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Nutzen Sie diese wertvollen Vitalstoff-Ritter im Kampf gegen Diabetes

Zu dick, zu wenig Bewegung und falsche Ernährung: Diese drei Faktoren verursachen 90 Prozent aller Erkrankungen des Diabetes Typ II. Allein 80 Prozent der Diabetiker sind übergewichtig.

Süßigkeiten© Elena Schweitzer - Fotolia

Es handelt sich bei Diabetes mellitus schon nicht mehr um eine Zivilisationserkrankung, sondern vielmehr um eine Wohlstandskrankheit. Bei vielen Menschen ist die Zuckerkrankheit selbst verschuldet. Das Gute daran: Genauso gut können Sie sich vor Diabetes schützen.

Diabetes als Wohlstandskrankheit

Hand aufs Herz: Welche Rolle spielt in Ihrem Leben der Fernseher? Schauen Sie häufig in die Röhre? Schon 40 Stunden Fernsehkonsum pro Woche erhöht bei den meisten Menschen das Gewicht deutlich und verdoppelt das Diabetesrisiko. 40 Stunden hören sich viel an, sind aber gar nicht so utopisch. Schnell kommen sie zusammen, wenn Sie zum Beispiel abends pünktlich zur Tagesschau den Fernseher an- und erst um Mitternacht, wenn Sie ins Bett gehen, wieder ausschalten. Zählen Sie dann noch die Nachrichten hinzu, die Sie tagsüber gucken, dann haben Sie diese Stundenzahl schnell erreicht.

Übrigens: Die Auswirkungen des Fernsehkonsums auf das Diabetesrisiko sind kein Schauermärchen der Boulevardzeitungen. Sie wurden wissenschaftlich in der Nurses Health Study erwiesen. Dabei handelt es sich um eine Studie, in der die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten von 68.000 Krankenschwestern und 38.000 Ärzten untersucht wurden.

9 Warnzeichen, die auf Diabetes hinweisen können

Viele Anzeichen für Diabetes sind unspezifisch und werden oft übersehen. Geben Sie daher Acht bei diesen Beschwerden:

  • starker Durst
  • vermehrtes Wasserlassen
  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit
  • Neigung zu Infektionen
  • schlecht heilende Wunden
  • Juckreiz
  • Wadenkrämpfe
  • Sehstörungen
  • Acetongeruch (wie Nagellack) im Atem

Schwere Folgen für Ihre Gesundheit

Diabetes ist die Krankheit, bei der die Patientenzahl ständig ansteigt. Als Folge davon gibt unser deutsches Gesundheitssystem jährlich 16 Milliarden Euro aus. Jeder Dritte ab 65 Jahre ist schon erkrankt, mittlerweile aber auch viele Kinder. Und dennoch ist in der Bevölkerung die Meinung weit verbreitet: „Was schadet die Zuckerkrankheit schon? Ich kann ja spritzen.“ Die negativen Folgen der Krankheit werden meist ausgeblendet. Doch bei Diabetes werden die Blutgefäße angegriffen. Und das bedeutet auf Dauer Nierenversagen, Erblindung, Amputationen, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Wenn Sie bereits eine leichte Glukoseintoleranz aufweisen, dem Diabetikerdasein aber entgehen wollen, ist der Weg eigentlich klar: Sie müssen sich mehr bewegen, abnehmen und Ihre Ernährung umstellen. So können Sie Ihren Zuckerstoffwechsel verbessern und Ihr Diabetesrisiko um 50 Prozent senken. Darüber hinaus sind die folgenden vier Vitalstoffe besonders wichtig für Sie.

Diese Vitalstoffe unterstützen die Zucker­verwertung

  • Chrom: Weißbrot und helle Brötchen sind unnütze Energielieferanten. Sie liefern „leere Energie“, die Kalorien bringt, aber kaum Vitalstoffe. Ihre gesunden Kollegen, die leckeren, körnerbesetzten Vollkornbrötchen dagegen, sind so viel besser. Sie enthalten reichlich Chrom, den Sie zur Zuckerverwertung brauchen. Denn ohne Chrom ist das Insulin nicht in der Lage, den Zucker in die Zellen zu transportieren. Wenn Sie unter einer Glukoseintoleranz leiden und zusätzlich Chrom aufnehmen, verbessern Sie deutlich Ihre Zuckerverwertung. Allerdings brauchen Sie bei einer gesteigerten Insulinproduktion neben einer gesunden Ernährung mit vielen Vollkornprodukten immer noch zusätzliches Chrom. Sie sollten 200 µg Chrom pro Tag zuführen, wenn Sie unter einer Glukoseintoleranz leiden, und bis zu 600 µg, wenn Sie bereits Diabetiker sind.
  • Magnesium: Es wirkt nicht nur bei Menschen, die bereits unter Diabetes oder der Vorstufe der Zuckerkrankheit leiden. Vielmehr senkt dieser Vitalstoff das Erkrankungsrisiko bei gesunden Menschen um 30 Prozent. Das liegt daran, dass Magnesium die Zuckerverwertung an vielen Stellen im Stoffwechsel verbessert. Dagegen weisen Menschen, die an Glukoseintoleranz leiden, immer auch einen Magnesiummangel in den Zellen auf.
  • Zink: Ihr Körper braucht diesen Vitalstoff für die Speicherung und Produktion von Insulin. Zudem verbessert er die Wirkung von Insulin an den Zellen und greift somit das Problem Diabetes direkt an der Wurzel an. Denn bei Typ-II-Diabetes wirkt das Insulin nicht mehr richtig an den Zellen. Als Diabetiker haben Sie einen erhöhten Zinkbedarf, denn Sie scheiden das Zwei- bis Dreifache an Zink aus. So kommt es schnell zu einem deutlichen Mangel.
  • Mangan, Molybdän und Vanadium: Die drei Spurenelemente sorgen dafür, dass der Zucker in Ihrem Körper besser verwertet wird. So senken sie die Menge Insulin, die Ihre Bauchspeicheldrüse produzieren muss. Sie können Ihren Bedarf decken, wenn Sie sich vermehrt von Hülsenfrüchten, Vollkornbrot und -reis sowie Nüssen ernähren. Das gilt auch für Diabetiker: Sie brauchen keine Zusatzpräparate.

Mittel aus der Natur gegen die Zuckerkrankheit

Naturheilkunde© goldbany - Fotolia

Als Typ-II-Diabetiker können Sie neben den Vitalstoffen auch auf Naturheilmittel zurückgreifen, um Ihren Blutzucker in den Griff zu bekommen. Dazu eignen sich zum Beispiel:

  • Ginkgopräparate: Sie lindern diabetische Netzhautschäden. Laut Studie sind dafür rund 240 mg Ginkgo pro Tag nötig. Hinzu kommt, dass dieser Pflanzenextrakt die Durchblutung verbessert und Ihnen als Diabetiker so hilft, Durchblutungsstörungen zu verhindern.
  • Artischocke: In ihrem Blätterextrakt ist das Cynarosid enthalten, das die Cholesterinbildung hemmt und seine Ausscheidung anregt. Zudem verbessern sich die Triglyceridwerte. Das ist für Diabetiker beides wichtig, weil die Erkrankung die Blutfette in der Regel steigen lässt und es so schneller zur Gefäßverkalkung kommt.
  • Goldrute: Sie regt die Ausscheidung über die Nieren an. Noch wichtiger: Goldrute regeneriert das Nierengewebe, das bei Diabetikern häufig geschädigt ist. Aber Vorsicht: Sie dürfen die Präparate nicht mehr nehmen, wenn Ihr Nierengewebe schon starke Funktionsstörungen aufweist.

Grundsätzlich gilt bei zusätzlichen Naturheilmitteln: Nehmen Sie sie nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein. Er schätzt ein, wie gefährlich die Nebenwirkungen für Sie sind und ob sie sich überhaupt mit Ihren restlichen Medikamenten vertragen.

Zusätzliche Empfehlungen zur Minimierung des Risikos

Sie sehen, es ist nicht so schwer, Typ-II-Diabetes zu verhindern, auch wenn bei Ihnen bereits eine Glukoseintoleranz besteht. Generell empfiehlt sich bei Glukoseintoleranz und Diabetes, 25 mg Zink, 200 µg Chrom (bis zu 600 µg als Diabetiker) und 600 µg Magnesium pro Tag zu sich zu nehmen. So verbessern Sie Ihre Zuckeraufnahme deutlich und vermeiden die Wohlstandskrankheit Diabetes.

Treiben Sie Sport. Durch ausreichende Bewegung wie beispielsweise ein Ausdauertraining können Sie eine Glukoseintoleranz verbessern und auch das Fortschreiten einer Diabetes bremsen.

Blutzucker messen, aber richtig!

Wenn es nötig ist, dass Sie Ihren Blutzucker selbst messen, können Ihnen trotz Einweisung vom Arzt einige Fehler unterlaufen und diese können zu falschen Ergebnissen führen:

Diabetikerin misst Blutzucker am Finger© Fotoimpressionen - Fotolia

  • Richtig stechen: Verwenden Sie die Lanzette nur einmal und piksen Sie damit in die Seite des Fingers. So vermeiden Sie unangenehme Piks-Schmerzen. Es kann dann vorkommen, dass nicht sofort ein Bluttropfen kommt. In diesem Fall dürfen Sie Ihren Finger auf keinen Fall quetschen. Sonst sorgen Sie dafür, dass auch Gewebeflüssigkeit mit austritt, sich mit Ihrem Blut vermischt und Ihr Blutzuckerwert deutlich niedriger ist. Massieren Sie besser den Finger sanft zur Fingerspitze hin.
  • Richtige Handhygiene: Auch nasse bzw. noch feuchte Hände können Ihren Blutzuckerwert verfälschen. Warten Sie daher nach dem Händewaschen einige Minuten, denn das überflüssige Wasser kann Ihr Blut sonst verdünnen. Händewaschen ist aber nötig, denn eventuelle den Händen anhaftende Lebensmittelreste können die Messwerte erhöhen.
  • Frische Teststreifen nutzen: Die Teststreifen sind normalerweise sechs Monate haltbar. Natürlich könnten Sie sie danach noch weiterverwenden. Aber die Gefahr ist groß, dass sie in dieser Zeit gelitten haben (z. B. durch die Luftfeuchtigkeit) und die Messergebnisse immer mehr verfälschen. Nutzen Sie sie also nicht länger als angegeben.

Mythen über die richtige Diabetes-Ernährung

Diabetes-Diät: Diese beiden Wörter überfordern oder frustrieren. Das liegt daran, dass es einfach zu viele Aussagen über die Diabetes-Diät gibt, die sich teilweise auch widersprechen. Lassen Sie uns diese und andere Mythen genau anschauen und die harten Fakten über Diabetes und eine Diabetes-Diät herausstellen.

Obst und Gemüse der veganen Ernährung© lassedesignen - Fotolia

Das Essen von zu viel Zucker verursacht Diabetes.

Fakt ist, dass die Gründe für eine Erkrankung an Diabetes noch nicht alle bekannt und verstanden sind. Das Essen von zu viel Haushaltszucker alleine verursacht noch keinen Diabetes. Bei der Stoffwechselkrankheit ist der Körper nicht mehr in der Lage, Glukose aus dem Blut in die Körperzellen zu transportieren. Glukose wird allerdings nicht nur aus Haushaltszucker gebildet, sondern entsteht bei der Verstoffwechselung jedes kohlenhydrathaltigen Lebensmittels.

Es gibt extrem viele Regeln bei einer Diabetes-Diät.

Fakt ist, dass Sie bei einer Erkrankung an Diabetes Ihre Essenszeiten genau planen und besonders darauf achten müssen, was Sie essen. Das Grundprinzip ist einfach: Eine Diabetes-Diät befolgen heißt Lebensmittel auswählen, die zusammen mit Ihren Aktivitäten und Medikamenten Ihren Blutzuckerspiegel so gut wie möglich in einen normalen Bereich bringen. Die Veränderungen, die Sie wegen Ihres Diabetes bei Ihren gewohnten Lebensmitteln vornehmen müssen, sind geringer als Sie denken.

Proteine sind für einen Diabetiker besser als Kohlenhydrate.

Fakt ist, dass ein Zuviel an Proteinen für Diabetiker ebenfalls Probleme mit sich bringen kann. Das Hauptproblem bei den Proteinen ist, dass viele proteinreiche Nahrungsmittel wie zum Beispiel Fleisch auch einen großen Anteil an gesättigten Fettsäuren haben. Und diese gesättigten Fettsäuren sind ungesund für Sie. Essen Sie zu viel von diesen Fetten, wächst Ihr Risiko für Herz- Kreislauf-Erkrankungen.

Diabetesmedikamente gleichen „Sünden“ beim Essen aus.

Fakt ist, dass Sie lernen müssen, die richtige Menge und Art des Insulins für Ihre tägliche Nahrungsaufnahme anzuwenden. Das gibt Ihnen aber keinen Freifahrtschein für Schlemmerrunden, nur um dann mit den Medikamenten Ihren Blutzuckerspiegel zu stabilisieren.

Sie müssen auf Ihre Leibspeisen verzichten.

Fakt ist, dass es keinen Grund gibt, Ihre Leibspeisen für eine Diabetes-Diät komplett aufzugeben. Sie sollten einfach nur clever vorgehen und Folgendes versuchen:

  • Verändern Sie die Art und Weise, wie Ihre Lieblingsspeisen zubereitet werden. Bereiten Sie beispielsweise Ihr Schnitzel ohne Panade zu. Mit dem Weglassen der meist von Fett triefenden Panade verringern Sie deutlich die Kalorienzahl Ihres Essens und vermeiden auch die Aufnahmen von schädlichen Fetten.
  • Verändern Sie die Beilagen, die Sie normalerweise mit Ihrem Lieblingsgericht gegessen haben. Lassen Sie bei Ihrem Schnitzel am besten gleich noch die Pommes frites weg und essen Sie stattdessen einen großen Salat mit viel Rohkostgemüse. Sie vermeiden dadurch nicht nur eine Kalorienbombe der Extraklasse ohne jeglichen Nährwert, sondern nehmen mit dem reichhaltigen Salat eine Menge an Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen auf.
  • Benutzen Sie Ihr Lieblingsessen als Belohnung für Ihre Ernährungsumstellung. Mit der einfachen 6-plus-1-Regel können Sie sich selbst belohnen. Das heißt ganz einfach, dass Sie an sechs Tagen der Woche Ihren neuen Ernähungsgewohnheiten treu bleiben. Am siebten Tag belohnen Sie sich für dieses konsequente Umstellen Ihrer Ernährung mit Ihrem Lieblingsessen.

Sie dürfen als Diabetiker kaum mehr Kohlenhydrate essen.

Fakt ist, dass Kohlenhydrate tatsächlich gut für einen Diabetiker sind. Sie bilden den Grundstock für jede gesunde Ernährung, auch für Diabetiker. Kohlenhydrate haben allerdings den größten Effekt auf den Blutzuckerspiegel. Dies ist auch der Grund, warum Sie bei einer Diabetes-Diät genau kontrollieren müssen, wie viel und welche Kohlenhydrate Sie zu sich nehmen.

Achtung: Es gibt einfache und komplexe Kohlenhydrate. Die einfachen Kohlehydrate wie Traubenzucker oder Haushaltszucker gelangen nach der Nahrungsaufnahme sehr zügig ins Blut, sodass der Blutzuckerspiegel schnell und stark ansteigt. So sollten Sie Lebensmittel mit einem hohen Anteil von Haushaltszucker nur in begrenzten Mengen essen.

Sie müssen gänzlich auf Alkohol verzichten.

Das ist zum Teil ein Mythos und zum Teil Wahrheit, denn Alkohol beeinflusst Ihre Leberfunktion. Durch den Alkoholabbau ist Ihre Leber nicht mehr in der Lage, Glukose aus der Speicherform zu mobilisieren und ins Blut abzugeben. Sinkt nach dem Genuss von Alkohol der Blutzuckerspiegel ab, so kann die Leber den fehlenden Zucker nicht mehr aus ihrem Speichervorrat in das Blut abgeben. Sie kann den niedrigen Blutzuckerspiegel nicht mehr abfangen. Dies kann eine schwere Unterzuckerung zur Folge haben. Unter gewissen Umständen auch noch Stunden nach dem Genuss.

Möchten Sie nicht ganz auf Alkohol verzichten, dann beachten Sie die „Zwei-Gläser-Regel“ und trinken Sie täglich nicht mehr als zwei Gläser (0,2 l) Bier oder zwei Gläser (0,1 l) Wein. Wählen Sie Weine mit der Bezeichnung „trocken“ und alkoholreduziertes Bier. Dies ist auch kalorienreduziert. Meiden Sie aber auf jeden Fall Liköre, Sekt und Cocktails. Dort ist meist ein erheblicher Zuckergehalt versteckt.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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