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Statine sorgen für starke Muskelschmerzen

Statine gehören immer noch zu den Medikamenten, die am häufigsten verschrieben werden. Ihre Wirkungsweise: Sie hemmen ein bestimmtes Enzym, so dass der Körper kein Cholesterin mehr bilden kann. Um diesen Mangel auszugleichen, nehmen die Zellen dann LDL-Cholesterin aus dem Blut auf, das mit der Nahrung in den Körper gelangte.

Statine verursachen oft Muskelschmerzen

Aber die Medikamente haben auch gravierende Nebenwirkungen. So klagen viele Nutzer über Muskelschmerzen – und gerade bei Menschen, die sich bewegen, sind 75 Prozent hiervon betroffen. Ihre Alternativen sind häufig, entweder den Sport an den Nagel zu hängen oder das Medikament eigenmächtig abzusetzen – beide Varianten sind nicht empfehlenswert.

Doch woraus resultieren die Muskelschmerzen? Dieser Frage sind dänische Wissenschaftler nachgegangen. Sie haben herausgefunden, dass bestimmte Wirkstoffe daran schuld sind. Sie verhindern, dass die Zellen ausreichend mit Energie versorgt werden. Dies führt zu den Schmerzen.

Die Forscher konnten nachweisen, dass in den Muskelfasern bei den Menschen, die Statine einnehmen, nicht nur die Co-Enzym Q10-Menge reduziert ist, sondern auch ein bestimmtes Enzym nicht seiner vollen Leistung nachkommen kann. Dieses aber ist wichtig für die Energiegewinnung. Die Wirkstoffe der Statine haben zudem eine andere Auswirkung: Sie senken die Aufnahme für Glukose und verringern dadurch, dass den Muskelzellen genügend „Nahrung“ bzw. Energie zur Verfügung steht. Dies ist auch Grund dafür, warum gerade die Menschen betroffen sind, die sich viel bewegen.

Weitere Nebenwirkungen möglich

Zudem können Statine noch eine weitere Nebenwirkung haben. Es kann passieren, dass das Muskelgewebe großflächig zerfällt, es zur so genannten Rhabdomyolyse kommt. Wenn Sie Statine nehmen und unter den Nebenwirkungen leiden, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, welche Alternativmöglichkeiten es für Sie gibt, Ihren Cholesterinspiegel zu senken.

Merck nimmt Cholesterinsenker vom Markt

Tredaptive sollte Patienten helfen, nun musste der Hersteller Merck das Medikament vom Markt nehmen. Eigentlich war das Mittel gedacht für Menschen, die schon Statine nehmen müssen, bei denen diese aber nicht in der Lage sind, den Cholesterinspiegel in ausreichender Höhe zu senken. Die Wirkweise von Tredaptive: Der enthaltene Wirkstoff ist Niacin. Er sollte helfen, das LDL-Cholesterin und auch die Triglyceride aus dem Blut zu transportieren. Das versprach zumindest der Hersteller. Und er war auch der Meinung, dass der zusätzlich enthaltene Stoff Laropiprant eine gute Verträglichkeit des Medikaments garantieren könne.

Eine Studie an mehr als 25.000 Patienten, durchgeführt von der University of Oxford, zeigt nun, dass diese Versprechungen nicht zutreffen. Das Mittel ist nicht in der Lage, Krankheitsrisiken wie die für Herzinfarkt und Schlaganfall zu senken. Schlimmer noch: es kommt viel zu häufig zu Nebenwirkungen des Niacins in Form von Hautrötungen, Blutdruckabfall, Verdauungsstörungen und Haarausfall. Zudem kann das Niacin die Konzentration der Harnsäure im Blut steigern und so zu Gicht führen.

Merck zog nun das Mittel vom Markt zurück, bevor die Europäische Arzneimittel-Agentur es verbieten konnte. Dieses Verbot wird in der nächsten Woche erwartet. Vertrieben wird das Medikament unter den Namen Pelzont, Trevaclyn oder Tredaptive – wenn Sie es nehmen, wenden Sie sich an Ihren Arzt, um das weitere Vorgehen mit ihm abzusprechen.

Verstärken Sie Ihre Trainingswirkung mit gezielten Pausen

Es gibt einen sehr effektiven Weg, wie Sie Ihre Triglycerid-Werte ohne Medikamente, ohne Ernährungsumstellung und ohne Nahrungsergänzungsmittel in den Griff bekommen – und das Beste: dieser Weg ist einfach und kostenlos. Aber bitte laufen Sie nicht gleich aus dem Zimmer, wenn ich Ihnen verrate, was es ist. Denn eine neue Studie zeigt, dass die Art wie Sie … trainieren (oh, ich habe es gesagt, lesen Sie trotzdem weiter?) einen Unterschied machen kann, wie Ihr Körper Triglyceride verarbeitet.

Und die gute Nachricht ist, dass die einfachste Trainingsweise auch die beste sein kann. Richtig: Einfach reicht aus.

Die meisten von Ihnen wissen sicherlich, wie wichtig es ist, die Triglycerid-Werte niedrig zu halten. Triglyceride sind natürlich vorkommende Stoffe im Blut, die sich aus Nahrungsfetten herleiten. Sie werden auch im Körper aus bestimmten Energiequellen wie Kohlehydraten erzeugt. Wenn sich diese Triglyceride an Trägerproteine binden, entstehen so genannte Lipoproteine, die Fettablagerungen in den Herzarterien verursachen können. In den letzten Jahren haben mehrere Studien gezeigt, dass hohe Triglycerid-Werte das Risiko von Herzkrankheiten erhöhen können.

Das bringt uns zu postprandialer Lipämie. Dies ist ein Zustand, der auftritt, wenn Triglyceride, Cholesterin und andere Blutfettwerte nach einem extrem fetthaltigen Essen, das nicht durch andere Ernährung ausgeglichen wird, ansteigen. Das Risiko von Herzkrankheiten steigt an, wenn postprandiale Lipämie chronisch wird.

Weil Untersuchungen gezeigt haben, dass Sport helfen kann, die Blutfettwerte nach dem Essen zu senken, entwickelten die Wissenschaftler der Southwest Missouri State University (SMSU) eine Studie, in der sie den Effekt zweier verschiedener Trainingsmodelle auf postprandiale Lipämie untersuchten.

Leichter Ausdauersport reguliert Ihre Werte

An der Studie nahmen 29 untrainierte Frauen und Männer Mitte 20 teil. Jeder Teilnehmer durchlief drei Versuchsphasen.

Während einer Phase trainierten sie 30 Minuten am Stück. 12 Stunden später erhielten sie eine stark fetthaltige Mahlzeit: einen Milchshake mit stark fetthaltiger Creme (1,5 Gramm Fett pro Kilogramm Körpergewicht). Während einer weiteren Phase dauerte das Training ebenfalls 30 Minuten, aber es war in 3 zehnminütige Blöcke unterteilt, zwischen denen jeweils eine Pause von mindestens 20 Minuten lag. Wieder gab es nach 12 Stunden den Milchshake. In der letzten Phase wurde überhaupt nicht trainiert; es gab nur den Milchshake.

Die Wissenschaftler maßen die Blutfettwerte 5 Mal: vor dem Shake und dann zwei, vier, sechs und acht Stunden nach der Mahlzeit. Bei jedem Teilnehmer waren die Untersuchungsphasen durch eine mindestens 7-tägige Pause von einander getrennt und die Phasen wurden zufällig ausgewählt.

Das Ergebnis: Die Cholesterinwerte unterschieden sich kaum in den drei Phasen. Aber der Anstieg der Triglyceridwerte war deutlich niedriger beim unterbrochenen Training als bei den anderen beiden Phasen. Die Wissenschaftler sind der Ansicht, dass eine unterbrochene Trainingseinheit effektiver ist als kontinuierliches Training, wenn es darum geht, postprandiale Lipämie in den Griff zu bekommen.

Größere Studien werden noch folgen, um diese Ergebnisse zu bestätigen. Aber die Ergebnisse klingen schon einmal vielversprechend für diejenigen, die keine 30 Minuten oder länger Trainingszeit am Stück freischaufeln können.

Aber beachten Sie: langsame Spaziergänge sind nicht wirklich effektiv, wogegen schnelle, kurze Märsche Ihnen wirkliche Gesundheitsvorteile verschaffen.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
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Alte Kommentare
  • würffel schrieb am 08.01.2013, 16:36 Uhr

    ich habe bis vor kurzem omega3-öl zu mir genommen. aus geldgründen bin ich auf simvastatin ausgewichen. nun habe ich seit heute schmerzen im wirbelsäulenbereich. können diese mit dem simvastatin zusammenhängen?

  • peggy schrieb am 08.01.2013, 20:12 Uhr

    Laut diesem Bericht: http://www.statinnation.net/ ist ein erhoeter Cholestrin Spiegel ist neuerdings eher angebracht und notwendig. Der Bericht ist auf Englisch. Falls sie jemanden haben der diesen Bericht fuer Sie uebersetzten kann fanede ich es wichtig diese Information und diese Forschung miteinzubeziehen

  • Pollesch schrieb am 08.01.2013, 22:47 Uhr

    Nehme seid 5 J. Simvastatin und habe immer Schmerzen.Angeblich Diabetes II bedingt. Diabt.neuropathie? Ohne Tavor 400 mg geht bei mir nichts mehr. Simvastatin absetzen. Dr.sagt Nein..Warum ???

    • hubert antwortete am 10.01.2013, 12:28 Uhr

      Hallo, Ich habe das Sauzeug vor kurzem auch abgesetzt. Eigentlich hab ich es wegen einer bestimmten Nebenwirkung genommen. Statine reduzieren die Produktion von bestimmten T-Helfer-Zellen und sind damit Schubprophylaxe bei MS. Aber man muss ja nicht den Teufel per Belzebub austreiben.

    • Johann Niedermayer antwortete am 10.01.2013, 18:31 Uhr

      Sehr geehrter Herr Pollesch! Cholesterin verursacht insofern Arteriosklerose, als es zur Reparatur von Blessuren an den Gefäßen als Reparaturwerkstoff eingesetzt wird. Wenn man keine Arteriosklerose haben möchte, dann muss man die Gefäße so ernähren, dass sie keine Blessuren kriegen. Hinsichtlich Zuckerkrankheit: Laut Dr. Schnitzer beruht die Insulinresistenz auf einer Verstopfung des Interstitiums bzw. auf einer Verdickung der Zellmembranen, wodurch die Insulinrezeptoren nicht mehr herausragen, um die Insulinbotschaft empfangen zu können. Ich habe gehört, dass schon einige Personen den Diabetes durch das Trinken von Kangenwasser losgeworden sind. (Kangenwasser ist infolge seiner Alkalität und seiner besonderen Struktur imstande, den Organismus von Verunreinigungen zu säubern.)

    • Johann Niedermayer antwortete am 11.01.2013, 11:34 Uhr

      Dem Herrn Hubert möchte ich ebenfalls mitteilen, dass ihm vielleicht das Trinken von Kangenwasser helfen kann. MS gehört doch zu den sog. "autoimmunen Unregelmäßigkeiten". "Autoimmune Unregelmäßigkeiten" waren denn auch in einer Liste von Krankheiten aufgeführt, die durch Übersäuerung hervorgerufen werden können.

  • Johann Niedermayer schrieb am 09.01.2013, 22:13 Uhr

    Die Idee, dass hohes Cholesterin Arteriosklerose verursache, ist ein Vorwand, um den Menschen Medikamente anzudrehen. Aus einer Zeitschrift: >> Medikamente sind nicht dazu da, Krankheiten zu heilen, wie einer der Analysten der Industrie offen in einem Interview bekannte, das in diesem Jahr (2003) in der International Herald Tribune veröffentlicht wurde. "Wenn klinische Studien mit Medikamenten durchgeführt werden, sind wir über zwei Katastrophen in Sorge. Eine Katastrophe ist, dass Menschen sterben. Die andere, dass sie geheilt werden. Die wirklich guten Medikamente sind die, die über eine lange Zeit eingenommen werden können." << Hohes Cholesterin verursacht nichts. Hohes Cholesterin wird verursacht. Also ist es meschugge, einen hohen Cholesterinwert mit Medikamente anzugehen.

  • Franz Oesch schrieb am 16.01.2013, 19:05 Uhr

    Sehr geehrte Frau Dr. Hahn-Hübner, Ich zitiere aus Ihrem Artikel: "...Sie haben herausgefunden, dass bestimmte Wirkstoffe daran schuld sind. ... Die Forscher konnten nachweisen, dass in den Muskelfasern bei den Menschen, die Statine einnehmen, nicht nur die Co-Enzym Q10-Menge reduziert ist, sondern auch ein bestimmtes Enzym nicht seiner vollen Leistung nachkommen kann...". Geht das auch ein bisschen informativer? In Klammern beifügen, was "ein bestimmtes" ist (in Klammern, damit ein an diesem Detail nicht Interessierter sieht, dass er das ruhig überlesen kann; aber beifügen, damit ein Interessierter sieht um was es sich handelt)?