MenüMenü

Schaden Spülmittelrückstände dem Darm?

Weltweit steigt die Zahl der Menschen, die unter chronisch entzündlichen Darmerkrankungen leiden. Tierversuche liefern erste Hinweise dafür, dass Spülmittelrückstände mitverantwortlich sein könnten.

Laut Professor Christoph Gasche von der gastroenterologischen Abteilung des Universitätsklinikums Wien trat bei Versuchsmäusen, die über einen längeren Zeitraum spülmittelhaltiges Wasser zu trinken bekamen, überdurchschnittlich häufig eine chronische Darmentzündung auf.

Damit erscheint plausibel, dass etwa spülmaschinenbedingt vermehrte Spülmittelrückstände in Trinkgefäßen und auf Essbestecken sowie chemisch ähnliche Detergenzien und Emulgatoren an der Zunahme chronisch entzündlicher Darmerkrankungen beteiligt sein können.

Mein Tipp: Dosieren Sie bei Verwendung einer Spülmaschine den Klarspüler so niedrig wie möglich. Wenn Sie ihn ganz weglassen, bekommt es leider dem Geschirr nicht gut. Es bekommt Kalkflecken, und die Gläser laufen an.

Wenn Sie mit der Hand spülen, sollten Sie das aus dem Spülwasser kommende Geschirr und Besteck zuerst in klares heißes Wasser tauchen, bevor Sie es abtropfen lassen oder abtrocknen. Wenn Ihre Spüle dafür kein kleines Extra-Becken aufweist, tut es auch eine große Plastikschüssel.

Dickdarmuntersuchung: Darmpolypen

Kürzlich waren Sie bei einem Darmspezialsten zur Koloskopie (Dickdarmuntersuchung). Dabei entdeckte und entfernte Ihr Arzt einen gutartigen Dickdarmpolypen. Jetzt fragen Sie sich, wie Sie selbst dazu beitragen können, dass sich derartige Polypen in Ihrem Darm nicht mehr bilden.

Es gibt mehrere Möglichkeiten zur Senkung des Risikos. Einige Studien kommen zu dem Schluss, dass Kalzium-Ergänzungspräparate das Wiederauftreten von Dickdarmpolypen verhindern.

In einer Studie verzeichnete man bei den Teilnehmern, die 3 g Kalziumkarbonat pro Tag einnahmen (entspricht 1,2 g elementaren Kalziums) einen Rückgang im Wiederauftreten der Polypen. Die zusätzliche Einnahme von Kalzium über die in der Nahrung enthaltenen Mengen hinaus reduziert möglicherweise leicht den Blutdruck und bietet gleichzeitig einen Schutz vor Osteoporose. Dabei handelt es sich um eine Krankheit, die Knochen auflöst.

Zusätzlich fanden Wissenschaftler heraus, dass die regelmäßige Einnahme von Aspirin oder anderer nicht-steroidaler entzündungshemmender Medikamente (NSAR) das Risiko zur Bildung von Polypen möglicherweise senkt.

Die Einnahme von NSAR birgt allerdings einige Risiken (vornehmlich Magenblutungen) und bei einigen Patienten Magengeschwüre. Wenn Sie allerdings regelmäßig NSAR wegen anderer Gründe unter ärztlicher Aufsicht einnehmen, profitieren Sie auf jeden Fall von dem günstigen Nebeneffekt.

Empfehlungen für Vorsorgeuntersuchungen

Die Amerikanische Krebsgesellschaft empfiehlt ein regelmäßiges Dickdarmkrebsscreening ab einem Alter von 50 Jahren: Jährlich die Untersuchung des Stuhls auf Blut und eine Darmspiegelung alle fünf bis zehn Jahre.

Häufigere Untersuchungen oder der Beginn des Screenings in jüngeren Jahren sind normalerweise nur notwendig, wenn Sie Polypen aufweisen oder eine familiäre Vorgeschichte von Dickdarmkrebs. In Deutschland sieht das gesetzliche Krebsfrüherkennungsprogramm jährliche Dickdarmfrüherkennungsmaßnahmen bei Frauen und Männern ab dem 45. Lebensjahr vor. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen.

