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Symptome von Dickdarmkrebs können je nach Ursprung variieren

Dickdarmkrebs kann ohne irgendwelche Anzeichen oder Symptome über Jahre hinweg vorhanden sein. In vielen Fällen treten die Symptome erst in späten Stadien der Erkrankung auf. Fragen Sie Ihren Arzt, wenn sie über mehr als zwei Wochen auffällige Veränderungen bei sich beobachten.

Nur weil sich keine Symptome zeigen, bedeutet das nicht, dass Sie keine Polypen oder keinen Dickdarmkrebs in sich tragen. Viele Menschen zeigen keine Symptome, bis ihre Tumore stark ausgebildet sind. Aus dem Grund stellen die Vorsorge-Untersuchungen so wichtige Maßnahmen dar.

Es gibt viele Arten von Polypen im Dickdarm

Mehr als 95% aller Dickdarm- und Mastdarm-Tumore beginnen als Veränderungen der Darmschleimhaut, die man auch Polypen nennt. Polypen können entweder pilzförmig oder flach aussehen. Flache Polypen sind gefährlicher als pilzförmige, große Polypen sind gefährlicher als kleine.

Zu den Polypen gehören folgende Formen:

  • Adenome: Das ist die Hauptkategorie der Polypen. Adenome können sich zu bösartigen Krebsherden entwickeln und werden in der Regel entfernt.
  • Hyperplastische Polypen: Dies ist eine häufige Polypenform im Dickdarm. Im Allgemeinen sind sie weniger als 5 mm im Durchmesser. Dieser Typ entwickelt normalerweise kein kolorektales Karzinom. Wenn sie jedoch größer als 1 cm werden, sollten sie entfernt und mikroskopisch untersucht werden, um sie besser von Adenomen unterscheiden zu können.
  • Juvenile Polypen: Diese Polypen treten in der Kindheit bzw. Jugend auf. Manchmal verursachen sie Blut im Stuhl. Juvenile Polypen lassen sich leicht während einer Darmspiegelung entfernen. Gewöhnlich wird aus ihnen kein Tumor.
  • Entzündliche Polypen: Diese entwickeln sich aus Entzündungen oder Verletzungen der Darmschleimhaut, so wie nach einer Colitis ulcerosa. Entzündliche Polypen gelten nicht als Risikofaktor für Dickdarmkrebs. Aber Menschen mit Colitis ulcerosa haben ein erhöhtes Risiko für Dickdarmkrebs.

Genetisch bedingtes Krebsrisiko: Tests zur Kontrolle

Vor kurzem entdeckte Abnormitäten der Gene, die das Krebsrisiko heraufsetzen, verwendet man bereits für die genetische Diagnose. Diese Tests eignen sich besonders für Menschen mit hohem Risiko, in deren Familien Dickdarmkrebs vorkam.

Je besser Mediziner die Funktion dieser Gene verstehen, desto schneller entwickeln sie neue Medikamente und Gentherapien. Erste Gentherapien befinden sich in der Erprobungsphase. Die Methode beinhaltet die „Verpackung“ normaler Gene in freundlichen Viren aus dem Labor.

Zurzeit sind Studien in Vorbereitung, die prüfen, wie effizient die Viren das gesunde Erbgut in die Krebszellen einschleusen. Diese infizieren die Krebszellen, was zum Wachstumsstillstand und zur Selbstzerstörung führt.

Familiäre Adenomatöse Polyposis

Einige Dickdarmpolypen und -tumore gelten als erblich bedingt. Dazu gehört die Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP). Dies bezeichnet eine seltene Erbkrankheit, bei der manchmal bis zu 1.000 Polypen im Dickdarm nachweisbar sind.

Diese Polypen können ohne Symptome bleiben und entwickeln sich meistens während der Kindheit oder Jugend. Bei nicht rechtzeitiger Behandlung entstehen daraus in 60 bis 70 Prozent der Fälle Karzinome.

FAP verursacht weniger als 1 Prozent der kolorektalen Karzinome. Bleibt sie unbehandelt, entwickelt fast jeder Patient mit dieser Krankheit Dickdarmkrebs, ehe er 40 Jahre alt ist. Aus dem Grund empfiehlt sich, den Dickdarm vorsorglich zu entfernen.

