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Diabetes-Ernährungsplan: Das sollten Sie beachten

Ein paar grundlegende Tipps helfen, den Blutzuckerwert in den Griff zu bekommen und die Blutwerte zu verbessern. Kohlenhydrate sättigen grundsätzlich, deshalb sind Reis, Kartoffeln, Brot und Nudeln in Ordnung. Dabei sind Vollkornprodukte zu bevorzugen, da sie länger satt halten und den Blutzucker langsam anheben.

Der in Vollkornprodukten enthaltene Zucker ist ein Mehrfachzucker: Der Körper muss ihn in Traubenzucker aufspalten. Durch diese Zwischenarbeit erreicht der Mehrfachzucker langsamer das Blut. Auf jeden Fall ist bei Diabetes darauf zu achten, wie viele Kohlehydrate Sie über den Tag verteilt essen.

Behalten Sie den Blutzuckerspiegel im Auge zu und passen Sie die Insulindosis gegebenenfalls an.

Die zwei Diabetes-Typen

Bei der Erkrankung Diabetes mellitus unterscheidet man zwischen dem Typ I und II. Typ I ist meist angeboren oder entwickelt sich in jungen Jahren und erfordert immer eine Behandlung mit Insulin. Den Typ II bezeichnet man auch als Wohlstandskrankheit. Er tritt meist in älteren Jahren auf und betrifft hauptsächlich übergewichtige Personen.

Wer unter Typ II leidet, lebte sein leben lang zu gut und die Bauchspeicheldrüse ist erschöpft. Das hat zur Folge, dass sie nicht mehr ausreichend oder gar kein Insulin mehr produziert.

Je nach Höhe des Zuckerwertes entscheidet der Arzt, ob eine Therapie mit Insulin oder eine Tablettentherapie angemessen ist. Bei vielen Patienten reicht eine Gewichtsabnahme aus, um ohne Tabletten oder Insulin zu leben. Gerade die Ernährung spielt bei Diabetes mellitus eine große Rolle. Dies trifft unabhängig davon zu, ob es sich um Typ I oder II handelt. Neben der Ernährung hilft Bewegung bei einer Verbesserung der Blutwerte. Eine gesunde Einstellung zum Leben unterstützt Diabetiker, Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Halten Sie durch!

An Gemüse und Salat kann man sich satt essen, wobei hier auf ein Dressing mit hochwertigen Pflanzenölen zu setzen ist. Obst ist nicht verboten, enthält aber Fruchtzucker. Aus dem Grund reduzieren Sie es auf zwei kleine Snacks am Tag. Fett ist für die Ernährung auch wichtig, sollte aber sparsam Einsatz finden. Dasselbe gilt für Milchprodukte: fettarme Varianten sind hier sinnvoll.

Diabetiker sollten ihre Ernährung so zusammenstellen, dass sie zwei Mal in der Woche mageres Fleisch zur Hauptmahlzeit essen, zwei bis drei Mal pro Woche mageren Fisch sowie zwei bis drei vegetarische Tage pro Woche.

Zunächst bedeutet es für Diabetiker eine Überwindung, sich strikt an den Plan zu halten. Nach einiger Zeit ändert man die Gewohnheiten so weit, dass dies wie von selbst funktioniert. Bei der Zusammenstellung des Planes spielt das Gewicht eine große Rolle. Übergewicht erschwert die Kontrolle der Blutzuckerwerte und das Abnehmen fällt wegen des Diabetes schwer.

Ernährung und Bewegung zur Vorbeugung

Neben Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigt eine kohlenhydratreiche Ernährung das Entstehen von Diabetes mellitus. Bewegung gilt als A und O für ein gesundes Leben. Dabei sind keine sportlichen Höchstleistungen nötig: Wer sich täglich 30 Minuten lang aktiv bewegt, senkt das Risiko für Diabetes mellitus erheblich.

Damit die Bauchspeicheldrüse ihren Dienst nicht versagt, sollte man die Zuckeraufnahme stark reduzieren. Frische Lebensmittel und der Verzicht auf industriell hergestellte Nahrung bewirken eine Menge. Darüber hinaus muss man Getränke nicht immer süßen. Gerade der regelmäßige Genuss von Obstsäften erhöht das Risiko für Typ II-Diabetes um bis zu 8 Prozent. Bei Alkohol gilt das Prinzip „in Maßen genießen“.

