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Alle Informationen über Darmkrebs

Darmkrebs stellt eine Krebsart dar, die überwiegend genetisch bedingt ist. Schäden in der Erbsubstanz führen dazu, dass sich die Zellen unkontrolliert vermehren und wuchern. Je älter Sie werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass dies in den Zellen Ihrer Darmschleimhaut passiert.

Darüber hinaus weisen Menschen, bei denen es schon einmal Dickdarm- oder Mastdarmkrebs in der Familie gab, ein um mindestens 30 Prozent erhöhtes Risiko auf.

Entwicklung von Darmkrebs

In 90 Prozent der Fälle entsteht ein Darmtumor nicht von heute auf morgen. Vielmehr bildet sich zunächst ein Polyp, eine gutartige Wucherung. Im Laufe von etwa zehn Jahren kann er sich verändern und zu einem bösartigen Tumor entwickeln.

Mögliche Auslöser dafür:

  • Krankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Auch andere Krebserkrankungen zum Beispiel der Eierstöcke oder der Gebärmutter erhöhen das Darmkrebsrisiko.
  • Falsche Ernährung. Viel Fleisch und Wurst erhöhen das Risiko genauso wie viel Gegrilltes. Beim Grillen entstehen durch das Verbrennen von Fett Krebs erregende Stoffe, die im Darm wirken.
  • Schadstoffe, die sich im Laufe des Lebens in Ihrem Darm ansammeln. Darüber hinaus lässt mit dem Alter die Reparaturfähigkeit der Zellen nach. Es kommt zu Mutationen, die zu Krebswucherungen führen.
  • Zellmutationen auf den menschlichen Chromosomen. Forscher entdeckten, dass bei der Polypenbildung Mutationen auf den Chromosomen vorliegen. Dadurch verlor der Körper Sicherungsmechanismen, die in der Regeldie Zellteilung kontrollieren.

Darmkrebs-Früherkennung

Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 26.000 Menschen an Tumoren des Dickdarms. Er belegt damit den zweiten Platz der tödlichen Krebsarten. Dabei gilt die Krankheit in vielen Fällen als vermeidbar. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen lässt sich der Krebs häufig im Frühstadium erkennen und behandeln. Darüber hinaus gilt Übergewicht als ein wichtiger vermeidbarer Risikofaktor.

Laut einer aktuellen Studienanalyse erhöht starkes Übergewicht das Darmkrebs-Risiko um ein Drittel. Anlässlich des Darmkrebsmonats März wies die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) auf den Risikofaktor Übergewichthin und gab Tipps zur Vorsorge.

„Übergewicht stellt einen der konstantesten Risikofaktoren für Darmkrebs dar. In fast allen Studien zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang mit dem Erkrankungsrisiko.“ Das erläutert Professor Dr. med. Wolff Schmiegel, Leiter der Medizinischen Universitätsklinik am Knappschaftskrankenhaus an der Ruhr-Universität Bochum. Er engagiert sich darüber hinaus als Sprecher der Steuergruppe Kolonkarzinom der DGVS.

Übergewicht und Darmkrebs

Schmiegel verweist auf eine aktuelle Übersichtsarbeit, die kürzlich im Wissenschaftsmagazin „PLOS One“ erschien. Wissenschaftler aus Shanghai werteten aus 54 Studien mit neun Millionen Teilnehmern den Einfluss des Körpergewichts auf das Darmkrebsrisiko aus. Danach besitzen Übergewichtige im Vergleich zu Personen mit Normalgewicht ein um ein Drittel erhöhtes Darmkrebsrisiko. Konzentriert sich das überschüssige Fett zum größten Teil in der Bauchregion, liegt das Erkrankungsrisiko um die Hälfte über dem schlanker Probanden.

Auf welchen Stoffwechselwegen Übergewicht und Darmkrebs miteinander in Verbindung stehen, bleibt bislang ungeklärt. Vermutlich spielen Störungen des Insulin-Haushalts eine Rolle. Des Weiteren stehen Sexual- und Fettgewebshormone sowie Entzündungsvorgänge im Verdacht.

„Wenn wir verstehen, wie das Körpergewicht das Darmkrebsrisiko beeinflusst, gibt uns das unter Umständen wichtige Hinweise darauf, wie man die Erkrankung verhindern oder behandeln kann“, sagt Schmiegel.

Faktoren, die Ihr Risiko steigern

Eine Reihe von Faktoren scheint das Risiko für Dickdarmpolypen zu erhöhen. Dazu gehören:

  • Eine familiäre Vorgeschichte von Dick- und Enddarmkrebs oder Polypen
  • Eine persönliche Krankenvorgeschichte bezüglich Polypen oder entzündlicher Darmerkrankungen
  • Rauchen, auch wenn dies zu einem früheren Zeitpunkt der Fall war
  • Zwei oder mehr alkoholische Getränke pro Tag
  • Eine Ernährung mit einem hohen Anteil an tierischem Fett
  • Übergewicht oder Fettleibigkeit

Wichtig: Vorsorge!

Das Übergewicht selbst gelte als wichtiger Ansatzpunkt bei der Vorbeugung von Darmkrebs, meinen die Experten der DGVS. „Denn Übergewicht zählt im Gegensatz zu einer familiären Veranlagung zu den beeinflussbaren Risikofaktoren.“

Dies erklärt DGVS-Pressesprecher Professor Dr. med. Peter R. Galle, Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik an der Universität Mainz. Da sehr viele Menschen an Übergewicht leiden, würde durch diese Art der Prävention ein großer Personenkreis erreicht. Jeder entscheidet also zumindest bedingt selbst, etwas für sich zu tun, so Galle. Dies helfe darüber hinaus, anderen Gesundheitsrisiken wie etwa für Diabetes Typ 2 oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen.