Beim Deutschen Krebskongress im Februar 2002 sprach die Deutsche Krebsgesellschaft die Empfehlung aus, bei allen über 55-Jährigen eine Darmspiegelung ins Vorsorgeprogramm aufzunehmen. Dies sollte man alle zehn Jahre wiederholen. Wichtig ist die Information, dass nicht alle Polypen kanzerös werden können. Nahezu alle Dickdarmarten entwickeln sich aus Polypen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, welche Dickdarmkrebsvorsorgemaßnahmen für Sie persönlich mit Ihrer Vorgeschichte angebracht sind.

Kamera überliefert Bilder aus dem Verdauungstrakt

Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA ließ vor kurzem ein bildgebendes Verfahren zu. Dabei liefert eine winzige Videokamera Bilder, die der Patient in einer Kapsel verpackt verschluckt. Dieses neue Verfahren ermöglicht es dem Arzt, sich ein genaues Bild von den Verhältnissen im Dünndarm seines Patienten zu machen.

Es ist darüber hinaus weniger invasiv und weniger schmerzhaft als andere gängige Verfahren, mit deren Hilfe Ärzte Einblick in den Dünndarm nehmen. Das „Given Diagnostic Imaging System“ kommt zum Einsatz, um Polypen und Krebs aufzuspüren oder die Ursache für Blutungen oder Anämie zu ergründen.

Die Videokamera zeichnet während ihrer Passage durch den Verdauungstrakt Bilder der Darmwand auf. Die normalen Darmbewegungen transportieren sie vorwärts. Dabei liefert die Kamera Daten an einen Datenrekorder, den der Patient mit einem Gürtel um die Taille trägt. Die Daten liest man später in einen Computer ein und wertet sie mit einem Grafikprogramm aus. Die Patienten gehen während der Untersuchung ihrer normalen täglichen Routine nach.

Die Kapsel verlässt den Körper beim Stuhlgang und wird in der Toilette weggespült. Nach Ansicht der Mayo-Clinic-Ärzte eignet sich dieses Verfahren nur, um eine Diagnose zu stellen. Es stoppt nämlich weder Blutungen, entnimmt Gewebeproben oder entfernt Wucherungen. Noch löst es Probleme, die während der Untersuchungsprozedur zu Tage treten. In all diesen Fällen greift der Arzt auf invasivere Verfahren zurück.

Mit diesen 7 Tipps stärken Sie Ihre Darmflora

Der Darm ist das größte Immunsystem unseres Körpers. Hier befinden sich viele wichtige Bakterien, die dafür sorgen, dass unsere Verdauung funktioniert, schädliche Nahrungsbestandteile abtransportiert werden, aber auch dass Krankheitserreger vernichtet werden. Leider wird dieser Bestandteil des Immunsystems sträflich vernachlässigt. Verdauungsprobleme sind die Folge. Die aber können Sie mit den folgenden 7 Tipps sicher vermeiden! Das ist wichtig, denn:

Der Darm ernährt Ihren Körper

Er ist dafür verantwortlich, dass sämtliche Speisereste, die im Magen vorverdaut wurden, in noch kleinere Teilchen zerlegt werden. So können die enthaltenen Nährstoffe herausgefiltert und die Reste abtransportiert werden. Die Nährstoffe, die im Darm als „wichtig“ erkannt wurden, werden ins Blut abgegeben, sodass Ihr Körper die Vitalstoffe erhält, die er dringend braucht.

Ohne Darmflora zu wenige Abwehrkräfte

Darüber hinaus findet sich im Darm die so genannte Darmflora. Hierbei handelt es sich um unzählige Darmbakterien, die einen Großteil Ihres Immunsystems bilden. Über die Hälfte der Abwehrzellen steckt im Darm. Die Aufgabe der Darmbakterien ist, zu verhindern, dass sich Krankheitserreger im Darm breitmachen. Außerdem sind sie in der Lage, Entzündungen zu kontrollieren.

