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Laufen Sie Ihrem Cholesterin davon: Jeder Schritt lässt Ihr Herz länger schlagen

Nur jeder siebte Deutsche kennt seinen

Laufen© Stefan Schurr - Fotolia
Cholesterinspiegel – immerhin bei 75 % der Deutschen ist er zu hoch. Schnell werden dann Cholesterinsenker verschrieben. Aber das eigentliche Problem wird damit natürlich nicht gelöst. Denn die Medikamente senken sowohl gutes als auch schlechtes Cholesterin. Ich zeige Ihnen, warum das gute HDL der Freund Ihres Herzens ist – und wie Sie es ganz einfach erhöhen können.

Drei Viertel aller Deutschen haben einen Gesamtcholesterinspiegel über 200 mg/dl. Theoretisch wäre das nicht schlecht, wenn der HDL-Anteil des Gesamt-Cholesterins hoch wäre und der LDL-Anteil niedrig. Die Realität sieht allerdings anders aus. Die meisten Menschen haben einen viel zu hohen LDL-Anteil und damit einen zu hohen Cholesterinquotienten.

Auch wenn Sie mit so einem Wert noch nicht zwangsläufig an Arterienverkalkung erkranken müssen, die Pharma-Industrie freut sich auf jeden Fall auf Sie. Denn Sie sind ein perfekter Kunde. Ihnen kann man ständig neue Cholesterinsenker verkaufen.

LDL und HDL – Feind und Freund Ihrer Gefäße

LDL und HDL werden immer als schlechtes und gutes Cholesterin bezeichnet. Dabei sind LDL und HDL selbst kein Cholesterin, sondern Lipoproteine. Diese Eiweißstoffe transportieren das Cholesterin durch Ihren Körper. LDL bringt es in Ihre Blutgefäße hinein. Hier wird es an eventuell vorhandenen Kerben in der Zellwand abgelagert. Das kann auf Dauer zu einer Verengung der Blutgefäße, zu Arteriosklerose und Herzinfarkt führen.

Besonders gefährlich wird es, wenn in Ihrem Körper oxidiertes LDL vorhanden ist. Dies kann durch Umweltgifte, freie Radikale oder durch Schadstoffe, zum Beispiel aus Zigaretten, entstehen. Dringt oxidiertes LDL in Ihre Zellen ein, entstehen Schaumzellen, die zusammen mit dem Cholesterin Ihre Arterien noch schneller verstopfen.

Ich rate meinen Patienten daher immer, ihren LDL-Spiegel im Blut nicht über 110 mg/dl ansteigen zu lassen. Besser ist aber ein Wert von unter 100 mg/dl. So sind sie vor übermäßigem LDL geschützt.

HDL dagegen ist der Freund Ihres Herzens. Es schützt die Blutgefäße, indem es überflüssiges Cholesterin aus dem Blut in die Leber abtransportiert. Darüber hinaus ist es in der Lage, LDL-Ablagerungen aufzulösen, so dass das an LDL gebundene Cholesterin ebenfalls über Leber und Darm ausgeschieden werden kann.

Das HDL-Cholesterin lagert sich als Schutzschicht an den Wänden der Arterien an. So verhindert es, dass sich hier zusätzliches Fett ablagern kann. Dadurch können sich Ihre Arterien nicht verengen. HDL schützt Sie so vor Arteriosklerose. Meinen weiblichen Patienten empfehle ich einen HDL-Spiegel von über 45 mg/dl Blut, bei meinen männlichen Patienten dränge ich auf mindestens 35 mg/dl. Je höher dieser Wert ist, desto geringer ist Ihr Herzinfarkt-Risiko.

Die Mär vom bösen Cholesterin

Wenn man den Wassergehalt außer Acht lässt, besteht unser Gehirn zu einem Fünftel und das Herz zu einem Zehntel aus reinem Cholesterin.

Den Hauptanteil des für die vielfältigen Aufgaben benötigten Cholesterins kann der menschliche Organismus selbst herstellen. Zusätzlich nehmen wir mit der Nahrung die noch fehlende Menge auf. Bei einer ausgewogenen Mischkost sind das pro Tag etwa 0,2 bis 0,8 Gramm. Dabei sollten Sie beachten: Wenn Sie Ihrem Körper mit der Nahrung zu wenig Cholesterin zuführen, steigert er automatisch die Eigenproduktion. Wenn Ihre Cholesterinwerte tatsächlich zu hoch sind, kann eine cholesterinarme Ernährung also nicht die Lösung des Problems sein.