„Die wichtigste Vorsorge gegen Darmkrebs sind jedoch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen“, betont Professor Galle bezugnehmend auf den Darmkrebsmonat März.

Auf diese Weise lasse sich der Darmkrebs oft in einem frühen Stadium erkennen, behandeln und heilen. Für Menschen zwischen 50 und 55 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Kosten für einen jährlichen Stuhltest. Menschen ab 55 Jahren können darüber hinaus eine Darmspiegelung machen lassen und diese nach zehn Jahren wiederholen.

Nachweis von DNS-Veränderung im Stuhl

In Erprobung sind derzeit Untersuchungsmethoden als Screeningtests zur Früherkennung von Dick- und Enddarmkrebs, die sich von der herkömmlichen Koloskopie unterscheiden. Das zählt zum Beispiel eine Koloskopie, die mittels eines Computertomogramms Bilder liefert (virtuelle Endoskopie) oder Tests zum Nachweis einer abnormalen DNS im Stuhl.

Beide Methoden evaluieren Forscher in ausgewählten medizinischen Zentren in den USA und Deutschland (zum Beispiel an der Universität Berlin) im Vergleich zu den herkömmlichen Untersuchungsmethoden. Diese Tests machen das Dick- und Enddarmkrebsscreening für den Patienten wahrscheinlich sicherer, angenehmer und weniger invasiv.

Allerdings können die Ärzte keine Polypen entfernen oder Gewebeproben entnehmen, wie dies bei einer Koloskopie der Fall ist.

Erfolgreiche Früherkennung

Seit 2002 existiert in Deutschland das Screeningprogramm zur Früherkennung von Darmkrebs. Trotz viel zu niedriger Teilnahmeraten hätte man nach ersten Berechnungen in den Jahren 2002 bis 2009 100.000 Darmkrebs-Fälle verhindern und über 300.000 Darmkrebs-Vorstufen entfernen können. Dies schreiben Experten im Mediziner-Fachblatt „Der Radiologe“.

Angesichts dieser Effektivität erscheint es zwingend, die Teilnehmerraten zu erhöhen. Ein Weg zu diesem Ziel ist bekanntlich, über die Erkrankung aufzuklären, zu informieren und für das Screening zu werben. Als häufige Gründe für die Nicht-Teilnahme an der Früherkennungs-Koloskopie führt man vorrangig zwei Argumente an, die eine Wissenslücke in der anspruchsberechtigten Zielgruppe offenbaren.

58 Prozent geben an, keine Darmprobleme zu haben, fast ein Drittel hält die Vorsorge-Darmspiegelung für nicht notwendig.

Darmkrebs Schnelltests

In den letzten Jahren kamen Darmkrebs-Schnelltests groß in Mode. Sie versprechen eine schnelle und einfache Diagnose: Wenn Sie zum Beispiel eines Tages Blut im Stuhl entdecken, machen Sie rasch einen solchen Test und spätestens einige Tage danach haben Sie Klarheit, ob Sie an Darmkrebs leiden. So weit zumindest die Werbeversprechen. Aber stimmt das wirklich? Was ist dran an diesen Tests, die Sie rezeptfrei in der Apotheke kaufen?

Selbsttest kann zu Problemen führen

Dabei nehmen Sie an drei aufeinander folgenden Tagen Stuhlproben und schicken diese an ein Labor. Dort untersucht man Ihre Proben auf nicht sichtbares Blut hin. Doch die Durchführung gestaltet sich schwierig: Viele Menschen haben nicht jeden Tag Stuhlgang, bedingt zum Beispiel durch eine geringe Ballaststoffaufnahme.

Hämorrhoiden oder Menstruations- bzw. Zwischenblutungen verfälschen das Testergebnis genauso wie regelmäßig eingenommene Medikamente. Hinzu kommt, dass nicht alle Polypen als Vorstufe des Darmkrebs überhaupt bluten. Die Gefahr eines falschen Ergebnisses ist aus diesem Grund groß.

Neuer Test auf Tumor M2-PK

Generell empfehlen sich die Vorsorgeuntersuchung beim Arzt. Er führt übrigens den Hämokkult-Test durch. Relativ neu ist diese Gattung der Darmkrebs-Tests. Wissenschaftler der Universität Gießen fanden heraus, dass Tumorzellen das Enzym Tumor M2-Pyruvatkinase (M2-PK) vermehrt produzieren. Dieses Enzym ist über den Stuhl nachweisbar.

Auch hier bleibt die Gefahr, nicht blutende Polypen nicht zu entdecken. Durch das Gespräch mit dem Arzt und die genaue Untersuchung scheidet aber aus, dass andere Blutquellen wie Menstruation oder Hämorrhoiden das Ergebnis verfälschen. Darüber hinaus führt der Arzt andere Untersuchungen durch, die ein falsches Ergebnis ausschließen.

Langwierige Folgen

Zu denen, die sich seit geraumer Zeit für die Vorsorge-Untersuchung stark machen, zählt die Felix-Burda-Stiftung. Zu deren Projekten zählt unter anderen der 2002 gemeinsam mit der Stiftung Lebensblicke initiierte, bundesweite Darmkrebsmonat März. In diesem Jahr fanden viele Aktionen statt, bei denen man zur Teilnahme an den Vorsorge-Untersuchungen aufrief.

