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Natürliche Hilfe gegen Sommerdurchfall

Durchfall ist eine Art Reinigungsprozess, mit dem Ihr Körper versucht, die Keime abzugeben. Daher sind Medikamente, die den Durchfall durch eine Verlangsamung der Darmbewegungen stoppen, für den Heilungsprozess nicht förderlich.

Sinnvoller ist die Einnahme von Präparaten aus Medizinkohle oder Kaffeekohle, die die Bakterien und Ihre Toxine binden können. Diese natürlichen Substanzen schränken die Darmbewegungen und damit den Abtransport der Bakterien nicht ein.

Das Wichtigste bei der Behandlung eines Sommerdurchfalls ist der Ausgleich der mit dem wässrigen Stuhl ausgeschiedenen Flüssigkeit und Mineralien.

Trinken Sie daher täglich mindestens zwei, besser drei Liter stilles Wasser, dünnen Schwarztee und so genannte Rehydrierungslösungen mit Mineralsalzen. Alternativ können Sie auch fettfreie, leicht gesalzene Gemüsebrühe trinken. Kohlensäurehaltige Getränke sollten Sie meiden, da sie zu Blähungen führen und den Darm reizen.

Am ersten Tag sollten Sie zusätzlich außer eventuell ein paar Scheiben Toast keine feste Nahrung zu sich nehmen. Ab dem zweiten Tag können Sie zu leichter Schonkost übergehen.

Diese Kost entlastet Ihren Darm:

  • geriebene Äpfel
  • gedünstete Möhren
  • Toast oder Zwieback
  • zerdrückte Bananen
  • Reis
  • Kartoffelpüree ohne Milch
  • Haferschleim

Äpfel und Möhren enthalten Pektine und haben dadurch eine entgiftende Wirkung. Bananen sind reich an Kalium, einem Mineralstoff, der bei Durchfall vermehrt ausgeschieden wird. Zucker, Milch, Fleisch und Fette würden Ihren Darm belasten, verzichten Sie daher bis zur Ausheilung darauf.

Natürliche Maßnahmen gegen Sommerdurchfall

Gleichen Sie Wasser- und Mineralstoffverluste aus. Hierzu gibt es fertige Elektrolytlösungen (z. B. Oralpädon®, Elotrans®, Saltadol®). Eine Alternative ist die von der Weltgesundheits-Organisation (WHO) empfohlene Rehydrierungs-Lösung. Geben Sie dazu ¼ TL Kochsalz, 2 EL Traubenzucker und ¼ TL Backpulver in 1 l stilles Wasser und trinken Sie die Lösung über den Tag verteilt.

Schützen Sie Ihre Darmschleimhaut mit gerbstoffhaltigen Tees. Heidelbeeren und Blutwurz enthalten reichlich Gerbstoffe, die auf die Darmschleimhaut zusammenziehend und dadurch entzündungshemmend wirken. Überbrühen Sie jeweils 1 EL der getrockneten Kräuter mit ¼ L kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 10 Minuten lang ziehen. Trinken Sie von dem Tee Ihrer Wahl täglich eine Tasse.

Bauen Sie Ihre Darmflora auf. Durch heftige Durchfälle wird auch die schützende Darmflora zerstört. Stärken Sie sie mit Präparaten aus gesunden Darmbakterien (z. B. Mutaflor®, Ominflora®, Paidoflor®) oder Hefen (Perenterol®).

Lindern Sie Krämpfe mit feuchtwarmen Wickeln. Legen Sie bei schmerzhaften Bauchkrämpfen ein feuchtheißes Baumwolltuch auf den Unterbauch, geben Sie ein Handtuch und danach eine Wärmflasche darüber. Ruhen Sie 20 Minuten. Durch die feuchte Wärme wird die Durchblutung erhöht, und die Krämpfe lösen sich.

Durchfallerreger mit seinen harmlosen Verwandten bekämpfen

Eine Infektion mit Clostridium difficile kann gefährlich für Sie werden; schwere Infektionen können sogar zum Tode führen. Häufig kommt es nach einer Antibiotika-Behandlung zur Ansteckung und nicht selten kommt es zu einem zweiten oder dritten Krankheitsausbruch.

Helfen könnte dagegen eine ganz einfache Methode: Die Gabe von harmlosen Clostridium-Vertretern nach einer Infektion. Das hat eine Studie an über 170 Patienten ergeben, die nach einer Antibiotikabehandlung an dieser Durchfallerkrankung litten. Die Hälfte von ihnen bekam als Anschlussbehandlung harmlose Sporen anderer Clostridium-Vertreter verabreicht, die anderen erhielten ein Placebo.

Es zeigte sich, dass es nur bei 11 % der Patienten, die harmlose Sporen erhielt, zu einer erneuten Infektion kam. Bei denen, die das Scheinmedikament bekamen, war dies in 30 % der Fälle so.

Der Grund hierfür ist, dass die harmlosen Sporen sich im Darm vermehren und so den gefährlichen Erregern den Platz nehmen, sich weiter auszubreiten.

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Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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