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Großes Blutbild: Nur Ihr Blut verrät, ob es Ihnen wirklich gut geht

Auf das große Blutbild verweisen wir Sie immer wieder. Aber warum ist diese Untersuchung eigentlich so wichtig für Ihre Gesundheit? Wie finden Sie einen Arzt, der Ihnen Ihr Blutbild erstellt? Und ab welchen Werten sind Sie wirklich gesund? Auf all diese Fragen möchten wir Ihnen hier die Antworten geben.

Blutkörperchen in Großaufnahme© Spectral-Design - Fotolia

Dass Blut ein besonderer Saft ist, wusste schon Goethe, als er seinen Faust den Pakt mit dem Teufel mit Blut unterzeichnen ließ. Ob der Dichter sich aber auch nur annähernd vorstellen konnte, was alles im Blut steckt? Schon aus einer geringen Menge Ihres Blutes können Mediziner ablesen, wie gesund Sie wirklich sind. Ihr Arzt misst meistens die Werte, die Sie erschrecken: Cholesterin, Fett, Blutzucker.

Aber in Ihrem Blut lässt sich auch viel darüber ablesen, wie beschwingt Ihr Leben sein kann; wie glücklich Sie sind und ob Ihr Immunsystem funktioniert. Alle Hormone, Vitamine, Spurenelemente und auch Eiweiß lassen sich nachweisen. Dafür müssen Sie ein großes Blutbild erstellen lassen.

So finden Sie einen Arzt, der ein großes Blutbild macht

Wenn Sie zu Ihrem Arzt gehen und ein großes Blutbild verlangen, wird das wahrscheinlich nicht ganz so reibungslos ablaufen. Ich weiß aus vielen Anfragen von Ihnen in meiner Redaktions-Sprechstunde, dass Sie hier auf großen Widerstand stoßen können: „Mein Arzt weigert sich.“ oder „Mein Arzt ist der Meinung, dass sei alles Unsinn.“ – diese Sätze hören ich und mein Redaktionsteam leider oft von Ihnen.

Woran das liegt, darüber kann ich nur Vermutungen anstellen. Leider verstehen viele Ärzte anscheinend immer noch nicht, wie wichtig die Untersuchung ist und was das Blut alles über den Gesundheitszustand verraten kann.Wahrscheinlich hat sich wirklich noch nicht bei allen Kollegen herumgesprochen, wie wichtig nicht nur Cholesterin-Werte, sondern auch der Vitalstoff-Pegel für eine gute Gesundheit sind.

Sie können noch einmal versuchen, mit Ihrem Arzt zu reden und zu betonen, wie wichtig Ihnen diese Untersuchung ist. Hat das keinen Sinn, müssen Sie sich wohl (zumindest für die Blutuntersuchung) einen anderen Arzt suchen. Was aber tun, wenn Ihr Arzt nicht auf Ihren Wunsch eingeht, Ihr Blut genauer zu untersuchen?

Sie haben dann 2 Möglichkeiten:

  1. Das Einfachste ist, Sie nehmen sich Ihr Telefonbuch zur Hand und suchen einen Internisten in Ihrer Nähe. Dieser wird Ihnen i. d. R. ein Blutbild erstellen, wie Sie es gerne hätten.
  2. Wenn Sie in einer Universitätsstadt mit Uniklinik wohnen, erkundigen Sie sich, ob es dort eine sportmedizinische Abteilung gibt. Alle Ärzte, die Leistungssportler behandeln, kennen sich aus mit Blutwerten und wissen um deren Wichtigkeit. Auch hier wird es kein Problem für Sie sein, eine Blutuntersuchung nach Ihren Wünschen zu erhalten.

Ich erstelle in meiner Praxis ein noch umfangreicheres Blutbild, das in seiner Ausführlichkeit einzigartig ist. Hier messe ich dann auch alle Aminosäuren und weitere Risikofaktoren wie etwa Blei. Solch eine Untersuchung können Sie direkt bei mir in der Praxis durchführen lassen; sie kostet rund 1.000 €.

Das „richtige“ Labor

Hier erfahren Sie, worauf es bei einem guten Labor genau ankommt.

Für die Blutuntersuchung empfehle ich Ihnen kein spezielles Labor – Warum nicht?

Ein Labor muss immer vor Ort sein – lange Transportwege bei Blutproben sind zu vermeiden. Während dieser Zeit können sich Blutbestandteile verändern, verringern oder vermehren. Dann stimmen die einzelnen Werte, die bei Ihnen ermittelt werden, nicht mehr.

