Dickdarmkrebs: Allgemeine Informationen
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Dickdarmkrebs
GNL5356
Regelmäßige Vorsorge-Untersuchungen können Ihr Leben retten
Der Anruf Ihrer Schwester kam völlig überraschend. Genau wie Sie erfreute sich Ihre Schwester bisher immer bester Gesundheit. Doch jetzt klingt ihre Nachricht beunruhigend. „Mein Arzt hat einen großen Polypen in meinem Dickdarm gefunden“, sagt sie. „Er meint, es könne Krebs sein.“ Und als ob das nicht furchtbar genug sei, fügt sie hinzu, dass Sie ebenfalls einen Arzt aufsuchen sollten.
Sie sollten dem Rat Ihrer Schwester folgen. Krebs an Dickdarm (= Kolon) und Mastdarm (= Rektum), meist als kolorektales Karzinom bezeichnet, ist die zweithäufigste Todesursache unter deutschen Krebspatienten. Nur Brustkrebs bei Frauen und Lungenkrebs bei Männern fordern noch mehr Opfer. Doch wenn Dickdarmkrebs in einem frühen Stadium entdeckt wird, ist er im Allgemeinen heilbar. Die Kenntnis über Ihre Risikofaktoren ist ein wichtiger Schritt, um sich vor der Krankheit zu schützen.
Kolon- und Rektumkrebs sind die zweithäufigste Krebs-Todesursache in Deutschland
Kolorektale Karzinome bilden sich zunächst im Dickdarm oder Mastdarm, demjenigen Teil Ihres Verdauungssystems, der die unverdauten Nahrungsteile sammelt, bevor sie aus dem Körper geschleust werden. Dickdarm und Mastdarm bilden zusammen einen langen, muskulösen Schlauch. Der Dickdarm hat eine Länge von 1,50 m bis 1,80 m, an die sich der Mastdarm mit etwa 15 cm bis 20 cm anschließt.
Der Dickdarm gliedert sich in 4 Abschnitte. Der 1. Abschnitt wird je nach Lage im Bauchraum aufsteigender Dickdarm genannt und zieht an der rechten Seite hoch. Der 2. heißt quer liegender Dickdarm, weil er sich bis zur linken Seite erstreckt, wo er in den 3. Abschnitt, den absteigenden Dickdarm, übergeht. Dieser reicht auf der linken Seite bis zum 4. Abschnitt. Dieser ist der so genannte sigmoidale Dickdarm, weil er S-förmig gebogen ist. Der sigmoidale Ast verbindet sich mit dem Mastdarm, der in den Anus mündet. Das ist die Öffnung, durch die unverdauliche Reste endgültig ausgeschieden werden.
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (Berlin) erkranken in Deutschland jährlich über 24.000 Männer und 29.000 Frauen an Darmkrebs. Von den Patienten mit Dickdarmkrebs sterben etwa 21.000, wobei die 5-Jahres-Überlebensrate bei Darmkrebs für Männer bei 48%, für Frauen bei 51% liegt.
Mastdarmkrebs fordert jährlich etwa 5.000 Todesopfer. Wenn Polypen frühzeitig entdeckt und entfernt werden, bevor sie sich zu einem Krebsgeschwür entwickeln, kann man diese Krankheit besser bekämpfen.