Diabetes Mellitus: Fortschritte in der Therapie
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Behandlungsfortschritte ermöglichen ein gesünderes und bequemeres Leben
Fortschritte in der Diabetestherapie verbessern die Chancen auf ein gesundes Leben trotz Erkrankung. Zu den Meilensteinen gehören:
- Neue Insulinsorten – Veränderte Formen von synthetischem Humaninsulin (Insulinanaloga) imitieren immer besser die Wirkung des natürlichen Hormons. Darunter befinden sich schnell wirkende Formen wie Insulin Lispro (Humalog®) und Insulin Aspart (Novomix®). Diese werden schneller aufgenommen als andere Insulinformen. Sie wirken nur kurzzeitig, sodass der Blutzucker nach den Mahlzeiten nicht zu stark ansteigt. Eine andere Form, Insulin Glargin (Lantus®), wirkt über einen längeren Zeitraum und muss nur einmal täglich gespritzt werden. Die Wissenschaftler hoffen, dass lang wirksame Insulinanaloga gleichmäßigere Blutzuckerwerte über den Tag erlauben werden.
Bequemere Möglichkeiten der Insulinzufuhr – Injektionen mit Spritze oder Pen sind die häufigste Art der Insulinzufuhr. In den letzten Jahren haben Insulinpumpen, die eine kontinuierliche Hormonzufuhr über eine Kanüle unter Ihrer Haut gewährleisten, die Injektionen zum Teil verdrängt. Wissenschaftler experimentieren zurzeit mit Insulinpumpen, die sich im Bauch implantieren lassen. Andere Methoden der Insulingabe, die zurzeit entwickelt werden, sind Hautpflaster, Nasensprays oder Inhalationsgeräte. In vorläufigen Studien konnten Trockeninhalatoren mit Insulinpulver die Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten in ähnlicher Weise verbessern wie verfügbare schnelle Insulinsorten.
Bessere Möglichkeiten zur Überwachung der Blutzuckerwerte – Neue Geräte verwenden Laser und elektrischen Strom, um den Blutzucker zu messen, ohne eine Blutprobe zu erfordern. Die amerikanische Gesundheitsbehörde (Food and Drug Administration, FDA) hat ein Gerät zugelassen, das erstmalig ein Blutzuckermessgerät mit einer Insulinpumpe und einem Dosierungsrechner vereint. Dieses Gerät überträgt automatisch die Messwerte zur Insulinpumpe, die die passende Hormonmenge kalkuliert und abgibt.
Inselzell-Transplantationen – Bei Typ-1-Diabetes sind die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse zerstört, sodass auch die Insulin produzierenden Beta-Zellen nicht mehr funktionieren. Um die Insulinproduktion im Körper wieder zu stimulieren - und vielleicht eineHeilung dieser Erkrankung zu erzielen - haben Wissenschaftler einen Weg gefunden, Inselzellen in die Leber zu implantieren. Das experimentelle Vorgehen ist teuer und war bislang problematisch. Aber neue Operationsverfahren und bessere Medikamente, die die Abstoßung der neuen Inselzellen verhindern, lassen hoffen.
Pankreas-Transplantationen – Eine erfolgreiche Verpflanzung der Bauchspeicheldrüse bedeutet, dass Diabetiker kein Insulin mehr brauchen. Leider sind nicht alle Transplantationen erfolgreich. Zudem müssen Sie selbst nach einer geglückten Transplantation Medikamente (Immunsuppresiva) nehmen. Diese Medikamente, die eine Abstoßung des neuen Organs verhindern sollen, können schwer wiegende Nebenwirkungen hervorrufen. Eine Verpflanzung der Bauchspeicheldrüse ist außerdem meist für Typ-1-Diabetiker unter 45 Jahre reserviert.