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Diabetes mellitus: Das passiert bei der Zuckerkrankheit im Körper

Ein Diabetes-Selbstmanagement senkt das Sterblichkeitsrisiko um 39 Prozent. Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München (HMGU) kamen gemeinsam mit Kollegen des Deutschen Diabetes- Zentrums (DDZ) in Düsseldorf bei einer Studie zu diesem Ergebnis: Typ-II-Diabetiker mit einem guten Selbstmanagement ihres Lebensstils haben ein verringertes Sterblichkeitsrisiko.

Jeder ist für seine eigene Gesundheit verantwortlich!

340 Studienteilnehmer mit Typ-II-Diabetes wurden über einen Zeitraum von zwölf Jahren bezüglich ihres Patientenverhaltens befragt, etwa regelmäßige Blutzuckerkontrolle, Führen eines Ernährungsplans oder körperliche Aktivität. Das Ergebnis war eindeutig: Patienten mit einem guten Diabetes-Selbstmanagement weisen ein deutlich geringeres Sterblichkeitsrisiko auf als Patienten mit einer geringen „Selbst-Fürsorge“. Wichtigste Erkenntnis: Sie besitzen die Hauptverantwortung für Ihre Gesundheit. Nicht der Arzt, nicht der Apotheker, nicht die Pharma-Industrie und nicht die Krankenkasse, sondern Sie selbst.

Keine Erkrankung entwickelt sich in Deutschland so dramatisch wie der Diabetes mellitus Typ II. Wir müssen von rund 10 Millionen Erkrankten in Deutschland ausgehen. Typ-II-Diabetes ist eine typische Zivilisationskrankheit, die zu 90 Prozent durch einen gesunden Lebensstil zu verhindern ist. Zum Glück sind Menschen mit einem erhöhten Risiko oder einer schon manifesten Erkrankung dem Diabetes und seinen gefürchteten Spätfolgen nicht machtlos ausgeliefert. Die wirkungsvolle Erfolgsformel lautet: Risiko erkennen, Gewicht reduzieren, blutzuckerfreundlich essen, mehr Bewegung und ausreichend Schlaf.

Diabetes© abcmedia - Fotolia

Was geschieht im Körper?

Bei Diabetes mellitus ist die Zuckerverwertung in den Körperzellen gestört. Das führt zu anhaltend hohen Blutzuckerwerten. Der Blutzucker (Glukose) gilt als einer der wichtigsten Energielieferanten für die Zellen. So sind Gehirn und Muskulatur auf eineausreichende Glukosezufuhr angewiesen.

Für die Zuckerverwertung sorgt Insulin, das Hormon aus der Bauchspeicheldrüse. Die Folge der gestörten Zuckeraufnahme beim Diabetes besteht in einem Anstieg des Blutzuckerspiegels und der Ausscheidung der Glukose über die Nieren mit dem Urin.

Warnzeichen, bei denen ein Arztbesuch nötig ist

  1. Sie müssen häufig Wasser lassen und haben großenDurst. Bei sehr hohem Blutzucker versucht der Körper, die überschüssige Glukose mit dem Urin loszuwerden. So erklären sich die häufigen WC-Besuche von Diabetikern. Diabetes mellitus heißt wörtlich übersetzt „zuckersüße Harnruhr“, was genau diesen Vorgang beschreibt. Weil der Körper viel Wasser verliert, stellt sich starker Durst ein. Sechs Liter Wasser am Tag sind keine Seltenheit.
  2. Sie verlieren deutlich an Gewicht und Ihre Leistungsfähigkeit sinkt. Fehlt dem Körper Insulin, bleibt der Zucker im Blut und die Zellen bekommen keinen „Treibstoff“. Zur Energiegewinnung muss der Körper auf seine Eiweiß- und Fettreserven zurückgreifen, die dadurch langsam zur Neige gehen. Innerhalb weniger Wochen gehen so mehrere Kilogramm Körpergewicht verloren. Aus dem gleichen Grund sinkt die allgemeine Leistungsfähigkeit.
  3. Sie leiden unter Juckreiz und schlecht heilenden Wunden. Ein permanent hoher Blutzuckerspiegel stört den Haut-Stoffwechsel und das Immunsystem. Als Folge heilen selbst kleinste Wunden zögerlich. Wegen des Flüssigkeitsmangels trocknet die Haut des Weiteren immer mehr aus und fängt stark an zu jucken.
  4. Sie haben auffällig häufig mit Infektionskrankheiten zu kämpfen. Diabetes schwächt das Immunsystem, indem es die Zahl der Abwehrzellen verringert und die Beweglichkeit der verbliebenen Abwehrzellen einschränkt. Außergewöhnlich häufige Infektionen (z.B. der Nieren und der Blase) sind die Folge.
  5. Sie leiden unter Sehstörungen. Zu viel Glukose im Blut bedeutet zu viel Glukose im Augenkammerwasser, aus dem sich die Linse ernährt. Die Linse reagiert auf die Überzuckerung des Kammerwassers mit einer vermehrten Flüssigkeitsaufnahme. Dadurch trübt sie zunehmend.