Die Deutsche Krebshilfe engagiert sich hier seit vielen Jahren. Als Hauptargument für die Vorsorge-Untersuchung gilt neben ökonomischen Erwägungen das individuelle Schicksal der Betroffenen. Darmkrebs-Patienten verspüren zehn Jahre nach der Diagnose gesundheitliche Folgen, so das Resultat einer Langzeitstudie von Wissenschaftlern des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Privatdozent Volker Arndt und Professor Hermann Brenner vom DKFZ begleiteten 117 Darmkrebs-Patienten über zehn Jahre. In regelmäßigen Abständen befragten sie die Teilnehmer nach ihrem Gesundheitszustand und verglichen zur Kontrolle die Daten mit denen gleichaltriger Personen aus der Bevölkerung. Dabei stellte sich heraus, dass Tumor und Behandlung Spuren hinterlassen. Alle Betroffenen berichteten von langfristigen Handicaps, vor allem Verdauungsproblemen wie Durchfall und Verstopfung.

Die Entwicklung der Lebensqualität in kognitiven, sozialen und emotionalen Bereichen fiel dagegen abhängig vom Alter bei der Diagnose aus.

Geringere Lebensqualität

In der jüngsten Patientengruppe, deren Tumor man vor dem 60. Lebensjahr entdeckte, schmälerte sich die Lebensqualität durch seelische und gesellschaftliche Probleme. Vor allemEinschränkungen bei Arbeit, Hobbys und alltäglichen Beschäftigungen spielen hier eine Rolle. Dazu kamen Konzentrationsprobleme, Müdigkeit und Schlafstörungen.

Zwar verbesserten sich diese Symptome in den ersten Jahren nach der Diagnose, aber sie traten nach zehn Jahren noch auf. Die ältesten Patienten, deren Krebs Ärzte jenseits der 70 diagnostizierten, zeigten in den ersten Jahren nach der Diagnose einen vergleichbaren oder besseren Gesundheitszustand als gleichaltrige Personen ohne Darmkrebserkrankung. Nach fünf bis zehn Jahren berichteten sie über ähnliche gesundheitliche Einschnitte wie jüngere Patienten, darunter in vielen Fällen Atemnot.

Sicherheit von Darmspiegelungen

Anders als manche Kritiker befürchten stellt die Darmspiegelung eine sichere Untersuchungsmethode dar. Dies bestätigt unter anderen eine Studie von Wissenschaftlern des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). „Bei einer Untersuchung, die Ärzte großen Teilen der Bevölkerung anbieten, spielt die Sicherheitsfrage eine zentrale Rolle.

Entsprechend wichtig scheint es, dass Ärzte und Public Health-Experten über die Risiken einer Komplikation Bescheid wissen“, sagt Professor Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum. „So bewerten sie mit ihren Patienten fundiert die Chancen und Risiken einer Darmspiegelung.“ Brenner und seine Mitarbeiter analysierten aus diesem Grund, wie häufig es in Deutschland zu schwerwiegenden Nebenwirkungen bei der Koloskopie kommt.

Häufigkeit der Komplikationen

In der Studie kam es nach fünf von 10.000 Untersuchungen zu einer Darmblutung, die eine Krankenhauseinweisung erforderte. Verletzungen der Darmwand traten ebenfalls sehr selten und mit einer Häufigkeit von weniger als einmal pro tausend Untersuchungen auf. Todesfälle und nicht-lokale Komplikationen wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte kamen in der Koloskopie-Gruppe nicht häufiger vor als bei den Probanden der Kontroll-Gruppe.

„Zu den seltenen ernsthaften lokalen Komplikationen kommt es zumeist nur dann, wenn man bei der Untersuchung einen großen Polyp entdeckt und abträgt“, berichtet Brenner. „In solchen Fällen profitieren die Patienten besonders von der Darmspiegelung, die ihnen unter Umständen das Leben gerettet hat.“

Mehr Vorsorge, weniger Kranke

Christian Stock, der Erstautor der Studie, wertete mit seinen Kollegen aus Brenners Team die Daten von 33.000 AOK-Versicherten aus, die sich zwischen 2001 und 2008 einer ambulanten Darmspiegelung unterzogen hatten. Dies geschah entweder im Rahmen des gesetzlichen Früherkennungs-Programms oder aufgrund medizinischer Indikationen. Als Kontrolle diente eine ebenso große Gruppe von Versicherten, die die Früherkennung nicht wahrgenommen hatten.

Die Forscher analysierten die Häufigkeit von ernsthaften Ereignissen wie Darmwandverletzungen, Darmblutungen, die eine Krankenhauseinweisung erforderten, Herzinfarkt und Schlaganfall sowie die Sterblichkeit. Sie betrachteten einen Zeitraum von 30 Tagen nach der Darmspiegelung, um eventuelle Spätfolgen zu erfassen.

