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Niedriger Blutdruck: So macht Ihr Kreislauf im Sommer nicht schlapp

Die meisten Menschen freuen sich auf den Sommer. Doch für manche Zeitgenossen wird es unangenehm, wenn das Quecksilber die 25-Grad-Marke überschreitet: Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche und Schwindel machen sich breit. Manchen Menschen wird – beispielsweise nach längerem Stehen in der Sommerhitze – regelrecht schwarz vor Augen. Besonders Empfindliche fallen sogar in eine Bewusstlosigkeit. Wenn Ihnen eines dieses „Sommersymptome“ bekannt vorkommt, dann sollten Sie einmal Ihren Blutdruck checken lassen.

Denn es besteht der Verdacht, dass Ihre Werte zu niedrig sind. Aber keine Angst – richtig gefährlich ist das nur selten, und mit den Bewegungsübungen, Kneippschen Anwendungen und Ernährungstipps, die wir Ihnen in diesem Beitrag vorstellen, bekommen Sie die lästigen Symptome leicht wieder in den Griff.

Ohne Beschwerden muss nicht behandelt werden

Von einem niedrigen Blutdruck (medizinisch: Hypotonie; von griech.: hypo = unter und tono = Spannung) spricht Ihr Arzt, wenn Ihre Werte dauerhaft unter 100/60 mmHg (bei Frauen) und 110/60 mmHg (bei Männern) liegen. Ein niedriger Blutdruck muss nicht zwangsläufig Beschwerden verursachen. Manche Betroffene fühlen sich dadurch in keiner Weise beeinträchtigt und müssen dann selbstverständlich auch nicht behandelt werden. Eine reine Korrektur der Zahlenwerte ist absolut unnötig.

Anderen dagegen macht der mangelnde Druck in den Gefäßen mehr oder weniger schwer zu schaffen.

Das sind typische Anzeichen für niedrigen Blutdruck:

  • Abgeschlagenheit
  • Leistungs- und Konzentrationsschwäche
  • Schwindelanfälle, insbesondere beim Aufstehen oder bei längerem Stehen
  • Schwarzwerden vor den Augen
  • Angstgefühle
  • allgemeines Unwohlsein
  • depressive Verstimmung
  • Frösteln, Blässe, kalte Hände und Füße
  • Stiche und Beklemmungen in der Herzgegend
  • kurze Bewusstlosigkeit (Synkopen)
  • nächtliche Schlafstörungen

Im Sommer können sich die Symptome durch Hitze und Flüssigkeitsverlust sowie durch das vermehrte Schwitzen verstärken. Die Beschwerden bessern sich jedoch oft schon durch einfache Maßnahmen.

Vorsicht: Auch Medikamente können schuld sein!

Was die niedrigen Blutdruckwerte verursacht, ist in den meisten Fällen nicht bekannt. Häufig leiden daran große, schlanke Menschen und jüngere Frauen. Bei älteren Menschen lässt oft die nachlassende Elastizität der Gefäße den Blutdruck sinken. Ihnen wird dann typischerweise beim Aufstehen schwindlig oder sogar schwarz vor Augen.

Weitere Ursachen für den niedrigen Blutdruck können Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein – etwa eine Herzinsuffizienz oder Herzrhythmusstörungen. In diesen Fällen schlägt das Herz nicht mehr kräftig genug, um eine ausreichende Blutmenge in das Kreislaufsystem zu pumpen.

Hormonstörungen können den Blutdruck ebenfalls absacken lassen

So werden z. B. bei einer Nebenniereninsuffizienz zu wenig Mineral- und Glukokortikoide produziert, Hormone die den Wasser- und Salzhaushalt regulieren. Sie sollten außerdem bedenken, dass zahlreiche Medikamente wie Psychopharmaka (z. B. trizyklische Antidepressiva) oder Medikamente gegen Parkinson den Blutdruck erniedrigen. Falls die Hypotonie im Zusammenhang mit solchen Medikamenten auftritt, fragen Sie bitte Ihren Arzt, ob sich die Dosis reduzieren lässt.

Oft reicht schon eine Tasse Kaffee

In vielen Fällen genügen einfache Maßnahmen, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Eine Tasse Kaffee oder schwarzer Tee erhöht kurzfristig den Blutdruck und kann Ihnen helfen, die morgendlichen Anlaufschwierigkeiten etwas zu verringern. Da Koffein jedoch leicht entwässernd wirkt, sollten Sie sich angewöhnen, stets ein Glas Wasser dazu zu trinken.

Das sollten Sie bei niedrigem Blutdruck vermeiden:

  • längeres Stehen
  • üppige Mahlzeiten, Alkohol
  • heiße Wannenbäder
  • Hitze, Sonnenbäder
  • schweres Heben und Pressen (z. B. beim Stuhlgang)

Bei den ersten Anzeichen eines Ohnmachtsanfalls, z. B. Ohrensausen, Schwindel oder kalter Schweiß auf der Stirn, müssen Sie sofort dafür sorgen, dass das Gehirn besser durchblutet wird. Dazu legen Sie sich auf den Boden und lagern die Beine hoch, etwa in einem Winkel von 45 Grad (Schocklage). Meist tritt dann eine rasche Besserung ein.

