MenüMenü

Nachteile von Statinen

Die Nebenwirkungen der Statine sind im Allgemeinen leicht. Allerdings besteht das Risiko von schwerwiegenderen Nebeneffekten, die einige bestimmte Organe betreffen.

Die Muskeln

In den meisten Fällen sind die durch Statine verursachten Muskelschwächen und -schmerzen leicht und vorübergehend. Gelegentlich zeigen erhöhte Werte eines bestimmten Blutenzyms (Kreatin-Kinase) eine Statin-Myopathie an. Das ist eine entzündliche Muskelerkrankung, die Schmerzen und Muskelschwäche verursachen kann.

Bei Bedarf bestimmt Ihr Arzt den Wert dieses Enzyms in Ihrem Blut. In manchen Fällen treten die Beschwerden bei normal hohen Werten auf. In schweren Fällen lösen sich die Muskelzellen auf (Rhabdomyolyse) und geben Myoglobin (Muskeleiweiß) ins Blut ab. Gibt der Körper Myoglobin in den Urin ab, kann dies die Nieren schädigen. Das führt unter Umstäden zu Nierenversagen und in seltenen Fällen zum Tod.

Nimmt man bestimmte Medikamente zusammen mit Statinen ein, erhöht dies das Risiko einer Rhabdomyolyse. Zu diesen Arzneien gehören die gängigen Antibiotika Erythromycin und Clarithromycin sowie die Wirkstoffe Nefazodon und Cyclosporin und Antipilzmittel wie Ketoconazol und Itraconazol.

Nimmt man andere Cholesterin senkende Medikamente wie Gemfibrozil und Niazin zusammen mit Statinen ein, erhöht sich das Risiko für Muskelschäden erheblich. Aus diesem Grund achtet Ihr Arzt auf Komplikationen. Muskelschmerzen in Zusammenhang mit der Einnahme von Statinen verwechselt man in vielen Fällen mit anderen Beschwerden wie Arthritis und Tendonitis (Entzündung des Sehnengewebes). Treten bei Ihnen während der Einnahme von Statinen Muskelschmerzen oder Muskelempfindlichkeiten neu auf, teilen Sie dies Ihrem Arzt mit.

Die Leber

Gelegentlich erhöhen Statine die Werte der Leberenzyme. Sind die Werte stark erhöht (übersteigen etwa das obere Limit um das Dreifache), müssen Sie die Statine absetzen. Normalerweise gehen die statinverursachten Leberstörungen nach Beendigung der Einnahme zurück.

Bestimmte andere Cholesterin senkende Wirkstoffe wie Gemfibrozil und Niacin erhöhen das Risiko einer Lebervergiftung, wenn man sie zusammen mit Statinen einnimmt. Die Leberprobleme entwickeln sich ohne ersichtliche Symptome. Aus diesem Grund ist es wichtig, regelmäßig Leberfunktionstests durchzuführen, wenn Sie Statine einnehmen.

Das Nervensystem

In Untersuchungen stellten Forscher eine mögliche Verbindung zwischen der regelmäßigen Einnahme von Statinen und einem erhöhten Risiko für eine periphere Neuropathie fest. Das ist eine Erkrankung, die die peripheren Nerven betrifft. Diese Nebenwirkung tritt in seltenen Fällen auf.

Neues cholesterin-senkendes Medikament

Ein neues Medikament unterstützt den Kampf gegen erhöhte Cholesterin-Spiegel. Seit November 2002 ist in Deutschland Ezetimib (Ezetrol®) zur Senkung des Cholesterin-Spiegels in Kombination mit Statinen zugelassen.

Ezetimib hemmt die Aufnahme von Cholesterin durch die Darmwand. Statine blockieren dagegen die natürliche Cholesterin-Produktion in der Leber. Wie klinische Studien zeigten, senkt die alleinige Gabe von Ezetimib die Konzentration des „schlechten“ Low-Densitity-Lipoproteins (LDL) im Blut um 20 Prozent. Menschen, die Statine einnahmen, senkten durch den Zusatz von Ezetimib ihr LDL-Cholesterin um weitere 21 Prozent und ihre Triglyzeride um weitere 11 Prozent.

Die Ärzte der Mayo Clinic gehen davon aus, dass Ezetimib vorwiegend bei Patienten zum Einsatz kommt, die Statine nehmen und eine weitere Hilfe bei der Cholesterin-Senkung benötigen.

Statine bleiben das Mittel der ersten Wahl bei erhöhtem Cholesterin-Spiegel, weil sie vermutlich weiteren Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall bieten. Die Ärzte der Mayo Clinic nehmen an, dass Ezetimib besonders für solche Menschen hilfreich ist, bei denen die Statine nicht ausreichend wirken oder die keine höheren Statindosen vertragen. Ezetimib verursacht weniger gastrointestinale Nebenwirkungen (z. B. abdominale Schmerzen, Diarrhoe und Verstopfung) als andere Medikamente, welche die Cholesterinaufnahme hemmen.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten