Diabetes Mellitus: Individuelle Ernährung möglich
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Die Amerikanische Diabetesvereinigung (ADA) hat neue Ernährungsrichtlinien für Diabetiker herausgegeben. Der auf den neuesten Stand gebrachte Ratgeber unterstreicht nochmals, daß die Ernährung eine bedeutende Rolle spielt, um die Blutzuckerwerte an die normale Blutzuckerkonzentration anzunähern. Die neuen Richtlinien ermöglichen dem Patienten jedoch eine individuellere Ernährung, wodurch die Planung der Mahlzeiten vereinfacht werden kann.
Keine „Standard-Diät” mehr
In der Vergangenheit bekamen Sie bei der Diagnose „Diabetes Mellitus” in vielen Fällen vom Arzt einen Vordruck über eine Standarddiät. Mehr nicht. Marion Franz, staatlich geprüfte Ernährungsberaterin und Vize-Präsidentin des Ernährungsausschusses der ADA, faßt die neuen Ernährungsrichtlinien zusammen: „Ab sofort gibt es für den einzelnen Diabetiker keine Standardrichtlinien mehr.”
Die neuen Empfehlungen betonen die Notwendigkeit einer individuellen Ernährung. Die ADA ermutigt Diabetiker dazu, mit einem anerkannten Ernährungsberater zusammenzuarbeiten, um einen Ernährungsplan zu erstellen, der sich an ihren persönlichen Ernährungsvorlieben, gesundheitlichen Problemen, wie Übergewicht oder Cholesterin-Gehalt im Blut, und ihrer Insulintherapie orientiert.
Weitere Änderungen:
Vernünftige Zielsetzungen bei der Gewichtskontrolle – Übergewicht kann die Blutzuckerkontrolle erschweren. Anstatt Sie jedoch zu animieren, Ihr Idealgewicht zu erreichen, raten die neuen Richtlinien zu „vernünftigen” Zielsetzungen bei der Gewichtskontrolle. Eine Gewichtsreduzierung um lediglich 10 bis 20 % bei Diabetes Typ II, der häufig mit Übergewicht verbunden ist, kann unter Umständen ausreichen, um eine bessere Blutzuckerkontrolle zu gewährleisten.
Flexibilität bei den Blutfettwerten – Wenn Sie normales Gewicht und normale Cholesterinwerte aufweisen, legen die neuen Richtlinien nahe, daß der Fettanteil der Nahrung 30 % der Gesamtkalorienmenge nicht übersteigen sollte (dies entspricht den Richtlinien, die die ADA der Gesamtbevölkerung empfiehlt).
Wenn Sie Ihr Gewicht jedoch reduzieren müssen oder an zu hohen Cholesterinwerten leiden, weisen manche Experten darauf hin, daß ein Fettanteil von 20 bis 25 % an den Kalorien gesünder ist. Diese niedrigeren Anteile decken sich mit den Empfehlungen des National Cholesterol Education Program für alle Patienten, die an Herzgefäßerkrankungen leiden.
Das Wichtigste ist jedoch die Individualisierung. Wenn Sie gewohnt sind, etwa 50 % Ihres täglichen Kalorienbedarfs mit Fett zu decken, kann die Reduzierung der Fettaufnahme auf 40 % schon zu einer Gewichtsreduzierung führen und die Cholesterinwerte im Blut verbessern.
Kontrollierte Aufnahme von Zucker – Zucker ist nicht mehr gänzlich verboten. Neueren Informationen zufolge beeinflußt weißer Zucker den Blutzuckergehalt etwa in der gleichen Weise wie Brot, Reis oder Kartoffeln. „Wir haben die Erfahrung gemacht, daß nicht die Quelle, sondern der Gesamtanteil an Kohlehydraten in der Nahrung der kritische Faktor für die Auswirkung auf den Blutzuckergehalt nach den Mahlzeiten ist”, erklärt die Vizepräsidentin des Ernährungsausschusses der ADA Marion Franz. Die Aufnahme von mäßigen Mengen an Zucker beeinträchtigt die Blutzuckerkontrolle unter Umständen angeblich nicht. Voraussetzung sei, daß Sie entweder eine stärkehaltige Mahlzeit oder eine zuckerhaltige Mahlzeit einnehmen, auf keinen Fall jedoch beides.