In Deutschland erkranken jährlich etwa 65.000 Menschen an Darmkrebs, 2010 starben 26.000 Menschen an der Erkrankung. Darmkrebs gilt bei beiden Geschlechtern als zweithäufigste Krebsart und zweithäufigste Krebstodesursache. Brenners Fazit lautet: „Würden mehr Menschen die Darmkrebsvorsorge wahrnehmen, ließen sich in Deutschland jedes Jahr die Hälfte dieser Neuerkrankungen und Sterbefälle vermeiden.“

Symptome bei Darmkrebs

Diese Symptome weisen möglicherweise auf Darmkrebs hin:

  • Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall
  • unerklärliche Blähungen, Völlegefühl und Krämpfe
  • Schmerzen vor und beim Stuhlgang
  • wiederkehrender plötzlicher Stuhldrang mit geringem Ergebnis
  • „falscher Freund“ (Wind mit Stuhlabgang)
  • sichtbares Blut im Stuhl
  • schwarzer Stuhl (Teerstuhl)
  • Veränderungen der Stuhlform (Bleistift- oder Zigarrenform)
  • unerklärlicher Gewichtsverlust
  • ungewöhnliche Müdigkeit, Kräfteverlust, Schwäche und leichtes Fieber

Darmkrebs-Prävention

Darmkrebs entsteht nicht über Nacht. Er entwickelt sich immer aus Polypen, die jahrelang vorher vorhanden waren. Irgendwann entarten die Polypen und der Krebs entsteht. Nur anhand einer Darmspiegelung erkennt man diese Polypen sicher und trägt sie in gleicher Sitzung ab.

Leider nimmt man diese Möglichkeit, den häufigsten Krebs rechtzeitig zu bekämpfen, viel zu selten wahr. Gründe sind oft Unkenntnis, falsche Scham oder die Angst, einen Krebs zu entdecken. Aber sogar dann besteht eine Heilungschance von über 90 Prozent, wenn der Krebs auf die Polypen beschränkt ist.

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!

Leider nutzen nur 2 Prozent aller Menschen über 50 Jahre die Möglichkeit der Früherkennung von Darmkrebs. Dabei war Darmkrebs, wie Statistiken eindeutig belegen, letztes Jahr die häufigste Krebserkrankung in der EU. Das Lebenszeitrisiko für Darmkrebs liegt bei etwa 5 Prozent. Anders herum ausgedrückt: Jeder Zwanzigste bekommt im Laufe seines Lebens Darmkrebs. Zu berücksichtigen ist das genetische Risiko: Wenn ein Verwandter ersten Grades an Darmkrebs erkrankt, verdoppelt sich das Risiko auf 10 Prozent.

Bei richtig durchgeführter Prävention wären nahezu alle Fälle zu vermeiden. Für alle Patienten über 50 Jahre empfiehlt sich eine Darmspiegelung.

Das Vorgehen verläuft unkompliziert und dank Kurznarkose vollkommen schmerzfrei. Am Vortag der Untersuchung dürfen Sie nichts essen und Sie müssen am Tag der Untersuchung die „Lavage“ trinken. Dabei handelt es sich um eine spezielle Flüssigkeit, die abführend wirkt und den Darm reinigt. Dann inspiziert der Arzt den gesamten Dickdarm. Er trägt vorhandene Polypen ab.

Danach haben Sie wieder für zehn Jahre Ruhe und eine Sorge weniger. Die Kosten übernehmen alle Krankenkassen.

Zusätze oder Medikamente gegen Dickdarmkrebs?

Einige Forschungsergebnisse zeigen, dass die regelmäßige Einnahme von Multi-Vitaminen mit Folsäure das Risiko für Dickdarmkrebs verringert. Andere Befunde lassen vermuten, dass Vitamin E oder eine Ernährung mit Milchprodukten vorteilhaft sind. Weitergehende Untersuchungen deuten darauf hin, dass ASS (z. B. Aspirin®) oder nicht steroidale Anti-Rheumatika (NSARs) wie Cyclooxigenase2(COX)-Hemmer das Erkrankungsrisiko herabsetzen. Eine andere Studie bestätigte jedoch den Nutzen von Aspirin nicht.

Obwohl es Hinweise für die Schutzwirkung dieser Substanzen bei Hochrisiko-Gruppen gibt, weiß niemand, ob dieser Schutz bei Menschen mit normalem Risiko existiert. Daher rät man bislang von der Einnahme dieser Substanzen zur Darmkrebsprophylaxe ab.

Insulin erhöht das Darmkrebsrisiko

Eine langjährige Insulintherapie eines Diabetes Typ II ist mit einem stark erhöhten Darmkrebsrisiko verbunden.

Das berichtete die US-Fachzeitschrift Gastroenterology in ihrer Oktoberausgabe 2004 unter Verweis auf eine große Studie der Universität Philadelphia (Pennsylvania). Das Forscherteam unter der Leitung von Dr. Yu-Xiao Yang und Dr. Janak N. Shah wertete die Daten von fast 25.000 Typ-2-Diabetikern aus. Das erschreckende Ergebnis: Wer mehr als drei Jahre lang Insulin spritzte, erkrankte dreimal häufiger an Dickdarmkrebs als Diabetiker ohne Insulin.

Allerdings bedeutet dieses Ergebnis nicht, dass die Insulintherapie selbst krebserzeugend ist, betonten die Wissenschaftler. Denkbar ist ebenso, dass ungesunde Ernährungsgewohnheiten, die zur Entwicklung der Zuckerkrankheit geführt haben, auch den Darm schädigen und das Krebsrisiko erhöhen. Insulin stimuliert bestimmte Rezeptoren auf den Darmzellen, die das Wachstum von Krebszellen unterstützen.

Da Diabetiker im Anfangsstadium deutlich erhöhte Insulinspiegel aufweisen (das Hormon wirkt in dieser Phase der Krankheit in höheren Konzentrationen), wächst die Krebsgefahr. Das gilt auch, wenn Sie in der späten Krankheitsphase auf Insulinspritzen angewiesen sind.