Kann jedes Labor eine umfassende Blutuntersuchung durchführen?

Ja. Ihr Arzt braucht sich gar nicht nach einem neuen Labor umzuschauen, wenn Sie ihn bitten, ein großes Blutbild durchzuführen. Denn das Labor, mit dem er immer zusammenarbeitet, ist auch in der Lage, weitere Parameter im Blut zu untersuchen. Ihr Arzt muss lediglich angeben, welche Bestandteile im Blut geprüft werden sollen.

Sind Blutbilder von Labor zu Labor gleich?

Nein. Zwar arbeiten die Labors in Deuschland auf einem hohen Qualitäts-Standard. Dennoch verfügen sie über unterschiedliche Messmethoden. So können einzelne Laborwerte Unterschiede aufweisen. Sie sollten daher da­rauf bestehen, dass Ihr Arzt Ihre Blutwerte immer im gleichen Labor ermitteln lässt.

Die Ergebnisse lassen sich sonst unter Umständen nicht miteinander vergleichen. Keine Angst: Es handelt sich dabei nur um kleine Abweichungen. Grenzwerte werden Sie durch unterschiedliche Messmethoden nicht über- oder unterschreiten.

Ihr großes Blutbild muss interpretiert, nicht vorgelesen werden

Was aber machen Sie nun mit Ihrem Blutbild? Wenn Sie die Auswertung in der Hand halten, sehen Sie zunächst nur, ob Sie irgendeinen Mangel aufweisen, wo Sie besonders gut versorgt sind und welche Grenzwerte Sie überschreiten. Sie können sich die Daten anschauen – aber das wird Sie nicht sehr viel weiter bringen. Denn auch wenn Sie verstehen, dass z. B. Ihr Eisenspiegel niedrig ist, wissen Sie noch lange nicht, wie Sie Abhilfe schaffen können. Meist ist es mit einem Nahrungsergänzungsmittel nicht  getan.

 Jetzt muss Ihr Arzt das Ergebnis für Sie analysieren und interpretieren; er kann aus den Werten Krankheitsquellen ableiten. Denn das Blut ist ein komplexes System, bei dem ein Rädchen ins andere greift. Daher sollten Sie schon vor der eigentlichen Blutentnahme Ihren Arzt fragen, wie genau die Analyse Ihres Blutbildes ablaufen wird. Fragt er Sie ganz erstaunt, welche Analyse Sie meinen, sollten Sie sich schnell einen anderen Arzt suchen.

Denn nur wenn ein Arzt das Blutbild richtig deuten kann, ist er auch in der Lage, Ihnen die passenden Dosen der fehlenden Mineralstoffe und Vitamine zu empfehlen. Er muss die Zahlen nicht nur lesen, sondern auch interpretieren! können. Auch dafür empfehle ich Ihnen wieder einen Internisten oder einen Mediziner einer sportmedizinischen Abteilung (z. B. an einer Uniklinik oder Sporthochschule).

Großes Blutbild: Warum „normal“ nicht gleich „gesund“ bedeutet?

„Alle Ihre Werte sind normal, Sie sind gesund“, ist der häufig gehörte Satz nach so einer Untersuchung. Und dennoch fühlen Sie sich immer noch schlapp, müde oder gestresst. Woran liegt das? Auch wenn man es kaum glauben kann, schuld daran ist ein Fehler bei der Berechnung der Normwerte. Denn „normal“ heißt noch lange nicht „gesund“.

Die Grenzwerte, die einem heutigen Blutbild zugrunde liegen, wurden in den 1950er-Jahren festgelegt. Damals wusste man aber teilweise noch gar nicht genau, wie wichtig bestimmte Blutwerte sind. Es wurden für die Grenzwertbestimmung viele tausend Blutproben gesammelt und ausgewertet.

Aus den Werten aus Millionen von Blutproben und Blutspenden, die sich dabei in der Folge ergeben haben, wurde der statistische Mittel- bzw. Normwert gebildet und als Standard festgelegt. Hierunter ist natürlich auch das Blut vieler kranker Menschen. Der Normwert wird durch die kranken Proben natürlich verschlechtert.