Der bessere Weg ist hier sicher eine ballaststoffreiche Ernährung. Ballaststoffe können verhindern, dass Cholesterin mit den Gallensäuren über den Darm wieder dem Blut zugeführt wird. Das führt zu einer erhöhten Produktion neuer Gallensäuren und damit auch zu einem erhöhten Verbrauch an Cholesterin wodurch sein Spiegel im Blut sinkt.

Was ist ein gesunder Gesamt-Cholesterinspiegel?

Antworten auf diese Frage bekommen wir durch zwei Beobachtungen: Die erste stammt aus der so genannten Framingham-Studie. Hier wurde über Jahrzehnte hinweg die Bevölkerung einer Kleinstadt untersucht. So konnten die Forscher Zusammenhänge erkennen, unter anderem zwischen Cholesterin und Lebenserwartung. Die Wissenschaftler stellten fest: Liegt der Cholesterinwert unter 150 mg/dl, dann gibt es keinen Schlaganfall und keinen Herzinfarkt.

Die zweite Beobachtung habe ich bei Reisen in die Kalahari in Südafrika gemacht. Die dortigen Buschleute haben einen Cholesterinspiegel von 77 mg/dl. Warum? Sie verbringen ihre Tage nicht vor dem PC oder auf der Coach, sondern sie laufen und bewegen sich.

Laufen Sie dem LDL-Cholesterin einfach davon

Um Ihr Gesamt-Cholesterin, also die Summe aus HDL und LDL, in gesunde Bahnen zu lenken, sollten Sie eventuelles Übergewicht reduzieren.

Machen Sie es daher wie die Buschmänner: Laufen Sie los. Keine Pille, keine Diät ist so effektiv wie Ausdauertraining, wenn es darum geht, auf der einen Seite das schlechte LDL zu senken und dafür das gute HDL zu erhöhen. Laufen Sie regelmäßig, so steigert sich pro Kilometer, den Sie in der Woche zurücklegen, Ihr HDL-Spiegel um 0,13 mg/dl Blut. Das ergab eine Studie aus Kalifornien an über 1.800 Frauen im Durchschnittsalter von 40 Jahren. Frauen, die 16 Kilometer pro Woche liefen, hatten einen HDL-Spiegel von 59 mg/dl, diejenigen, die bis zu 32 km liefen, einen von 62 mg/dl etc.

Laufen hat darüber hinaus noch eine weitere positive Auswirkung auf Ihren Körper: Nur vier Wochen dauert es, und Ihre somatische Intelligenz erwacht wieder neu. Unter somatischer Intelligenz verstehen wir Mediziner, dass Ihnen Ihr Körper verrät, auf was er wirklich Appetit hat und was er braucht. Probieren Sie es aus. Sie werden feststellen, dass Sie plötzlich Appetit auf Fisch, Gemüse, Obst, Olivenöl und Vollkornprodukte haben.

Die Folge: Ihre Aufnahme tierischer Fette und damit Ihr Cholesterinspiegel sinken. Dann brauchen Sie keine Angst mehr zu haben, wenn Sie mal ein Ei oder ein Butterbrot mehr essen.

Meine beiden Spezial-Tipps für einen gesunden Cholesterinspiegel

Es gibt noch zwei Tipps, die ich meinen Patienten mit hohem Cholesterinspiegel immer mit auf den Weg gebe.

  1. Achten Sie auf eine ausreichende Vitamin-C-Versorgung. Vitamin C hilft, eine Oxidation des LDLs zu verhindern. Es wirkt als Antioxidanz und verhindert so, dass Sie an Arteriosklerose und anderen Gefäßschäden erkranken.
  2. Essen Sie Heidelbeeren, trinken Sie Heidelbeersaft. Die kleinen Beeren enthalten das so genannte Pterostilben. Dieser Stoff wirkt wie ein Cholesterinsenker. Vorteil: Er hat keine Nebenwirkungen.
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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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