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Aufgepasst: Diese Hausmittel senken den Blutdruck

Bluthochdruck ist in Deutschland weit verbreitet: Fast jeder Zweite über 35 Jahren ist betroffen. Von einer Hypertonie sprechen Ärzte, wenn der Blutdruck dauerhaft zu hoch ist, also in mehreren Messungen der systolische Wert über 140 mmHg und der diastolische Wert über 90 mmHg liegt.

Hausmittel, die den Blutdruck senken

Wenn Sie die ersten Anzeichen von hohem Blutdruck verspüren, sollten Sie aktiv werden und versuchen, diesen zu senken. Dabei müssen Sie zum Blutdruck senken nicht gleich zu Medikamenten greifen. Es gibt viele Hausmittel, die Ihnen dabei helfen können:

  • Trinken Sie viel, nicht nur Wasser. Greifen Sie zu Tees wie Kamille oder Pfefferminze. Beide sind bekannt dafür, eine blutdrucksenkende Wirkung zu haben.
  • Kochen Sie kleingeschnittene Knoblauchzehen, Zwiebeln und Saft von ganzen Zitronen im Verhältnis 1:1:1 auf. In dunkle Flaschen abfüllen, dunkel und kühl lagern. Hiervon nehmen Sie pro Tag zwei bis drei Esslöffel zu sich.
  • Bekannt als Blutdrucksenker ist auch die Mistel. Allerdings muss diese Heilpflanze richtig dosiert werden und das kann nur ein Arzt. Fragen Sie ihn nach entsprechenden Mistelpräparaten.
  • Gönnen Sie sich Ruhepausen. Auch wenn Sie berufstätig sind, sollten Sie jeden Tag genügend Zeit zur Entspannung einplanen. So verhindern Sie, dass Stress Ihren Blutdruck erhöhen kann.
  • Treiben Sie Ausdauersport. Werden Sie dreimal pro Woche dreißig Minuten lang aktiv, kann dies Ihren Blutdruck deutlich reduzieren.

Beruhigen Sie Puls und Blutdruck durch Biofeedback

Biofeedback ist eine inzwischen bewährte Behandlungsform, die im Körper unwillkürlich ablaufende Prozesse sichtbar, hörbar und fühlbar macht. Zu diesen gehört zum Beispiel, dass Sie automatisch atmen oder dass Ihr Herz pausenlos Blut durch den Körper pumpt. Die Idee dahinter: Wenn das gelingt, können Sie diese Tausende von Prozessen mit Ihrem eigenen Willen bis zu einem gewissen Grad steuern. Beeinflussen könnten Sie mit Hilfe des Biofeedbacks unter anderem Ihre Herzfrequenz, den Blutdruck, die Atemfrequenz, die Temperatur, die Muskelspannung und die elektrischen Ströme im Gehirn. Bei Stress ist Biofeedback besonders hilfreich. Dadurch können bei Gelingen die Mengen der Stresshormone reduziert werden, die eine Reihe ungünstiger Auswirkungen im Körper entfalten können.

So funktioniert das Biofeedback: Ihr Gehirn sendet für alle Prozesse, die im Körper ablaufen, elektrische Signale aus, die über einen Monitor sichtbar oder einen Lautsprecher hörbar gemacht werden können. Der Patient sieht oder hört also seine Körpersignale. In mehreren Sitzungen lernt er, diese Funktionen mit seinem Willen zu beeinflussen. Die wissenschaftliche Datenlage ist äußerst positiv. Eingesetzt wird das Verfahren von Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten und anderen Behandlern. Der Effekt scheint auch von langer Dauer zu sein. Und natürlich ist diese Methode völlig nebenwirkungsarm und kostenungünstig. Für Ungeduldige ist diese Behandlung allerdings nichts, denn es dauert eine Weile, bis Sie diese beherrschen.

Blutdrucksenker: Weniger Nebenwirkungen nachts

Sie nehmen ein blutdruckregulierendes Medikament ein, vielleicht dazu noch in einer hohen Dosierung? Dann hatten Sie sicherlich schon einmal zusammen mit Ihrem Arzt bei einer Medikamentenumstellung oder Dosierungsanpassung mit Nebenwirkungen Ihres Blutdruckmedikaments zu kämpfen. Eine kürzlich durchgeführte Studie mit dem Arzneistoff Nifedipin (Adalat®, u. a.), einem Kalziumkanalblocker mit verzögerter Wirkstofffreisetzung, kam zu folgendem Ergebnis: Wenn Sie dieses Mittel zu einem anderen Zeitpunkt einnehmen, können Sie die Nebenwirkungen reduzieren.

Die vor kurzem in der Fachzeitschrift „American Journal of Hypertension“ veröffentlichte Studie wies 180 zufällig ausgewählte Teilnehmer an, Nifedipin entweder abends vor dem Schlafengehen oder morgens einzunehmen. Hierbei traten Nebenwirkungen wie Schwellungen der Beine (Ödeme), Kopfschmerzen und Hautausschläge auf. 13 Prozent der Studienteilnehmer, die Nifedipin am Morgen einnahmen, klagten über Ödeme. Jedoch war nur 1 Prozent der Studienteilnehmer von diesen Nebenwirkungen betroffen, die das Medikament abends einnahmen. Insgesamt gesehen verzeichneten 17,5 Prozent der Teilnehmer mit morgendlicher Einnahme Nebenwirkungen, wogegen sich der Prozentsatz bei der Gruppe mit abendlicher Medikamenteneinnahme auf nur 4 Prozent belief. Was die Wirksamkeit des Medikaments hinsichtlich der Blutdrucksenkung angeht, so wurden in beiden Gruppen ähnliche Ergebnisse erzielt.

