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Grundlagenwissen zum Thema Bluthochdruck

Der Blutdruck ist die Kraft, mit der das fließende Blut gegen die Arterienwände drückt. Die Stärke hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie von der Schlagfolge des Herzens und der Größe des Schlagvolumens.

Der andere wichtige Faktor ist der Widerstand, der dem Blutfluss entgegen steht. Je dicker die Gefäßwände oder je verengter die Arterien sind, umso höher ist der Widerstand. Darüber hinaus spielt die Elastizität Ihrer Arterien eine Rolle. Je geringer die Dehnbarkeit, also je starrer und fester die Gefäße, desto höher ist der Widerstand. Beim Bluthochdruck steigt der Druck auf die Arterienwände. Dadurch können diese Risse bekommen, vernarben, versteifen und an Elastizität verlieren.

Definition Bluthochdruck

Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie, Hypertonie, Hypertonus, Hypertension) beschreibt eine chronische Erhöhung des arteriellen Blutdrucks. Die WHO definiert einen systolischen Blutdruck von mindestens 140 mmHg (Millimeter-Quecksilbersäule) oder einen diastolischen Blutdruck von mindestens 90 mmHg als Bluthochdruck. Eine vorrübergehende Erhöhung des Blutdrucks, beispielsweise durch Schwangerschaft, eine akute Erkrankung oder Medikamentengabe, wertet die WHO nicht als Bluthochdruck. Wenn Sie unter Diabetes oder einer Nierenerkrankung leiden, können auch andere Referenzwerte für Bluthochdruck herangezogen werden.

Bluthochdruck tritt in den meisten Fällen als primäre Hypertonie auf, das bedeutet, dass er nicht die Folge einer anderen Grunderkrankung ist. Etwa zehn Prozent aller Patienten leiden an sekundärer Hypertonie, die bestimmte Erkrankungen der Niere oder Schilddrüse verursachen. Behandelt man in diesem Falle die vorliegende Erkrankung, reguliert sich der Blutdruck meist von selbst.

Zustand Systolisch (höchster Wert) Diastolisch (niedrigster Wert) Was ist zu tun
Normal Niedriger als 130 Niedriger als 85 Erneute Überprüfung in 2 Jahren
Leicht erhöht 130-139 85-89 Erneute Überprüfung in 1 Jahr
Hypertonie
Stufe 1 140-159 90-99 Innerhalb von 2 Monaten Kontrolle durch Arzt
Stufe 2 160-179 100-109 Innerhalb von 1 Monat Kontrolle durch Arzt
Stufe 3 180-209 110-119 Innerhalb von 1 Woche Arzt aufsuchen
Stufe 4 210 oder höher 120 oder höher Sofort Arzt aufsuchen

Hinweis: Man ermittelt den Blutdruck anhand der Durchschnittswerte von zwei oder mehreren Messungen, die man bei zwei Arztbesuchen und zusätzlich zur Erstuntersuchung durchführte (Quelle: Fünfter Bericht des Joint National Com-mittee zur Feststellung, Auswertung und Behandlung von Hochdruck, Archives of Internal Medicine, 25. Januar 1993).

Blutdruckmessung

Man misst den Blutdruck mit einem sogenannten Sphygmomanometer (Blutdruckmessgerät), der aus einer Blutdruckmanschette und einem Druckventil besteht. Der Blutdruck drückt sich in Millimeter Quecksilbersäule aus. Das gibt an, wie viel Millimeter der Blutdruck eine Säule Quecksilber anheben würde.

Eine Messung besteht aus 2 Werten. Beim ersten Wert misst man den Druck, wenn sich das Herz zusammenzieht (systolischer Blutdruck). Beim zweiten misst man den Druck zwischen den Herzschlägen bzw. wenn das Herz sich entspannt und Blut in die Herzkammern strömt (diastolischer Blutdruck). Ein typischer Normalbefund ist 120/80 mmHg.

Symptome und Folgen

Bluthochdruck verursacht zu Beginn kaum Beschwerden, die Folgen für den Körper können jedoch verheerend sein. Er belastet das Herz, verengt die Gefäße, steigert das Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden und kann die Augen schädigen.

Hinweis auf Bluthochdruck können Schwindel, Kopfschmerzen, Herzklopfen, Nervosität und ein unruhiger Schlaf sein. Die Diagnose stellt der Arzt durch wiederholtes Messen des Blutdrucks. Zur Therapie stehen zahlreiche Medikamente zur Verfügung. Ergänzend sollte der Patient auf eine gesunde Lebensweise achten. Eine ausgewogene, salzarme Ernährung, regelmäßige Bewegung, ein gesundes Gewicht sowie der maßvolle Umgang mit Alkohol und Nikotin.

Ursache für viele schwerwiegende Krankheiten

Bluthochdruck ist eine der führenden Ursachen für schwerwiegende Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen und für einen vorzeitigen Tod. Etwa 16 Millionen Deutsche leiden an Bluthochdruck, doch etwa ein Viertel wissen es nicht. Viele Bundesbürger kennen ihre Blutdruckwerte nicht. Eine Hypertonie verläuft symptomlos, nicht einmal der Arzt bemerkt ihn ohne eine Blutdruckmessung. Aus diesem Grund nennt man die Störung auch „stummer Todbringer”.

Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung e. V. stirbt jeder zweite Bundesbürger an einer Krankheit des Herz-Kreislauf-Systems. Bluthochdruck verläuft jedoch nicht zwingend tödlich. Er ist leicht feststellbar und sobald Sie davon wissen, können Sie ihn durch Änderungen des Lebensstils und eine medikamentöse Behandlung bewältigen.

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