Darmkrebs: Prävention
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Auch bei Darmkrebs gilt: Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!
Darmkrebs entsteht nicht über Nacht. Er entwickelt sich immer aus Polypen, die schon jahrelang vorher vorhanden waren. Irgendwann entarten dann die Polypen und der Krebs entsteht. Nur anhand einer Darmspiegelung kann man diese Polypen sicher erkennen und in gleicher Sitzung abtragen.
Leider wird diese Möglichkeit, den häufigsten Krebs rechtzeitig zu bekämpfen, viel zu selten wahrgenommen. Gründe sind oft Unkenntnis, falsche Scham oder die Angst, einen Krebs zu entdecken. Aber sogar dann besteht eine Heilungschance von über 90 Prozent, wenn der Krebs noch auf die Polypen beschränkt ist.
Leider nutzen nur 2 % aller Menschen über 50 Jahre die Möglichkeit der Früherkennung von Darmkrebs. Dabei war Darmkrebs, wie Statistiken eindeutig belegen, letztes Jahr die häufigste Krebserkrankung in der EU. Das Lebenszeitrisiko, an Darmkrebs zu erkranken, liegt bei etwa 5 %. Anders herumausgedrückt: Jeder Zwanzigste bekommt im Laufe seines Lebens Darmkrebs. Zu berücksichtigen ist auch das genetische Risiko: Wenn ein Verwandter ersten Grades an Darmkrebs erkrankt, verdoppelt sich das Risiko auf 10 %.
Bei richtig durchgeführter Prävention wären nahezu alle Fälle zu vermeiden. Allen meinen Patienten über 50 Jahre empfehle ich eine Darmspiegelung. Das Vorgehen ist unkompliziert und dank Kurznarkose vollkommen schmerzfrei. Am Vortag der Untersuchung dürfen Sie allerdings nichts essen und Sie müssen am Tag der Untersuchung die „Lavage“ trinken. Das ist eine spezielle Flüssigkeit, die abführend wirkt und den Darm reinigt. Dann wird der gesamte Dickdarm inspiziert. Polypen werden, falls vorhanden, abgetragen. Danach haben Sie wieder für 10 Jahre Ruhe und eine Sorge weniger. Die Kosten werden von allen Krankenkassen übernommen.