Vorsorge-Untersuchungen beginnen in Familien mit FAP während der Pubertät. Es ist wichtig, nahe Blutsverwandte in jungen Jahren zu testen, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Weitere vererbbare Krebsarten

  • Das Gardener-Syndrom beschreibt multiple Polypen im Dick- und Dünndarm wie bei der FAP und zusätzlich andere gutartige Geschwulste an verschiedenen Körperstellen.
  • Erblicher nicht polyposer Dickdarmkrebs (HNPCC): Menschen mit dieser Erkrankung neigen dazu, in jungen Jahren Krebs zu entwickeln, im Allgemeinen mit wenigen Polypen.
  • Familiäres kolorektales Karzinom bei Ashkenazi-Juden: Neuere Studien zeigten, dass eine erbliche Form der kolorektalen Karzinome unter Juden osteuropäischer Abstammung existiert.

Typische Symptome bei Dickdarmkrebs

Dickdarmkrebs führt zu verschiedenen Warnsignalen, je nachdem, wo der Tumor im Dickdarm entstanden ist. Mögliche Anzeichen oder Symptome für ein Problem sollten Sie Ihrem Arzt mitteilen. Dazu gehören:

  • Veränderung der Stuhlgewohnheiten (Durchfall, Verstopfung oder Wechsel zwischen beiden)
  • Blutungen aus dem Enddarm
  • Blut im Stuhl
  • unangenehme Empfindungen im Bauch wie Krämpfe, Blähungen oder Schmerzen
  • Gefühl, Ihr Darm entleert sich nicht völlig
  • plötzlicher, unerklärlicher Gewichts- oder Appetitverlust
  • ständige Müdigkeit
  • unerklärlicher, ständiger Stuhldrang
  • unerklärlicher Eisenmangel (Blutarmut)

Die Anzeichen variieren je nach Ursprung stark

Nachfolgend sind Symptome beschrieben, die typisch für bestimmte Darmabschnitte sind:

  • Tumore im Blinddarm und dem aufsteigenden Dickdarm (rechts): Die unverdaulichen Reste liegen als Flüssigkeit oder Brei im ersten Abschnitt des Dickdarms vor. Dort entstandene Tumore verändern im Allgemeinen nicht den Stuhlgang oder die Stuhlbildung, verursachen aber Blutungen. Dieses Blut kann dunkel und aus dem Grund schwierig zu sehen sein. Einige Menschen entwickeln Eisenmangel (Blutarmut). Zu den Symptomen gehören Müdigkeit, Erschöpfung, Kurzatmigkeit und Herzklopfen.
  • Tumore im quer liegenden Dickdarm: Während der Darm die unverdaulichen Reste auf die linke Bauchseite transportiert, entzieht er ihnen Wasser und dickt sie dadurch ein. Neben Blutungen verursachen Tumore in dieser Region Krämpfe, Blähungen oder Verstopfungen.
  • Tumore im absteigenden Dickdarm (links): Wenn Tumore den unteren Dickdarm teilweise blockieren, wird der Stuhl dünn wie ein Bleistift. Der Stuhlgang ändert sich.
  • Tumore im Mastdarm: Sie rufen Schmerzen und Stuhldrang hervor. Der Stuhlgang geschieht schmerzhaft oder Sie verspüren den Drang zur Stuhlentleerung, aber nichts passiert. Blutungen an diesen Stellen tauchen plötzlich auf und sind hellrot. In den meisten Fällen entdeckt man solche Polypen, bevor sich eine chronische Blutarmut ausbildet.

Seien Sie achtsam, aber nicht panisch

Blut im Stuhl gilt als Hinweis für nahezu jede Art von Darmkrebs. Frisches Blut ist meist rot, während altes Blut eher schwarz erscheint. Obwohl Sie es schnell Ihrem Arzt mitteilen sollten, hat hellrotes Blut in Unterwäsche oder Toilettenpapier häufig eine andere Ursachen als Krebs.

Dazu gehören Hämorrhoiden, kleinere blutgefüllte Aussackungen im Analbereich oder die Entwicklung zahlreicher Ausstülpungen in der Wand des Dickdarmes (Divertikulose).

Wenn Sie helles rotes Blut entdecken, sollten Sie es jedenfalls nicht zuerst auf Hämorrhoiden schieben. Lassen Sie es lieber vom Arzt überprüfen. Der Stuhl färbt sich darüber hinaus durch bestimmte Lebensmittel wie rote Beete oder roten Salat. Eisen-Zusätze und Medikamente mit Wismut-Subsalicylaten wie Pepto-Bismol rufen schwarzen Stuhl hervor.

Mehr Lebensfreude trotz Krebs

Ähnlich wie Menschen mit chronischer Herzschwäche profitieren Krebskranke von körperlicher Aktivität. Sport und Bewegung spielen heute sowohl bei der Vorbeugung von Krebs als auch in der Nachsorge eine wichtige Rolle.

Regelmäßige körperliche Aktivität beugt nicht nur Herz- und Gefäßerkrankungen vor. Es wirkt auch präventiv gegen einige Krebsarten, etwa Dickdarm- und Brustkrebs. Bewegung und Sport gelten nach Angaben von Experten des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) auch für diejenigen Menschen als besonders wichtig, die an einem bösartigen Tumor erkrankt sind.

Mögliche Krankheits- und Behandlungsfolgen vermindert oder vermeidet der Patient durch gezielte Übungen und Krankengymnastik.

Sport und Bewegung lindern Erschöpfungszustände (Fatigue-Syndrom) und verbessern das seelische Befinden. Es steht noch nicht fest, ob regelmäßiges Training das Risiko von Rückfällen und Tochtergeschwülsten (Metastasen) mindert. Die Patienten gewinnen auf jeden Fall an Lebensqualität. Durch das Wissen, noch in der Lage zu sein, körperliche Leistung zu erbringen, gewinnen sie an Sicherheit und Selbstvertrauen.

Ärztliche Beratung sicher sinnvoll

Die allgemeine Empfehlung sieht vor, sich mindestens dreimal pro Woche eine halbe Stunde lang kräftig zu bewegen (etwa zügiges Spazierengehen). Wie bei Herz-Kreislauferkrankungen gilt vor allem Ausdauersport, etwa Joggen und Radfahren, als besonders geeignet für Krebskranke. Je älter sie werden, desto mehr wirken sie mit Krafttraining einemKnochen- und Muskelabbau entgegen.

Es ist sicher sinnvoll, sich von seinem Arzt beraten zu lassen. Bei Patienten mit Übergewicht, bei  Problemen an den Knochen oder Bändern sowie bei Erkrankungen von Herz und Gefäßen gibt er an, welche Bewegungsabläufe der Patient besser vermeidet und wie er seinen Körper belastet.

Schonung manchmal unvermeidlich

Trotzdem gibt es Situationen, in denen Krebskranke keinen Sport treiben sollten. Unmittelbar vor und nach einer Operation etwa gilt Sport in den meisten Fällen als tabu. Einschränkungen gibt es ebenfalls bei ambulanten Behandlungen. Während einer Chemotherapie fehlt selbst sehr sportlichen Patienten die Kraft, um ein normales Bewegungspensum zu bewältigen.

Bei einer Strahlentherapie halten sich die Patienten ohnehin an Erholungszeiten. Man bedenke, dass eine Chemotherapie unter Umständen die Empfindlichkeit der Haut steigert.

Des Weiteren muss man darauf achten, dass ein Patient in einem fortgeschrittenen Krebsstadium nicht weiter an Körpergewicht verliert. Bei Krebskranken mit starkem Gewichtsverlust oder heftigen Schmerzen ist daher Schonung in der Regel unumgänglich.

Besteht ein Verdacht auf Knochenmetastasen, berücksichtigt man die Bruchgefahr. Als wichtige Voraussetzung dafür, dass Krebskranke im Alltag Sport treiben können, gilt eine wirksame medikamentöse Therapie. Aufgrund von vielen Fortschritte in der Arzneimittelentwicklung gibt es heute die Möglichkeit, mit Krebs ein aktives Leben zu führen.

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