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Wärmflaschen können Ihr Temperaturempfinden stören

Wärmflaschen sind sehr angenehm. Gerade abends im Bett leisten sie gute Dienste, helfen, dass Sie nicht frieren. Meine Leserin Anja E. möchte nun wissen, ob eine Wärmflasche Auswirkungen auf den Körper haben kann. Sie ist der Meinung, dass sie häufiger tagsüber friert, seitdem sie sich abends eine solche Wärmflasche mit ins Bett nimmt.

Tatsächlich kann sich eine Wärmflasche auf das Temperaturempfinden Ihres Körpers auswirken. Das passiert, wenn Sie immer wieder eine solche Wärmequelle mit ins Bett nehmen, weil Sie zum Beispiel das kalte Bett so schneller anwärmen möchten.

Die Wärmeleitfähigkeit Ihres Körpers kann sich auf Dauer verändern, so wird auch die Kälteempfindlichkeit beeinflusst. Sie frieren dann eventuell schon bei einer normalen Temperatur im Zimmer. Außerdem können Sie durch das ständige Verwenden einer Wärmflasche Ihr Immunsystem verwenden.

Sie sollten auf eine solche Wärmquelle nur dann zurückgreifen, wenn Sie Ihre Durchblutung verbessern möchten. Empfehlenswert ist sie zum Beispiel bei kalten Füßen.

Kalte Hände und Füße können verschiedene Ursachen haben

Die häufigsten Ursachen für dauerhaft kalte Hände und Füße sind Durchblutungsstörungen. Aber auch durch einen zu niedrigen Blutdruck können sie verursacht werden.

Manchmal steckt aber auch ein bestimmtes Symptom dahinter, nämlich das Raynaud-Syndrom. Wir wissen heute, dass dann die Durchblutung aufgrund eines Gefäßkrampfes stockt. Was genau der Auslöser dafür ist, ist noch nicht ganz geklärt. Aber Stress oder emotionale Belastung können diesen Krampf auslösen.

Es kann aber ebenso sein, dass Grunderkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsen-Erkrankungen hinter den kalten Fingern und Füßen stecken. Sie sollten daher Ihren Arzt aufsuchen, wenn dies ständig auftritt.

So beugen Sie gefährlichen Durchblutungsstörungen vor

Schaufensterkrankheit“ oder auch „Raucherbein“ wird sie im Volksmund genannt, die periphere arterielle Verschlusskrankheit, kurz: paVK. In Deutschland leiden etwa 20 Prozent der älteren Bevölkerung über 60 Jahre an einer solchen Gefäßerkrankung.

Zu den Leitsymptomen zählen Schmerzen in den Beinen, vor allen Dingen beim Gehen. Das klingt zunächst wenig dramatisch. In ihrem weiteren Verlauf führt diese Erkrankung aber bei 30.000 Menschen jährlich in Deutschland zu einer Amputation.

Nach Meinung von Experten könnte ein rechtzeitiges Erkennen und Behandeln drei Viertel der Betroffenen vor diesem Schicksal bewahren. 50 Prozent aller Erkrankten versterben in den ersten zehn Jahren nach der Diagnosestellung, denn diese Gefäßveränderungen betreffen oft nicht nur die Beine. Gehäuft kommt es zu Schlaganfällen und Herzinfarkten.

Arteriosklerose ist fast immer die Ursache der paVK

In über 95 Prozent der Fälle ist eine Arteriosklerose, eine Gefäßverkalkung, die Ursache einer peripheren Durchblutungsstörung. Fettsubstanzen lagern sich hierbei an und in den Gefäßwänden ab. Später kommen regelrechte Kalkauflagerungen hinzu. Diese Einengungen in den Gefäßen werden durch mehrere Faktoren gefördert:

  • 90 Prozent der Gefäßpatienten sind Raucher, die dreimal so häufig Durchblutungsstörungen  wie Nichtraucher bekommen.
  • Bluthochdruck fördert die Verkalkung der Gefäße.
  • Gleiches gilt für den Diabetes mellitus, die Zuckerkrankheit.
  • Auch ein erhöhter Cholesterin- und Triglyceridspiegel zählt zu den Ursachen der Arteriosklerose.

Selten führen Entzündungen der inneren Gefäßhaut oder Funktionsstörungen der Gefäßmuskulatur zu Beschwerden wie bei einer Arteriosklerose.

Erste Anzeichen der Gefäßverkalkung

Als erstes Anzeichen bemerken Sie Schmerzen bei Belastung, d. h. beim Gehen. Schmerzen im Unterschenkel werden durch Verengungen der Gefäße im Oberschenkel verursacht. Sie werden dadurch gezwungen, immer wieder stehen zu bleiben, so als ob Sie von einem Schaufenster zum nächsten bummeln würden.