Gefährliches Vorstadium von Diabetes

Auch für Nicht-Diabetiker spielen die Blutzuckerwerte eine wichtige Rolle: Sogar das Diabetes-Vorstadium birgt bekannte Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wissenschaftler aus Düsseldorf und Wuppertal untersuchten, welche Rolle die Blutzuckerhöhe bei Nicht-Diabetikern spielt. Dabei untersuchten sie 1.545 Männer und Frauen mit einer bestätigten oder vermuteten Herzerkrankung in dieser Studie genauer. Die Auswertung der Daten zeigte, dass das Risiko für eine Erkrankung der Herzkranzgefäße tatsächlich mit der Höhe der Nüchternblutzuckerwerte anstieg.

Diejenigen, deren Glukosespiegel im Bereich von 91 bis 100 mg/dl lag, waren rund doppelt so häufig betroffen wie Studienteilnehmer mit Glukosespiegeln von 70 mg/dl oder darunter. Das bedeutet: Auch wenn Sie Nicht-Diabetiker sind, aber Ihr Nüchternblutzuckerspiegel an der oberen Grenze des Normalbereichs liegt, sollten Sie sich aktiv vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen.

Zwei Diabetes-Formen

  • Diabetes vom Typ I: Dies gilt als Autoimmunerkrankung. Der Körper greift die Insulin bildenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse an und zerstört sie. Typ-I-Diabetiker produzieren in ihrer Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr.
  • Diabetes vom Typ II: Typ-II-Diabetiker leiden unter Insulinmangel. Sie produzieren noch Insulin, aber die Zellen verwerten es nicht. Die Symptome für die Erkrankung können lange Zeit fehlen, sodass sich der Betroffene zunächst gesund fühlt.

Vermeiden Sie einen Diabetes vom Typ II und behandeln Sie ihn im Anfangsstadium. Dafür reicht es meist aus, die Ernährung zu verändern, sich regelmäßig zu bewegen sowie Übergewicht abzubauen. Reicht das nicht aus, kommen Medikamente wie orale Antidiabetika oder Insulin-Spritzen zum Einsatz.

Unauffällige Symptome

Es gibt kein Alarmsignal, das Sie zum „weniger essen“ auffordert und keine klaren Anzeichen, dass in Ihrem Blut zu viel Glucose schwimmt. Mehr Durst, häufige WC-Besuche, Leistungsschwäche und etwas weniger auf der Waage sind oft die einzigen Hinweise. Dafür kann es viele Gründe geben, denken die meisten Betroffenen in so einem Fall. Sie unternehmen zunächst nichts.

Erst Monate später kommt heraus, dass mit den Auffälligkeiten eine chronische Stoffwechselstörung ihren Anfang nahm: Diabetes mellitus. Ohne eine konsequente Therapie treten früher oder später in allen Organsystemen ernste Probleme auf. Die Lebensqualität und die Lebenserwartung sinken dramatisch. Doch es gibt darüber hinaus positive Nachrichten: Behandelt man die Zuckerkrankheit frühzeitig und konsequent, können Sie als Diabetiker gesund bleiben, uralt werden und so leistungsfähig wie ein gesunder Mensch sein.

Sehprobleme als erster Hinweis

Achten Sie auf Ihre Augen, denn sie können Ihnen einen wichtigen Hinweis auf Ihre Gesundheit geben: Bestimmte Sehprobleme weisen darauf hin, dass Sie unter Diabetes Typ II leiden. Misstrauisch sollten Sie werden, wenn Sie zum Beispiel morgens Probleme haben, zu lesen, einige Zeit später aber wieder alles in Ordnung ist und Sie über eine ganz normale Sehleistung verfügen. Oder wenn Sie eine neue Brille haben und dennoch mehrfach im Tagesverlauf der Meinung sind, dass sie Ihre Sehprobleme nicht mehr ausreichend ausgleicht.

