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Bluthochdruck: Ab wann wird es gefährlich?

Leider verursacht ein zu hoher Blutdruck keine spürbaren Symptome. Er macht sich erst bemerkbar, wenn Gefäße und Organe bereits geschädigt sind. Die Symptome sind eher unspezifisch: rotes Gesicht, leichtes Kopfweh, Klopfen an den Schläfen, Schwindel, Luftnot bei Anstrengungen oder blutunterlaufene Augen.

Der optimale Blutdruck liegt unter 120 zu 80 mm Hg. Steigt er anhaltend über 140 zu 90 mmHg, handelt es sich um eine Hypertonie – sprich: um Bluthochdruck. Schwerer Blutdruck zeigt sich in Werten von 180 zu 110 mmHG.

Das sind die beeinflussbaren Ursachen von Bluthochdruck

  • Übergewicht
  • falsche Ernährung (zu viel Salz, zu viel Alkohol, zu viel Lakritze, zu wenig Obst und Gemüse)
  • Bewegungsmangel
  • schädlicher Stress
  • Rauchen
  • bestimmte Arzneimittel (die Pille, Rheuma- und Schmerzmittel, Kortison

Das sind Ursachen für Bluthochdruck, die Sie nicht beeinflussen können

  • familiäre Veranlagung
  • höheres Lebensalter
  • Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf)
  • Nierenerkrankungen
  • Gefäßanomalien (zum Beispiel Aortenistmusstenose)
  • erhöhte Hormonbildung durch bestimmte Erkrankungen

Bluthochdruck: Diese Wege führen zu einem gesunden Herzschlag

Zwar leiden in Deutschland bis heute schätzungsweise zwischen 20 und 25 Millionen Menschen unter Bluthochdruck (Hypertonie), aber jeder Vierte weiß nichts davon. Oft fühlt man sich mit einem leichten Bluthochdruck, der zwischen 130:89 und 159:99 liegt, auch besser, aktiver, leistungsfähiger und hellwach.

Erst ein hoher Blutdruck über 160:100 macht sich durch Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Ohrensausen, Seh- und Schlafstörungen sowie Ermüdungserscheinungen und Herzklopfen auf sich aufmerksam.

Bluthochdruck bleibt nicht ohne Konsequenzen

Ein Bluthochdruck über 10 Jahre hinweg, der nicht behandelt wird, kann Ihr Leben um 1 bis 3 Jahre verkürzen. Je höher der Blutdruck ist, desto mehr muss sich Ihr Herz anstrengen, um das Blut zu bewegen. Durch diese Anstrengung geht die Elastizität des Herzmuskels verloren, er versteift sich. Auch wird die Blutzufuhr zum Herzen eingeschränkt, der Herzmuskel wird nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt, sodass sich eine Herzmuskelschwäche entwickeln kann.

Zudem spielt hoher Blutdruck eine wichtige Rolle bei der Gefäßverkalkung. Der ständige zu hohe Druck schädigt die Gefäßwände. An diesen beschädigten Stellen lagert sich Cholesterin ab. Das Gefäßsystem wird starr und steif, verkalkt schließlich. Ihr Blut kann nicht mehr ungestört fließen und kann Ihre Beine, Ihr Herz, Gehirn und Ihre Nieren nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Dadurch können Herzinfarkt, Nierenversagen, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen entstehen.

Gründe für Bluthochdruck

In der Medizin unterscheidet man zwischen 2 Arten von Bluthochdruck: der primären und der selten vorkommenden sekundären Hypertonie. Sekundäre Hypertonie entsteht nach vorausgegangenen Erkrankungen z. B. einer Nierenerkrankung oder nach einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Solch eine Hypertonie ist aber relativ selten. Sie geht dann wieder zurück, wenn die Krankheit selber behandelt worden ist.

Unter einer primären Hypertonie leiden 80 % aller Bluthochdruckpatienten. Ihr geht keine Grunderkrankung voraus, vielmehr wird sie hauptsächlich von Fehlverhalten verursacht. Mögliche Ursachen einer primären Hypertonie können sein:

  • ein zu hoher Kochsalzverbrauch
  • Dauerstress
  • Übergewicht
  • Alkohol
  • Rauchen und
  • körperliche Inaktivität.

Therapie: Es müssen nicht immer Pillen sein

Bis zu einer mittelschweren Hypertonie können Sie auch auf natürliche Weise Ihren Blutdruck in den Griff bekommen.