Empfohlene Einnahme varriert

Experten der Mayo Clinic bewerten diese Studie als positiv, auch wenn nur wenige Patienten von diesen neuen Erkenntnissen profitieren werden. Zahlreiche andere blutdruckregulierende Medikamente gehen mit unterschiedlichen Nebenwirkungen einher. Die meisten verursachen jedoch wenn überhaupt nur geringfügige Beschwerden und sind normalerweise gut verträglich.

Solange keine neuen Erkenntnisse vorliegen, sollten Sie bei auftretenden Nebenwirkungen beim Einsatz von Nifedipin Ihren Arzt fragen, ob er eine andere Tageszeit hinsichtlich der Einnahme für sinnvoll hält. Sicherlich werden auch weitere blutdruckregulierende Medikamente in absehbarer Zeit auf ähnliche Effekte hin überprüft werden.

Salzarme Ernährung hilft nicht jedem!

Meist wird Menschen mit Bluthochdruck empfohlen, sich salzarm zu ernähren. Denn Salz bindet Wasser im Körper, sorgt so für mehr Flüssigkeit im Herz-Kreislauf-System und erhöht dadurch unter Umständen auch den Druck in Ihren Blutgefäßen. Allerdings: Das gilt nicht für jeden Bluthochdruck-Patienten. Tatsächlich sind nur etwa 50 Prozent aller Menschen salzempfindlich, reagieren also mit Blutdruckanstieg auf einen übermäßigen Salzkonsum. Genetische Unterschiede sind dafür verantwortlich. Vereinfacht gesagt: Botenstoffe, die den Flüssigkeitshaushalt regulieren, arbeiten nicht in jedem Organismus auf die gleiche Weise.

Salzempfindlich? Machen Sie den Selbsttest

Letztendlich profitiert also nur die Hälfte aller Bluthochdruck-Patienten tatsächlich von einer Salzreduktion. Wer dazu gehört, lässt sich nicht ohne Weiteres sagen. Deshalb wird eine verminderte Salzaufnahme meist jedem Betroffenen empfohlen.

Ob Sie salzempfindlich sind, können Sie leicht selbst herausfinden: Ernähren Sie sich drei Wochen salzarm und messen Sie täglich Ihren Blutdruck. Wenn Sie einen Zusammenhang feststellen, der Blutdruck also nach unten geht, dann gehören auch Sie zu den salzempfindlichen Menschen. In diesem Fall sollten Sie tatsächlich versuchen, kochsalzreiche Lebensmittel zu meiden. Ersetzen Sie in Ihrem Speiseplan beispielsweise Salzkartoffeln durch Pellkartoffeln. Greifen Sie zu gegrilltem Fisch anstatt zu der geräucherten Variante.

Kochsalzreiche Lebensmittel

  • Gepökelte, gesalzene und geräucherte Fleisch- und Fischwaren (z. B. gekochter und roher Schinken, Pökelhering)
  • Fertigprodukte (z.B. Suppen, Saucen, Konserven)
  • Salzgebäck (z.B. Salzstangen, Käsegebäck)

Achten Sie bei der Essenszubereitung zudem darauf, dass Sie keine Gewürzmischungen mit Kochsalz verwenden. Versuchen Sie beim Kochen insgesamt nur sehr wenig zu salzen. Nutzen Sie stattdessen frische Kräuter und Gewürze, um Ihren Speisen Würze zu verleihen: Oregano beispielsweise sorgt für einen herben Geschmack. Greifen Sie häufig zu Nahrungsmitteln, die auch ohne Salz gut schmecken (z. B. Salat).

Aber auch wenn Sie nicht salzempfindlich sind, können Sie mit einer bewussten Ernährung einem Bluthochdruck entgegen wirken. Denn immer mehr kristallisiert sich in wissenschaftlichen Untersuchungen heraus, dass eine kaliumreiche Ernährung blutdrucksenkend wirkt. Kalium ist ein wichtiger Mineralstoff, der an physiologischen Vorgängen in Ihrem Körper beteiligt ist. So unter anderem auch an der korrekten Einstellung des Blutdrucks.

Mit kaliumreichen Speisen senken Sie Bluthochdruck

Die Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf hat im Jahr 2013 insgesamt 33 Studien mit über 128.000 Probanden ausgewertet: Patienten, die mehrere Wochen über 3 Gramm Kalium täglich zu sich nahmen, konnten ihren Bluthochdruck deutlich senken:

Der systolische Blutdruck reduzierte sich in den Studien durchschnittlich um 3,49 mm Hg, der diastolische Blutdruck ging um 1,96 mm Hg zurück. Kalium finden Sie vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln wie Getreide, Bananen, Erbsen, Pistazien, Trockenobst oder Kartoffeln, Spinat und Champignons. Eine Tagesmenge von 3 Gramm erreichen Sie beispielsweise mit zwei Bananen und 100 Gramm getrockneten Aprikosen. Oder auch mit 200 Gramm weißen Bohnen.

Deshalb sollten Sie Übergewicht abbauen

Nehmen Sie einen Bluthochdruck niemals als gegeben hin, sondern tun Sie etwas dagegen, denn auf Dauer schadet der erhöhte Druck Ihren Gefäßen oder auch den Nieren. Versuchen Sie mit einer fett- und zuckerarmen Ernährung mögliches Übergewicht abzubauen, denn auch so lässt sich Bluthochdruck entgegenwirken. Als Faustregel gilt: Pro Kilogramm Gewichtsverlust senken Sie Ihren Blutdruck um etwa 2 mmHg.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
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