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Darmdivertikel: Ernährung

Haben Sie Darmdivertikel? Als vorbeugende oder unterstützende Maßnahme gilt dabei eine ballaststoffreiche Ernährung, die für Sie ohnehin gesünder ist. Aufgrund ihrer Quellfähigkeit bewirken die Ballaststoffe ein früheres Sättigungsgefühl und fördern eine schnellere Passage des Speisebreis durch den Dickdarm.

Darüber hinaus schreibt man den Ballaststoffen eine Reihe weiterer gesundheitsfördernder Wirkungen zu. Sie vermindern das Krebsrisiko, regulieren den Blutzuckerspiegel, senkenden den Cholesterinspiegel und stimulieren das Immunsystem. Es empfiehlt sich eine tägliche Aufnahme von 30 Gramm.

Darmdivertikel: Ursachen und Symptome

Mit zunehmendem Alter kommt es gehäuft dazu, dass Menschen Darmdivertikel ausbilden. Dies sind kleine sackförmige Ausstülpungen, meist im unteren Abschnitt an der Wand des Dickdarms. In vielen Fällen bleiben sie unauffällig und ohne Beschwerden. Bei einigen Betroffenen entzünden sich die Darmdivertikel, wenn sich Kotreste in ihnen festsetzen.

Als eine der Ursachen für die Ausbildung solcher Ausstülpungen gelten industriell gefertigte Nahrungsmittel sowie ein Mangel an Ballaststoffen. Darüber hinaus spielt Bewegungsmangel eine Rolle. Eine ballaststoffarme Kost mit einem geringen Anteil an Obst und Gemüse führt dazu, dass der Körper den harten Nahrungsbrei zu langsam transportiert. Um die feste Masse weiterzutransportieren, strengt sich der Darm extrem an, wobei sich Druck aufbaut. Bei zu viel Druck weicht die Darmwand an bestimmten Stellen aus und stülpt sich nach außen.

Dies geschieht meist an Stellen, an denen das Bindegewebe schwach ist oder Blutgefäße in die Darmwand einziehen.

Darmdivertikel können sich entzünden

In rund 20 Prozent aller Fälle entzünden sich die Darmdivertikel und es entwickelt sich eine Divertikulitis, bei der man vor allem einen hohen Blutverlust fürchtet. Bei diesen Symptomen sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen, denn sie sprechen für eine Divertikulitis:

  • plötzlich einsetzende, heftige, kolikartige Schmerzen im Bauch
  • Fieber
  • Übelkeit
  • schmerzende, gespannte Bauchdecke
  • Blut im Stuhl
  • Durchfall
  • Verstopfung

Die Ursache stellen Kotreste dar, die in der Ausstülpung hängen bleiben. Es entstehen Miniverletzungen, durch die Bakterien in benachbarte Gewebeschichten eindringen und dort eine Infektion hervorrufen. In äußerst seltenen Fällen platzt eine solche Ausstülpung dann, sodass Stuhl in die Bauchhöhle gelangt. Das ist lebensgefährlich und erfordert eine sofortige Operation.

Darmdivertikel – die Lösung lautet: Ballaststoffe!

Als vorbeugende oder unterstützende Maßnahme gilt eine ballaststoffreiche Ernährung. Ballaststoffe sind die unverdaulichen Bestandteile von pflanzlichen Nahrungsmitteln. Menschen mit einem hohen Verzehr erkranken seltener an Darmerkrankungen wie Darmkrebs.

Dies erklärt man dadurch, dass die Ballaststoffe durch die Erhöhung des Stuhlgewichts die Konzentration an möglicherweise Krebs erregenden Stoffen vermindern. Auf diese Weise sorgen sie dafür, dass der Körper sie schneller aus dem Darm schiebt. Kleine Veränderungen des Lebensstils verhindern das Fortschreiten der Divertikelkrankheit oder das erneute Auftreten einer Divertikulitis. Beginnen Sie mit einer allmählichen Steigerung des Faseranteils in Ihrer Nahrung.

Viel frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte verleihen dem Nahrungsbrei mehr Volumen und machen ihn weicher, sodass der Körper ihn leichter und schneller durch den Dickdarm transportiert. In tierischen Lebensmitteln kommen keine Ballaststoffe vor. Dabei besteht die eine Hälfte aus Getreideprodukten und die andere aus Obst und Gemüse. Isolierte Ballaststoffe wie Getreidekleie empfehlen sich ausnahmsweise und nicht für die tägliche Einnahme.

Wissenschaftler vermuten, dass diese isolierten Ballaststoffe nicht mit normalen Nahrungsmitteln und ihren natürlichen Ballaststoffen konkurrieren. Darüber hinaus müssen Sie zu isolierten Ballaststoffen immer viel trinken (auf drei Teelöffel Kleie mindestens einen Viertelliter Wasser).

