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Leinsamen senkt und Kochsalz steigert den Blutdruck

Wer hätte das gedacht: Der Blutdruck lässt sich tatsächlich durch Essen senken und der Spitzenreiter der blutdrucksenkenden Lebensmittel ist Leinsamen.

Leinsamen als Blutdrucksenker

Forscher der Universität Holguin in Kuba hatten 110 Bluthochdruck-Patienten sechs Monate lang täglich Brötchen, Muffins oder Bagels essen lassen, die mit Leinsamenschrot gebacken waren. Auf diese Weise erhielten die Studienteilnehmer pro Tag 30 g geschroteten Leinsamen. Eine gleichgroße Kontrollgruppe wurde mit Gebäck versorgt, das ohne Leinsamen gebacken war. Nach Studienende war bei den Patienten in der Leinsamengruppe der obere (systolische) Blutdruckwert um 10 mmHg und der untere (diastolische) um 7 mmHg gesunken. Die Kontrollgruppe hatte unverändert hohe Blutdruckwerte.

Wenn Sie selbst unter einem erhöhten Blutdruck leiden, sollten Sie durchaus versuchen, Ihre Mahlzeiten mit den Samen des Flachses zuzubereiten. Geschroteten Leinsamen können Sie beispielsweise in Joghurt oder Müsli einrühren, über den Salat streuen und Ihre Backwaren damit verfeinern. Allerdings müssen Sie unbedingt ausreichend dazu trinken. Ab zwei Liter pro Tag müssen es schon sein, damit der Samen aufquellen kann und nicht zu Verstopfung im Körper führt. Wenn Sie diese Trinkmenge nicht schaffen, können Sie auch auf Leinöl ausweichen. Dieses Öl können Sie entweder für Ihr Salatdressing verwenden oder zu Pellkartoffeln mit Quark essen.

Leinsamen auf Holz und in Glasgefäßen© Marek - Fotolia

Unternehmen Sie etwas gegen hohen Blutdruck!

Weltweit steht Hypertonie hinter Rauchen sowie Mangel- und Fehlernährung auf Platz 3 der gesundheitsschädigenden Faktoren, die Krankheit und/oder Tod zur Folge haben. In Deutschland sind vier von zehn Todesfällen unter 65 Jahre auf Hypertonie zurückzuführen. Von den über 70-Jährigen leidet jeder zweite daran. Wird Bluthochdruck nicht erkannt oder nicht behandelt, ist er der häufigste und bedeutendste Risikofaktor für:

  • Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz): Der Herzmuskel wirkt dem ständig erhöhten Druck entgegen, indem er sich verdickt. Dadurch wird die Herzfunktion eingeschränkt. Bei Nichtbehandlung kommt es zur Herzerweiterung und Herzmuskelschwäche, eine der häufigsten Ursachen für Herzversagen.
  • Schlaganfall und Herzinfarkt: Ist der Blutdruck erhöht, funktioniert das Gehirn entgegen landläufiger Meinung nicht besser, sondern schlechter. Im schlimmsten Fall kann es in Folge der Hypertonie zu einem Gefäßverschluss im Gehirn oder zu einer Hirnblutung kommen. Die Folge: Ein Schlaganfall mit möglicherweise schwerster lebenslanger Behinderung.
  • Nierenversagen: Bluthochdruck ist die häufigste Ursache für Nierenerkrankungen. Die Verkalkung der Nierenarterien verhindert eine ausreichende Versorgung der beiden Organe, Nierengewebe stirbt ab, es entwickelt sich das Krankheitsbild einer Schrumpfniere. Speziell wenn gleichzeitig eine Diabetes vorliegt, muss die Hochdrucktherapie sehr genau eingestellt werden.
  • Gefäßschädigungen aller Art: Der ständige Hochdruck weitet die Gefäße aus und schädigt sie. Zusätzliche Kalkablagerungen in ihnen erhöhen das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts dramatisch (Arteriosklerosegefahr).

Eine rechtzeitige und adäquate Behandlung schützt Sie vor diesen Folgen. Erfreulich: Selbst die bei Hochdruck verkürzte theoretische Lebenserwartung kann nach erfolgreicher Blutdrucksenkung wieder auf das normale Maß ansteigen und die Folgeerkrankungen an Organen und Gefäßen können verhindert oder eingeschränkt werden.

Für eine Behandlung ist es nie zu spät

Auch der oft zitierte Altershochdruck muss behandelt werden. Die Erfolge der blutdrucksenkenden Therapie sind sogar im höheren Lebensalter am größten. Insgesamt zählt sie zu den erfolgreichsten therapeutischen Maßnahmen in der heutigen Medizin.

Selbst die erkannten und therapierten Hypertoniker werden oft unzulänglich behandelt. Sei es, weil die Dosierung vom Arzt nicht richtig eingestellt wurde oder weil ihnen die nötige Disziplin bei der Einnahme der verordneten Medikamente fehlt. Schätzungen von Ärzten zufolge hat nur einer von vier behandelten Hypertonikern einen normalen Blutdruck. Die überwiegende Mehrzahl lebt weiterhin mit einem zu hohen Blutdruck. Das erschreckende Fazit lautet: Von den 18 Millionen Deutschen mit zu hohem Blutdruck ist nur etwa jeder Zwanzigste adäquat versorgt.

Diabetiker: Besondere Vorsicht bei Bluthochdruck

Wenn Sie zusätzlich zum Bluthochdruck an Diabetes erkrankt sind, muss Ihr Arzt Sie besonders genau einstellen, und zwar auf den Idealwert 120/80 mmHg. Geschieht dies nicht, kommt es schnell zu sekundären Erkrankungen. Besonders gefährdet sind dabei die Kapillargefäße (kleinste Verästelungen der großen Blutgefäße) im Bereich der Augen und Nieren. Im fortgeschrittenen Stadium kann dies bis zur Erblindung bzw. zu Nierenversagen führen.

Vorsicht vor zu viel Kochsalz bei Bluthochdruck

Neben dem Abbau von Übergewicht ist die Einschränkung Ihrer Kochsalzaufnahme die wichtigste Maßnahme in Kampf gegen Bluthochdruck. Als Frau nehmen Sie in Deutschland durchschnittlich 6,5 Gramm Salz, als Mann sogar 9 Gramm Salz pro Tag zu sich. Besonders junge Männer ernähren sich sehr salzreich. Viele Menschen reagieren auf zu viel Kochsalz ausgesprochen empfindlich, das heißt, sie sind „salzsensitiv“ und entwickeln einen Bluthochdruck.

Dabei empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nicht mehr als 6 Gramm Kochsalz pro Tag, was einem gestrichenen Teelöffel entspricht. Durch den Griff zum Salzstreuer und einem häufigen Verzehr von Fast Food oder Fertiggerichten kann Ihre Kochsalzaufnahme ganz schnell deutlich höher liegen. Besonders salzreich sind viele verarbeitete Lebensmittel, auch wenn diese Ihnen gar nicht salzig schmecken. Etwa ein Drittel Ihres Salzkonsums geht auf Backwaren wie Brot und Brötchen zurück. Aber auch mit Fleisch- und Wurstwaren sowie Käse und Fertiggerichten nehmen Sie reichlich Kochsalz auf.

Meersalz auf Holzlöffel und Bastmatte© Birgit Kutzera - Fotolia

So nehmen Sie weniger Salz zu sich

Versuchen Sie daher, weniger Kochsalz aufzunehmen. Das gelingt Ihnen, wenn Sie mehr naturbelassene Lebensmittel verzehren und industriell verarbeitete Produkte meiden. Etwa die Hälfte der von Bluthochdruck Betroffenen profitiert von dieser Maßnahme:

  • Der Blutdruck kann gesenkt werden, wobei vor allem ältere Menschen sehr gut auf eine kochsalzarme Kost ansprechen.
  • Eine salzarme Kost unterstützt die Wirkung der meisten Blutdruck senkenden Medikamente.
  • Diabetiker mit Bluthochdruck profitieren ganz besonders von einer salzarmen Kost, weil sie über die Niere Kochsalz schlechter ausscheiden können.

Als Verbraucher können Sie auf dem Etikett von verpackten Lebensmitteln nur schwer erkennen, wie viel Salz tatsächlich in den Lebensmitteln steckt. Meist ist der Natriumwert angegeben, der Ihnen mit dem Faktor 2,5 multipliziert den Salzgehalt verrät. Seit 2016 sind die Hersteller verpflichtet, bei verarbeiteten Lebensmitteln die Kochsalzmenge pro 100 g anzugeben.

