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Chinesischer Zimt wirkt am besten

Wenn Sie ein erhöhtes Diabetesrisiko haben oder an einem manifesten Typ-2-Diabetes erkrankt sind, sollten Sie chinesischen Zimt (Cinnamomum cassia) als Gewürz verwenden. Denn dieser senkt Ihre Blutzuckerwerte wesentlich besser als der hier zu Lande meist angebotene Ceylon-Zimt (Cinnamomum zeylanicum).

In einer Studie des Pharmakologen Professor Dr. Eugen Verspohl von der Universität Münster, die die internationale Fachzeitschrift Phytotherapy Research im Juni 2005 veröffentlichte, erwiesen sich wässrige Extrakte aus dem Chinazimt als fast gleichwertig mit dem oralen Antidiabetikum Glibenclamid.

Zwar sind solche Zimtextrakte noch nicht als antidiabetische Arzneimittel zugelassen. Sie können sich die blutzuckersenkende Wirkung des Zimts aber zunutze machen, indem Sie ihn täglich als Gewürz verwenden, z. B. in Süßspeisen, Backwaren und heißen Früchtetees. Chinazimt erhalten Sie auf Bestellung in jeder Apotheke.

Gelbe Pflanzenfarbstoffe verbessern den Stoffwechsel

Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) untersuchen ständig die Wirkung von sekundären Pflanzenstoffen aus Obst und Gemüse auf unseren Körper. Im Fokus stehen dabei aktuell die zwei gelben Pflanzenfarbstoffe Luteolin und Apigenin (beide Stoffe sind sogenannte Flavone).

Zahlreiche Untersuchungen an Zellkulturen und Tierversuche weisen seit Langem darauf hin, dass beide Substanzen antioxidative sowie entzündungs- und krebshemmende Eigenschaften besitzen. Jetzt konnten die Forscher nachweisen, dass die beiden Flavone die Zucker- und Fettneubildung von in Kultur gehaltenen menschlichen Leberzellen vermindern.

Die Ergebnisse zeigen, dass eine flavonreiche Kost tatsächlich dazu beitragen kann, den Zuckerstoffwechsel von Diabetikern zu verbessern. Reich an Luteolin sind beispielsweise Karotten, Paprika, Sellerie, Pfefferminze, Thymian, Rosmarin, Oregano, Petersilie, Kohl, grüner Tee und Olivenöl. Apigenin kommt reichlich in Kamille, Petersilie, Zwiebeln, Grapefruit und Orangen vor.

Fazit: Für Diabetiker lohnt es sich also besonders, täglich fünf Portionen Obst und Gemüse auf den Speiseplan zu setzen. Faustregel: Versuchen Sie jeden Tag 1 Pfund Gemüse und Obst zu verzehren. (Und natürlich nicht vergessen: fünf Bewegungseinheiten, z. B. jeweils drei bis vier Etagen Treppensteigen.)

Diabetes mellitus Typ II: So schützen Sie sich vor den Folgen

Ein erhöhter Blutzucker ist nichts, was Sie auf die leichte Schulter nehmen sollten. Denn Diabetes ist eine der stillen und schleichenden Krankheiten. Sie wird in der Regel erst durch Zufall erkannt und bis zu dieser Diagnose kann sie schon große Schäden angerichtet haben und schwere Folgeerkrankungen auslösen. Denn der Blutzucker schädigt Ihre Gefäße…

  • in der Niere: Hier sterben die kleinsten Gefäße (Nephren) ab. Sie sind dafür da, das Blut zu filtern und Eiweiß zurück in den Körper zu leiten. Im Extremfall, wenn diese Gefäße ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können, sind Sie auf eine Dialyse angewiesen.
  • im Auge: Gefäße können platzen oder anfangen zu wuchern. Nach und nach kommt es zu einer Netzhautablösung, die Sie erblinden lässt.
  • an den Nerven: Sie nehmen an den betroffenen Stellen nichts mehr wahr, so steigt die Verletzungsgefahr. Häufig reicht dann schon eine kleine Wunde, das Gewebe entzündet sich, heilt nicht mehr und stirbt ab. An den Füßen passiert dies besonders häufig. Im schlimmsten Fall bleibt nur noch die Amputation.