So gehen Sie vor

Führen Sie aus dem Grund beim Start der Insulintherapie eine Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung (Koloskopie, Darmspiegelung) durch. Gehen Sie als insulinpflichtiger Diabetiker wegen des höheren Risikos nach fünf Jahren erneut zur Vorsorge. Bei Gesunden genügt es, diese Untersuchung alle zehn Jahre vorzunehmen. Setzen Sie als Typ-II-Diabetiker nicht Ihr Insulin ab, denn das kann zu schweren Komplikationen führen.

Beraten Sie mit Ihrem Arzt, wie Sie sich darmgesund ernähren und ein eventuelles Übergewicht reduzieren. Dadurch sinkt Ihr Insulinbedarf automatisch. Nehmen Sie die kostenlosen Früherkennungsuntersuchungen auf Darmkrebs bei Ihrem Arzt wahr.

Topinambur schützt vor Darmkrebs

Mit dem berühmten „Kartoffelerlass“ Friedrichs des Großen am 24. März 1756 befahl der Preußenkönig seinen Untertanen den Kartoffelanbau. Bis dahin diente die Topinambur fast 140 Jahre als Grundnahrungsmittel. Vor einigen Jahren entdeckte man diese Sprossknolle wegen ihres außergewöhnlich hohen Gehalts an dem löslichen Ballaststoff Inulin als Kartoffelersatz wieder.

Die kalorienarme Indianerknolle

Die Heimat der Topinambur (Helianthus tuberosus; Erd- bzw. Jerusalemartischocke, Indianerknolle, Ross-, Diabetiker- oder Zuckerkartoffel) befindet sich in Süd- und Mittelamerika. Das auch als Zierpflanze verwendete Gewächs gehört zu den ausdauernden Sonnenblumen. Den Namen Topinambur erhielt sie von einem brasilianischen Indianerstamm, den Topinambá.

An ihren bis zu 3 Meter hohen Stängeln sitzen längliche, gestielte Blätter mit rauer Oberfläche. Die dottergelben bis rotbraunen Blüten, die von September bis in den November hinein erscheinen, erreichen einen Durchmesser von 4 bis 8 cm und wirken im Vergleich zur Höhe der Stängel sehr klein. Die Vermehrung erfolgt über die unterirdisch ausgebildeten Wurzelknollen: Ihre Schale variiert von hellbraun bis violett, das Fruchtfleisch ist weiß, gelb, bräunlich, rot oder violett – wie bei den „bunten“ Kartoffelsorten, die sich derzeit zunehmender Beliebtheit erfreuen.

Woraus besteht die frische Knolle der Topinambur?

  • Wasser: 79 %
  • Eiweiß: bis 2,4 %
  • Fett: 0,4 %
  • Kohlenhydrate: bis 4 % (Kartoffeln: 14 %)
  • Mineralstoffe: 1,7 % (v. a. Kalium und Eisen)
  • Ballaststoffe (Inulin): 11 bis 14 %

Mit129 kcal pro 100 g verzehrfertige Menge gehört die Topinambur zu den kalorienarmen Nahrungsmitteln.

Inulin reinigt den Darm auf sanfte Weise

Während die Kartoffel hauptsächlich Stärke einlagert, die aus vielen Traubenzuckereinheiten aufgebaut ist, bildet die Topinambur ihre Energiereserve in Form von Inulin. Dieses Polyfructan-Molekül baut sich aus 30 Fruchtzuckerbausteinen auf. Der Darm des Menschen kann es nicht spalten.

Inulin wirkt als vielseitiger Ballaststoff. So verbindet sich Inulin im Darm mit Wasser und Gallensäuren zu einem geschmeidigen Gel, das den Darm besser als der normale Speisebrei ausfüllt. Das führt zu einem lang anhaltenden Sättigungsgefühl, das die Topinambur als natürlichen Appetitzügler bei Übergewicht empfiehlt.

Gleichzeitig bindet Inulin krebserzeugende Verdauungstoxine sowie andere schädliche Nahrungsbestandteile. Zudem regt es die Darmperistaltik und damit die Darmausscheidung an. Der Ballaststoff wirkt als sanfter Verdauungs- und Entgiftungshelfer. Neue Forschungen deuten darauf hin, dass Inulin überschüssige Bausteine für („schlechtes“) LDL-Cholesterin aus der Gallenflüssigkeit im Darm anzieht und den Cholesterinspiegel senkt.

Natürliche Hilfe für eine gestörte Darmflora

Nachdem Inulin den Magen und Dünndarm unversehrt passierte, bauen die Dickdarmbakterien seine Verbindungen teilweise zu Fettsäuren um. Dadurch sinkt der ph-Wert im Darm in Bereiche ab, in denen sich die wertvollen und heilsamen Milchsäure- und Bifidusbakterien wohl fühlen. Unerwünschte Darmbewohner wie Pilze und Fäulnisbakterien, die sich durch Blähungen und häufige Durchfälle unangenehm bemerkbar machen, gedeihen unter diesen Bedingungen schlecht.

Bereits 1987 fand Dr. Tomotari Mitsuoka vom Institut für Biomedizinische Lebensmittelforschung an der Universität Tokio/Japan etwas Wichtiges heraus: Der Verzehr von 8 g Inulin täglich steigert die Zahl der heilsamen Bifidusbakterien auf das 10-fache. Dies berichtete die deutsche Fachzeitschrift Die Nahrung damals. Die gesunden Darmbewohner unterstützen nicht nur die Verdauung, sondern stärken darüber hinaus das Immunsystem des Darms und beugen Darmkrebserkrankungen vor.