Wie Diabetes zu Sehstörungen führt

Leider haben die wenigsten Menschen den Verdacht, dass sich so nicht unbedingt ein Augenproblem, sondern eine Diabetes-Erkrankung bemerkbar macht. Aber genau diese Sehschwierigkeiten können ein deutliches Anzeichen für die Krankheit sein. Grundsätzlich entwickelt sich eine Diabetes-Typ-II-Erkrankung schleichend. Ihre Körperzellen sind nach und nach nicht mehr in der Lage, den zu viel im Blut enthaltenen Zucker „herauszufischen“. Auf Dauer schädigt das so die Gefäße – und zwar im gesamten Körper.

Besonders früh zeigen sich diese Schäden dann am Auge und führen zu den Sehschäden. Grund dafür ist, dass der Blutzuckerspiegel bei der Zuckerkrankheit ansteigt. Dadurch erhöht sich der osmotische Druck im Auge. Die Folge sind Wassereinlagerungen in der Augenlinse, die dadurch ihre Form deutlich verändert. Aufgrund dieser Formveränderung stimmt auch der Brechungsindex nicht mehr und Sie als Betroffener sehen von jetzt auf gleich unscharf.

Bei schwankendem Sehvermögen zum Augenarzt

Wichtig ist, dass Sie sofort den Augenarzt aufsuchen, wenn Sie feststellen, dass Ihr Sehvermögen im Laufe des Tages schwankt oder nachgelassen hat, obwohl Sie gerade erst eine neue Brille erhalten haben. Ihr Augenarzt untersucht dann den Augenhintergrund, indem er eine Spiegelung durchführt. Dadurch kann er erkennen, ob der Blutzucker schuld an Ihrem veränderten Sehvermögen ist. In diesem Fall nämlich kann er auf der Netzhaut kleine rote Punkte sehen. Dies sind winzig kleine Einblutungen. Im Verlaufe der Krankheit bleiben diese Einblutungen nicht das einzige Zeichen. Es kommt dann außerdem zu Aussackungen an den Gefäßen.

Wenn Ihr Augenarzt diese Anzeichen erkennt, wird er Sie an Ihren Hausarzt oder einen Internisten weiterverweisen, um den Blutzucker zu untersuchen und den Verdacht auf Diabetes zu bestätigen. Nehmen Sie in diesem Fall Ihren Augenarzt unbedingt ernst. Denn Diabetes Typ II ist eine Erkrankung, dieso früh wie möglich erkannt werden sollte. Dann können Sie mit der Ernährung erfolgreich gegensteuern. Zudem können Sie, wenn die Diagnose früh genug erfolgt, schwere Folgeschäden vermeiden. Das ist auch für Ihr Auge wichtig: so schützen Sie sich effektiv vor der diabetischen Retinopathie. Dabei handelt es sich um eine Augenerkrankung, bei der die Gefäße so stark geschädigt werden, dass Sie erblinden können.

Was passiert bei erhöhtem Blutzuckerspiegel?

Wenn Ihre Blutzuckerwerte extrem hoch sind (diabetische Hyperosmolarämie, 600 mg/dl oder mehr), verdickt sich Ihr Blut. Das tritt eventuell auch ein, wenn Sie hohe Dosen Arzneien aus der Gruppe der Kortikosteroide einnehmen, große Mengen Alkohol konsumieren, unter Stress stehen, krank sind oder unter einer Infektion leiden.

Zu den Symptomen gehören übermäßiger Durst, erhöhter Harndrang, Beinkrämpfe, Schwäche, Verwirrung, Schüttelkrämpfe und sogar Koma. Wenn Ihr Blutzucker auf Werte über 600 mg/dl ansteigt, suchen Sie sofort ärztlichen Rat. Stark erhöhte Blutzuckerwerte enden unter Umständen tödlich.

Krankenschwester misst Blutzucker einer alten Frau© Gina Sanders - Fotolia

Was tut Insulin in Ihrem Körper?

Das Hormon Insulin sorgt in Ihrem Körper nach einer Mahlzeit dafür, dass der Körper Glukose aus dem Blut in die Zellen schleust. Dort stellt er es zur Energiegewinnung zur Verfügung. Die meisten Zellen nehmen Glukose nur in Anwesenheit von Insulin auf. Nach einer kohlehydratreichen und damit glukosehaltigen Mahlzeit flutet viel Zucker im Blut an. Ihr Insulinbedarf erhöht sich kurzfristig und Ihr Körper passt sich an, indem er mehr Insulin herstellt und in den Blutkreislauf abgibt.