Das Ergebnis: Ihre Blutwerte werden mit diesen „durchschnittlichen“ Werten verglichen. Wird Ihr Blut also heute an diesen Grenzwerten gemessen, vergleichen Sie Ihren Gesundheitszustand auch mit dem von Kranken. Daher brauchen Sie sich auch nicht zu wundern, wenn Sie sich nicht unbedingt gesund fühlen, auch wenn all Ihre Werte „normal“ sind.

Mit diesen Blutwerten leben Sie besonders gesund

Daher empfehle ich Ihnen ganz spezielle Werte, die Sie in meinem Buch 47 Geheimnisse über das Blut der Sieger nachschlagen können. Hier finden Sie eine umfassende Tabelle mit allen Blutwerten, wie ich sie meinen Patienten empfehle.

Meine Grenzwerte liegen höher, weil sie sich an neuen Forschungen orientieren. Sie sind um einiges höher als die deutschen „Normalwerte“ und orientieren sich eben nicht am Durchschnitt, sondern am Leistungsmaximum. Sie werden merken: Es handelt sich um Werte, mit denen Sie tatsächlich fit, gesund und leistungsfähig sind – um „gesunde Blutwerte“, wie ich sie nenne. Mit Normalwerten sterben Sie zwar nicht – aber orientiert am Leistungsmaximum sieht Ihr Leben ganz anders aus.

Warum empfehle ich Ihnen ganz andere Werte als die „normalerweise üblichen“ Standardblutwerte und was sind „gesunde Blutwerte„?

Alle Infos zur Blutabnahme

An dieser Stelle finden Sie nun alle wichtigen Informationen rund um die Blutuntersuchung.

Beeinflussung durch die Nahrung

Bei jeder Blutabnahme werden Sie gebeten, nüchtern zu erscheinen. Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum das so ist? Wenn Blutwerte bei allen Menschen nüchtern genommen werden, dann ergibt sich eine bessere Vergleichbarkeit der Werte untereinander.

Frühstück ist nämlich nicht gleich Frühstück: Der eine Mensch isst nur eine kleine Schale Müsli, der andere 2 Brötchen mit Wurst, Käse und Marmelade. Das wirkt sich natürlich auch auf Ihre Blutwerte aus. In dem Fall können schon die Blutfettwerte völlig unterschiedlich ausfallen.

Übrigens kann auch das Verhalten am Vorabend Ihre Blutwerte deutlich verändern. Wenn Sie eine eiweißreiche Mahlzeit zu sich nehmen, spiegelt sich das in Harnsäure- und Harnstoffwerten wider. Auch viel Sport beeinflusst Ihr Blut; das Verhältnis der Vitalstoffe untereinander kann dann anders aussehen.

Blutabnahme: Bestimmte Getränke sind erlaubt

„Sie müssen nüchtern kommen.“ Die Anweisung kennen Sie bestimmt von vielen Blutuntersuchungen. Und wie es so ist: Sie haben wenig Hunger oder verspüren normalerweise nie großartig Durst. Aber an diesem einen Tag klebt die Zunge vor Durst stundenlang am Gaumen und Ihr Magen knurrt immer wieder laut und vernehmlich. Essen dürfen Sie nichts, wenn eine Nüchtern-Untersuchung angeordnet ist. Auch kein kleines Stück Brot – und schon gar nicht ein winziges Bonbon. Das Magenknurren wird Ihnen daher also erhalten bleiben.

Anders aber sieht es aus, wenn Sie Durst haben: Getränke sind in gewissem Rahmen erlaubt. So dürfen Sie Kaffee, Tee und Wasser trinken. Wichtig ist aber, dass sie ungesüßt sind und keine Milch enthalten. Daher sind auch Limonaden oder Light-Getränke tabu – genauso wie Säfte. Halten Sie sich nicht daran, drohen Ihnen übrigens falsche Blutwerte, die nicht aussagekräftig sind.

Übrigens: Sollen bei Ihnen Antikörper oder Entzündungswerte bestimmt werden, müssen Sie nicht nüchtern in die Praxis kommen.

Wie häufig sollte ein Blutbild gemacht werden?

Ich empfehle meinen Patienten grundsätzlich ein großes Blutbild zur Bestandsaufnahme. Je nachdem, ob Sie Mängel haben und welche Maßnahmen Sie dagegen ergreifen, sollten Sie dann nachkontrollieren lassen – angenommen, Sie haben einen schlechten Magnesium- oder Eiweißwert.