Fehlt die Flüssigkeit, wird dem Darm das Wasser entzogen, die Gleitfähigkeit der Darmschleimhaut eingeschränkt und eine Verstopfung verstärkt. Ziel sollte sein, in der Regel jeden Tag etwa zwei Liter koffeinfreier Getränke zu sich zu nehmen.

Bewegung hilft

Daneben ist es wichtig, auf die Signale des Körpers zu hören: Darmträgheit führt zu härterem Stuhl, der den Druck im Dickdarm erhöht. Planen Sie an den meisten Tagen 30 bis 60 Minuten Bewegung oder Sport ein. Regelmäßige körperliche Übungen fördern die Darmtätigkeit.

In der Vergangenheit galten Nahrungsmittel wie Nüsse, Mais und Körner als Auslöser für eine Divertikulitis. Obwohl einige Ärzte zum Verzicht auf diese Lebensmittel raten, existieren kaum handfeste Beweise zur Stützung einer solchen Empfehlung.

Ballaststoffreiche Lebensmittel

Mit welchen Nahrungsmitteln Sie diese Zufuhr sichern, entnehmen Sie der Tabelle. Als besonders reich an Ballaststoffen gelten Weizenkleie, die Sie in Ihre Mahlzeiten einstreuen (z.B. in Müsli, Kompott oder Gemüsegerichte).

Darüber hinaus erhöhen Sie Ihre Ballaststoffzufuhr mit Trockenfrüchten und natürlichen Quellstoffpräparaten aus der Apotheke oder dem Reformhaus.

Ballaststoffgehalt von Lebensmitteln (in g pro 100 g)
Weizenkleie40 – 50
Knäckebrot13 – 24
Vollkornmehl (Roggen, Weizen)13
Weizenflocken12
Trockenobst5 – 13
Erdnüsse10
Linsen10
Mandeln10
Haferflocken5 – 9
Weißmehl (Roggen, Weizen)6 – 8

 Empfehlenswerte Quellstoffe

  • Weizenkleie
  • Flohsamenschalen
  • Leinsamen
  • Lactulose

Achten Sie bei Quellstoffe darauf, täglich mindestenszwei Liter Flüssigkeit zu trinken. Sehr anregend auf die Verdauung wirken darüber hinaus Joghurt oder andere Sauermilchprodukte. Ein täglicher Spaziergang sowie ein regelmäßiges sportliches Training (z. B. leichte Gymnastik, Jogging oder Radfahren) sind ratsam. Ärzte empfehlen Übungen zur Stärkung der Bauchmuskulatur, um das Pressen beim Stuhlgang besser zu unterstützen.

Natürliche Hilfen

Bei starker Verstopfung bewährten sich zudem Einläufe mit 60 bis 100 ml warmem Wasser oder dünnem Kamillentee. Verwenden Sie dazu am besten eine kleine Klistierspritze aus der Apotheke. Zur Verdauungsförderung trinken Sie des Weiteren jeden Morgen ein Glas lauwarmes Wasser und massieren sich vor dem Aufstehen sanft den Bauch.

Als „Geheimrezept“ bei Divertikeln gilt ein Tee aus Hibiskusblüten und Schachtelhalm. Die Fruchtsäuren der Hibiskusblüten wirken leicht abführend und fördern die Entleerung der Divertikel. Das siliziumreiche Schachtelhalmkraut stabilisiert das Bindegewebe der Darmwand. Ähnlich wirken Nahrungsergänzungspräparate mit siliziumhaltiger Kieselsäure. Darüber hinaus unterstützen Sie Ihren Darm durch Anwendungen nach Pfarrer Kneipp.

Anregende Kneipp-Therapien

  • warme Sitz- oder Halbbäder (36 bis 38° C; Dauer 10 bis 15 Min.; Zusätze: Kamille, Scharfgarbe oder Heublumen)
  • kalte Leibwaschungen (2-mal täglich mit einem kalten Waschlappen. Wichtig: Ihr Körper muss zu Beginn warm sein!)
  • kreisendes Bürsten des Bauchraums mit einer feuchten Bürste gegen den Uhrzeigersinn

Mit diesen natürlichen Mitteln bekommen Sie die leichten Beschwerden durch Divertikel rasch in den Griff (bei akuten Entzündungen müssen Sie selbstverständlich den Arzt aufsuchen). Behalten Sie stets im Hinterkopf: Divertikel sind eine typische Zivilisationskrankheit. Eine Hinwendung zu mehr „Natürlichkeit“ in Ihrem Leben kann ihrer Entstehung vorbeugen oder das Voranschreiten rechtzeitig stoppen.

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