Diabetes Mellitus: Medikamente für Typ-2-Diabetes
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Diabetes Mellitus
GNL5356
Insulin gehörte früher zu den wenigen Medikamenten, die den Blutzucker bei Patienten mit Typ-2-Diabetes senken konnten. Wenn sich dieses Ziel nicht mit Änderungen der Lebensgewohnheiten erreichen lässt, ist Insulin immer noch eine Option. Aber mittlerweile sind 5 Klassen von oralen Blutzuckersenkern verfügbar.
| Wirkstoff-klasse | Funktionsweise | Vorteile | Nachteile |
Sulfonyl-harnstoffe | Stimulieren eine verstärkte Insulinfreisetzung im Pankreas. | Lassen sich gut mit anderen oralen Diabetes-Medikamenten kombinieren. | Können zu Unterzuckerung führen. |
Meglitinide | Stimulieren eine verstärkte Insulinfreisetzung im Pankreas. | Wirken schnell, wenn sie mit dem Essen eingenommen werden. Führen seltener zu Unterzuckerung als Sulfonyl-ureasen. | Wirkung lässt schnell nach. Sie müssen mit jeder Mahlzeit eingenommen werden. Wechsel-wirkungen mit anderen Medikamenten sind möglich. Können zu Unterzuckerung führen. |
Biguanide | Reduzieren die Zuckerabgabe der Leber zwischen den Mahlzeiten. | Können zu Gewichtsverlust führen und Blutfettwerte (Cholesterin und Triglyzeride) senken. | Können Appetitlosigkeit, Übelkeit, Bauch-schmerzen, Brechreiz, Durchfall und selten Laktatazedose hervorrufen. Sollte nicht bei Krankheiten genommen werden, die mit verminderter Sauerstoff-versorgung einhergehen. |
Alpha-Glucosidase-Inhibitoren | Drosseln die Zuckeraufnahme in das Blut nach dem Essen. | Werden mit den Mahlzeiten eingenommen, sodass ein schneller Anstieg der Blutzuckerwerte vermieden wird. | Können Blähungen hervorrufen. In hohen Dosierungen können Leberfunktions-störungen auftreten. |
Thiazolidin-edione |
Steigern die Empfindlichkeit der Zellen für die Wirkung des Insulins.
Steigern die Glukoseaufnahme durch Muskelzellen und verhindern eine Überproduktion von Glukose in der Leber. Können Blutfettwerte ver-bessern.
Können Nebenwirkungen wie Schwellungen (Ödeme), Gewichtszunahme und selten Kurzatmigkeit auslösen. Können Herzschwäche verstärken.