Daher kommt auch der Name „Schaufensterkrankheit“. Je nach Ort der Arterienverengung kann der Schmerz natürlich auch im Oberschenkel oder im Hüft- und Beckenbereich sitzen. Häufig sind auch Füße und Zehen, die zunehmend kalt und empfindungslos werden, Anzeichen von Gefäßverkalkungen.

Akuter Verschluss: Ein absoluter Notfall

Beim akuten Verschluss, einer plötzlichen Verstopfung einer Beinarterie durch ein Blutgerinnsel (Embolie), kommt es zu einem sehr heftigen Schmerz verbunden mit Kältegefühl und Taubheit der Haut. Der Puls ist an dem betroffenen Bein nicht mehr vorhanden.

Der Betroffene kann einen Schock entwickeln. Hier heißt es: Rasch handeln und einen Notarzt alarmieren. Der Kranke gehört sofort in eine Klinik.

Das A und O: Die Bekämpfung der Ursachen

Die Basis der paVK-Therapie und der Vorbeugung ist die Bekämpfung der Ursachen. Hier können Sie selbst viel mithelfen. Aber beziehen Sie auch Ihre Angehörigen ein. Denn oft ist es ja der Partner, der für Sie einkauft oder kocht und der auch Ihre Freizeitgestaltung akzeptieren muss. Optimal wäre es, wenn er oder sie bei der Ursachenbekämpfung sogar aktiv mitmachen würde!

  • Versuchen Sie, mit dem Rauchen aufzuhören. Tabakgenuss ist teuer, ungesund für Sie und Ihre Mitmenschen sowie außerdem inzwischen an vielen Orten verboten – Grund genug, damit aufzuhören.
  • Achten Sie auf regelmäßige Bewegung. Gehen Sie täglich spazieren, fahren Sie Rad, treten Sie einem Sportverein bei. Täglich 30 Minuten ausdauernde Bewegung reichen aus, um Sie fit zu halten. Sie brauchen kein Leistungssportler zu werden. Haben Sie schon eine Durchblutungsstörung, ist Bewegung umso wichtiger. Denn bei einem Gehtraining wird der Körper angeregt, wieder neue Gefäße an den Beinen zu bilden, die dann Umgehungskreisläufe um die verengten Stellen schließen. Achtung: Sie dürfen nur so weit gehen und „trainieren“, dass Sie keine Schmerzen in den Beinen bekommen!
  • Gesunde Ernährung hilft, Ihre Blutfette im Rahmen zu halten. Vermeiden Sie Speisen mit einem hohen Anteil an tierischen Fetten (Fleisch, Wurst, Eier, Milch). Essen Sie abwechslungsreich: Gemüse, Obst und Fisch gehören regelmäßig auf den Speiseplan. Reduzieren Sie eventuell vorhandenes Übergewicht.
  • Neigen Sie zu hohem Blutdruck, kontrollieren Sie ihn regelmäßig oder lassen Sie ihn kontrollieren. Nehmen Sie die verordneten Blutdruckmedikamente nach Plan ein.

Weitere Maßnahmen

Ihr Arzt wird zusätzlich zu den Maßnahmen der allgemeinen Lebensumstellung (wie Ernährung, Sport etc.) Medikamente einsetzen, wenn bereits Beschwerden bestehen. Das sind Mittel, die die Blutgerinnung hemmen, d. h. das Blut „dünner“ machen und so die Fließfähigkeit verbessern.

Ein bekanntes Medikament, das auch für diesen Zweck eingesetzt wird, ist Aspirin, allerdings in einer anderen Dosierung als bei der Therapie von Fieber und Schmerzen.

Bei Durchblutungsstörungen die Durchblutung anregen

Werden Ihre kalten Hände und Füße durch Durchblutungsstörungen oder niedrigen Blutdruck verursacht, können Sie dagegen folgendes machen: die Durchblutung anregen. Und so funktioniert es:

  • Fingerübungen: So regen Sie die Durchblutung der Hände an. Strecken Sie einfach Ihre Arme aus und ballen Sie dann die Hände zur Faust. 20-mal öffnen und wieder zusammenballen.
  • Wechselbäder: Tauchen Sie Ihre Unterarme 5 bis 10 Minuten in warmes Wasser. Danach stecken Sie sie für 15 Sekunden in kaltes Wasser. Wechseln Sie 3- bis 5-mal und enden Sie mit kaltem Wasser.
  • Wassergüsse: Schrauben Sie den Duschkopf vom Schlauch. Spritzen Sie dann das rechte Bein mit warmem Wasser ab, vom Fuß bis zum Knie, dann das linke abwärts vom Knie zum Fuß. Wechseln Sie dann zum kalten Wasser und wiederholen Sie. Insgesamt sollten Sie ebenfalls bis zu 5-mal zwischen kalt und warm wechseln.
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