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Farbliche Veränderungen im Stuhl

Wenn Ihr Stuhl sich farblich stark verändert, weist das möglicherweise auf Erkrankungen und gesundheitliche Probleme hin. Informieren Sie sich hier über die Veränderungen, mögliche Ursachen und Behebung.

Grauer oder lehmfarbener Stuhl weist auf das Fehlen von Bilirubin im Stuhl hin. Dazu kommt es, wenn der Gallengang verstopft ist und die Gallenflüssigkeit nicht mehr in den Darm gelangt. Als mögliche Ursachen für diese Farbveränderung kommen Gallensteine, ein Tumor der Bauchspeicheldrüse oder eine Hepatitis (Leberentzündung) in Frage.

Weist der Stuhl eine hellbraune oder gelbe Farbe auf, spricht diese Veränderung für eine „Verdünnung“ der Stuhlfarbe durch Wasser.

Dafür sind unter Umständen Darminfektionen, chronische Darmentzündungen sowie Durchfall verantwortlich. Bei einem rotbraunen oder dunkelroten Stuhl fällt der Verdacht auf Blutungen im Dickdarm. Als mögliche Ursachen für diese Veränderung gelten Darmkrebs, Darmdivertikel sowie chronische Darmentzündungen.

Dunkler Stuhl kann Blut enthalten

Ein schwarzer Stuhl (auch „Teerstuhl“ genannt) ist ein sicheres Zeichen für Blutungen im oberen Verdauungstrakt, denn die schwarze Stuhlfarbe entsteht durch den Kontakt von Blut mit der Magensäure. Mögliche Ursachen sind geplatzte Krampfadern in der Speiseröhre oder offene Magengeschwüre. Achtung: Auch Eisen-, Kohle- und Wismutpräparate gegen den Magenkeim Heliobacter verursachen möglicherweise Teerstuhl.

Rötliche Blutbeimengungen und Auflagerungen deuten auf Verletzungen des Darms oder des Afters hin. Diese Form sollte man auf jeden Fall von einem Arzt abklären lassen. Darmkrebs, Divertikel, Hämorrhoiden und Hautrisse am After können der Grund für diese Farbveränderung im Stuhl sein.

So funktioniert Ihr Bauchgehirn

Neurogastrologen haben erforscht, dass die Nervenzellen von Gehirn und Darm die gleiche Bauart haben, Wirk- und Botenstoffe sind ebenfalls identisch. Allerdings sind die Ihres Darms nicht so komplex organisiert wie die Ihres Gehirns.

Im Darm sitzen mehr als 100 Millionen Nervenzellen – etwa genauso viele wie im Gehirn. Das komplexe Nervengeflecht ähnelt seinem Partner im Kopf. Entscheidungen kann Ihr Bauchgefühl allerdings nicht treffen. Doch ist es beispielsweise außerordentlich hellhörig für Stress. Viele Menschen können das bestätigen. Wann immer sie etwas bedrückt oder belastet, taucht es als Beschwerde irgendwo zwischen Speiseröhre und Enddarm wieder auf. Sei es als Magendrücken, Reizdarm, Durchfall oder Appetitlosigkeit.

Das ist der Bauplan Ihres Bauchgehirns: Zwei Nervenstränge, der Vagus und der Sympathikus, verbinden Ihr Gehirn mit den Eingeweiden. Wenn nun Ihre innere Anspannung steigt, überschüttet Ihr Gehirn den Verdauungstrakt mit Neurotransmittern und Hormonen.

Je nach Ihrer persönlichen Schwachstelle hat das unterschiedliche Folgen: Mal verlangsamt sich die Verdauungsarbeit, mal verkrampft sich die Muskulatur, mal bildet sich zu wenig Säure im Magen. Je stärker Ihr subjektives Stressempfinden, desto mehr biochemische Stressstoffe schüttet Ihr Körper aus. Chronischer Stress kann aus neurobiologischer Sicht auch zur Schädigung oder Zerstörung der Spiegelzellen im Gehirn führen.

Ihr Bauchgehirn steuert die unwillkürlichen Prozesse in ihrem Körper und steht in enger Verbindung mit Ihrem Gehirn. Von keinem anderen Organ werden so viele Nervenimpulse an das Gehirn gesendet wie von Ihrem Darm. Knapp drei Viertel Ihrer Abwehrzellen sitzen in der Schleimhaut Ihres Darms. Ihre Immunabwehr unterliegt weitgehend dem Bauchgehirn.

Wie oft muss man „müssen“?

Ein Leser erkundigte sich nach der „ordnungsgemäßen“ Häufigkeit des Stuhlgangs: „Wie oft muss der Mensch müssen?“ Die meisten Menschen glauben, dass sie jeden Tag auf die Toilette müssen und machen sich schon Sorgen, wenn mal ein Tag dazwischen liegt. Das ist jedoch ein großer Irrtum.

Die Spannbreite der Stuhlentleerung liegt zwischen dreimal täglich und dreimal wöchentlich. Von einer Verstopfung spricht man, wenn der Darm seltener als alle zwei bis drei Tage entleert wird oder der Stuhl zu hart ist, nur unter starkem Pressen oder mit einem Gefühl der unvollständigen Entleerung abgesetzt werden kann. Hier schafft ein Einlauf sichere Abhilfe.

Mit einem Einlauf helfen Sie Ihrem Darm wieder auf die Sprünge

  • Mit einem Einlauf entleeren Sie Ihren Darm dann, wenn es passt. Im Gegensatz dazu können Sie bei Abführmitteln oft schlecht einschätzen, wann „es“ denn nun wirklich losgeht. Das kann Sie in Ihrem Bewegungsradius erheblich einschränken.
  • Die Wirkung eines Einlaufs setzt fast unmittelbar ein. Denn der Einlauf löst im Enddarm einen spontanen Entleerungsreflex aus.
  • Verhärteter Stuhl wird weich gemacht und verdünnt.
  • Die Darmentleerung ist weniger schmerzhaft.
  • Wenn Sie einmal versehentlich zu große Mengen des Abführmittels einnehmen, rächt sich das oft in Bauchkrämpfen und heftigen Durchfällen.
  • Sie können Einläufe spontan und einmalig vornehmen, beispielsweise wenn Sie morgens nach einer Weile merken, dass Ihr Darm sich mit der Entleerung schwer tut.
  • Einläufe haben keinen Gewöhnungseffekt wie Abführmittel, denn sie wirken nur im Enddarm, stören hier aber die natürlichen Abläufe nicht.
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