Außerdem ist das metabolische Syndrom, das ihre Diabetes-Erkrankung ausgelöst hat, eine Gefahr für Ihren Körper. Nach und nach kommt es zu einer Verstopfung der Adern. Herzinfarkt, Angina pectoris und Schlaganfall sind die Folge.

Die typischen Symptome bei Diabetes

  • starker Durst
  • vermehrtes Wasserlassen
  • unerklärliche Gewichtsabnahme
  • Abgeschlagenheit
  • Neigung zu Infektionen
  • schlecht heilende Wunden
  • Wadenkrämpfe
  • Sehstörungen
  • Juckreiz
  • Acetongeruch (wie Nagellackentferner) im Atem

Entweder fehlt Ihrem Körper jetzt das Hormon Insulin oder Ihre Körperzellen sind gegen das Hormon regelrecht abgestumpft (Insulinresistenz). Als Folge kann der Zucker aus Ihrer Nahrung nicht mehr in Ihre Zellen eingeschleust werden. Stattdessen kreist er als gelöster Zucker in Ihrem Blut, durch Ihre Adern und Ihre Gewebe.

Ist Ihr Zuckerspiegel zeitweise oder dauerhaft erhöht, können sich Schäden an Ihren kleinen und großen Blutgefäßen (Mikroangiopathie und Makroangiopathie) entwickeln, die zu den gefürchteten Spätschäden der Zuckererkrankungen führen können.

Von Kopf bis Fuß lauern verheerende Spätfolgen

  • Arteriosklerose (Arterienverkalkung)
  • Herzinfarkt und Schlaganfall
  • diabetischer Fuß bis hin zur Amputation
  • diabetische Retinopathie (Netzhauterkrankung)
  • diabetische Nephropathie (Nierenerkrankung)
  • diabetische Neuropathie (Nervenschädigung)

So schützen Sie sich vor Spätschäden

Runter mit dem Übergewicht

Leiden Sie als Diabetiker unter Übergewicht, heißt die erste Empfehlung Ihres Arztes meistens: Abnehmen. Allein durch eine Gewichtsreduktion sinken nicht nur Ihre Zuckerwerte im Blut, sondern meistens auch Ihr Blutdruck und die bei Diabetikern oft erhöhten Blutfettwerte. Die Praxis zeigt immer wieder, dass Diabetiker allein durch den Abbau von Übergewicht manchmal eine Behandlung mit Insulin über Jahre rauszögern oder verhindern können.

Körperliche Bewegung

Jede Form von körperlicher Bewegung senkt Ihren Blutzucker. Wenn Ihre Muskelzellen arbeiten, verbrauchen sie mehr Energie und damit mehr Zucker. Dadurch reagieren Ihre Körperzellen wieder empfindlicher auf Insulin und brauchen weniger davon. Viele Diabetiker halten allein durch regelmäßige Bewegung (z. B. zügiges Gehen, Jogging, Schwimmen) in Kombination mit der richtigen Ernährung über viele Jahre ihren Blutzucker im Griff.

Diabetes: Eine Belastung für die ganze Familie

Diabetes mellitus betrifft nicht nur Patienten. Unter den finanziellen und emotionalen Belastungen leiden auch die Angehörigen und Lebenspartner der Erkrankten. Dies ergab eine globale Studie zu den psychosozialen Aspekten in der Diabetes-Therapie. Wissenschaftler führten die Studie mit der Kurzbezeichnung DAWN™2 in 17 Ländern und vier Kontinenten durch.

Bei der Datenerhebung für die aktuelle Studie befragte man Menschen mit Diabetes, Diabetes-Beraterinnen, Diätassistenten, Hausärzte und Fachärzte und erstmals Familienangehörige. Als Ziel der Studie galt es, neue Wege zur Verringerung der Belastung der Betroffenen zu finden.

