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So bringen Sie Ihren Speichelfluss wieder in Gang

Viele ältere Menschen leiden unter Mundtrockenheit und Schluckbeschwerden. Sie können ihre Nahrung nicht richtig durchspeicheln und das Essen oft nur herunterwürgen. Sie haben dann das Gefühl, als klebe ihnen die Zunge am Gaumen.

Schluckbeschwerden (Dysphagie) sind verbreitet und treten bei über 10 Prozent der über 50-Jährigen auf. Sie klagen über Mundtrockenheit und Würgreiz beziehungsweise darüber, dass Sie ihr Essen nicht „herunter bekommen“.

Ein Grund dafür kann die Einnahme bestimmter Medikamente sein. So lassen Mittel gegen Parkinson, Depressionen oder Bluthochdruck den Mund austrocknen. Auch Stress kann hinter Mundtrockenheit stecken, wenn Ihnen also gewissermaßen „die Spucke wegbleibt“.

Die häufigste Ursache bei älteren Menschen ist aber, dass sie einfach zu wenig trinken – vor allem dann, wenn ihr Durstgefühl sie im Stich lässt. Kauen, Schlucken und sogar Sprechen fallen dann schwerer. Die verbliebene Feuchtigkeit wird zäh und klebrig, reizt zum Räuspern und Husten.

Das wiederum strapaziert die oberen Luftwege. Die Lippen trocknen aus. Da der keimhemmende Einfluss des Speichels fehlt, kann sich an den Zähnen schneller Karies entwickeln.

Was Sie über Schluckbeschwerden wissen sollten

Jeder weiß, wie es sich anfühlt, wenn man beim Essen etwas in die falsche Röhre bekommt oder wenn einem ein Bissen buchstäblich im Hals stecken bleibt. Das ist nicht weiter bedenklich und mit Räuspern oder einem Schluck Flüssigkeit leicht zu beheben.

Wenn solche Schluckprobleme jedoch häufiger vorkommen, z.B. öfter als einmal pro Monat, sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt aufsuchen und die Ursache feststellen lassen. Professorin JoAnne Robbins, Spezialistin für Schluckbeschwerden an der Universität Wisconsin/USA, weiß, weshalb.

Etwa 4 Millionen Deutsche, meist über 60-Jährige, leiden an Schluckbeschwerden. Bei den über 75-Jährigen sind sogar 45 Prozent davon betroffen.

Viele finden sich damit ab oder ignorieren sie. Doch das kann gefährlich werden. Denn je eher Sie Ihren Arzt aufsuchen, desto besser kann er Sie vor ernsthaften Komplikationen bewahren.

Schluckbeschwerden können auf mittlere Sicht nicht nur zu Fehl- oder Mangelernährung, unerwünschter Gewichtsabnahme sowie zur Austrocknung des Körpers führen, sondern darüber hinaus auch eine Lungenentzündung, Fieber oder im schlimmsten Fall den Tod durch Ersticken zur Folge haben.

Die Ursachen Ihrer Schluckbeschwerden können sehr verschiedenartig sein. Erkrankungen der Speiseröhre oder Reflux (Sodbrennen) können ebenso als Auslöser in Betracht kommen wie eine Tumorerkrankung. Schluckstörungen können aber auch nach einem Schlaganfall oder einer Kopfverletzung auftreten.

Neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder Multiple Sklerose gehen ebenfalls oft mit Schluckstörungen einher. Auch das Alter kann eine Rolle spielen, da im Laufe der Jahre die Muskeln erschlaffen, also auch die Muskulatur im Mund und im Rachenraum.

Fazit: Bei der Vielzahl der möglichen Ursachen sollten Sie bei Schluckbeschwerden umgehend Ihren Hausarzt um Rat fragen.

Wie Sie bei Erstickungsgefahr sich und anderen schnell und wirksam helfen können

Wenn Schluckprobleme eine akute Verengung oder Verstopfung der Atemwege zur Folge haben und jemand zu ersticken droht, besteht Lebensgefahr!

Wenden Sie den Heimlich-Handgriff an, so benannt nach seinem Erfinder, einem USamerikanischen Arzt: Stellen Sie sich hinter den Betroffenen, ballen Sie eine Hand zur Faust und legen Sie diese etwas oberhalb des Bauchnabels auf dessen Bauch.

Ergreifen Sie Ihre Faust mit der anderen Hand und drücken Sie Ihre Hände mehrere Male kräftig und ruckartig gegen den Oberbauch. Das löst in den meisten Fällen den festsitzenden Bissen. Achten Sie darauf, Ihre Arme unterhalb der Rippen um den Patienten zu legen, damit diese nicht zusammengepresst werden.

Wenn Sie selbst betroffen sind, legen Sie Faust und Hand oberhalb Ihres Nabels auf den Bauch und pressen Sie diese kräftig gegen Ihren Rumpf.

Falls das nicht ausreicht, können Sie sich dabei auch über eine Stuhl- oder Sessellehne legen. Sollten Ihre Bemühungen erfolglos sein, sofort den Notarzt anrufen.

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