Reduzieren Sie Ihr Diabetes-Risiko
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Diabetes Mellitus
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Bewegung und gesunde Ernährung beugen vor
Ihre Mutter hatte Typ-2-Diabetes mellitus und Sie befürchten, dass auch Sie daran erkranken könnten. Gibt es eine Möglichkeit, Ihr persönliches Risiko abzuschätzen?
Mediziner können Menschen mit einem erhöhten Diabetes mellitus-Risiko mit Hilfe bestimmter Methoden identifizieren. Aber selbst wenn Sie ein Risikopatient sind, ist Ihr Diabetes-Schicksal nicht besiegelt.
Wie Sie den Ausbruch der Krankheit verhindern können
Sie können den Ausbruch der Krankheit verzögern oder gar verhindern, indem Sie abnehmen, sich viel bewegen oder Sport treiben und sich gesund ernähren. Medikamente können zusätzlich helfen.
Unter dem Begriff Diabetes mellitus wird eine Gruppe von Erkrankungen zusammengefasst, bei denen der Kohlenhydratstoffwechsel gestört ist.
Im Blut wird Zucker in Form von Glukose transportiert. Glukose ist lebensnotwendig, denn es ist die Hauptenergiequelle des Körpers.
Beim Gesunden hilft ein von der Bauchspeicheldrüse ausgeschiedenes Hormon (Insulin) dabei, dass Glukose in die Muskeln oder Fettzellen aufgenommen werden kann. Bei einem Diabetiker kann der Körper entweder nicht ausreichend Insulin produzieren oder die Wirkung des Hormons ist gestört (Insulinresistenz).
Wenn der Blutzuckerspiegel zu hoch ist
Statt in die Körperzellen aufgenommen und dort verbrannt zu werden, steigt der Spiegel der Glukose im Blut an. Erhöhte Blutzuckerspiegel führen zu Zellschädigungen und Langzeitkomplikationen.
Bei der Blutzuckermessung wird der Zuckerspiegel im Blut in der Einheit Milligramm Glukose pro Deziliter Blut (mg/dl) angegeben. Nach einer Mahlzeit steigt der Blutzuckerspiegel normalerweise an und schwankt innerhalb enger Grenzen auch im Nüchternzustand bei Gesunden.
Bei einem Gesunden liegt der Nüchternblutzuckerspiegel zwischen 70 und 109 mg/dl. Ein Diabetes liegt vor, wenn die Nüchternblutzuckerwerte (bei mehreren Messungen) 126 mg Glukose pro Deziliter Blut überschreiten.
Beim Diabetes unterscheiden Mediziner hauptsächlich 2 Formen, den Typ-1-(früher auch insulinabhängiger oder juveniler Diabetes genannt) und den Typ-2- Diabetes (primär oder nicht insulinabhängiger Diabetes). Typ-II-Diabetes kommt wesentlich häufiger vor als Typ-I-Diabetes. Er betrifft zwischen 90% und 95% aller Diabetiker, die über 20 Jahre alt sind.
Hohe Dunkelziffer - Früherkennung ist wichtig
Die Zahl der Diabetiker nimmt in Deutschland stetig zu. Ihre derzeitige Zahl wird von Experten auf 6 bis 7 Millionen geschätzt (Diabetologie in Klinik und Praxis, Herausgeber Mehnert et al., Thieme Verlag, 5. Auflage, steht kurz vor dem Erscheinen). 2010 sollen es bereits 10 Millionen sein. In Europa gab es im Jahr 2000 etwa 25,3 Millionen Typ-2-Diabetiker, 2010 werden es voraussichtlich schon 31,6 Millionen sein. Und die Dunkelziffer ist hoch.
Schätzungsweise ein Drittel der Betroffenen weiß nichts von ihrer Erkrankung. Denn ein Diabetes Typ 2 kann sich über mehrere Jahre hinweg, oft sogar nur mit geringen oder gar keinen Symptomen, entwickeln.