Diese krebsschützende Wirkung des Inulins belegen zahlreiche Untersuchungen. Darunter fällt auch die Studie von Dr. Angelo Pietro Femia und Dr. Cristina Luceri am Pharmakologischen Institut der Universität Florenz/Italien im Jahr 2002.

Die Knolle reguliert den Blutzuckerspiegel

Darüber hinaus gilt Topinambur als interessantes Lebensmittel für Diabetiker: Für die Verarbeitung des Fruchtzuckers der Knolle benötigt der Körper kein Insulin aus der Bauchspeicheldrüse. Daher belasten die geringen Mengen an nutzbaren Kohlenhydraten der Topinambur den Blutzuckerspiegel kaum.

Mit ihrem hohen Gehalt an dem löslichen Ballaststoff Inulin stellt die Topinambur den perfekten Ersatz für die stärkereiche Kartoffel dar. Das gilt nicht nur für Diabetiker, sondern für alle, die auf ihr Gewicht achten müssen.

Gesünder als Kartoffeln

Des Weiteren sorgt das Gel aus den löslichen Ballaststoffen im Darm dafür, dass der Körper die wenigen verwertbaren Kohlenhydrate langsam resorbiert. Das verhindert starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels, wie sie etwa nach dem Verzehr von Kartoffeln auftreten. Die Topinambur weist einen günstigeren „Glyx-Index“ auf als der klassische Erdapfel.

Damit schonen Sie die Bauchspeicheldrüse, die weniger von dem Hormon Insulin für den Zuckertransport in die Zellen produziert.

Starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels führen zu Heißhungerattacken. Dem beugt der Ballaststoff Inulin aus der Topinambur durch seine ausgleichende Wirkung auf den Blutzuckerspiegel vor. Zudem hilft Inulin, freie Neutralfette (Triglyceride) zu reduzieren.

Diese reichert der Körper infolge der Insulinausschüttung im Blut an. Es schützt so die Blutgefäße vor Arteriosklerose. Nebenwirkungen treten bei der Anwendung von Topinambur(extrakten) selten auf: So kann der Ballaststoff Inulin zu Beginn der Einnahme oder bei übermäßigem Verzehr zu Blähungen oder Durchfall führen. In seltenen Einzelfällen kam es zu allergischen Reaktionen. Insgesamt gilt die Topinambur als gut verträglich. Sie eignet sich daher für Schwangere und Kinder.

Schwefelwasserstoff: Energielieferant für Darmkrebszellen

Sicherlich kennen Sie den Geruch von Schwefelwasserstoff. Er erinnert sehr stark an faule Eier und ist uns Menschen daher sehr unangenehm. Anders aber sieht es mit Darmkrebszellen aus: Hier ist der Stoff augenscheinlich stark am Stoffwechsel beteiligt – so haben es zumindest Forscher aus Texas herausgefunden.

Die Wissenschaftler haben sich mit dem veränderten Stoffwechsel der Tumorzellen beschäftigt. Sie untersuchten, welche Enzyme an Wachstum und Teilung beteiligt waren und fanden heraus, dass Schwefelwasserstoff quasi als Treibstoff für die Darmkrebszellen dient. Aus diesem Gas stellen die Tumorzellen Energie her, die sie benötigen, um sich teilen und in andere Zellen eindringen zu können.

Doch woher kommt der Schwefelwasserstoff? Produziert wird er von einem bestimmten Eiweiß, das in den Darmkrebszellen deutlich häufiger vorkommt als in nicht-entarteten Zellen. Hemmten die Wissenschaftler dieses Eiweiß, dann verringerte sich auch das Wachstum der Krebszellen deutlich. Dieser Nachweis gelang nicht nur in der Zellkultur, sondern auch bei erkrankten Mäusen.

Dass gerade Schwefelwasserstoff der Motor für das Wachstum von Krebszellen ist, ist ein Überbleibsel der Evolution. Denn schon lange, bevor es auf der Erde Sauerstoff gab, gab es Stoffwechselvorgänge unter Zuhilfenahme von Schwefelwasserstoff. Diese Erkenntnis, so die Forscher, ist eine große Hilfe, um Tumore in Zukunft gezielt zu bekämpfen.

Darmkrebsrisiko senken

Gehen Sie ab 45 zur kostenlosen Vorsorgeuntersuchung, denn im Frühstadium ist Darmkrebs heilbar. Jedes Jahr sellt man bei 57.000 Bundesbürgern einen bösartigen Darmtumor fest. Etwa 30.000 Patienten sterben daran. Damit gilt der Darmkrebs als häufigste Krebserkrankung in unserem Land. Das müsste nicht sein!

10 Jahre vorher sind Vorstufen erkennbar

Leider gehen die meisten Menschen erst zum Arzt, wenn die Anzeichen für eine schwere Darmerkrankung unübersehbar sind. Sorgen Sie rechtzeitig vor. Bei keiner Krebsart existieren so gute Früherkennungsmethoden, die eine beginnende Erkrankung im ungefährlichen Anfangsstadium entdecken.

Bereits zehn Jahre vor der manifesten Darmkrebserkrankung bilden sich im Darm kleine blutende Schleimhautwucherungen (Polypen). Diese benötigen mehrere Jahre, um sich in einen Krebstumor umzuwandeln. Bei einer frühzeitigen Diagnose und Entfernung ist die Krebserkrankung gebannt.