Ein fein aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel verschiedenster Eiweiße leitet dabei das Insulinsignal von der Zellwand in das Zellinnere weiter und setzt dort Stoffelwechselaktionen in Gang. Sie bewirken, dass die Zellen den zugeführten Zucker aufnehmen. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel. Ein Mangel an Insulin hat aus dem Grund einen zu hohen Blutzuckerspiegel zur Folge. Von einer Insulinresistenz spricht man, wenn die Weiterleitung dieser „Befehle“ gestört ist. Insulinresistenz gilt als eine der wichtigsten Ursachen des Typ-II-Diabetes. Besonders insulinresistente Menschen haben ein erhöhtes Risiko für Gefäßschäden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese münden unter Umständen irgendwann in einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Wie kommt es zu niedrigen Blutzuckerwerten?

Diabetes verursacht einen erhöhten Blutzuckerspiegel. Jedoch stellt bei bestimmten Diabetes-Therapien zudem die Unterzuckerung (Hypoglykämie) einen Grund zur Sorge dar. Bei einer Unterzuckerung fällt der Blutzuckerspiegel auf unter 60 Milligramm pro Deziliter Blut. Das passiert am häufigsten bei Patienten, die Insulin spritzen. Allerdings tritt eine Unterzuckerung auch auf, wenn Sie:

  • Tabletten einnehmen, damit Ihre Bauchspeicheldrüse mehr Insulin freisetzt
  • eine Mahlzeit weglassen
  • sich beim Sport mehr angestrengt haben als sonst
  • die Menge an Insulin oder einer anderen Arznei nicht an einen veränderten Blutzuckerspiegel anpassen

Wenn Ihr Blutzuckerspiegel zu stark absinkt, können Sie Herzklopfen bekommen, stark schwitzen und zittern, sich schwach fühlen, hungrig oder schwindelig sein oder Sie verspüren Übelkeit. Fällt der Blutzuckerwert unter 40 mg/dl, werden Sie möglicherweise schläfrig, Ihre Sprache wird undeutlich, Sie fühlen sich verwirrt oder verlieren das Bewusstsein. Ein zu niedriger Blutzuckerspiegel verläuft eventuell tödlich. Um den Zuckerwert im Blut schnell anzuheben, essen oder trinken Sie etwas Zuckerhaltiges wie ein Bonbon, Limo, Fruchtsaft oder lutschen Traubenzuckertabletten. Diese sind eigens zur Behandlung von Unterzuckerung gedacht.

Wenn Sie das Bewusstsein verlieren oder nicht zum Schlucken in der Lage sind, brauchen Sie eine Glukose- oder Glukagoninjektion. Glukagon stellt ein Hormon dar, das den Blutzuckerspiegel anhebt. Wenn Sie Insulin spritzen, haben Sie im besten Fall immer Glukagon greifbar. Stellen Sie sicher, dass Familienmitglieder, Freunde oder Ihre Pflegepersonen wissen, wie Sie Ihnen im Notfall eine Injektion verabreichen. Sie müssen wissen, dass sie dann sofort einen Arzt alarmieren.

Diabetes-Test: Sind Sie gefährdet?

Weisen Sie eines der bekannten Symptome auf, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Die frühe Diagnose des Diabetes ist entscheidend. Je länger die Erkrankung unbehandelt bleibt, desto wahrscheinlicher entwickeln sich Spätkomplikationen. Als Komplikationen gelten unter anderem Erblindung, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen und Amputation der Gliedmaßen. Wie können Sie ohne Auftreten von Symptomen wissen, ob Sie Diabetiker sind? Eine Blutuntersuchung ist der einzige Weg, um dies sicher abzuklären.

Diabetiker macht Blutzuckertest am Finger© evgenyb - Fotolia

Ein Selbsttest

In Europa leben derzeit 23 Millionen Menschen mit Diabetes, in Deutschland gibt es über 6 Millionen Zuckerkranke. Für 2025 rechnet die Weltgesundheitsorganisation WHO mit 60 Millionen Betroffenen europaweit, Experten sprechen von einer kommenden Diabetes-Epidemie. Ob Sie für Diabetes gefährdet sind, können Sie anhand eines kurzen Selbsttests beurteilen.

