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Darmspiegelung: Aktive Prävention von Darmkrebs

Darmkrebs ist eine der Krebsarten, die am häufigsten auftritt. Der Krebs bildet sich in den meisten Fällen aus Polypen, die sich dann zu einem Tumor weiterentwickeln. Eine sehr gute Präventionsmaßnahme ist die Darmspiegelung. Doch wie wirksam ist sie wirklich? Das verraten nun neue Zahlen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg.

Darmkrebs© Adobe Stock – Henrie

Eine Darmspiegelung lohnt sich wirklich

Rund 63.000 Menschen in Deutschland werden jedes Jahr neu mit der Diagnose „Darmkrebs“ konfrontiert. Anhand eines mathematischen Modells, das auch Sterberate, Häufigkeit und Zeit der Krebsweiterentwicklung berücksichtigt, fanden die Forscher des DKFZ heraus, dass rund 16.000 neue Erkrankungen im Jahr verhindert werden könnten. Das entspricht einer Verringerung um 25 Prozent.

Berechnet wurden die Erkrankungsfälle bis zum Jahr 2045. Die Wissenschaftler hoffen, dass dieses Ergebnis mehr Menschen dazu animiert, diese Vorsorgeuntersuchung wahrzunehmen. Denn bisher tut dies nur eine Minderheit.


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Vorsorge Darmkrebs: Schmerzlos und sicher

Die erste Vorsorgemöglichkeit ist eine rektale Austastung, die jeder Arzt vonehmen kann. Bei Frauen wird diese Untersuchung auch im Rahmen der Krebsvorsorge beim Frauenarzt durchgeführt. Da Darmtumore jedoch auch in höheren Darmabschnitten entstehen können, ist diese Untersuchung nicht ausreichend. Einmal jährlich bezahlt die Krankenkasse einen Hämoccult-Test, mit dem nicht sichtbares Blut im Stuhl nachgewiesen werden kann. Leider ist auch diese Methode nicht sicher, denn Studien haben ergeben, dass hier 61 Prozent der Darmpolypen übersehen werden.

Die einzige sichere Darmkrebsvorsorge ist eine Darmspiegelung, die Ihnen ab dem 55. Lebensjahr zusteht. Alle zehn Jahre sollte so eine Untersuchung erfolgen. Dann ist das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, relativ gering, weil Darmkrebsvorstufen bei der Spiegelung erkannt und gleich mit entfernt werden. Allerdings vermeiden viele Menschen diese Untersuchung, weil sie Angst vor Komplikationen bei der Untersuchung haben. Sie fürchten sich zum Beispiel vor Blutungen oder einer Durchstoßung der Darmwand.

Durchführung

Sie erhalten vor der Darmspiegelung ein Beruhigungsmittel über einen Venenzugang, das Sie eindämmern lässt. Unmittelbar nach der Untersuchung sind Sie jedoch wieder hellwach. Darmspiegelungen werden heute meistens ambulant in einer Arztpraxis oder Klinik durchgeführt.

Einen Tag vor der Untersuchung erhalten Sie vom Arzt ein spezielles Abführmittel, das den Darm gründlich von Speise- und Kotresten befreit. Dieser Teil ist der unangenehmste der ganzen Angelegenheit, denn es kann hier zu heftigen durchfallartigen Entleerungen kommen. Bei der eigentlichen Darmspiegelung, die nicht länger als 15 Minuten dauert, schiebt der Arzt ein biegsames Sichtrohr (Koloskop) durch den Dickdarm und betrachtet aufmerksam die Darmwände.


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Ist die Angst vor Komplikationen berechtigt?

Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Krebsregisters Saarland haben sich nun mit der Frage befasst, ob es für diese Angst einen realen Hintergrund gibt. Sie wollten herausfinden, wie häufig es vor und nach einer normalen Darmspiegelung zu Komplikationen kommt. Mehr als 5.200 Patienten und deren behandelnde Ärzte wurden zum Thema „Zwischenfälle vor und nach der Darmspiegelung“ befragt. Dabei wurden die Befragungen zweimal durchgeführt: einmal direkt nach der Spiegelung und einmal vier Wochen später. Das Ergebnis: Gerade einmal 20 Patienten, das entspricht 0,38 Prozent, berichteten von Komplikationen. Bei den meisten waren Blutungen aufgetreten.

Dagegen kam es nur in zwei Fällen zu der gefürchteten Darmperforation. Bei dieser handelt es sich um einen Durchbruch der Darmwand. Dieser hat gravierende Folgen: Der Darminhalt sowie die Darmbakterien entleeren sich in die Bauchhöhle und es kommt zu starken Entzündungen. Wird dies nicht behandelt, können lebensgefährliche Blutvergiftungen auftreten. Allerdings konnten die beiden Studienteilnehmer, bei denen die Darmwand durchgebrochen war, erfolgreich behandelt werden. Zudem stellten die Forscher fest: diese beiden Darmperforationen traten in Fällen auf, bei denen fortgeschrittene Krebsvorstufen bzw. bösartige Tumore entfernt werden mussten. Dementsprechend waren sie gar keine Folge der Untersuchung, sondern der Gewebeentnahme. Man könnte auch sagen: Diejenigen, die regelmäßig zur Darmspiegelung gehen und so verhindern, dass sich aus Polypen bösartige Vorstufen oder Tumore bilden, sind auch vor Darmperforationen während der Untersuchung gut geschützt.

Wann eine Spiegelung nötig ist

Grundsätzlich ist die Darmspiegelung die wichtigste Krebsvorsorge-Untersuchung. Denn während dieser Vorsorge ist es möglich, die Vorstufen des Krebses zu erkennen und zu entfernen, genau so wie Tumore im Frühstadium. Untersuchungen haben gezeigt, dass die vorsorglichen Darmspiegelungen rund 16.000 Neuerkrankungen im Jahr verhindern. Das sind immerhin ein Viertel aller Darmkrebsdiagnosen.

Sie haben einen Anspruch auf die Untersuchung, sobald Sie das 55. Lebensjahr erreicht haben. Wenn diese Darmspiegelung unauffällig ist, folgt die nächste Untersuchung zehn Jahre später. Werden allerdings Auffälligkeiten gefunden, zum Beispiel Polypen, dann folgt die nächste Darmspiegelung eher als erst in zehn Jahren. Eine Darmspiegelung vor dem 55. Lebensjahr ist darüber hinaus immer dann angebracht, wenn nahe Angehörige an Darmkrebs erkrankt sind.

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