Ernährungsplan zur Senkung der Blutzuckerwerte

Das oft genährte Gerücht, man müsse mit Diabetes mellitus auf alles verzichten, stimmt so nicht. Unabhängig vom Diabetes-Typ sollte man einen abwechslungsreichen Ernährungsplan zusammenstellen. Frische Lebensmittel haben Vorrang: Fertigprodukte sind für die Ernährung ungünstig und kommen aus dem Grund nur in geringen Mengen auf den Tisch. Eine wichtige Frage ist, ob man eher drei normale oder fünf kleinere Mahlzeiten isst.

Hier ist eine eindeutige Aussage schwer zu treffen, da alles vom individuellen Alltag abhängt. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, dass sich jeder Diabetiker seinen Ernährungsplan nach seinen Vorlieben zusammenstellt. Mit einem sinnvollen Ernährungsplan mit viel Gemüse nimmt man automatisch eine gesunde Lebensweise an. Zusätzlich verbessert man als Typ II-Diabetiker die Zuckerwerte damit sogar so weit, dass sich der Blutzucker normalisiert.

Unbedingt verzichten sollte man auf gesüßte Getränke, Limonaden, Light-Produkte, Süßigkeiten mit Zucker und gekaufte Weißmehlprodukte. Diese enthalten viel Zucker, der den Blutzuckerspiegel schnell in die Höhe treibt. Achten Sie auf Diabetiker-Produkte, diese empfehlen sich ebenfalls nicht.

Die meisten Supermärkten bieten diese Produkte zu Recht nicht mehr an. Sie enthielten zu viel Fett und Kalorien. Diabetiker mit Übergewicht nahmen durch diese Produkte noch an Gewicht zu. Darüber hinaus ist nachgewiesen, dass Fructose und Zuckeraustauschstoffe keinen Vorteil für den Diabetiker bergen. Zudem fiel der Preis für diese Diabetiker-Produkte viel zu hoch aus.

Keine „Standard-Diät” mehr

Die Amerikanische Diabetesvereinigung (ADA) gab neue Ernährungsrichtlinien für Diabetiker heraus. Der auf den neuesten Stand gebrachte Ratgeber unterstreicht nochmals die bedeutende Rolle der Ernährung, um die Blutzuckerwerte an die normale Blutzuckerkonzentration anzunähern.

Die neuen Richtlinien ermöglichen dem Patienten eine individuellere Ernährung, wodurch sich die Planung der Mahlzeiten vereinfacht. In der Vergangenheit bekamen Sie bei der Diagnose „Diabetes Mellitus” in vielen Fällen vom Arzt lediglich einen Vordruck über eine Standarddiät.

Marion Franz ist staatlich geprüfte Ernährungsberaterin und Vize-Präsidentin des Ernährungsausschusses der ADA. Sie fasst die neuen Ernährungsrichtlinien zusammen: „Ab sofort gibt es für den einzelnen Diabetiker keine Standardrichtlinien mehr.”

Die neuen Empfehlungen betonen die Notwendigkeit einer individuellen Ernährung. Die ADA ermutigt Diabetiker dazu, mit einem anerkannten Ernährungsberater zusammenzuarbeiten. Auf diese Weise erstellen sie einen Ernährungsplan, der sich an ihren persönlichen Ernährungsvorlieben, gesundheitlichen Problemen wie Übergewicht oder Cholesterin-Gehalt im Blut und ihrer Insulintherapie orientiert.

Individualisierung ist das A und O

Übergewicht erschwert die Blutzuckerkontrolle. Anstatt Sie zu Ihrem Idealgewicht zu animieren, raten die neuen Richtlinien zu „vernünftigen” Zielsetzungen bei der Gewichtskontrolle. Eine Gewichtsreduzierung um 10 bis 20 Prozent bei Diabetes Typ II reicht unter Umständen aus, um eine bessere Blutzuckerkontrolle zu gewährleisten.

Wenn Sie normales Gewicht und normale Cholesterinwerte aufweisen, legen die neuen Richtlinien nahe, dass der Fettanteil der Nahrung 30 Prozent der Gesamtkalorienmenge nicht übersteigt. Dies entspricht den Richtlinien, die die ADA der Gesamtbevölkerung empfiehlt.

Wenn Sie Ihr Gewicht jedoch reduzieren müssen oder an zu hohen Cholesterinwerten leiden, weisen manche Experten darauf hin, dass ein Fettanteil von 20 bis 25 Prozent an den Kalorien gesünder ist. Diese niedrigeren Anteile decken sich mit den Empfehlungen des National Cholesterol Education Program für alle Patienten mit Herzgefäßerkrankungen. Das Wichtigste ist jedoch die Individualisierung.