  • Ernährung: Bei einem Body-Mass-Index über 25 sollten Sie als erstes einmal Ihr Gewicht reduzieren. Jedes Kilo, dass Sie abspecken, reduziert Ihren Blutdruck um 2 bis 3 mmHg. Schränken Sie Ihren Kochsalzverbrauch deutlich ein – 3 Gramm Salz pro Tag sind genug. Auch Ihren Alkoholkonsum sollten Sie herunterschrauben. Am besten, Sie verzichten ganz darauf. Wollen Sie dennoch etwas alkoholisches trinken, dürfen Sie als Frau eine Grenze von 20g, als Mann von 25g pro Tag nicht überschreiten. Das entspricht der Dosis von 1 bis 2 Gläsern Wein bei Frauen, und 2 bis 3 Gläsern Wein bei Männern. Ballaststoffe in Ihrer Nahrung wirken der Hypertonie ebenfalls entgegen. Sie finden besonders viele Ballaststoffe in je 100g Weizenkleie, Leinsamen, getrockneten Erbsen, Roggen und Roggenmehl
  • Sport: Durch regelmäßige Bewegung können Sie Ihren Blutdruck um 5 bis 8 mmHg senken. Sport sorgt für eine verbesserte Leistung des Herzens und für eine Weitung der Gefäße – das Blut kann besser fließen. Sie sollten mindestens 3- bis 4-mal pro Woche eine halbe Stunde lang trainieren. Besonders geeignet sind Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen, Radfahren oder Walken. Lassen Sie sich aber auf jeden Fall von einem Sportarzt durchchecken, wenn Sie außer Übung sind. Machen Sie einen Belastungstest, bei dem Ihre Pulsgrenzen ermittelt werden. Diese dürfen Sie während Ihres Trainings auf keinen Fall überschreiten.
  • Hydrotherapie: Diese Methode, von Pfarrer Sebastian Kneipp entwickelt, beinhaltet verschiedene Wasseranwendungen, unter anderem Wassertreten, Wechselbäder und ansteigende Armbäder. Durch das Wechselspiel von Wärme- und Kältereizen werden die Gefäße trainiert, sich zu dehnen und zusammenzuziehen. Durch die Wasseranwendungen werden die Gefäße in Armen, Brust und Kopf erweitert, der Kreislauf wird entlastet und die Herzdurchblutung verbessert. Der Blutdruck sinkt. Für ein ansteigendes Armbad sollten Sie Wasser mit einer Temperatur von 35°C in Ihr Waschbecken einlassen und die Unterarme hineinlegen. Im Laufe einer Viertelstunde sollten Sie die Temperatur bis auf 39°C steigern. Ebenfalls möglich sind Wechselduschen. Für die Wechselduschen fangen Sie mit einer warmen Dusche an, dann wechseln Sie die Temperatur. Beginnen Sie immer herzfern: duschen Sie also als erstes Ihre rechte Körperseite ab. Die Temperatur bei der Warmphase sollte zwischen 36 und 39°C liegen, die der Kaltphase 10°C nicht unter- und 16°C nicht überschreiten. Wassergüsse eignen sich ebenfalls sehr gut für die Heimanwendung. Dazu schrauben Sie am besten den Duschkopf ab und gießen sich das Wasser über die Beine. Fangen Sie bei den Knöcheln an und gießen hoch bis zur Hüfte. Die Temperatur beträgt beim kalten Guss 10 bis 12° C, beim temperierten circa 20° C und beim heißen Guss 40° C.

Natürliche Blutdrucksenker

Es gibt mehrere Möglichkeiten, auf natürliche Art Ihren Blutdruck zu senken.

  • Grüner Tee wirkt vorbeugend: 3 Tassen am Tag und Sie senken das Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken. Aber auch im akuten Stadium können Sie ihn anwenden. Er enthält ein Enzym, dass den Auslösemechanismus von hohem Blutdruck positiv beeinflusst.
  • Auch Misteltee hat sich als natürlicher Blutdrucksenker bewährt. Im Gegensatz zu grünem Tee, den Sie in jedem Teeladen erhalten, sollten Sie Misteltee in der Apotheke kaufen.
  • Amerikanische Studien haben ergeben, dass 500 mg Vitamin C bei einem schwach erhöhten Blutdruck helfen können. Der obere Wert fiel um durchschnittlich 13 mmHg.
  • Auch Präparate mit Schlangenwurz, Olivenblätter und Rhododendrenblättern sollen den Blutdruck senken. Hier müssen Sie aber mit Ihrem Arzt sprechen, denn nur in Einzelfällen würde ich solche Präparate empfehlen. Ohne den Einzelfall zu kennen, kann ich Ihnen keinen Rat geben, welches der vielen Mittel in welcher Dosierung Sie einnehmen sollten.

Homöopathie kann ebenfalls helfen

Mit der Homöopathie lassen sich die Begleiterscheinungen des Bluthochdrucks bekämpfen. Hier muss der Therapeut Ihnen genaue Fragen stellen, wie Sie sich fühlen, um dann das richtige Mittel zu wählen. In Frage kommen:

  • Lycopodium D12 bis C6: Sie wirken älter, als Sie sind, haben eine graue Gesichtsfarbe, Ihre Stimmung schwankt schnell. Meist ist Ihr Bluthochdruck nur ein Teil Ihrer Krankengeschichte; Sie leiden zusätzlich unter Gicht, Rheuma oder Leberund Gallenerkrankungen.
  • Phosphorus: Sie sind schon nach einer kleinen Belastung erschöpft, aber körperlich und geistig eigentlich sehr lebhaft. Sie haben Herzklopfen, verbunden mit Angstgefühlen, leiden unter Schwindel und Ohnmacht und tendieren zu Herzinsuffizienz

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Helmut Erb
Über den Autor Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

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