Mit diesen Tipps sparen Sie Kochsalz

Schon mit kleinen Änderungen auf Ihren Speiseplan können Sie viel für Ihre Gesundheit erreichen:

  • Salzen Sie bei Tisch nicht nach und würzen Sie lieber mit frischen oder getrockneten Kräutern wie Petersilie, Rosmarin, Schnittlauch und Thymian.
  • Setzen Sie auf naturbelassene Lebensmittel wie frisches Obst und Gemüse, Joghurt, Quark und Frischkäse, Müsli, puren Fisch und pures Fleisch. Sie sind nahezu salzfrei. Nur bei selbst zubereiteten Speisen können Sie sicher sein, wie viel Kochsalz tatsächlich in Ihrem Essen steckt.
  • Essen Sie Käse und Wurstwaren nur in kleinen Mengen: 50 g Wurst oder Käse enthalten bis zu 2 g Kochsalz.
  • Meiden Sie gepökelte, gesalzene und geräucherte Fleisch- und Fischwaren, Fertiggerichte, Fast Food, Lebensmittel aus Konserven und Salzgebäck.
  • Meiden Sie im Restaurant Suppen und Soßen. Wählen Sie lieber Folienkartoffeln, Pellkartoffeln, reichlich Gemüse, Reis, gekochten oder gegrillten Seefisch und/oder gegrilltes Fleisch.

So viel Kochsalz steckt in Ihren Lebensmitteln:

LebensmittelKochsalzgehalt in g
1 Laugenbrezel1,1
200 g Gemüseerbsen, frisch oder tiefgekühlt0,01
200 g Gemüseerbsen, Konserve1,1
200 g Salatgurke, frisch0,015
200 g Gewürzgurken, Glas1,7
10 schwarze Olive, eingelegt4,1
1 Scheibe geräucherter Schinken (20 g)1,1
1 Scheibe Bratenaufschnitt (20 g)0,05
1 Scheibe Gouda (30 g)0,5
1 Portion Schmelzkäse (30 g)0,9
1 Matjesfilet (80 g)5,0
150 g Räucherlachs7,0
150 g Lachs, frisch0,2
1 Pizza Salami (350 g)2,9
1 Döner Tasche (500 g)4,2
1 Currywurst mit Soße (180 g)3,2
1 Cheeseburger1,9
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Über den Autor Beate Rossbach

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Alte Kommentare
  • anni schrieb am 19.03.2013, 09:07 Uhr

    leinsamenöl hat auch sehr viel omega 3 und man muss dafür keinen fisch essen der sterben muss, das noch zu ihrem thema, denn ich denke das man das auch mit berücksichtigen sollte....

  • Porchet Monique Rose schrieb am 19.03.2013, 09:23 Uhr

    Liebe Frau Rossbach, Ich lese mit Interesse ihre vielseitige Beiträge. Sie erwähne oft Studien, leider fehlt immer die Quelle. Ich würde je nach dem gern die Studie lesen. Die zunehmende Evidenz basierte Medizin verlangt nach Beweise :), vor allem wenn die Methode alternativ ist .) Vielen Dank und weiter so.. Herzliche Grüsse Monique-Rose Porchet

  • Michael Skriver schrieb am 19.03.2013, 10:22 Uhr

    Sehr interessant. Wasser trinken auch gut, aber Sie können doch geschrotene Leinsaat über Nacht in etwas Wasser quellen lassen.

  • Vera schrieb am 19.03.2013, 12:39 Uhr

    Das ist völlig richtig, ich habe über längere zeit eingeweichte leihnsamen in yogurt, fruchte getränke ich selber machen gebraucht und sehe da ich dabe sehr viel zu hohen blutdruck gehabt und jetzt habe ich morgens 83 / 121 und abends 67/ 118, wusste nicht warum aber nach Ihren artikel fällt es mir ein es könnte wirklich deb gebrach von leihnsamen sein, bin ich aber froh, weil ich vertrage keine blutdruchsenker mitteln, bin medikamenten allergisch.

  • Heinz Michael schrieb am 19.03.2013, 17:00 Uhr

    Geschroteten Leinsamen esse ich schon seit vielen Jahren und habe NUR GUTE Erfahrungen damit!

  • Kati schrieb am 20.03.2013, 03:20 Uhr

    z.Z. esse ich sehr viel Leinsamen. Das mit dem Blutdruck wußte ich nicht. Heute, als ich nach dem Müsli-Frühstück länger unterwegs war ging es mir gar nicht gut. Das Einzige was ungewöhnlich war, war ein kurzes "Bauchgrimmen". Dabei war ich schweiß gebadet und hatte das Gefühl, ich könnte "umkippen" -aber nicht schwindelig-.Nun denke ich das der Leinsamen der Grund war! ...