Diabetes Mellitus: Neue Möglichkeiten der Insulinapplikation
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Bis vor kurzem war die Abhängigkeit von externem Insulin eng mit den Begriffen Spritzen und Nadeln verknüpft. Jetzt gibt es andere Möglichkeiten, unter anderem:
Insulin-Pen – Obwohl noch immer eine Nadel zum Einsatz kommt, bietet der Insulin-Pen eine bequemere, präzisere und diskretere Möglichkeit der Anwendung. Sie setzen lediglich die Nadel in den Pen ein, wählen auf einer Scheibe die benötigte Insulindosis vor und drücken dann auf einen Knopf, um das Insulin freizusetzen. Einige Modelle sind zum Einmalgebrauch bestimmt, während andere austauschbare Insulinpatronen besitzen.
Hochdruck-Insulininjektionen – Diese benutzen Luft unter hohem Druck, um Insulin unter die Haut zu injizieren. Diese Geräte sind eine Option für Personen, die keine Nadeln benutzen können. Wenn sie jedoch nicht korrekt angewandt werden, können sie Hautverletzungen verursachen. Die amerikanische Diabetesgesellschaft rät vom routinemäßigen Einsatz ab.
Insulinpumpen – Diese Pumpen sind kleiner als ein Kartenspiel und können an einem Gürtel befestigt werden. Sie setzen kontinuierlich Insulin durch einen unter die Haut implantierten Schlauch frei. Wenn die Pumpen richtig angewandt werden, ist insgesamt eine bessere Blutzuckerkontrolle möglich. Eine implantierbare Insulinpumpe ist in Europa auf dem Markt.
Die Bemühungen, Insulin in Tablettenform zu verabreichen, gehen weiter. Da jedoch das Insulin im Magen-Darm-Trakt zerstört wird, ist dies bisher keine Option. Die Freisetzung von Insulin durch ein Hautpflaster wird in klinischen Studien geprüft. Ebenfalls sind Bemühungen im Gange, eine inhalierbare Form des Insulins herzustellen; einige klinische Studien haben bereits viel versprechende Ergebnisse gezeigt.
In Deutschland ist seit Mitte dieses Jahres eine Langzeitform des Insulins (mit Markennamen Lantus®) zugelassen (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Bonn). Damit ist nur noch 1 Injektion täglich für bestimmte Patienten notwendig.