„Die DAWN™2-Studie bestätigt, dass in allen Ländern und Kulturen die gesamte Familie die physische, finanzielle und emotionale Belastung durch Diabetes trägt.” Dies erklärt Professor Mark Peyrot, Prüfleiter und Vorsitzender des internationalen wissenschaftlichen Komitees, das die Studie beaufsichtigt.

Die ersten Ergebnisse

  • 63% der Familienmitglieder sind darüber besorgt, dass die Person, mit der sie zusammenleben, schwerwiegende Folgeerkrankungen des Diabetes entwickelt.
  • 66% der Familienmitglieder von mit Insulin behandelten Menschen mit Diabetes fürchten, dass ihr Angehöriger eine nächtliche Unterzuckerung (Hypoglykämie) erleidet.
  • 34 % der Familienmitglieder erklären, die Diabetes-Erkrankung ihres Angehörigen bedeute eine negative finanzielle Auswirkung auf sie selbst.
  • 20 % der Familienmitglieder erleben, dass ihr betroffener Angehöriger aufgrund seiner Krankheit unter Diskriminierung leidet und dass sich ihr Umfeld intolerant gegenüber Diabetes-Kranken verhält.
  • 35 % der Menschen mit Diabetes berichten, dass ihre Familienmitglieder mit ihnen über den Umgang mit Diabetes streiten.
  • 75 % der Familienmitglieder haben an keinem Diabetes-Schulungsprogramm teilgenommen. Doch mindestens 70 Prozent der Therapeuten meinen, dass die Beteiligung der Angehörigen eine sehr wichtige Säule einer guten Diabetes-Versorgung darstellt.

Lücken der Gesundheitssysteme

„Die DAWN™2-Studie liefert wissenschaftliche Daten über die versteckten Belastungen der Diabetes-Pandemie für die Familienmitglieder von Diabetikern. Darüber hinaus zeigt sie die Lücken der aktuellen Gesundheitssysteme weltweit auf. Die sozialpolitischen und gesellschaftlichen Implikationen dieser Erkenntnisse sind erheblich.

Die Ergebnisse sollen Entscheidungsträger, Behandler und Patienten-Organisationen motivieren und dazu bewegen, gemeinsam zu handeln. Als Ziel gilt es, die Aufklärung und Unterstützung für Menschen mit Diabetes und ihre Angehörigen zu verbessern.” Dies erläutert Sir Michael Hirst, Präsident der IDF.

DAWN™2

Bei DAWN™2 handelt es sich um eine globale Initiative des dänischen ArzneimittelherstellersNovo Nordisk. Dieser Hersteller führt die Studie in Zusammenarbeit mit der International Diabetes Federation (IDF), der International Alliance of Patient Organisations (IAPO), dem Steno Diabetes Center und mehreren anderen nationalen, regionalen und globalen Partnern durch. Der Name steht für „Diabetes Attitudes, Wishes and Needs 2“.

Die 2012 durchgeführte Untersuchung stellt eine Erweiterung der ursprünglichen DAWN™-Studie von 2001 dar. Sie schließt die Blickwinkel der Menschen mit Diabetes, ihre Angehörigen, Behandler sowie eine breite Palette Patientenorganisationen und Diabetes-Experten aus Politik und Krankenkassen ein.

Hauptziele der Initiative

Als wichtigstes Ziel gilt die Verbesserung des Verständnisses und des Bewusstseins für die unerfüllten Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes und ihren Familien. Darüber hinaus soll eine Erleichterung des Dialogs und der Zusammenarbeit zur Stärkung der Einbeziehung der Patienten erfolgen. Des Selbstmanagements sowie der psychosozialen Unterstützung in der Diabetes-Versorgung soll sich ebenfalls verbessern.

Die DAWN™2-Studie läuft bis mindestens 2016 durch ein umfassendes Programm von Aktivitäten weiter. Darüber hinaus werden Aktivitäten mit Gesundheitspartnern auf globaler und nationaler Ebene ins Leben gerufen. Dies dient dazu, um die in der Studie festgestellten Bedürfnisse und Lücken anzugehen.

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