Wenn Sie gewohnt sind, 50 Prozent Ihres täglichen Kalorienbedarfs mit Fett zu decken, führt die Reduzierung der Fettaufnahme auf 40 Prozent zu einer Gewichtsreduzierung und die Cholesterinwerte im Blut verbessern sich.

Kontrollierte Aufnahme von Zucker

Zucker ist in den neuen Richtlinien nicht mehr gänzlich verboten. Neueren Informationen zufolge beeinflußt weißer Zucker den Blutzuckergehalt in der gleichen Weise wie Brot, Reis oder Kartoffeln. „Wir machten die Erfahrung, dass nicht die Quelle, sondern der Gesamtanteil an Kohlehydraten in der Nahrung der kritische Faktor für die Auswirkung auf den Blutzuckergehalt nach den Mahlzeiten ist.” Dies erklärt die Vizepräsidentin des Ernährungsausschusses der ADA Marion Franz.

Die Aufnahme von mäßigen Mengen an Zucker beeinträchtigt die Blutzuckerkontrolle unter Umständen angeblich nicht. Voraussetzung sei, dass Sie entweder eine stärkehaltige Mahlzeit oder eine zuckerhaltige Mahlzeit einnehmen, auf keinen Fall jedoch beides.

Ein sinnvoller Ernährungsplan könnte so aussehen:

  • Morgens: Rührei, eine Scheibe Vollkornbrot mit Butter und dazu Tee oder Kaffee ungesüßt. Für das Rührei zwei Eier, einen Schuss Milch, frische Kräuter, zwei Frühlingszwiebeln, etwas Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer schaumig schlagen und in einer beschichteten Pfanne langsam rührend stocken lassen.
  • Mittags: Bohnen-Ratatouille: Aubergine, Zucchini, Paprikaschoten (gelb, rot, grün), Zwiebeln, Knoblauchzehen, Olivenöl, eine Dose Tomaten, eine Dose kleine weiße Bohnen, Pfeffer, Kräuter frisch und getrocknet. Putzen Sie das Gemüse und dünsten Sie es klein geschnitten in Olivenöl an. Zum Schluss die Dosentomaten mit Flüssigkeit und die Bohnen ohne Flüssigkeit mitköcheln. Frische Kräuter, etwas Essig oder Zitrone, Salz und Pfeffer runden das Gericht perfekt ab. Mit ein paar Tropfen Olivenöl und einigen Rasplern Parmesankäse servieren.
  • Abends: Lachs auf Orangen-Fenchel-Bett. Dafür den in Spalten geschnittenen Fenchel in einer Pfanne mit Olivenöl anbraten. Pfeffern, salzen, mit Orangensaft ablöschen und in eine Auflaufform geben. Darauf das ebenfalls gewürzte Lachsfilet legen und mit Zitronensaft beträufeln, zwei kleine Butterflöckchen oben drauf geben und im Backofen 15 Minuten bei mittlerer Hitze backen. Mit Dill und einer Orangenscheibe garniert servieren.

Für die Diabetes-Ernährung ist es hilfreich, eine Woche grob im Voraus zu planen und für diesen Ernährungsplan eine Einkaufsliste zu erstellen. Das erleichtert die Organisation im Küchenalltag.

Vitalstoffe wirken sich positiv auf die Gesundheit aus

Wer sein Diabetes-Risiko senken möchte, sollte bestimmte Stoffe in die Ernährung einbauen. Zink braucht der Körper zur Insulinproduktion und -speicherung. Wer etwa 25 mg Zink pro Tag zu sich nimmt, bewirkt hier viel. Chrom gilt als essenziell für die Zuckerverwertung. Der Stoff sorgt dafür, dass Insulin den Zucker zu den Zellen transportiert. Eine Tagesdosis von 200 Mikrogramm ist bei einer Glukose-Intoleranz ideal. Diabetiker benötigen sogar 400 bis 600 Mikrogramm täglich.

Magnesium regt die Zuckerverwertung im Stoffwechsel an. Ein Diabetiker nimmt täglich 400 bis 600 mg Magnesium zu sich. Mangan und Vanadium sind in Vollkornprodukten enthalten. Vanadium erhält der Körper durch seine tägliche Scheibe Vollkornbrot. Bei Mangan liegt die Empfehlung bei 4,5 mg pro Tag. Wer täglich etwa 80 g Haferflocken zum Frühstück isst, deckt seinen Tagesbedarf an Mangan.

Weitere in Obst und Gemüse enthaltene sekundäre Pflanzenstoffe schützen die Nieren, denn diese sind beim Diabetiker stark gefährdet. Manche Diabetiker glauben den Medien und nehmen Zimtprodukte zu sich.

Zwar kann man ihn als Gewürz verwenden, da er sich tatsächlich positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Von pflanzlichen Arzneimitteln mit Zimt zur Zuckersenkung ist aber abzuraten. Diese sind in Deutschland nicht zugelassen und lösen eventuell Leberschäden aus. Die Medien berichten, dass der Extrakt der Maulbeere den Blutzucker senkt. In der Zukunft könnte das also durchaus ein Mittel zur Diabetes-Bekämpfung sein.

Zuckerschwankungen vorbeugen

Essig dient nicht nur als Gewürz: die Säure senkt auch den Blutzucker. Sie hemmt Enzyme im Darm, wodurch der Blutzuckerspiegel langsamer ansteigt.

Wer vor dem Essen ein Schnapsglas Balsamico-Essig zu sich nimmt, bewirkt unter Umständen viel. Wer am Morgen zu einem erhöhten Nüchternblutzuckerspiegel neigt, sollte am späten Abend einen Joghurt essen. Das Fett im Joghurt hemmt die Glukagonwirkung, das gespritzte Insulin wirkt besser und der Blutzuckerspiegel sinkt.

Fällt der Blutzucker zu weit, rät man Diabetikern zu Traubenzucker. Leider schmeckt dieser vielen aufgrund seiner Süße nicht. Als Alternative trinkt man eine Limonade. Ideal für die Tasche sind Gummibärchen oder Weingummi. Auch wenn das Entstehen von Diabetes mellitus nicht immer zu verhindern ist, kann man mit der Erkrankung gut leben.

Neben viel Bewegung sollte man auf seine Ernährung achten und sich einen Überblick über seine Essgewohnheiten verschaffen.

Ernährungstipps von Diabetologen oder Ernährungsberatern sind auf jeden Fall sinnvoll. Mit ein wenig Disziplin und einer Umstellung bestimmter Lebensgewohnheiten bekommt man die Krankheit meist in den Griff. Es schadet auch nie, sich Rezepte für gesunde Gerichte zu suchen, die gut schmecken und alle wichtigen Stoffe enthalten.

Wer weiß, vielleicht ist die Maulbeere wirklich bald die Geheimwaffe gegen den gefürchteten Diabetes mellitus Typ II. Leider gibt es im Gegensatz dazu gegen Diabetes Typ I kein Mittel, ihm kann man auch nicht vorbeugen.

Kurz und knapp: Ernährungstipps für Diabetiker

  • mindestens 5 bis 6 kleinere Mahlzeiten, dabei Kohlenhydrate gleichmäßig über den Tag verteilen
  • Vollkornprodukte, d. h. ballaststoffreiche komplexe Kohlenhydrate bevorzugen
  • viel Gemüse
  • viel Salat mit einem Teelöffel hochwertigem Pflanzenöl
  • etwas Obst
  • wenig Fett; etwas magere Wurst; pflanzliche Streichfette (sparsam)
  • zwei Mal in der Woche mageres Fleisch, zwei bis drei Mal pro Woche Fisch, zwei bis drei Mal vegetarische Kost
  • fettarme Milchprodukte

TCM kann Diabetes-Risiko senken

Menschen, die ein erhöhtes Diabetes-Risiko haben, können dieses verringern – durch eine Heilpflanze, die aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) bekannt ist. Gerade bei denjenigen mit einer gestörten Glukosetoleranz kann sie helfen, nun ist endlich auch der Nachweis gelungen, dass diese Behandlung wirklich funktioniert.

Wissenschaftler des Tang Center der Universität Chicago haben 400 Menschen mit Glukoseintoleranz in zwei Gruppen eingeteilt. Die Hälfte bekam ein Jahr lang dreimal täglich ein TCM-Medikament, das so genannte Tian qi. Dabei handelt es sich um eine Pflanze bzw. Wurzel, die dem Ginseng ähnlich ist. Die anderen bekamen ein Placebo – natürlich wusste niemand, welche Kapsel er erhielt.

Zudem wurden alle Teilnehmer zu Studienbeginn über gesunde Ernährung und Bewegung beraten und hatten im Studienverlauf mehrfach Treffen mit Ernährungswissenschaftlern. Die Forscher maßen alle drei Monate die Glukosetoleranz.

Es zeigte sich, dass nach Ablauf der Studie, also nach einem Jahr, 36 Personen aus der TCM-Gruppe Diabetes entwickelt hatten. In der Placebo-Gruppe waren es doppelt so viele.

Die Forscher wollen nun weiter untersuchen, wie genau die TCM zur Vorbeugung von Diabetes, aber auch zur Kontrolle der Zuckerkrankheit genutzt werden kann.

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