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Darmdivertikel: Beugen Sie vor mit Ballaststoffen

Mit zunehmendem Alter kommt es gehäuft zu Darmdivertikeln. Dies sind kleine sackförmige Ausstülpungen, meist im unteren Abschnitt an der Wand des Dickdarms. In vielen Fällen bleiben sie unauffällig und ohne Beschwerden. Bei einigen Betroffenen entzünden sich die Divertikel, wenn sich Kotreste in ihnen festsetzen.

Ursachen und Symptome von Divertikeln

Als eine der Ursachen für die Ausbildung solcher Ausstülpungen gelten industriell gefertigte Nahrungsmittel und ein Mangel an Ballaststoffen. Auch Bewegungsmangel spielt eine Rolle. Eine ballaststoffarme Kost mit einem zu geringen Anteil an Obst und Gemüse führt dazu, dass der Körper den harten Nahrungsbrei zu langsam transportiert.

Um die feste Masse weiterzutransportieren, muss sich der Darm extrem anstrengen, wobei sich Druck aufbaut. Wenn dieser zu groß wird, weicht die Darmwand an bestimmten Stellen aus und stülpt sich nach außen. Dies geschieht meist an Stellen, an denen das Bindegewebe schwach ist oder Blutgefäße in die Darmwand einziehen.

In den meisten Fällen verursachen die Divertikel keinerlei Symptome. Häufig entdeckt der Arzt sie bei routinemäßigen Darmuntersuchungen. Die Ausstülpungen können sich bemerkbar machen durch:

  • Bauchweh,
  • Blähungen,
  • unregelmäßigen Stuhlgang,
  • häufigen Stuhldrang und
  • Verstopfung.

Wenn Sie anhaltende Beschwerden haben, die auf Divertikel hindeuten, sollten Sie dies ärztlich abklären.

Divertikulitis: Entzündung der Darmdivertikel

Entzünden sich die Divertikel, spricht man von einer Divertikulitis. Bei folgenden Symptomen sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen:

  • plötzlich einsetzende, heftige und kolikartige Schmerzen im Bauch
  • Fieber
  • Übelkeit
  • schmerzende und gespannte Bauchdecke
  • Blut im Stuhl
  • Durchfall
  • Verstopfung

Bei jedem fünften Menschen mit Divertikeln kommt es zu so einer Entzündung. Man nimmt an, dass die Ursache Kotreste sind, die in der Ausstülpung hängen bleiben. Dadurch baut sich weiterer Druck auf und verhindert die Blutzufuhr zum Gewebe der Darmwand. Es entstehen Miniverletzungen, durch die Bakterien in benachbarte Gewebeschichten eindringen und dort eine Infektion hervorrufen. In seltenen Fällen platzt so eine Ausstülpung, so dass Stuhl in die Bauchhöhle gelangt. Das ist lebensgefährlich und erfordert eine sofortige Operation.

Die Lösung: Ballaststoffe!

Als vorbeugende oder unterstützende Maßnahme gilt eine ballaststoffreiche Ernährung. Ballaststoffe sind die unverdaulichen Bestandteile von pflanzlichen Nahrungsmitteln. Aufgrund ihrer Quellfähigkeit bewirken sie ein früheres Sättigungsgefühl und fördern eine schnellere Passage des Speisebreis durch den Dickdarm.

Darüber hinaus schreibt man den Ballaststoffen eine Reihe weiterer gesundheitsfördernder Wirkungen zu: Sie vermindern das Krebsrisiko, regulieren den Blutzuckerspiegel, senken den Cholesterinspiegel und stimulieren das Immunsystem.

Menschen mit einem hohen Verzehr an Ballaststoffen erkranken seltener an Darmerkrankungen wie beispielsweise Darmkrebs. Dies erklärt man dadurch, dass die Ballaststoffe durch die Erhöhung des Stuhlgewichts die Konzentration an möglicherweise Krebs erregenden Stoffen vermindern und dafür sorgen, dass sie schneller aus dem Darm geschoben werden.

Ballaststoffreiche Lebensmittel

Mit welchen Nahrungsmitteln Sie diese Zufuhr sichern, entnehmen Sie der Tabelle unten. Als besonders reich an Ballaststoffen gelten Weizenkleie, die Sie in Ihre Mahlzeiten einstreuen können (z. B. in Müsli, Kompott oder Gemüsegerichte). Auch mit Trockenfrüchten und natürlichen Quellstoffpräparaten aus der Apotheke oder dem Reformhaus erhöhen Sie Ihre Ballaststoffzufuhr.

Ballaststoffgehalt von Lebensmitteln (in g pro 100 g)
Weizenkleie40 – 50
Knäckebrot13 – 24
Vollkornmehl (Roggen, Weizen)13
Weizenflocken12
Trockenobst5 – 13
Erdnüsse10
Linsen10
Mandeln10
Haferflocken5 – 9
Weißmehl (Roggen, Weizen)6 – 8

Empfehlenswerte Quellstoffe

  • Weizenkleie
  • Flohsamenschalen
  • Leinsamen
  • Lactulose

Wenn Sie Quellstoffe nehmen, sollten Sie darauf achten, täglich mindestens 2 l Flüssigkeit zu trinken. Sehr anregend auf die Verdauung wirken darüber hinaus Joghurt oder andere Sauermilchprodukte. Ein täglicher Spaziergang sowie ein regelmäßiges sportliches Training (z. B. leichte Gymnastik, Jogging oder Radfahren) sind ratsam. Ärzte empfehlen Übungen zur Stärkung der Bauchmuskulatur, um das Pressen beim Stuhlgang besser unterstützen zu können.

Natürliche Hilfen

Bei starker Verstopfung haben sich auch Einläufe mit 60 bis 100 ml warmem Wasser oder dünnem Kamillentee bewährt (verwenden Sie am besten eine kleine Klistierspritze aus der Apotheke). Zur Verdauungsförderung können Sie des Weiteren jeden Morgen ein Glas lauwarmes Wasser trinken und sich vor dem Aufstehen sanft den Bauch massieren.

Als „Geheimrezept“ bei Divertikeln gilt ein Tee aus Hibiskusblüten und Schachtelhalm (siehe Rezeptkasten oben). Die Fruchtsäuren der Hibiskusblüten wirken leicht abführend und fördern die Entleerung der Divertikel.

Das siliziumreiche Schachtelhalmkraut stabilisiert das Bindegewebe der Darmwand. Ähnlich wirken Nahrungsergänzungspräparate mit siliziumhaltiger Kieselsäure. Darüber hinaus können Sie Ihren Darm durch Anwendungen nach Pfarrer Kneipp unterstützen.

Anregende Kneipp-Therapien

  • warme Sitz- oder Halbbäder (36 bis 38° C; Dauer 10 bis 15 Min.; Zusätze: Kamille, Scharfgarbe oder Heublumen)
  • kalte Leibwaschungen (2-mal täglich mit einem kalten Waschlappen. Wichtig: Ihr Körper muss zu Beginn warm sein!)
  • kreisendes Bürsten des Bauchraums mit einer feuchten Bürste gegen den Uhrzeigersinn

Mit diesen natürlichen Mitteln bekommen Sie die leichten Beschwerden durch Divertikel rasch in den Griff (bei akuten Entzündungen müssen Sie selbstverständlich den Arzt aufsuchen). Behalten Sie stets im Hinterkopf: Divertikel sind eine typische Zivilisationskrankheit. Eine Hinwendung zu mehr „Natürlichkeit“ in Ihrem Leben kann ihrer Entstehung vorbeugen oder das Voranschreiten rechtzeitig stoppen.

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