Wenn Sie über 56 Jahre alt sind, reicht in der Regel eine kostenlose Darmspiegelung alle zehn Jahre aus, um auf Nummer sicher zu gehen. Falls Sie sich vor der Darmspiegelung fürchten, bitten Sie Ihren Arzt um ein kurz wirksames Beruhigungsmittel. Dann bekommen Sie von dieser Untersuchung nichts mit, die übrigens 90 Prozent der Betroffenen als „gering belastend“ bis „störend, aber erträglich“ empfinden.

Schützen Sie sich mit Gemüse und Milchprodukten!

Auch wenn die Vorsorgeuntersuchung keinen Hinweis auf eine Krebsvorstufe ergab, sollten Sie Ihre Ernährungsweise überprüfen.

Zahlreiche große Untersuchungen belegten in den vergangenen Jahren eindeutig: Mit denrichtigen Nahrungsmitteln senken Sie Ihr Darmkrebsrisiko um fast 70 Prozent. Den besten Schutz mit 40 Prozent bietet die tägliche Zufuhr von 35 g pflanzlichen Faserstoffen, die die Darmreinigung fördern und krebserregende Darmtoxine binden.

Laut einer Untersuchung der Universität Jena aus dem Jahre 2006 wirkt der Ballaststoff Inulin sogar doppelt: Er fördert nicht nur das Wachstum der „guten“ Darmbakterien, sondern seine Abbauprodukte kurbeln darüber hinaus die Krebs-Abwehrreaktion der Darmzellen direkt an. Inulin gewinnt man inzwischen aus der Chicoreewurzel. Man setzt es vor allem Joghurt zu. Dieser sowie andere Milchprodukte mit hohem Kalziumgehalt beugen dem Darmkrebs vor.

Das belegte eine aktuelle Studie des Karolinska Instituts in Stockholm/Schweden an über 45.000 Männern. Wenn Sie zusätzlich auf fettes oder scharf angebratenes Fleisch, Alkohol sowie Nikotin verzichten, erreichen Sie eine optimale Entlastung Ihres Darms.

Fleischkonsum steigert Darmkrebsrisiko

Menschen, die gerne viel Fleisch essen, sind nach jüngsten Studienergebnissen der „European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“ EPIC für Darmkrebs gefährdet. Frühere Untersuchungsergebnisse wiesen bereits auf diese Zusammenhänge hin.

Die Auswertung einer Studie mit rund einer halben Million Teilnehmern bestätigt die Vermutung, dass Menschen, die viel rotes Fleisch (Schweine-, Rind-, Kalb- oder Lammfleisch) oder Fleischprodukte essen, häufiger an Darmkrebs erkranken als Menschen, die wenig davon verzehren.

Genau umgekehrt verhält es sich mit Fisch: Wer viel Fisch verzehrt, weist gegenüber Personen mit geringem Fischkonsum ein deutlich niedrigeres Risiko auf. Der Verzehr von Geflügelfleisch spielte für die Erkrankungshäufigkeit keine Rolle.

Nach Schätzungen der Experten steigt das Darmkrebsrisiko pro 100 Gramm täglich verzehrtem roten Fleisch um 49 Prozent. Wer 100 Gramm Wurst täglich zu sich nimmt, steigert diese Rate sogar um 70 Prozent. Der Konsum von täglich 100 Gramm mehr Fisch halbiert das Erkrankungsrisiko. Der Grund, warum der Konsum von Fleisch die Darmkrebsentstehung derart fördert, liegt nach jüngsten Studien in dem mit dem Fleisch aufgenommenen Eisen. Es fördert die Bildung schädlicher Nitroso-Verbindungen im Körper.

Rotes Fleisch oder Fleischwaren haben im Durchschnitt einen höheren Eisengehalt als Geflügel, weshalb dessen Verzehr das Darmkrebsrisiko in dieser Studie nicht beeinflusste.

Warum ungesunde Nahrung das Darmkrebsrisiko erhöht

Braten, Burger, Pommes, Pizza: Bei vielen Menschen steht dies immer und immer wieder und teilweise täglich auf dem Speiseplan. Das ist gefährlich, denn es erhöht das Risiko für viele Tumorarten, unter anderem für Darmkrebs.

Unsere Ernährung weist einen hohen Fettanteil auf. Häufig sind es ungesunde Fette, die zudem mit reichlich Kalorien verbunden sind.

Die Gefahr hierbei: Das Risiko für Übergewicht und Erkrankungen steigt stark an. So wissen wir zum Beispiel, dass eine stark fett- und kalorienhaltige Ernährung auf Dauer zu Darmkrebs führen kann. Doch warum ist das so? Grund dafür, das haben Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology herausgefunden, ist, dass zu viel Fett die Produktion von bestimmten Darmzellen ankurbelt.

Fettreiche Lebensmittel erhöhen das Risiko

Es handelt sich dabei um Darmstammzellen, die immer wieder neu gebildet werden. Sie sind dafür verantwortlich, das Darmgewebe ständig zu erneuern. Sie können sich unendlich häufig teilen. Dabei kann es aber immer auch zu Mutationen, zu Fehlern im genetischen Code kommen. Schlimmstenfalls werden diese bösartig und Krebszellen entstehen. Forscher des Massachusetts Institute of Technology führten eine Untersuchung an Mäusen durch, die über ein Jahr hinweg eine Ernährung mit 60 Prozent Fett erhielten.

Die Tiere nahmen nicht nur bis zu 50 Prozent zu. Es kam auch zu deutlich mehr Darmtumoren.

Unter zu viel fetthaltiger Kost produzieren die Stammzellen nun immer mehr und eine immer größere Menge neuer Stammzellen. Dadurch erhöht sich allein schon die Krebsgefahr. Hinzu kam, dass die Stammzellen, wenn zu viel Fett zur Verfügung steht, Vorläuferzellen produzieren, die sich irgendwann zu unterschiedlichen Darmzellen weiterentwickeln. Da diese sich häufiger teilen können als spezialisierte Zellen, bilden sie ebenfalls einen Risikofaktor für Darmtumore.

Die Forscher empfehlen, fettreiche Nahrung nur mäßig zu sich zu nehmen und vor allem auf die schädlichen Fettsäuren (z. B. Transfettsäuren) so weit wie möglich zu verzichten. Hinzu kommt, dass die Stammzellen, wenn sie mehr fettreiche Nahrung erhalten, deutlich mehr sogenannte Progenitorzellen produzieren. Daraus entwickeln sich unterschiedlichste Darmzelltypen.

Auch diese erhöhen das Risiko für Darmtumore deutlich.

Kurz und knapp: So senken Sie Ihr Risiko

  • Achten Sie auf ausreichend Ballaststoffe in der Nahrung.
  • Vermeiden Sie Nahrungsmittel wie weißes Mehl und polierten Reis.
  • Reichern Sie möglichst viele Mahlzeiten zusätzlich mit Weizenkleie (z.B. aus dem Reformhaus) an.
  • Fleisch jeden Tag muss nicht sein!
  • Achten Sie auf einen geringen Fettanteil in der Nahrung.
  • Trinken Sie genügend zum Essen, damit die Ballaststoffe aufquellen.
  • Untersuchen Sie Ihren Stuhl auf Pilze. Candida-Pilze haben im Darm nichts verloren.
  • Eine halbe Stunde Bewegung täglich bringt auch den trägsten Darm auf Trab.

Diabetes steigert Darmkrebsrisiko

Wer unter Diabetes leidet (insbesondere unter Alterszucker) weist ein bis zu dreimal höheres Risiko auf, an Darmkrebs zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kamen britische Forscher, die über 10.000 Männer und Frauen zwischen 45 und 79 auf ihre Zuckerwerte überprüften und die Ergebnisse sechs Jahre später kontrollierten. Es zeigte sich, dass die Diabetiker und diejenigen mit einem auffälligen Zuckerstoffwechsel ein wesentlich erhöhtes Darmkrebs-Risiko hatten.

Diese Tendenz war bei Männern stärker ausgeprägt als bei Frauen. Hohe Zuckerwerte – selbst wenn sie unter den Grenzwerten für Diabetes liegen – bringt man mit der Entwicklung von Darmkrebs in Verbindung, erklärte Kay-Thee Khaw, Leiter der Studie.

Er ist sicher, dass dies unter anderem darin begründet liegt, dass beide Erkrankungen gleiche Risikofaktoren haben. Dazu gehört eine ballaststoffarme Ernährung und Bewegungsmangel.

Zu ähnlichen Erkenntnissen kamen amerikanische Kollegen, die mehr als 60.000 Veteranen untersuchten. Unter Berücksichtigung von Einflussfaktoren wie Übergewicht, Rauchen und Alkoholkonsum kam die Forschergruppe um Dr. Rambabu Chalasani zu dem Ergebnis, dass Diabetiker ein um 32 Prozent erhöhtes Risiko für Darmkrebs haben. Die genauen Zusammenhänge sind bislang nicht bekannt. Diese Erkenntnis macht deutlich, wie wichtig die Vorsorgemaßnahmen wie ausgewogene Ernährung, Bewegung und Reduktion von Übergewicht für Diabetiker sind.

Insulin unterstützt die Krebszellen

Insulin stimuliert bestimmte Rezeptoren auf den Darmzellen, die das Wachstum von Krebszellen unterstützen. Da Diabetiker im Anfangsstadium deutlich erhöhte Insulinspiegel aufweisen (das Hormon wirkt in dieser Phase der Krankheit in höheren Konzentrationen), wächst die Krebsgefahr. Das gilt auch, wenn Sie in der späten Krankheitsphase auf Insulinspritzen angewiesen sind.

Beim Start der Insulintherapie sollten Sie daher eine Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung (Koloskopie, Darmspiegelung) durchführen. Gehen Sie als insulinpflichtiger Diabetiker wegen des höheren Risikos nach fünf Jahren erneut zur Vorsorge.

Erhöhtes Risiko nach Gallenblasen-OP

Wissenschaftler der Universität von Pennsylvania in Philadelphia/USA fanden heraus, dass Patienten ohne Gallenblase ein erhöhtes Darmkrebsrisiko aufweisen. Wie die Ärztezeitung im September 2005 berichtete, erkranken von 100.000 Patienten ohne Gallenblase jährlich 119 an Darmkrebs. Normalerweise liegt diese Rate bei 86 Fällen.

Nach einer Gallenblasen-Operation sollten Sie aus dem Grund die Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs auf jeden Fall vornehmen. Ohne den Zwischenspeicher Gallenblase gibt der Körper die Galle ständig in den Darm ab und das schädigt die empfindliche Schleimhaut.

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