Das Darmbakteriengefüge ist äußerst empfindlich

Schon durch Stress oder mangelnde Ernährung können die Darmbakterien absterben, oder die Darmbewegungen lassen nach. Die Folge: Verstopfung. Sie kann auch eine Folge von Erkrankungen, Operationen oder veränderter Ernährungsgewohnheiten aufgrund von Reisen sein. Hält sie mehr als drei Monate an, entwickelt sie sich also zu einer chronischen Erkrankung, dann verändert sich die Darmflora. Es können sich Krankheitskeime breitmachen und das Immunsystem schwächen.

Bestimmte Pilze und Bakterien erhöhen zudem das Entzündungsrisiko im Darm. Hinzu kommt, dass durch die Verstopfung die Nahrungsreste zu lange im Darm verbleiben. Werden dann Teile dieser Nahrungsreste durch die Darmwand erneut aufgenommen, kann sich der Körper schlimmstenfalls selbst vergiften. In diesem Fall kommt es zu

  • Infekten,
  • Kopfschmerzen,
  • Müdigkeit und/oder
  • nachlassender körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit.

Diese Tipps bringen Ihre Darmflora wieder auf Vordermann

Bemerken Sie diese Symptome bei sich oder leiden Sie unter ständigen Darmproblemen, sollten Sie Ihre Darmflora stärken. Dazu brauchen Sie keine Spezialprodukte. Mit meinen sieben Tipps schaffen Sie das auch so:

1. Essen Sie langsam. Wenn Sie Ihr Essen nicht herunterschlingen, sondern langsam zu sich nehmen und gründlich kauen, erleichtern Sie Magen und Darm die Verdauung. Sie sollten pro Bissen mindestens 15-mal kauen.

2. Greifen Sie zu Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Diese Lebensmittel sind reich an Ballaststoffen. Es handelt sich hierbei um Pflanzenfaserstoffe, die, anders als ihr Name vermuten lässt, kein unnötiger Ballast sind. Vielmehr regen sie die Darmtätigkeit an und fördern so Ihre Verdauung.

3. Setzen Sie Milchprodukte, zum Beispiel Quark oder Hüttenkäse, auf Ihren Speiseplan. Diese enthalten Bakterien, die sich – bei einem Mangel – in Ihrem Darm ansiedeln und die Darmflora ergänzen können.

4. Sauer macht nicht nur lustig. Saure Lebensmittel unterstützen auch Ihre Darmflora. Denn ganz gleich, ob Sauerkraut, Gurken oder sauer eingelegtes Gemüse, sie alle enthalten Milchsäurebakterien. Diese können sich in Ihrer Darmflora integrieren und sie so unterstützen.

5. Trinken Sie genug. Als Faustregel gilt: Zwei Liter pro Tag. Wenn Sie es genau wissen wollen, nehmen Sie 30 ml Flüssigkeit pro Kilo Körpergewicht zu sich. Wählen Sie nach Möglichkeit kühle Getränke. Diese regen Ihre Verdauung an, indem sie die Transportzeit Ihrer Nahrung verkürzen. Verzichten Sie dagegen auf süße Getränke, etwa Limonaden.

6. Unterdrücken Sie Ihren Stuhlgang nicht. Merken Sie, dass Sie auf Toilette müssen, gehen Sie. Denn wenn Sie ein paar Mal einhalten, wird Ihr Darm das Signal zur Entleerung nicht mehr geben.

7. Nehmen Sie sich Zeit für den Stuhlgang. Vermeiden Sie zu starke Pressen, und werden Sie nicht ungeduldig, wenn es etwas länger dauert. Sonst stören Sie auf Dauer die Verdauungsprozesse Ihres Körpers.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten