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Reicht eine Darmspiegelung alle 10 Jahre?

Darmkrebs ist eine der Krebsarten, die am häufigsten auftritt. Der Krebs bildet sich in den meisten Fällen aus Polypen, die sich dann zu einem Tumor weiterentwickeln. Eine sehr gute Präventionsmaßnahme ist die Darmspiegelung, seit über 10 Jahren ist sie ein Bestandteil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms.

Doch wie wirksam ist sie wirklich? Das verraten nun neue Zahlen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg.

Eine Darmspiegelung lohnt sich wirklich

Rund 63.000 Menschen in Deutschland werden jedes Jahr neu mit der Diagnose „Darmkrebs“ konfrontiert. Anhand eines mathematischen Modells, das auch Sterberate, Häufigkeit und Zeit der Krebsweiterentwicklung berücksichtigt, fanden die Forscher des DKFZ heraus, dass rund 16.000 neue Erkrankungen im Jahr verhindert werden könnten. Das entspricht einer Verringerung um 25 Prozent.

Berechnet wurden die Erkrankungsfälle bis zum Jahr 2045. Die Wissenschaftler hoffen, dass dieses Ergebnis mehr Menschen dazu animiert, diese Vorsorgeuntersuchung wahrzunehmen. Denn bisher tut dies nur eine Minderheit.

Vorsorge Darmkrebs: schmerzlos und sicher

Die erste Vorsorgemöglichkeit ist eine rektale Austastung, die jeder Arzt vonehmen kann. Bei Frauen wird diese Untersuchung auch im Rahmen der Krebsvorsorge beim Frauenarzt durchgeführt. Da Darmtumore jedoch auch in höheren Darmabschnitten entstehen können, ist diese Untersuchung jedoch nicht ausreichend.

Einmal jährlich bezahlt die Krankenkasse einen so genannten Hämoccult-Test, mit dem nicht sichtbares Blut im Stuhl nachgewiesen werden kann. Leider ist auch diese Methode nicht sicher, denn Studien haben ergeben, dass hier 61 % der Darmpolypen übersehen werden.

Die einzige sichere Darmkrebsvorsorge ist eine Darmspiegelung, die Ihnen ab dem 56. Lebensjahr zusteht. Viele Menschen haben jedoch vor dieser Untersuchung Angst weil sie befürchten, dass eine Darmspiegelung schmerzhaft und unangenehm ist. Das ist heute jedoch nicht mehr der Fall, denn die Untersuchung wird in einem Dämmerschlaf durchgeführt. Sie erhalten dazu ein Beruhigungsmittel über einen Venenzugang, das Sie eindämmern lässt.

Unmittelbar nach der Untersuchung sind Sie jedoch wieder hellwach. Darmspiegelungen werden heute meistens ambulant in einer Arztpraxis oder Klinik durchgeführt.

Einen Tag vor der Untersuchung erhalten Sie vom Arzt ein spezielles Abführmittel, das den Darm gründlich von Speise- und Kotresten befreit. Dieser Teil ist der unangenehmste der ganzen Angelegenheit, denn es kann hier zu heftigen durchfallartigen Entleerungen kommen. Bei der eigentlichen Darmspiegelung, die nicht länger als 15 Minuten dauert, schiebt der Arzt ein biegsames Sichtrohr (Koloskop) durch den Dickdarm und betrachtet aufmerksam die Darmwände.

Sollten sich dabei Polypen zeigen, dauert die Untersuchung natürlich länger, denn die Schleimhautwucherungen können gleich entfernt werden. Sie werden sehen: Wenn Sie einmal eine Darmspiegelung erlebt haben, werden Sie keine Angst mehr davor haben. Dafür haben Sie dann die beruhigende Gewissheit, dass mit Ihrem Darm alles in Ordnung ist.

Reicht die Darmspiegelung alle 10 Jahre?

Bei der Krebsfrüherkennungen werden je nach Krebsart verschiedene Zeitabstände für die Untersuchung empfohlen. Wie genau sehen diese bei Darmkrebs aus?

Wenn Sie Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse sind, haben Sie ab dem 50. Lebensjahr Anspruch auf einen jährlichen Schnelltest. Mit dem 56. Geburtstag müssen Sie sich dann entscheiden. Sie können wählen, ob Sie weiterhin alle 2 Jahre einen Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl durchführen lassen wollen. Oder aber Sie können sich für eine Darmspiegelung entscheiden. War diese ohne Befund, dann können Sie die zweite Spiegelung erst nach 10 Jahren beantragen.

Der Abstand scheint im ersten Moment sehr groß, aber es gibt eine kanadische Studie, die zeigt, dass er ausreicht. Die Daten von über 35.000 Personen wurden hier ausgewertet. Das Ergebnis ist eindeutig: War die Darmspiegelung unauffällig, bleibt das Darmkrebs-Risiko 10 Jahre lang kaum erhöht.

Aber welche Methode ist besser? Der Schnelltest oder die Darmspiegelung? Da der Abstand von 10 Jahren zwischen zwei Spiegelungen ausreicht, raten Experten eher zu dieser – sie ist für die Früherkennung einfach viel effektiver und liefert verlässlichere Ergebnisse als der Schnelltest.

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