Bluthochdruck: Das müssen Ihre Gefässe aushalten
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Verdanken Sie es Ihrem Erbgut, Ihren täglichen Gewohnheiten oder reinem Glück? Im Gegensatz zu Ihrem älteren Bruder leiden Sie nicht unter Bluthochdruck (Hypertonie) – jedenfalls noch nicht. Doch mit Blick auf Ihr familiäres Umfeld empfiehlt Ihnen Ihr Arzt, bereits jetzt, vorbeugende Maßnahmen gegen späteren Bluthochdruck zu ergreifen.
Es stimmt: Selbst ein gesunder Mensch im Alter von 55 Jahren und normalem Blutdruck trägt ein 90%iges Risiko, im Alter eine Hypertonie zu entwickeln. Also ist jede Maßnahme zur Kontrolle Ihres Blutdrucks und zur Vermeidung einer Hypertonie von Vorteil. Einfache Lebensgewohnheiten wie gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und Gewichtskontrolle können Ihren Blutdruck und Ihre langfristige Gesundheit positiv beeinflussen.
Diese Kräfte müssen Ihre Gefäße aushalten
Bei der Blutdruckmessung wird der Druck bestimmt, den das Blut auf die Gefäßwände ausübt. Die größte Belastung tritt auf, wenn sich Ihr Herzmuskel zusammenzieht und das Blut in Ihren Körper pumpt. Das ist der systolische Blutdruck. Er ist der erste (hohe) Wert bei der Blutdruckmessung.
Zwischen den Kontraktionen entspannen sich die großen Herzkammern und der Druck fällt ab. Das ist der diastolische Blutdruck, der zweite (niedrige) Wert der Messung. Der Blutdruck wird in Millimeter Quecksilbersäule (mm Hg) angegeben.
Es ist normal, dass Ihr Blutdruck im Laufe des Tages Schwankungen unterliegt. Er kann sich sogar im Laufe weniger Herzschläge ändern. Lebensmittel, Stress, Tabak, Koffein, Alkohol und einige Medikamente wie Kortikosteroide und bestimmte Antidepressiva können Ihren Blutdruck beeinflussen. Aus diesem Grund basiert eine richtige Blutdruckbestimmung auf dem Durchschnittswert zweier standardisierter Messungen, die bei 2 unterschiedlichen Arztbesuchen oder aus mehreren Mittelwerten verschiedener Messungen zu Hause durchgeführt werden.
Die Definition der Normalwerte geschieht in Deutschland in Übereinstimmung mit den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Ein systolischer Druck unterhalb von 120 mm Hg und ein diastolischer Wert unter 80 mm Hg gelten als normal. Am anderen Ende zeichnet sich Bluthochdruck durch einen systolischen Druck von über 140 mm Hg und einen diastolischen Wert von 90 mm Hg und darüber aus.
Erhöhter Blutdruck liegt zwischen den Normalwerten und der Hypertonie, also bei einem systolischen Druck von 120 bis 139 mm Hg und einem diastolischen Druck von 80 bis 89 mm Hg. Obwohl dieser Zustand streng genommen kein Bluthochdruck ist, gilt er dennoch als nicht wünschenswert.
Je höher Ihre systolischen oder diastolischen Werte innerhalb dieser Vorstufe von Bluthochdruck sind, desto höher sind Ihre Risiken für Herz- und Kreislaufkrankheiten. Das gilt besonders, wenn Sie an Diabetes oder chronischer Niereninsuffizienz leiden. Nach Daten des Robert-Koch-Instituts in Berlin hat jeder zweite Erwachsene zwischen 35 und 64 Jahren Blutdruckwerte über 140 zu 90, die als Schwelle für eine Behandlung gelten.