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Spritzen: Nein, danke! So senken Sie Ihren Blutzucker natürlich

Typ-II-Diabetes nimmt in unserer Gesellschaft immer mehr zu. Inzwischen ist es die Erkrankung, die die meisten Deutschen betrifft. Längst wird sie nicht mehr, wie vor einigen Jahren noch, als Altersdiabetes bezeichnet. Immer mehr jüngere Menschen erkranken. Grund ist in diesem Fall häufig eine falsche Ernährung.

Aber muss die Diagnose „Diabetes Typ II“ ­bedeuten, dass Sie ab sofort bis an Ihr Lebensende Insulin spritzen müssen? Nein! Sie können Ihren Blutzuckerspiegel auch auf natür­lichem Weg senken.

Frau spritzt sich in den Bauch© pearl - Fotolia

Bei einem diagnostizierten Diabetes Typ II machen es sich heute immer noch sehr viele Ärzte leicht: Schnell wird der Rezeptblock gezückt und Insulin verordnet. Und selbst bei einer Diabetes-Vorstufe versuchen es die wenigsten Mediziner ohne Medikamente. Dabei gibt es genügend natürliche Methoden, mit denen Sie erst einmal versuchen können, Ihre Erkrankung in den Griff zu bekommen.

Nutzen Sie die Fähigkeiten von Essig

Im fortgeschrittenen Stadium einer Diabetes-Erkrankung werden Sie wahrscheinlich um Medikamente oder sogar um Insulinspritzen nicht he­rumkommen. Doch zu Beginn eines Diabetes können Sie es erst einmal auf anderem Wege versuchen.

Wichtig ist, dass Sie Ihre Ernährung umstellen und ausreichend Bewegung in Ihren Alltag aufnehmen. Empfohlen wird ein 30-minütiges Bewegungsprogramm, das Sie dreimal pro Woche absolvieren sollten. Darüber hinaus können Sie jeden Morgen ein Schnapsglas voll Essig (Sorte nach Wahl) trinken. Das klingt erst einmal ungewöhnlich. Aber die Wirkung dieses Mittels ist in mehreren Studien aus Arizona (USA) und Lund (Schweden) untersucht worden. Wahrscheinlich hat der Essig die Fähigkeit, Enzyme im Darm zu hemmen.

Diese Enzyme verstoffwechseln normalerweise langkettige Kohlenhydrate zu Zucker. Da sie fehlen, verringert sich auch die Zuckerproduktion während der Verdauung. Der Blutzuckerspiegel steigt deutlich langsamer an. Regelmäßig genommen, kann der Essig so Ihren Blutzuckerspiegel um rund 20 Prozent senken.

Wie Sie Ihren Blutzucker  mit Heilpflanzen senken

Neben Essig gibt es auch Heilpflanzen, die schon lange zur Blutzuckersenkung verwendet werden. Leider sind sie bei uns heute nicht mehr so bekannt. Grund dafür ist wie bei der Behandlung mit Essig, dass schnell zu chemischen Arzneimitteln oder aber sofort zu Insulin gegriffen wird. Natürliche Alternativen kommen kaum zum Tragen. Dabei können auch Heilpflanzen dabei helfen, Ihren Blutzucker zu senken.

Drei verschiedene mögliche Effekte

  1. Erhöhung der Insulinausschüttung: Efeukürbis (Coccina indica), Gymnema sylvestre
  2. Verzögerung der Kohlenhydrataufnahme im Darm: Guarkernmehl
  3. Verbesserung der Empfindlichkeit der Rezeptoren für Insulin: Hintonia, Bittermelone

Dabei haben die einzelnen Heilpflanzen jeweils ihren eigenen Wirkungsmechanismus:

Efeukürbis

Extrakte des Efeukürbis (Coccinia indica) erhöhen die Insulinausschüttung und können dadurch den Blutzucker senken. Eine Studie der Universität Bangalore in Indien hatte ergeben, dass die tägliche Einnahme von einem Gramm eines wässrigen Extrakts den Nüchternblutzucker nach 90 Tagen um 16 Prozent gesenkt hatte.

Guarkernmehl

Guarkernmehl aus dem Samen der indischen Guarbohne verzögert die Aufnahme von Kohlenhydraten im Darm und verhindert dadurch stärker ansteigende Blutzuckerwerte nach dem Essen. Es besteht zu 60 Prozent aus Ballaststoffen und zeichnet sich durch ein hohes Wasserbindungsvermögen aus. Guar quillt im Magen-Darm-Trakt durch die Aufnahme von Flüssigkeit auf, wodurch es zu einer verzögerten Magenentleerung kommt.

Gleichzeitig benetzt dieser Quellstoff die Darmwand. Beide Mechanismen zusammen bewirken, dass die Glukose nur sehr langsam ins Blut abgegeben wird. Der Übertritt des Nahrungszuckers wird so verlangsamt, als ob Sie Ihre Mahlzeit über den ganzen Tag verteilt gegessen hätten.

Pro Tag sollten Sie zwei bis drei Teelöffel Guar zu sich nehmen. Sie können das Pulver entweder trocken direkt in den Mund geben oder in Joghurt oder Flüssigkeit eingerührt zu sich nehmen. Aber Achtung: Trinken Sie zu jeder Gabe Guar mindestens 200 ml, da es sonst zu Verstopfung oder sogar zu einem Darmverschluss kommen kann. Wenn Sie Guar-Präparate einnehmen, sollten Sie die Dosis einschleichend steigern, um Blähungen und Völlegefühle zu verhindern.

