Diabetes Mellitus: Formen und Typen
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Es gibt verschiedene Diabetes-Formen
Diabetes ist nicht gleich Diabetes. Er unterscheidet sich häufig bei Kindern und Erwachsenen und seine Ursache kann verschieden sein. Die drei häufigsten Diabetes-Formen sind:
Typ-I – Etwa 5 % bis 10 % aller Diabetiker sind am Typ-I-Diabetes erkrankt. Diese Form der Zuckerkrankheit entsteht, wenn die Bauchspeicheldrüse nur noch wenig oder gar kein Insulin mehr produziert. Es handelt sich dabei um eine Autoimmunerkrankung, da das eigene Immunsystem, das normalerweise Infektionen bekämpft, die Bauchspeicheldrüse angreift und die Insulin produzierenden Betazellen zerstört. Bislang sind die Gründe dafür nicht bekannt. Wissenschaftler vermuten allerdings, dass verschiedene Faktoren wie Vererbung, Ernährung und Kontakte mit bestimmten Viren die Krankheit auslösen können.
Obwohl diese Krankheit in jedem Alter auftreten kann, betrifft sie doch am häufigsten Kinder und junge Erwachsene. Typ-I-Diabetes wird auch juveniler (bei Kindern und Jugendlichen auftretender) Diabetes genannt. Symptome wie verstärkter Durst und häufiges Urinieren, Hunger und Gewichtverlust, verschwommenes Sehen und Müdigkeit treten häufig innerhalb von wenigen Wochen nach einer Erkrankung auf. In einigen Fällen gehen die Betazellen über Jahre hinweg zu Grunde, bevor die Erkrankung erkannt wird.

Bei Typ-I-Diabetikern ist die normale Glukoseaufnahme gestört. Dafür kann es eine Reihe von Gründen geben, beispielsweise, wenn das Insulin nicht an die Körperzellen binden kann, wenn es in den Zellen nicht das Signal für die Aufnahme von Glukose weiterleiten oder auslösen kann oder wenn die Glukoseschleuse in den Zellwänden fehlerhaft ist.
Typ-II – Diese Form des Diabetes betrifft etwa 90% bis 95% aller Menschen, bei denen die Zuckerkrankheit diagnostiziert wurde. Sie wird durch eine Kombination mehrerer Probleme verursacht. Zum einen werden die Zellen Insulin gegenüber unempfindlicher und zum anderen kann die Bauchspeicheldrüse nicht genügend Insulin produzieren, um diese Resistenz zu überbrücken.
Die bedeutendsten Risikofaktoren für Typ-II-Diabetes sind Übergewicht und Bewegungsarmut. Etwa 80% aller Typ-II-Diabetiker sind übergewichtig. Ein weiterer Risikofaktor ist das metabolische Syndrom. Dies besteht in der Kombination von vermehrten Fetteinlagerungen um die Taille, niedrigem HDL (High-density-Lipoprotein)-Cholesterinwerten (das ist das „erwünschte“ Cholesterin) im Blut und hohen Blutfettwerten von Triglyceriden sowie hohem Blutdruck. Außerdem steigt Ihr Risiko für Typ-II-Diabetes mit zunehmendem Alter an. Daher wird diese Form der Zuckerkrankheit auch Altersdiabetes genannt. Erwachsene über 40 Jahre machen den überwiegenden Teil der Erkrankten aus. Allerdings erkranken heute auch zunehmend junge Erwachsene und Kinder daran.
Zu den weiteren Risikofaktoren zählen das Geschlecht, die ethnische Zugehörigkeit,die familiäre Vorgeschichte und ein überwiegend bewegungsarmer Lebensstil. Frauen erkranken häufiger an Typ-II-Diabetes als Männer. Dafür gibt es bis jetzt keine Erklärung. Dieser Befunde ändert sich jedoch mit den verschiedenen Altersgruppen. Bei den 50- bis 59-Jährigen liegt die Prävalenz bei Frauen bei 2,8% und bei Männern bei 8,0%. In höherem Alter sieht das anders aus: bei den 70- bis 79-jährigen Männern liegt die Prävalenz bei 13% bei den Frauen bei 19,4%. Zudem tritt die Erkrankung in den USA häufiger bei Indianern, Hispanoamerikanern und Afroamerikanern auf als bei Weißen. In schweren Erkrankungsfällen decken sich viele Symptome des Typ-II-Diabetes mit denen des Typ-I-Diabetes. Allerdings kann es auch passieren, dass gar keine oder nur sehr leichte Symptome auftreten, sodass die Erkrankung erst erkannt wird, wenn sie bereits eine Schädigung des Herzens, der Blutgefäße, der Augen oder der Nieren verursacht hat.
Diabetes und Schwangerschaft – Zwischen 2% und 8% aller schwangeren Frauen entwickeln einen Diabetes in der Schwangerschaft. Die Symptome verschwinden kurz nach der Entbindung wieder. Doch haben einige Studien gezeigt, dass nahezu 40% aller Frauen mit einem Diabetes in der Schwangerschaft später einen Typ-II-Diabetes entwickeln. In seltenen Fällen kann während der Schwangerschaft ein Typ-I-Diabetes auftreten.
Andere, weniger verbreitete Diabetestypen können durch bestimmte Probleme mit der Bauchspeicheldrüse, die operative Entfernung der Bauchspeicheldrüse, andere ernsthafte Erkrankungen, eine Eisenanhäufung in Ihrem Körper (Hämo-chromatose), Probleme mit den Nebennieren und durch die Einnahme bestimmter Medikamente, zu denen auch Kortikosteroide wie Prednison gehören, hervorgerufen werden. Allerdings sind diese Diabetesformen selten, sie machen weniger als 2% aller diagnostizierten Fälle aus.
Falls Sie einen oder mehrere Risikofaktoren für Diabetes Mellitus haben oder dessen Symptome an sich beobachten, sollten Sie zum Arzt gehen und Ihren Blutzuckerspiegel überprüfen lassen. Falls die Glukosewerte in Ihrem Blut erhöht sind, Sie aber noch keinen Diabetes haben, können Sie den Ausbruch der Krankheit möglicherweise verhindern oder verzögern. Wenn bei Ihnen ein Diabetes Mellitus diagnostiziert ist, ist es wichtig zu lernen, wie Sie mit der Erkrankung umgehen können. Je länger die Erkrankung unbehandeltbleibt, desto wahrscheinlicher entwickeln sich Langzeitschäden.