Darmkrebs: Schnelltests nicht empfehlenswert
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In den letzten Jahren sind Darmkrebs-Schnelltests groß in Mode gekommen. Sie ersprechen eine schnelle und einfache Diagnose: Wenn Sie zum Beispiel eines Tages etwas Blut im Stuhl entdecken, können Sie rasch einen solchen Test machen und haben spätestens einige Tage danach Klarheit, ob Sie an Darmkrebs leiden.
So weit zumindest die Werbeversprechen. Aber stimmt das wirklich? Was ist dran an diesen Tests, die Sie rezeptfrei in der Apotheke kaufen können?
Dabei nehmen Sie an drei aufeinander folgenden Tagen Stuhlproben, die dann an ein Labor geschickt werden. Dort werden Ihre Proben dann auf nicht sichtbares Blut hin untersucht. Schwierig ist schon die Durchführung: Ich kenne viele Menschen, die nicht jeden Tag Stuhlgang haben – bedingt zum Beispiel durch eine zu geringe Ballaststoffaufnahme.
Hämorrhoiden oder auch Menstruations- bzw. Zwischenblutungen können das Testergebnis genauso verfälschen wie Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen. Hinzu kommt, dass nicht alle Polypen, die Vorstufe des Darmkrebs, überhaupt bluten. Die Gefahr, dass dieser Selbsttest zu einem falschen Ergebnis führt, ist daher groß.
Test auf Tumor M2-PK
Im Gegensatz zu den „alten“ Tests können im Labor so auch Tumore erkannt werden, die nicht bluten. Hierbei handelt es sich um eine sehr exakte Methode. Dabei brauchen Sie außerdem nur eine Stuhlprobe einzuschicken; diese reicht schon für die Untersuchung, da der Enzymgehalt im Stuhl nicht schwankt. Aber auch hier sind die Ergebnisse in vielen Fällen ungenau.
Meine Empfehlungen: Finger weg von Darmkrebs-Schnelltests. Generell empfehle ich Ihnen die Vorsorgeuntersuchung beim Arzt. Bei ihm können Sie übrigens auch den Hämokkult-Test durchführen lassen.
Relativ neu ist diese Gattung der Darmkrebs-Tests. Wissenschaftler der Universität Gießen haben herausgefunden, dass Tumorzellen das Enzym Tumor M2-Pyruvatkinase (M2-PK) vermehrt produzieren. Dieses Enzym ist auch über den Stuhl nachweisbar.
Auch hier bleibt zwar die Gefahr, dass nicht blutende Polypen nicht entdeckt werden. Durch das Gespräch mit dem Arzt und die genaue Untersuchung scheidet aber schon aus, dass andere Blutquellen wie Menstruation oder Hämorrhoiden das Ergebnis verfälschen. Zudem wird der Arzt noch andere Untersuchungen durchführen, die ein falsches Ergebnis ausschließen.