Halten Sie auch immer einen Abstand von 30 Minuten zwischen der Einnahme von Guar und anderen Medikamenten ein, um die Resorption der Arzneimittel nicht zu behindern.

Hintonia

Hintonia, die Rinde eines südamerikanischen Strauchs erhöht die Empfindlichkeit der Zellrezeptoren für Insulin. Hier zeigte eine Studie aus der Slowakei, dass der Nüchternblutzucker durch die dreimal tägliche Einnahme von 2 Millilitern des wässrigen Extrakts den Nüchternblutzucker nach zwölf Monaten sogar um 21 Prozent senken konnte.

Mit Zimt und Ingwer gegen Diabetes?

Im Jahr 2003 ergab eine kleine Studie aus Pakistan eine Blutzuckersenkung durch Zimtextrakte. Ein Studie der Universität Hannover konnte diese Wirkung im Jahr 2006 nicht bestätigen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft formuliert daher vorsichtig, dass ein blutzuckersenkender Effekt von Zimt nicht auszuschließen sei, eine generelle Empfehlung für Zimtextrakte bei Typ-II-Diabetes jedoch nicht gegeben werden könne.

Wenn Sie einen Versuch mit Zimt starten möchten, sollten Sie unbedingt ein Präparat mit wässrigen Auszügen bevorzugen. In pulverisierten Zimtextrakt-Präparaten sind deutlich mehr Cumarine enthalten, welche die Leber schädigen können.

Eine wissenschaftliche Arbeit der Universität von Sydney in Australien lässt hoffen, dass ein neuer natürlicher Blutzuckersenker entdeckt worden ist. Die Forscher hatten die Wirkung von Ingwer auf Zellkulturen getestet und dabei festgestellt, dass die mit Ingwer behandelten Muskelzellen mehr Traubenzucker (Glukose) aufnahmen als die unbehandelten. Für die verbesserte Zuckeraufnahme machen die Wissenschaftler die im Ingwer enthaltenen Gingerole verantwortlich.

Diese Substanzen vergrößern die Oberfläche eines Proteins (GLUT4), das beim Zuckertransport vom Blut in die Zelle eine wichtige Rolle spielt. Weitere Studien sollen nun klären, inwieweit Ingwer zur Blutzuckersenkung beim Menschen eingesetzt werden kann.

Bei allen Heilpflanzen gilt: Auch wenn es sich um Mittel aus der Natur handelt, sind sie nicht harmlos oder nebenwirkungsfrei. Besonders, wenn Sie als Diabetiker schon Medikamente nehmen müssen, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, wenn Sie die Präparate einsetzen wollen. Lassen Sie sich von ihm beraten, was für Sie geeignet ist. Er wird Ihnen auch geeignete Präparate empfehlen können. Vorsicht: Wenden Sie irgendwelche Pflanzenpräparate auf eigene Faust an, kann es zu einer gefährlichen Unterzuckerung kommen.

Kleine Regeln, große Auswirkungen!

Nicht nur Heilpflanzen eignen sich, wenn Sie Ihren Blutzucker stabil halten oder senken wollen. Sie können ganz einfach im Alltag kleine Regeln beachten, die sich auf Ihre Zuckerwerte auswirken:

  • Verzichten Sie auf zu späte Mahlzeiten. Denn dann muss Ihr Körper die Speisen während des Schlafs verdauen. In der Nacht fällt es ihm allerdings schwer, den Blutzucker in die Zellen zu schleusen. Deutlich erhöhte Werte können dann die Folge sein.
  • Wählen Sie überwiegend Lebensmittel mit resis­tenter Stärke. Diese Art der Stärke wird im Körper sehr langsam in Zucker umgewandelt. So lässt sie den Blutzucker nicht in die Höhe schnellen und rasch wieder abfallen. Vielmehr steigt der Blutzucker sehr langsam an und bleibt lange auf diesen konstanten Werten. Resistente Stärke befindet sich zum Beispiel in Hülsenfrüchten wie Bohnen oder Linsen.
  • Kurzkettige Kohlenhydrate lassen dagegen den Blutzuckerspiegel hochschnellen. Sie sind in Weißmehlprodukten, Süßwaren und Zucker enthalten. Greifen Sie stattdessen lieber zu Lebensmitteln mit langkettigen Kohlenhydraten, wie sie in Vollkornprodukten und Gemüse vorhanden sind.
  • Diabetiker-Lebensmittel sind schon seit einiger Zeit verboten. Sie dürfen aber noch vertrieben werden, bis die vorproduzierten Bestände abverkauft sind. Dennoch sollten Sie diese Lebensmittel im Supermarktregal stehen lassen. Viele dieser Lebensmittel sind zwar zuckerreduziert. Allerdings enthalten sie genauso viele Kalorien wie normale Lebensmittel. Sie sparen also keine Kalorien. Im Gegenteil: Durch den fehlenden Zucker entsteht schnell der Glaube: „Ich darf ja etwas mehr essen“, sodass Sie deutlich mehr Kalorien zu sich nehmen als bei normalen Lebensmitteln. Auf Dauer sorgt das für steigendes Gewicht – ein zusätzlicher Feind Ihrer Gesundheit, gerade bei Diabetes. Essen Sie lieber normale Lebensmittel in Maßen.
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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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