Es gibt allerdings bestimmte Faktoren, die das Diabetesrisiko erhöhen. Wenn Sie Ihr persönliches Risiko kennen, können Sie den Krankheitsausbruch verzögern oder gar verhindern.
Schlechte Nüchternblutzuckerwerte sind Anzeichen für ein erhöhtes Diabetesrisiko. Sie deuten außerdem auf ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen und den plötzlichen Herztod hin.
Achten Sie auf diese Risikofaktoren
Weitere Risikofaktoren außer dem Nüchternblutzuckerwert sind:
Alter – Das Risiko für Typ-2-Diabetes nimmt mit steigendem Alter zu, insbesondere jenseits von 40 Jahren.
Gewicht – Eines der Hauptrisiken ist Übergewicht. Denn je mehr Fettzellen im Körper vorhanden sind, desto resistenter werden die Zellen gegen das eigene Insulin. 8 von 10 Typ-II-Diabetikern sind übergewichtig.
Familiäre Vorgeschichte – Wenn ein enger Familienangehöriger, ein Elternteil oder Geschwister, zuckerkrank ist, steigt Ihr Risiko an.
Ethnische Herkunft – Aus bislang ungeklärten Gründen erkranken Menschen bestimmter ethnischer Herkunft häufiger an Diabetes als andere. So ist in den USA die Erkrankungsrate unter Farbigen, amerikanischen Indianern und Hispanoamerikanern hoch.
Mangelnde Bewegung – Je weniger Sie sich bewegen, desto größer wird Ihr Risiko, an Diabetes zu erkranken. Körperliche Aktivität trägt zur Gewichtskontrolle bei, verbraucht den Blutzucker als Energiequelle, macht die Zellen für Insulin empfindlicher, erhöht den Blutfluss und verbessert die Durchblutung selbst in den engsten Blutgefäßen. Ein weiterer Vorteil von Bewegung ist der Zugewinn an Muskelmasse, denn in den Muskeln wird Glukose verbrannt.
Wenn ein oder mehrere Risiken auf Sie zutreffen, sollten Sie mit Ihrem Arzt über eine Messung des Blutzuckerspiegels sprechen. Vielleicht wollen Sie auch selbst aktiv werden und dazu beitragen, dass Ihr Blutzuckerspiegel in Normbereich liegt.
Es lohnt sich, dem Diabetes vorzubeugen
An Ihrem Alter, Ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder Ihrer Familiengeschichte können Sie nichts ändern. Aber Sie können auf ein gesundes Körpergewicht achten und sich mehr bewegen. Mit diesen Verhaltsregeln reduzieren Sie Ihr Diabetesrisiko in großem Maße. Das zeigt eine kürzlich im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie.
Mehr als 3.000 Teilnehmer wurden über einen Zeitraum von 4 Jahren beobachtet. Alle untersuchten Personen hatten Übergewicht und einen schlechten Nüchternblutzuckerspiegel – also bekannte Diabetesrisikofaktoren. Personen, die ihre sportlichen Aktivitäten steigerten und ihr Gewicht reduzierten, verringerten ihr Diabetesrisiko um 58%, verglichen mit denen, die nichts dergleichen änderten.
Welche Medikamente das Diabetes-Risiko senken können
Es gibt zudem einige Medikamente, die dazu beitragen, das Risiko zu senken. So konnten Studienteilnehmer, die den Wirkstoff Metformin einnahmen, ihr Risiko um 31% senken. Metformin ist ein Diabetesmedikament, welches die Produktion und Freisetzung von Glukose durch die Leber hemmt.
Auch andere Wirkstoffe, solche, die den Cholesterinspiegel im Blut senken (Statine) und eine Wirkstoffklasse, mit der Bluthochdruck behandelt wird (Angiotensin converting enzyme (ACE)-Hemmer), zeigten vielversprechende Ergebnisse in der Diabetesprävention. Allerdings besteht hier noch weiterer Forschungsbedarf. Am besten sprechen Sie Ihren Hausarzt an, wie Sie Ihr persönliches Diabetesrisiko senken können.