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So beugen Sie Entzündungen von Divertikeln vor

Zwar können sich Divertikel nicht wieder zurückbilden, mit ballaststoffreicher Ernährung können Sie jedoch verhindern, dass eine Divertikelkrankheit entsteht. Wenn Sie bereits Beschwerden haben, sollten Sie allerdings eher zurückhaltend mit Ballaststoffen sein.

Auch eine vegetarische Ernährung wirkt sich durchaus günstig aus, wie eine Studie der Universität Oxford, Großbritannien, bereits 1999 zeigen konnte. Demnach haben Vegetarier ein um 50% geringeres Risiko, an einer Divertikulitis zu erkranken als Personen, die auch Fleisch essen.

Diese Nahrungsmittel haben einen hohen Ballaststoffgehalt:

(bezogen auf 100 g)

  • Weizenkleie 49 g
  • Roggenmischbrot 6 g
  • Roggenvollkornbrot 8 g
  • Weiße Bohnen 7,5 g
  • Grüne Erbsen 5 g
  • Getrocknete Feigen 9,5
  • Weißmehlbrötchen 3 g
  • Grahambrot 0,5 g

Wenn Sie  Weizenkleie einnehmen, sollten Sie zu der täglich empfohlenen Menge von 20-30 g mindestens ¼ l Flüssigkeit trinken, damit die Ballaststoffe gebunden werden können.

Um die Darmschleimhaut widerstandsfähig gegen weitere Aussackungen zu machen, gibt es eine ganze Reihe gut erprobter Medikamente aus der biologischen und homöopathischen Medizin. Mucosa comp. von Heel ist in der Lage, die Schleimhaut zu stärken und wird auch bei der Divertikelkrankheit erfolgreich eingesetzt. Aus der anthroposophischen Medizin stammt Colon Sigmoideum GL D30 von Wala.

Diese homöopathische Aufbereitung von Darmschleimhautzellen kann Ihre Darmschleimhaut ebenso kräftigen wie die Zellkomponenten aus Schleimhaut in Revitorgan Neydig Nr. 47. All diese Präparate werden in Form von Injektionen verabreicht, Sie sollten nicht zögern, Ihren Arzt oder Heilpraktiker darauf anzusprechen.

Das ist hilfreich, wenn Sie Divertikel haben

Hibiskusblüten fördern die Entleerung der Divertikel, das an Kieselsäure reiche Schachtelhalmkraut stabilisiert das Bindegewebe der Darmschleimhaut. Mischen Sie 30 g Hibiskusblüten mit 70 g Schachtelhalmkraut und überbrühen Sie 2 TL der Mischung mit kochendem Wasser. Lassen Sie den Ansatz noch eine knappe Minute köcheln und danach zugedeckt für 10 Minuten ziehen. Trinken Sie den abgeseihten Tee 2-mal täglich.

Oberstes Ziel sollte sein, dass Sie 1-2 mal täglich Stuhlgang haben, ohne sich dabei anstrengen zu müssen. Das können Sie tun, um die regelmäßige Darmentleerung zu unterstützen:

  • Trinken Sie morgens auf nüchternen Magen ein Glas heißes Wasser mit einem Spritzer frischer Zitrone, um Ihren Darm ‚aufzuwecken‘.
  • Machen Sie jeden Morgen noch im Bett eine Bauchmassage
  • Knabbern Sie zwischendurch öfter mal getrocknete Pflaumen und Aprikosen.
  • Ersetzen Sie Ihr Mineralwasser durch ein sulfathaltiges Heilwasser wie etwa Bad Mergentheim’er oder Bad Kissinger Quelle.
  • Greifen Sie zu sanften Verdauungshilfen wie einem TL Leinsamen in Joghurt oder einem Glas Sauerkrautsaft am Abend.
  • Trinken Sie ausreichend, mindestens 2 l Wasser, Früchte- oder Kräutertee pro Tag.
  • Sorgen Sie für ausreichende Bewegung, z. B. indem Sie mindestens dreimal wöchentlich 20 Minuten zügig gehen.

Nüsse und Popcorn verursachen keine Divertikulitis

In der Vergangenheit wurde vielen Patienten mit Divertikulitis dazu geraten, Körnern, Nüssen und Samen einschließlich Popcorn, Tomaten sowie Beerenobst aus dem Weg zu gehen. Die Ärzte glaubten, dass sich die kleinen, schwer verdaulichen Samen in den Divertikeln ansammeln und dort eine Entzündung auslösen könnten.

Die wissenschaftliche Grundlage für diese Ursache-Wirkung-Beziehung war jedoch immer sehr dünn. Eine neuere Studie der Universität von Washington mit 47.000 teilnehmenden Männern konnte dagegen keinen Zusammenhang zwischen der Krankheitsentstehung und einer körnerreichen Ernährung feststellen.

Die Studie kam zu folgendem Ergebnis: Männer, die mindestens zweimal wöchentlich Körner, Nüsse und Samen aßen, hatten kein zusätzliches Risiko für Divertikelblutungen. Außerdem hatten sie ein 20% bis 28% verringertes Divertikulitisrisiko im Vergleich zu Männern, die solche Nahrungsmittel weniger als einmal im Monat zu sich nahmen.

Die Experten der Mayo Clinic begrüßen diese Studie als Beleg für ihre Annahme, dass der Verzehr von Nüssen, Popcorn oder Pflanzensamen das Divertikulitisrisiko nicht heraufsetze. Seit langem sei bekannt, dass eine ballaststoffreiche Diät – die auch diese Lebensmittel beinhalten kann – das Erkrankungsrisiko sogar herabsetze. Wenn Sie trotzdem glauben, dass diese Lebensmittel eine Attacke ausgelöst haben, schadet es nicht, sie zu vermeiden, solange Sie genügend Ballaststoffe aus anderen Nahrungsquellen beziehen.

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Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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