in hohe Alarmbereitschaft. Die Bedrohung durch andere tödliche Krankheiten wie Ebola, die sich über Kontinente hinweg ausbreiten, geben größeren Anlass zur Sorge.

Hantavirus

Das Hantavirus löst schwere Lungen- und Niereninfektionen aus. Man diagnostizierte es 1993 das erste Mal in den USA, als ein Ausbruch 58 Menschen im Südwesten der USA tötete. Seit diesem Ausbruch fand man das Virus bei Personen in den meisten US-Bundesstaaten und bestimmten Ländern Mittel- und Südamerikas. Das Hantavirus verbreitet sich durch Einatmen von Staubpartikeln, die vorher in Kontakt mit Speichel, Stuhl oder Urin von infizierten Mäusen, Baumwollratten oder Weißfußmäusen kamen. Die meisten Hausmäuse sind keine Überträger. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich die Infektion von Mensch zu Mensch überträgt.

Für das Hantavirus gibt es weder ein Impfserum noch eine spezifische Behandlung. Einige Erkrankte konnten dank einer frühzeitigen Behandlung auf einer Intensivstation mit zusätzlichem Sauerstoff vollständig genesen. Personen, die an einem Ort mit vielen Nagetieren wohnen oder arbeiten, scheinen das höchste Risiko zu tragen. Bestimmte Mäuserassen gelten als Hauptwirte für das Hantavirus. Sie leben in der Regel in Scheunen, Holzstapeln und manchmal in Wohnhäusern. Der beste Schutz vor dem Hantavirus ist ein nagetierfreies Zuhause.

West-Nil-Virus

Dieses potentiell tödliche Virus fand sich das erste Mal 1937 in der West-Nil-Region Ugandas. Im August 1999 kam es zum ersten Ausbruch in Nordamerika – in New York City. In etwas mehr als einem Jahr infizierte es 76 Personen in neun nordöstlichen Staaten der USA, von denen acht Menschen starben. Vögel gelten als Wirtstiere des West-Nil-Virus. Es überträgt sich durch Moskito- oder Zeckenbisse auf den Menschen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wiesen Wissenschaftler nicht nach. Es ruft  grippeähnliche Symptome hervor und führt unbehandelt zu einer Entzündung des Rückenmarks und des Gehirns.

Die meisten infizierten Personen und alle Verstorbenen waren älter als 50 Jahre. Es gibt keine Impfung oder spezifische Behandlung, aber man kann die Genesung durch die frühzeitige Behandlung der Symptome fördern. Obwohl das West-Nil-Virus nur im Nordosten der USA auftauchte, könnten infizierte Vögel das Virus in andere Regionen verschleppen. Ihr bester Schutz gegen das West-Nil-Virus ist die Vermeidung von Moskitostichen. Einige Moskitoarten brüten in stehenden Gewässern. Aus dem Grund empfiehlt es sich, mögliche Brutstätten zu eliminieren. Dazu zählen beispielsweise verstopfte Abflussrohre oder alte Reifen und Pflanzentöpfe mit stehendem Wasser. In Deutschland erkrankte im Februar 2000 eine Frau nach einem vierwöchigen Kenia-Aufenthalt am West-Nil-Fieber (Robert-Koch-Institut, Berlin).

Risiko steigt mit zunehmender Reisetätigkeit

Das Risiko des Kontakts mit diesen Erkrankungen fällt in den USA und Europa noch immer gering aus. Jedoch schadet es nicht, sich deren Verbreitung bewusst zu sein und einige einfache alltägliche Vorkehrungen zu treffen, um Ihr Risiko weiter zu senken.

Das Robert-Koch-Institut (Berlin) weist darauf hin, dass reiseassoziierte Infektionskrankheiten einen wichtigen Teil der reisebedingten Krankheiten darstellen. Es fordert eine bessere Erfassung, Analyse und Bewertung importierter Infektionen. Falls bei Ihnen Symptome nach einer Reise auftreten, sollten Sie Ihrem Arzt immer das Reiseziel und die Aufenthaltsdauer mitteilen.

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