Zwischen 60 und 110 (nüchtern) ist alles in Ordnung, darunter wird es eng. Bei weniger als 60 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) Glukose im Blut leiert der Organismus nur noch wie ein batterieschwacher Walkman. Schwitzen, Zittern und Heißhunger gelten als erste Hinweise darauf, dass die Zellen mehr Glukose benötigen. Ohne Glukose bleiben alle Muskelzellen schlaff und alle Hirnzellen dumm. Schließlich sterben sie mangels Energie ab wie Motoren ohne Benzin. Doch die Natur sorgte vor: Auf eine Unterzuckerung reagiert der Mensch mit Heißhunger und besorgt sich rasch etwas zu essen. In den meisten Fällen liegt der Blutzucker dann gleich wieder da, wo er sein sollte: zwischen 60 und 140 mg/dl nach dem Essen, nüchtern maximal 110 mg/dl. Anders sähe es aus, wenn der Blutzuckerwert nüchtern über 110 ml/dl hinausschießt. In diesem Falle passiert oft zunächst nichts.

Höheres Risiko durch Übergewicht in jüngeren Jahren

Wer in seinen Dreißigern an Übergewicht litt, weist ein höheres Diabetes-Risiko auf als derjenige, der erst später ein paar Pfunde zu viel zulegt. Im Rahmen der Europäischen Studie zu Ernährung und Krebs werteten Wissenschaftler vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke die Daten von 7.720 männlichen und 10.371 weiblichen Studienteilnehmern aus. Innerhalb der siebenjährigen Nachbeobachtungszeit erkrankten 390 Männer und 303 Frauen an einem Typ-II-Diabetes. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass Frauen, die zwischen 25 und 40 Jahren mehr als 12 Kilo über ihrem Normalgewicht wogen, ein um das 4,3-Fache erhöhtes Diabetesrisiko aufweisen als Normalgewichtige.

Bei Männern erhöht sich das Risiko um das 1,5-Fache. Darüber hinaus bewirkt das Übergewicht ein um drei bis fünf Jahre früheres Einsetzen der Erkrankung. Legen beide Geschlechter erst zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr an Gewicht zu, so erhöht sich das damit verbundene Diabetesrisiko im Durchschnitt nur um das 1,1-Fache. Dies meldete die bekannte Fachzeitschrift American Journal of Clinical Nutrition im August 2006. Es ist nie zu spät, Übergewicht abzubauen und das Erkrankungsrisiko zu senken. Falls Ihnen das Durchhalten beim Abnehmen schwer fällt, dient die Teilnahme an einer Gruppe, wie sie beispielsweise die Krankenkassen anbieten, möglicherweise als gute Stütze.

Alte Blutdrucksenker führen zu Diabetes

Dass einige synthetische Wirkstoffe zur Blutdrucksenkung den Blutzuckerspiegel erhöhen und so eventuell zu einem Diabetes Typ II führen, ist seit Ende der 50er Jahre bekannt. Forscher der Rush-Universität in Chicago nahmen das Phänomen genauer unter die Lupe. Ihre Erkenntnis nach der Auswertung der Daten von über 143.000 Patienten: Beta-Blocker und Diuretika (Entwässerungsmittel) verhalten sich am schlimmsten.

Dagegen schützen neue Wirkstoffe aus der Gruppe der ACE-Hemmer und Angiotension-Rezeptorblocker nachweisbar vor Diabetes. Kalzium-Kanalblocker erwiesen sich als neutral. Das berichtete die britische Fachzeitschrift The Lancet im Januar 2007. Falls Sie wegen Bluthochdrucks auf schulmedizinische Mittel angewiesen sind, weil natürliche nicht ausreichen, bitten Sie Ihren Arzt um die Verordnung von Präparaten mit den sicheren Wirkstoffen.

Welche Zuckerarten für Diabetiker geeignet sind

Zuckersorten© Africa Studio - Fotolia

Man unterscheidet zwischen den Kategorien Glukose (Zucker), Fruktose (Fruchtzucker) und Galaktose (Milchzucker). Plus viele andere Untergruppen, die für Diabetiker nicht so interessant sind. Einige dieser Zucker werden von Ihrem Körper ohne die Hilfe von Insulin in Ihre Körperzellen gebracht. Deswegen gelten diese Zuckerarten generell als „für Diabetiker geeignet“. Allzu viel dieser Zuckerarten sollten Sie trotzdem nicht essen. Ihr Blutzuckerspiegel wird sonst ebenfalls zu hoch ansteigen.

