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Diabetes: Diese Vitalstoffe sorgen für eine bessere Zuckerverwertung

Wichtige Vitalstoffe sind es, die Ihnen bei einer gestörten Glukose-Toleranz helfen, den Zucker besser zu verwerten. Daher sollten Sie besonders auf diese Stoffe bei Ihrer Ernährung achten, wenn Sie Ihr Diabetesrisiko senken wollen.

Vitalstoffe© PhotoSG - Fotolia

Zink für eine verbesserte Insulinproduktion

Sie brauchen Zink, um Insulin zu produzieren und zu speichern. Sie können also mit einer erhöhten Zinkzufuhr Ihre Insulinproduktion direkt beeinflussen und verbessern. Zudem beeinflusst dieser Vitalstoff das Insulin noch auf eine zweite Art: Das Problem bei Diabetes Typ II ist, dass das Insulin nicht mehr richtig wirkt. Auch da hilft Zink, indem es die Wirkung von Insulin direkt an der Zelle verbessert.

Liegt bei Ihnen eine gestörte Glukose-Toleranz vor, brauchen Sie mehr Zink, da Sie zwei- bis dreimal so viel ausscheiden wie ein gesunder Mensch. Rund 25 mg pro Tag sollten Sie zu sich nehmen. Diesen Bedarf decken Sie zum Beispiel über 150 g Pinienkerne oder 200 g Weizenkeime.

Chrom kann Ihre Glukosetoleranz verbessern

Gerade Chrom ist für Ihre Zuckerverwertung sehr wichtig. Ohne Chrom kann das Insulin den Zucker nicht in die Zellen transportieren. Leider nehmen viele Menschen nur noch die Hälfte des täglichen Chrombedarfs zu sich. Ein Grund dafür ist, dass zu wenig Vollkornprodukte gegessen werden.

Wir wissen aus mittlerweile 36 verschiedenen Studien, dass Menschen mit Glukose-Intoleranz, die zusätzlich Chrom zu sich nahmen, ihre Zuckerverwertung verbessern konnten. Dazu reicht die normale Tagesdosis von 100 Mikrogramm (µg) Chrom aber nicht aus. Wenn Sie unter einer Glukose-Intoleranz leiden, sollten Sie rund 200 µg Chrom pro Tag zu sich nehmen. Als Diabetiker brauchen Sie täglich zwischen 400 und 600 µg, um Ihren Blutzuckerspiegel zu beeinflussen. In beiden Fällen können Sie aber Ihren Bedarf nicht mehr allein durch Ihre Nahrung decken.

Magnesium senkt Ihr Diabetesrisiko

Nur wenn Sie genügend Magnesium im Körper haben, ist auch Ihre Glukoseverwertung garantiert – und zwar nicht nur direkt an der Zelle. Magnesium regt die Zuckerverwertung an vielen Stellen im Stoffwechsel an. Leider geht eine Glukose-Intoleranz immer auch Hand in Hand mit einem Magnesiummangel, da sowohl Diabetiker als auch Menschen, die an der Diabetes-Vorstufe leiden, Magnesium vermehrt ausscheiden.

Sie sollten daher als Diabetiker pro Tag rund 400 bis 600 mg Magnesium zu sich nehmen. Nur so können Sie trotz vermehrter Magnesiumausscheidung Ihre Depots gut gefüllt halten. Auch diese Menge schaffen Sie allein über Ihre normale Ernährung nicht.

Magnesiumreiche Lebensmittel
LebensmittelGehalt in mg pro 100 g
weiße Bohnen130
Haferflocken138
Weizenvollkornmehl140
Portulak*, roh151
Naturreis156
Sojabohnen250
Weizenkeime326
* Portulak ist ein kleines Blattgemüse, das einen nussig-salzigen Geschmack hat. Bekannt ist es bei uns unter dem Namen Bürzelkraut oder Portulein. Es ist nicht nur reich an Magnesium, sondern auch an Omega-3-Fettsäuren, Kalium, Eisen und Provitamin A.

