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Aussackungen im Darm: Wie Sie eine gefährliche Entzündung verhindern

Bei Warnsignalen wie starken Bauchschmerzen, Druckempfindlichkeit und Fieber sollten Sie sofort den Notarzt alarmieren. Klagen Sie gelegentlich über Blähungen, Verstopfung oder einen unregelmäßigen Stuhlgang? Sind diese Beschwerden manchmal auch mit einem leichten Bauchschmerz verbunden? Dann könnte es sein, dass Sie unter so genannten Darmdivertikeln leiden.

Das sind kleine, etwa erbsengroße Ausstülpungen der Darmwand, die vor allem im unteren Abschnitt des Dickdarms auftreten. Keine Sorge, meistens sind die von ihnen verursachten Beschwerden harmlos. Aber die Divertikel können sich auch entzünden. Das ist nicht nur extrem schmerzhaft, sondern auch eine absolute Notsituation, die sofort im Krankenhaus behandelt werden muss.

Lassen Sie es erst gar nicht so weit kommen. Mit einer ballaststoffreichen Ernährung und viel Bewegung beugen Sie vor. Wenn Sie bereits an Divertikeln leiden, bietet vor allem die Naturheilkunde viele gute Möglichkeiten, die Verdauung „wieder flott zu kriegen“. Die besten Ernährungstipps, sanfte Abführmaßnahmen und ein besonders gut wirksames Teerezept stellen wir Ihnen in diesem Beitrag vor.

Heute die häufigste Darmkrankheit: Divertikel

Divertikel sind Ausstülpungen der Darmwand, die sich fast bei jedem zweiten Menschen über 60 Jahren finden. In der Regel sind sie harmlos, wenn sich jedoch Kotreste darin festsetzen, drohen lebensgefährliche Entzündungen.

Darmdivertikel sind eine unliebsame Begleiterscheinung des modernen Lebensstils. Alte erfahrene Chirurgen und Darmspezialisten berichten, dass das Krankheitsbild noch vor 50 Jahren eine absolute Rarität war. Doch die Zivilisation fordert ihren Tribut: Heute sind Darmdivertikel in den westlichen Ländern die häufigste Darmerkrankung überhaupt!

Vor allem über 60-Jährige sind betroffen. Jeder Zweite in dieser Altersgruppe zeigt zumindest erste Anzeichen von Divertikeln (von lat.: diverticulum = Abweg, Abweichung).

So beugen Sie Darmdivertikeln vor

  • ballaststoffreiche Kost
  • weniger Fleisch und fettes Essen
  • mehr Bewegung

Die moderne ballaststoffarme Kost – mit einem geringen Anteil an Obst und Gemüse sowie einem hohen Anteil an Fleisch und Fett – führt dazu, dass der Nahrungsbrei im Darm langsam transportiert wird und oft extrem fest ist. Das hat zur Folge, dass sich der Darm sehr fest zusammenziehen muss, um ihn vorwärtszuschieben. Auch Bewegungsarmut und sitzende Tätigkeiten machen den Darm träge.

Wenn diese Druckbelastung zu groß wird, weicht die Darmwand an bestimmten Stellen aus und stülpt sich nach außen. In der Regel sind das Stellen, wo die feste Muskelhülle des Darms unterbrochen ist, weil hier Blutgefäße in die Darmwand hineinziehen.

Lebensbedrohliche Beschwerden sind die Ausnahme

Von Divertikeln betroffen ist in der Regel der untere Abschnitt des Dickdarms (das „Sigma“), weil hier der Nahrungsbrei am festesten ist und die größte Kraft zu seiner Fortbewegung aufgebracht werden muss.

In vier von fünf Fällen können Sie als betroffener Patient mit den Divertikeln recht gut leben. Oft bereiten sie überhaupt keine Beschwerden – oder sie sind zumindest relativ harmlos.

Typische Beschwerden bei Divertikeln

  • Verstopfung
  • Blähungen
  • unregelmäßiger Stuhlgang
  • ständiger Stuhldrang
  • Völlegefühl
  • leichte Bauchkrämpfe und Bauchschmerzen

Wenn Sie regelmäßig unter solchen Symptomen leiden, sollten Sie das auf jeden Fall von Ihrem Arzt abklären lassen. Vorsicht: Oft wird das Krankheitsbild mit einem so genannten Reizdarm verwechselt, für den es keinerlei organische Ursachen gibt!

Daher sollte Ihr Arzt auf jeden Fall per Darmspiegelung, Ultraschall, Computertomographie oder Röntgenkontrastuntersuchung nach den typischen Ausstülpungen in der Darmwand suchen.

Jedem 5. Patienten droht eine gefährliche Entzündung

Die ärztliche Abklärung ist deshalb wichtig, weil sich Divertikel bei etwa 20 % der Betroffenen entzünden können. Denn wenn Sie wissen, dass Sie von „stummen“ Divertikeln betroffen sind, dann können Sie die Alarmzeichen einer möglichen Entzündung schneller deuten und verlieren keine wertvolle Zeit. Denn mit einer Divertikel-Entzündung gehören Sie schleunigst in ein Krankenhaus.

Ein Divertikel kann sich entzünden, wenn Kotreste in die Ausstülpung eingedrungen sind, die nicht mehr durch die normale Darmbewegung heraustransportiert werden können. Die Entzündung (Divertikulitis) kann sich dann auf die gesamte Darmwand ausdehnen.

Das sind absolute Alarmzeichen bei Darmdivertikeln

  • plötzlich einsetzende, heftigste Schmerzen im Bauch (Koliken)
  • Fieber (im Enddarm höher als unter den Achseln)
  • druckempfindliche und gespannte Bauchdecke
  • blutiger Stuhl
  • Darmverschluss (plötzliche Verstopfung)

Es gibt vor allem zwei lebensbedrohliche Gefahren: Jede dritte Divertikulitis geht mit massiven Blutungen einher. Die sind in 3 % der Fälle sogar so stark, dass die Patienten eine Bluttransfusion benötigen.

Bei weiteren 3 % kann es sogar zu einem Darmdurchbruch kommen. Dann gelangt der Darminhalt in den sonst absolut keimfreien Bauchraum. Das führt zu massiven Entzündungen und zu einer Blutvergiftung. Jeder zweite Patient überlebt einen solchen Notfall nicht.

Doch solche schwerwiegenden Folgen einer Divertikulitis sind glücklicherweise eher die Ausnahme. In der Regel bekommen die Ärzte die Erkrankung durch Antibiotika und eine vorübergehende künstliche Ernährung mittels Infusionen wieder in den Griff.

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