ZuckerartDiabetikergeeignet?
Glukosenein
Fruktroseja
Galaktoseja
Saccharose (Haushaltszucker)nein
Maltosenein
Laktoseja
Dextrinnein
Dextrosenein
Maltodextrinnein
Isolierte Stärkenein
Isoglukosenein
Glukosirupnein
Sorbitja
Mannitja
Xylitja
Isomaltja
Maltitja
Lactitja

Rezept für gesundes Naschen

Kanadische Forscher haben gezeigt, dass eine Mahlzeit Ihren Blutzucker weniger stark steigen lässt, wenn Sie gleichzeitig Mandeln verzehren (Jenkins, Kendall et al.: Almonds decrease postprandial Glycemia, Toronto 2006). Diesen Trick nutzen Sie beim nächsten Rezept aus. Die blutzuckersteigernde Wirkung des Honigs und der Schokolade wird durch die Mandeln abgemildert. Das Rezept geht zudem sehr schnell. Nach zehn Minuten sind die Kakaoplätzchen auf dem Backblech und müssen dann noch 20 Minuten in den Kühlschrank, um auszuhärten.

  • Schmelzen Sie in einem Topf bei kleinster Hitze drei Esslöffel Kokosöl und fügen Sie sieben Esslöffel Honig und vier Esslöffel Mandelmus hinzu.
  • Rühren Sie alles gut um.
  • Dann geben Sie in den Topf die folgenden Zutaten: einen halben Teelöffel gemahlene Vanille, 200 g Kokosflocken, 50 g gemahlene Mandeln, 50 g gehackte Mandeln, vier Esslöffel ungesüßtes Kakaopulver, 50 g gehackte dunkle Schokolade und 50 g gehackte Walnüsse.
  • Verrühren Sie alles zu einem homogenen Teig.
  • Dann formen Sie aus dem Teig kleine Kügelchen. Diese Kügelchen geben Sie auf einem Backblech für 20 Minuten in den Kühlschrank. Dies ergibt ungefähr 20 Plätzchen.

Vermeiden Sie eine zu hohe Fruktoseaufnahme, beispielsweise in Form von gesüßten Getränken. Sie kann zu Leberschäden führen und wird für Insulinresistenz und Übergewicht verantwortlich gemacht.

Setzen Sie auf Power-Kohlenhydrate

Besonderes Augenmerk sollten Sie auf die Wahl der richtigen Kohlenhydrate legen. Überwiegen auf dem Speiseplan Lebensmittel mit kurzkettigen Kohlenhydraten wie Weißbrot, helle Brötchen, Fast Food, Popcorn, Limonaden und Süßigkeiten, gelangen relativ schnell zu große Mengen an kurzkettigen Zuckermolekülen in Ihr Blut.

Dabei wird der ohnehin schon dauerhaft erhöhte Insulinspiegel weiter in die Höhe getrieben. Insulinspitzen, also das kurzfristige In-die-Höhe-Schnellen des Insulinspiegels, blockieren den Fettabbau und damit die Gewichtsreduktion. Die extrem starken Schwankungen des Blutzuckerwertes führen darüber hinaus zu Heißhungerattacken.

Beugen Sie vor!

Diabetes muss nicht sein. Es gibt kleine Methoden, mit denen Sie sich vor einer Typ-II-Diabetes-Erkrankung schützen können. Setzen Sie diese um, werden Sie an dieser Form der Zuckerkrankheit wohl nie leiden:

  • Verringern Sie Ihr Gewicht: 5 Kilogramm zu viel Gewicht verdoppeln Ihr Risiko, an Diabetes zu erkranken. Bei 10 Kilogramm mehr verdreifacht es sich sogar. Verringern Sie also Übergewicht, denn so verbessern Sie zudem Ihren Blutzuckerspiegel.
  • Verzichten Sie auf tierische Fette: Fleisch und Wurst gehören heute täglich auf den Tisch. Aber beide haben die unangenehme Eigenschaft, sich negativ auf Ihren Blutzuckerspiegel auszuwirken.
  • Schauen Sie weniger fern: Forscher haben herausgefunden: Menschen, die weniger als zehn Stunden pro Woche fern sehen, haben ein um 46 Prozent verringertes Diabetes-Risiko. Der Grund dafür ist einfach: Diese Menschen bewegen sich normalerweise mehr.
  • Nehmen Sie ausreichend Omega-3-Fettsäuren zu sich: Denn diese schützen Sie vor einer Insulinresistenz, indem sie die Zellwände flexibel halten. Zudem verbessern sie die Aufnahmefähigkeit von Insulin. Essen Sie daher dreimal pro Woche fetten Fisch wie Lachs oder Makrele.
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