Bei diesen Warnzeichen sollten Sie aktiv werden

Wenn Ihr Arzt feststellt, dass Sie unter Bluthochdruck leiden und Ihnen rät, Ihren Lebensstil anzupassen, um die Werte zu senken, stellen Sie sich wahrscheinlich erst einmal die Frage, was Sie noch dürfen und wo Sie vorsichtig sein müssen.

Unser Blutdruck setzt sich aus zwei Werten zusammen, dem oberen (systolischen) und dem unteren (diastolischen) Wert, die in mmHg gemessen werden. Steigen diese Werte ständig über 140/90 mmHg, sprechen Mediziner von Bluthochdruck bzw. Hypertonie. Nur in etwa 15 Prozent aller Fälle lässt sich für die zu hohen Werte eine direkte Ursache finden. Bei allen anderen handelt es sich um eine primäre oder essentielle Hypertonie. Doch auch wenn es keine organischen Ursachen für die Krankheit gibt, so kennt man inzwischen wissenschaftlich belegt die begünstigenden Faktoren.

Risikofaktoren für Bluthochdruck

  • Rauchen
  • Übergewicht
  • hoher Alkoholkonsum
  • Bewegungsmangel
  • Stress
  • zu hoher Kochsalzverbrauch

All diese Faktoren lassen sich gut ausschalten. Insbesondere, wenn Sie bei sich warnende Vorzeichen bemerken, sollten Sie die Risikofaktoren unbedingt abbauen. Achten Sie auf diese warnenden Anzeichen:

  • Kopfschmerzen
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Schwindel
  • innere Unruhe
  • Nasenbluten
  • Konzentrationsstörungen
  • Potenzsprobleme

Lassen Sie in diesem Fall Ihre Blutdruckwerte kontrollieren und beginnen Sie mit gezielter Vorbeugung. Bewegen Sie sich mindestens zweimal wöchentlich 30 Minuten, sorgen Sie für Ausgleich zu Ärger und Stress und bauen Sie unbedingt Übergewicht ab.

Hoher Blutdruck: Das richtige Verhalten

Wie verhalten Sie sich bei Bluthochdruck richtig? Welche liebgewonnenen Gewohnheiten dürfen Sie beibehalten und wo müssen Sie Veränderungen treffen, wenn Sie Ihre Werte effektiv senken wollen? Es gibt einige Tipps, die sich deutlich auf Ihren Blutdruck auswirken.

  • Kaffee oder Tee – weiterhin erlaubt? Normalerweise brauchen Sie hier keine Abstriche zu machen. Kurzfristig wird Ihr Blutdruck zwar steigen, sinkt aber rasch wieder ab. Doch sind Sie Kaffee oder Tee gewöhnt, sind sogar vier bis fünf Tassen pro Tag zu vertreten. Anders sieht es aus, wenn Sie nur selten Kaffee trinken. Dann schnellt Ihr Blutdruck durchaus für längere Zeit um bis zu 20 mmHg nach oben. Koffeinfreier Kaffee ist dann deutlich besser.
  • Sport und Kraftübungen – sinnvoll oder nicht? Sport ist in den meisten Fällen sinnvoll und sogar empfehlenswert. Denn er kann Ihren Blutdruck auf Dauer senken. Gerade Ausdauersportarten haben sich hier als sehr hilfreich erwiesen. Kraftsport kann ebenfalls ratsam sein, hier kommt es aber auf die Übungen an. Im Kraftsportbereich brauchen Sie als Hochdruckpatient dringend fachkundige Beratung, was Sie tun und welche Gewichte sie verwenden dürfen.
  • Lakritze naschen – verboten? Sie müssen nicht komplett auf Lakritze verzichten. Aber greifen Sie nicht zu häufig zu und auch nicht regelmäßig. Denn sonst können die Inhaltsstoffe zu Wasseransammlungen in Ihrem Körper führen und Ihren Blutdruck so negativ beeinflussen. Essen Sie täglich aber unter 50 Gramm, kommt es in der Regel nicht zu Problemen.
  • Schweres Heben – erlaubt? Sie müssen vorsichtig sein, wenn Sie an den Schlagadern erkrankt sind. Denn dann kann der Blutdruckanstieg, der durch das gehobene Gewicht entsteht, gefährlich werden. Für alle anderen besteht keine Gefahr.
  • In die Sauna – weiterhin möglich? Auch hier gilt: In manchen Fällen können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu denen auch Bluthochdruck gehört, einen Saunabesuch unmöglich machen. Das gilt vor allem, wenn Sie Blutdrucksenker nehmen. Ihre Wirkung kann deutlich verstärkt werden, so dass die Gefahr besteht, dass Sie „zusammenklappen“. Fragen Sie daher vorher Ihren Arzt.
  • Salz– unbegrenzt erlaubt? Früher hat man Bluthochdruckpatienten grundsätzlich Salzkonsum verboten. Heute wissen wir, dass es salzsensitive Menschen gibt, bei denen sich ein Salzverzicht positiv auf den Blutdruck auswirkt. Versuchen Sie, ob Sie dazu gehören. Wenn nicht, achten Sie dennoch darauf, dass Sie nicht mehr als sechs Gramm Salz zu sich nehmen. Das ist die Menge, die noch als gesund gilt. Dabei richten Sie Ihr Augenmerk vor allem auf verstecktes Salz aus Brot, Hartkäse, Wurst und Fertig-Lebensmitteln.
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