Darmdivertikel: Nicht immer harmlos
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In der Regel verursacht eine Divertikelkrankheit – also das Vorhandensein von Darmtaschen – keine Beschwerden. Die meisten Menschen wissen nicht einmal von deren Existenz, bis sie bei einer routinemäßigen Darmspiegelung gefunden werden. Selten leiden Menschen mit Divertikelkrankheit an leichten Bauchkrämpfen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung. Wenn es jedoch zu einer Entzündung oder Infektion in einer Darmtasche kommt, handelt es sich um eine Divertikulitis.
Eine Divertikulitis kann für spürbare und häufig abrupte Symptome sorgen. Dazu können schwere Bauchkrämpfe, Schmerzen im linken Unterbauch, Fieber, Übelkeit, Blutungen aus dem Darm und Durchfall oder Verstopfung gehören. Nur 10% bis 20% aller Divertikelkrankheit-Patienten entwickeln zeitweilig eine Divertikulitis. Und davon erleiden nur 20% bis 30% ein zweites Mal eine Entzündung der Darmschleimhaut.
Mediziner nehmen an, dass es zu einer Divertikulitis kommt, wenn eine kleine Stuhlmenge in der Ausstülpung verbleibt. Dadurch wird Druck ausgeübt, was zur Folge hat, dass die Blutzufuhr zum Gewebe behindert wird und so mikroskopisch kleine Defekte entstehen. Durch diese Perforationen können Bakterien in benachbarte Gewebeschichten eindringen und dort eine Infektion hervorrufen.
Ein Abzess kann sich ausbilden. Selten kann eine Darmtasche reißen, sodass Stuhl in die Bauchhöhle und das Bauchfell (Peritoneum) gelangt. Das Ergebnis ist eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) – eine lebensbedrohliche Situation, die einer sofortigen Notoperation bedarf.