Chronische Darmerkrankungen: Medikamentöse Therapie
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Die medikamentöse Therapie spielt eine Schlüsselrolle in der Behandlung entzündlicher Darmerkrankungen. Obwohl sie keine Heilung bietet, kann sie häufig die Symptome lindern. Hat Ihr Arzt einmal das passende Medikament oder die passende Medikamentenkombination gefunden, können die Beschwerden häufig reduziert werden. Das kann allerdings einige Zeit dauern. Zu den Arzneien, die in Betracht gezogen werden, gehören:
Entzündungshemmende Medikamente – Sie werden häufig als erstes in der Behandlung der entzündlichen Darmerkrankungen angewandt. Derartige Wirkstoffe sind Balsalazid (dieser Wirkstoff ist in Deutschland nach Auskunft des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, Bonn, für CED nicht zugelassen.), Mesalazin (z. B. Azulfidine®), Olsalazin (z. B. (Dispenum®) und Sulfasalazin (z. B. Claversal®).
Bei mittelgradigen bis schweren entzündlichen Darmerkrankungen, die nicht auf andere Behandlungsformen reagieren, kann eine andere Gruppe antientzündlicher Medikamente angewandt werden: Kortikosteroide (beispielsweise Prednison, Methylprednisolon und Hydrocortison).
Immunmodulatoren – Diese Medikamente werden benutzt, um ein überaktives Immunsystem wieder zu normalisieren. Die dabei am häufigsten verordneten Substanzen sind Azathioprin (z. B. Imurek®) und 6-Mercaptopurin (z. B. Puri-Nethol®).
Infliximab wurde von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA für die Kurzzeitbehandlung mäßiger bis schwerer Symptome des Morbus Crohn zugelassen. Jedoch weisen neuere Studien darauf hin, dass es auch in einer Langzeittherapie wirksam ist. In Deutschland ist Infliximab bei Formen des Morbus Crohn zugelassen, die auf eine Kortikosteroid und/oder eine Immunsuppressivumtherapie nicht ansprechen, und solchen mit Fistelbildung, die auf eine konventionelle Behandlung nicht ansprechen. Für Patienten, bei denen andere Medikamente nicht wirken, sind die Wirkstoffe Methotrexat und Ciclosporin eine weitere Option. Beide haben in Deutschland für die Behandlung von CED jedoch keine Zulassung (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Bonn).
Antibiotika – Mit Metronidazol (z. B. Clout®) und Ciprofloxazin (z. B. Ciprobay®) können Abszesse und Fisteln behandelt werden, die bei Morbus Crohn auftreten. In einigen Fällen können diese Wirkstoffe auch dann eine günstige Wirkung bei Morbus Crohn haben, wenn keine Fisteln oder Abszesse vorliegen. Eine Langzeitanwendung ist oft jedoch auf Grund der Nebenwirkungen nicht möglich.
In manchen Situationen können Nikotinhautpflaster kurzzeitig benutzt werden, um Schübe der Colitis ulcerosa zu lindern. Es ist nicht klar, warum das Nikotinhautpflaster diese Wirkung hat.
Je nach den vorliegenden Symptomen kann Ihr Arzt auch den Einsatz anderer Medikamente empfehlen. Dazu können gehören: Arzneien gegen Durchfall, Paracetamol, Eisenpräparate und Injektionen von Vitamin B12. Außerdem werden eine Reihe anderer Medikamente im Rahmen klinischer Versuche zur Behandlung des Morbus Crohn und der Colitis ulcerosa getestet.
Was Sie selbst tun können
Möglicherweise sind Sie über längere Zeit frei von CED-Symptomen. Eine Veränderung des Lebensstils kann dazu beitragen, die Symptome zu begrenzen oder sogar den Zeitraum zu verlängern, in dem Sie symptomfrei sind. Solche Veränderungen betreffen:
Ernährung – Obwohl es keine klaren Beweise gibt, scheinen einige Nahrungsmittel wie zum Beispiel Milchprodukte und fette Speisen eine entzündliche Darmerkrankung bei manchen Personen zu verschlimmern. Sie können versuchen, bestimmte Nahrungsmittel für eine gewisse Zeit von Ihrem Speiseplan zu streichen, um festzustellen, ob dies Linderung bringt. Bevor Sie zum Ausgleich für mangelnde Nährstoffe ein Multivitaminpräparat einnehmen, sollten Sie Ihren Arzt fragen. Ergänzungspräparate aller Art sollten nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. Einige davon können mit anderen Medikamenten Wechselwirkungen haben.
Reichliche Flüssigkeitszufuhr – Trinken Sie mindestens 8 Gläser (etwa 2 Liter) Flüssigkeit täglich, am besten Wasser, um den Flüssigkeitsverlust vom Durchfall auszugleichen.
Stressreduktion und Stressbewältigung – Obwohl Stress keine Ursache von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ist, kann er die Symptome verschlimmern. Gleichen Sie den Stress durch tägliche Übungen, Ruhe und Entspannungstechniken aus.
Meiden Sie NSAR (nichtsteroidale Antiphlogistika/Antirheumatika) – dazu gehören unter anderem Ibuprofen und Naproxen. Sie können die Symptome verschlimmern.
Nehmen Sie Kontakt mit unterstützenden Personen oder Organisationen auf – Ziehen Sie die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe in Betracht. Informationen und Hilfe finden Sie bei der Deutschen Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung e.V., Paracelcusstr. 15, 51375 Leverkusen, Tel.: 0 214 / 87 60 8-0, E-Mail: info@.dccv.de; Internet: www.dccv.de.