Mangan und Vanadium halten den Zuckerspiegel im Lot

Die beiden Vitalstoffe sind vor allem in Vollkornprodukten enthalten. Vanadium ist zwar auch als Schadstoff bekannt, der zu einer Reihe gesundheitlicher Probleme führen kann. Aber auch hier gilt: Die Menge macht’s. Um Ihre tägliche Vanadium-Ration zu bekommen, reicht es, wenn das Brot, das Sie täglich essen, aus Vollkorn ist. Vanadium wirkt sich positiv auf Ihren Blutzucker aus, weil es eine insulinähnliche Wirkung hat. So hilft es, den Zucker in Ihre Zellen zu schleusen.

Mangan erhöht die Empfindlichkeit Ihres Organismus gegenüber dem Insulin. So kann es bei einer Insulinresistenz helfen. Sie brauchen rund 4,5 mg Mangan pro Tag. Enthalten ist diese Menge zum Beispiel in 80 g Haferflocken, die Sie jeden Morgen als Müsli essen können.

Bleiben Sie aufmerksam!

Im Grunde handelt es sich bei Diabetes um eine Bombe, die zunächst erst einmal im Verborgenen tickt. In Deutschland leben rund zwei Millionen Menschen Typ-II-Diabetiker, ohne dass sie dies wissen. Der Grund: Die ersten Symptome der Erkrankung sind unspezifisch und können auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten. Daher entsteht der Verdacht „Diabetes“ häufig recht spät.

Wie ein Typ-II-Diabetes entsteht

Traubenzucker (Glukose) ist der „Kraftstoff“ unserer Körperzellen. Vor allem das Gehirn ist auf die ständige Energiezufuhr in Form von Glukose aus dem Blut angewiesen, aber auch alle anderen Organe und Körpergewebe wie die Muskeln benötigen diese Energie. Daher versucht der Organismus, den Blutzuckerspiegel konstant in einer Konzentration zwischen 80 und 120 mg/dl zu halten, um die notwendige Zuckerversorgung der Körperzellen zu gewährleisten. Ins Blut gelangt die Glukose bei der Verdauung von mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydraten, teilweise wird sie auch vom Organismus selbst hergestellt. Wenn die Zuckerkonzentration im Blut einen Schwellenwert von 160 bis 180 mg/dl erreicht, filtert die Niere die Glukose aus dem Blut und scheidet sie mit dem Urin aus.

Damit die Zellen die Zuckermoleküle aus dem Blut aufnehmen können, wird Insulin benötigt. Dieses Hormon bilden spezialisierte Zellen der Bauchspeicheldrüse, die das Insulin direkt in die Blutgefäße abgeben, die es zu den Körperzellen transportieren. Hier öffnet Insulin wie ein Schlüssel die Kanäle in den Zellmembranen, sodass die Glukose in das Zellinnere gelangen kann. Wenn nicht genügend Zuckermoleküle aus dem Blut in die Zellen geschleust werden kann und die Blutzuckerkonzentration dadurch zu hoch wird, ist ein Diabetes entstanden. Anhand der Ursachen werden bei dieser Krankheit grundsätzlich zwei verschiedene Typen unterschieden.

Diabetiker macht Blutzuckertest am Finger© evgenyb - Fotolia

Diabetes Typ I und II

Wenn die Bauchspeicheldrüse nicht mehr genügend oder kein Insulin mehr herstellt, kommt es zu einem Typ-I-Diabetes. Diese Form tritt meistens schonin jungen Jahren auf, entsteht auf dem Boden einer genetischen Veranlagung in Kombination mit einer Virusinfektion (z. B. Masern) sowie einer Autoimmunerkrankung. Bei dieser Diabetes-Form sind die Betroffenen lebenslang auf die Zufuhr von Insulin in Form von Spritzen angewiesen.

Der Löwenanteil der Diabetiker leidet allerdings an einem Typ-II-Diabetes, den man früher auch „Altersdiabetes“ nannte, da er sich meistens erst in der zweiten Lebenshälfte manifestiert. Bei dieser Form produziert die Bauchspeicheldrüse zu Beginn der Erkrankung noch genügend Insulin. Hier kommt es durch eine Unempfindlichkeit der Zellrezeptoren auf Insulin (Insulinresistenz) zu den erhöhten Blutzuckerwerten.

Typische Anzeichen und Symptome

Zum Arzt gehen sollten Sie dennoch auf jeden Fall, wenn Sie unter folgenden Symptomen leiden:

  • häufiger Durst und Wasserlassen
  • Juckreiz
  • trockene Haut
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Muskelkrämpfe
  • Konzentrationsprobleme
  • schlechte Wundheilung
  • Sehprobleme
  • kribbelnde Füße

Die Folgen der Erkrankung

All dies können Anzeichen für einen Typ-II-Diabetes sein und auf Dauer ihre Gefäße und Nerven schädigen. Dabei reagieren Ihre Zellen schlechter auf Insulin, was aber nötig ist, damit Zucker in die Zellen gelangt. Aufgrund dessen versucht Ihr Körper, gegenzusteuern. Er produziert immer mehr Insulin.

Doch auf Dauer ist das nicht mehr möglich, der Zucker verbleibt im Blut. Dieser zu hohe Blutzucker schädigt Ihre Gesundheit stark. So führt er allein in Deutschland im Jahr zu 40.000 Amputationen, 2.000 Fällen von Erblindung und weiteren über 2.000 Fällen von Nierenschäden. Umso wichtiger ist es, vorzubeugen. Der Verzicht auf Zucker und generell (schnell verfügbare) Kohlenhydrate ist eine Säule der Diabetes-Typ-II-Prävention. Auch Gewichtsreduktion und Bewegung helfen, der Erkrankung effektiv vorzubeugen.

Die gefürchteten Spätfolgen des Diabetes

  • Herzinfarkt und Schlaganfall in Folge von zuckerbedingten Gefäßschädigungen
  • diabetischer Fuß mit nicht heilenden Geschwüren (Ulcus), dauerhaftem Gewebeverlust (diabetisches Gangrän) und drohender Amputation
  • Nervenschäden (Neuropathie)
  • Schädigung der Augen mit Netzhautzerstörung und daraus folgender Erblindung
  • Nierenschäden (Nephropathie) bis hin zum Nierenversagen

Von diesen Folgeerkrankungen werden sowohl der Verlauf als auch die Prognose der Erkrankung maßgeblich bestimmt. Rechtzeitig erkannt und durch eine optimale Behandlung gut eingestellt, müssen diese Folgeschäden jedoch nicht eintreten.

Die Proteine im Urin

Sie haben Diabetes Typ II und werden von Ihrem Arzt regelmäßig auf mögliche Nierenschäden untersucht. Dabei wird Ihr Urin auf ein bestimmtes Protein überprüft. Sie fragen sich, welchen Zusammenhang es zwischen Diabetes Typ II und dem Proteingehalt im Urin gibt? Die Nieren enthalten Millionenkleinster Filtereinheiten (Nephrone), die neben einem tubulären Nierenanteil aus einem Bündel von Kapillaren bestehen. Die zu den Nieren transportierten Stoffwechselprodukte werden über den Urin ausgeschieden. Je länger Sie Diabetes Mellitus haben, was häufig die Blutgefäße schädigt, desto mehr können die feinen Kapillargefäße in den Nephronen geschädigt werden.

Nierenerkrankungen können häufig ohne Beschwerden verlaufen, in einigen Fällen sogar bis zum letzten Stadium der Niereninsuffizienz, bis sie entdeckt werden. Aus diesem Grund wird der Urin auf Proteine getestet. Der Harn, der aus gesunden Nieren ausgeschieden wird, enthält nur geringe Mengen eines Plasmaproteins mit dem Namen Albumin. Kranke Nieren auf der anderen Seite können Albumin (und andere Eiweißstoffe) in den Harn gelangen lassen. Deshalb ist eine erhöhte Konzentration ein empfindlicher Indikator für eine bereits bestehende Nierenerkrankung. Die Albumin-Bestimmung ist eine der besten Möglichkeiten, das Frühstadium einer Nierenerkrankung zu entdecken. Erfreulicherweise lässt sich durch eine sorgfältige Kontrolle des Blutzuckers das Risiko von Nierenschäden reduzieren. Wenn bei Ihnen eine Nierenerkrankung festgestellt worden ist, kann die Albumin-Bestimmung auch dazu dienen, die Wirksamkeit von Medikamenten zu überprüfen, die Sie möglicherweise einnehmen, um die Krankheit zu stoppen oder das Fortschreiten zu verlangsamen.

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