Diabetes Mellitus: Langzeitkomplikationen
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Diesen Langzeitkomplikationen können Sie vorbeugen
Wenn Sie an Diabetes Mellitus erkranken, fühlen Sie sich vielleicht immer noch gut. Tatsächlich weisen nur wenige Patienten vor der Diagnose Symptome auf. Aber hohe Blutzuckerspiegel können mit der Zeit Probleme im ganzen Körper verursachen. Ohne Behandlung kann Diabetes zu folgenden Komplikationen führen:
Herz-Kreislauf-Erkrankungen – Diabetes Mellitus kann eine Schädigung Ihrer Arterien nach sich ziehen, inklusive der Gefäße, die Herz und Gehirn versorgen. Dadurch können fetthaltige Ablagerungen (Plaques) schneller Ihre Arterien verengenoder verstopfen. Aus diesem Grunde kann Diabetes Ihr Risiko steigern, eine Reihe von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln. In Deutschland gehen jährlich etwa 27.000 Herzinfarkteund 44.000 Schlaganfälle auf das Konto der Zuckerkrankheit. Entsprechend hoch wird auch Ihr Risiko für Bluthochdruck. In den letzten Jahren wird verstärkt Wert auf einen normalen Blutdruck gelegt, um Komplikationen durch Diabetes zu vermeiden. Wenn Sie Bluthochdruck entwickeln, müssen Sie unbedingt Maßnahmen zur Blutdruckkontrolle, zum Beispiel mit Hilfe von Sport und gesunder Ernährung, ergreifen. Selbst wenn Sie keinen Bluthochdruck aufweisen, kann Ihr Arzt Blutdruck senkende Medikamente verschreiben, wie Inhibitoren des Angiotensin-Konvertierenden Enzyms (ACE) oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB). Beide Substanzgruppen schützen auch Ihre Nieren.
Nierenschäden (Nephropathie) – Ihre Nieren enthalten Millionen winziger Blutgefäße, die ständig Ihr Blut filtern und Abfallstoffe in den Urin abgeben. Je länger die Zuckerkrankheit besteht, desto eher nimmt das Filtersystem Schaden. Eine frühe Nierenschädigungmuss nicht mit Symptomen einhergehen. Aber wenn die Schädigung ernster wird, können verbreitete Symptome auftreten wie Erschöpfung, Bluthochdruck, geschwollene Knöchel, Füße oder Hände, Kurzatmigkeit, Blutarmut(Anämie) und ein Verlust von Blutproteinen in den Urin.
Schwere Nierenschäden können zu Nierenversagen führen, sodass eine Dialyse oder eine Nierentransplantation erforderlich wird. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 16% aller Diabetikerein dialysepflichtiges Nierenversagen erleiden. In Deutschland wird die Diagnose Nierenversagen jedes Jahr bei 40.000 Patienten gestellt.
Diabetes Mellitus ist die häufigste Ursache, etwa 20 % dieser Fälle gehen darauf zurück. Um einem Nierenversagen vorzubeugen oder den Krankheitsverlauf zu verlangsamen, werden traditionellBlutdruck senkende Medikamente verschrieben, selbst wenn Sie keinen hohen Blutdruck aufweisen. Dabei werden ACE-Hemmer oder ARBs für die meisten Patienten mit Diabetes und Anzeichen von Nierenschäden empfohlen Lassen Sie die Konzentration bestimmter Bluteiweißstoffe (Mikroalbumine) im Urin einmal jährlich überprüfen, dann können Sie am besten eventuelle Nierenschäden in einem frühen – und behandelbaren – Stadium entdecken.
Nervenschäden (Neuropathie) – Etwa die Hälfte aller Menschen mit Diabetes Mellitus weisen früher oder später Nervenschäden auf. Forscher glauben, dass der überschüssige Blutzucker die Wände der kleinen Blutgefäße (Kapillaren) beschädigt, die die Nervenzellen versorgen. Die Symptome einer Neuropathie hängen von den betroffenen Nerven ab. Sind Nerven des autonomen Nervensystems beschädigt, die Ihr Zentralnervensystem mit Organen wie Lungen, Herz, Magen, oder Drüsen verbinden, dann kann zum Beispiel Ihr Herzschlag ansteigen oder Sie schwitzen stärker. Außerdem kann die Verdauung, das Wasserlassen oder Ihre sexuelle Erregbarkeit beeinträchtigt sein. Am häufigsten sorgt die Zuckerkrankheit für eine Schädigung der sensorischen Nerven in den Beinen, gelegentlich auch in den Armen.
Dadurch kommt es manchmal zu einem Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Brennen, das häufig an den Zehen- oder Fingerspitzen beginnt und sich nach einigen Monaten bis Jahren auf die ganze Extremität ausweiten kann. Schließlich verlieren Sie das Empfinden. Die Neuropathie kann auch die Heilung in IhrenFüßen beeinträchtigen. Sie nehmen kleine Einschnitte und sogar Wunden nicht mehr richtig wahr, bis sich diese durch eine Infektion entzünden. Ist es einmal soweit gekommen, kann eine Operation wahrscheinlich werden, die auch eine Amputation einschließt. Laut dem Deutschen Diabetes-Forschungsinstitut (DDFI) müssen sich in Deutschland jährlich 28.000 Diabetiker einer Amputation unterziehen – die Hälfte davon wäre bei fachgerechter und frühzeitiger Behandlung zu vermeiden gewesen. Durch gewissenhafte Fußpflege wie das Tragen geeigneter Schuhe und eine regelmäßige Inspektion der Haut nach kleinen Wunden lässt sich eine Amputation meist vermeiden.
Augenschäden – Nach 20 Jahren mit Diabetes Mellitus verursacht Bluthochdruck bei fast jedem Menschen mit Typ-1-Diabetes und bei über 60% aller Patienten mit Typ-2-Diabetes eine krankhafte Veränderung der Blutkapillaren im Auge (Diabetische Retinopathie). Die Netzhaut (Retina) ist der Teil des Auges, in dem die Sinneszellen sitzen und das Licht in Nervenimpulse umwandeln, die wiederum im Gehirn die Wahrnehmung „Sehen“ erzeugen. Diabetes kann auch die Bildung eines Katarakts (Grauer Star) und Glaukoms (Grüner Star) begünstigen. Die meisten Diabetiker leiden aber nur unter geringen Einschränkungen des Sehens. Andere können schwere Schäden bis zur Blindheit davontragen.In Deutschland ist Diabetes eine der Hauptursachen für Erblindung von Erwachsenen bis 70 Jahre – 6.000 Diabetiker sind jährlich davon betroffen.
Infektionen – Bestimmte Faktoren wie die Störung des Immunsystems und der Wundheilung durch einen hohen Blutzuckerspiegel, können Sie anfälliger für Infektionen machen. Viele Körperregionen wie Mund, Zahnfleisch, Lungen, Haut, Ohren, Füße, Nieren, Blase und Genitalbereiche sind besonders empfindlich für Infektionen. Diabetiker können außerdem nach Operationen häufiger von Infektionen betroffen sein als Nicht-Diabetiker.