Fangen Sie nach der 1. Blutuntersuchung an, hiergegen Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen, sollten Sie nach 1/2- bis 3/4-Jahr die Werte erneut überprüfen lassen, um festzustellen, wie sie sich verändert haben. Ist Ihr Blutbild dagegen völlig in Ordnung, reicht es, wenn Sie 1-mal im Jahr nachkontrol­lieren lassen.

Wer bezahlt eine Blutuntersuchung?

Wenn Sie gesetzlich versichert sind, bezahlt Ihre Krankenkasse alle 2 Jahre ein kleines Blutbild, so wie es jeder Arzt regelmäßig macht. Zusätzliche Untersuchungen müssen Sie selbst bezahlen.

Der Preis für ein komplettes großes Blutbild mit allen Werten liegt zwischen 1.000 und 2.500 €. Sind Sie privat versichert, wird auch dieses große Blutbild fast von allen Kassen übernommen.

Untersuchte Bestandteile des Blutes

Nur die wenigsten Werte werden aus dem Vollblut ermittelt. Häufig wird das Blutserum gebraucht. Es enthält keine Zellen und keine Gerinnungs-Faktoren. Um Letztere zu ermitteln, verwendet man das Plasma – hier kann das Labor erkennen, ob die Blutgerinnung funktioniert.

Sie sehen, wie wichtig es ist, dass eine Blutuntersuchung richtig durchgeführt und anschließend mit Ihnen besprochen wird. Sie sollten sich daher auf jeden Fall an einen Fachmann wenden.

Denn wenn Sie Ihre Defizite, die sich im Blutbild zeigen, gezielt angehen und verbessern, werden Sie sich bald höchst leistungsfähig und fit fühlen. Ihre Gesundheit wird sich deutlich steigern und damit sowohl Ihre Lebensfreude als auch die Lebensqualität.

Weist ein einzelner Wert auf eine einzelne Krankheit hin?

Nein, das geht nicht. Nehmen Sie z. B. den Leberwert Gamma-GT. Dieser kann erhöht sein, wenn Sie zu viel Alkohol trinken. Aber schon die Einnahme der Anti-Baby-Pille, anderer Medikamente oder einfach eine gute Mahlzeit am Abend vor der Blutabnahme lassen diesen Wert ansteigen.

Auch können in Ihrer Blutprobe viele weiße Blutkörperchen enthalten sein – wenn Sie sich kurz vorher körperlich angestrengt haben. Ein anderes Beispiel ist das CK. Dieses Enzym dient zur Herzinfarkt-Diagnose. Der Wert kann ansteigen, wenn Sie eine Massage hatten oder intensiv sportlich aktiv waren. 2 Tage lang dauert es dann, bis sich der Wert wieder normalisiert hat.

Denken Sie immer daran: Eine Blutuntersuchung ist nur eine Momentaufnahme. Manche Werte sind eben schnell durch äußere Umstände verfälscht. Daher muss Ihr Arzt, um Krankheiten zu erkennen, neben dem Blutwert immer auch andere Untersuchungsbefunde mit einbeziehen sowie Ihren persönlichen Lebenswandel und Ihre medizinische Vorgeschichte betrachten.

Welche Blutwerte sind besonders wichtig?

Die folgenden Blutwerte sollten Sie auf alle Fälle messen lassen. Das sind neben den Werten eines normalen, kleinen Standard-Blutbildes wie Eiweiß und Cholesterin folgende:

  • HomocysteinEin Eiweiß-Abbauprodukt – wenn dieser Wert erhöht ist, liegt bei Ihnen ein gesteigertes Risiko für Gefäßerkrankungen, aber auch Herzinfarkt und Schlaganfall vor. Ist Ihr Homocystein-Spiegel gesteigert, haben Sie einen Mangel an Folsäure, Vitamin B6 und B12. (Dazu im Folgenden noch mehr)
  • SelenEin wichtiger Mineralstoff für das Wachstum der Zellen sowie die Enzymbildung.
  • Vitamin CNur ausreichend Vitamin C im Körper garantiert Ihnen ein starkes Immunsystem und gute Nerven. Zudem verleiht Ihnen dieser Stoff viel Energie.
  • Vitamin DEs hebt Ihre Stimmung und stärkt die Knochen. Auch dieses Vitamin hält Ihr Immunsystem stark und festigt Ihre Nerven.
  • Vitamin EDer stärkste Schutzstoff gegen freie Radikale und somit gegen Zellschäden; er kann sogar das Arteriosklerose-Risiko senken. In Tierversuchen wirkt er lebensverlängernd.
  • ZinkHält ebenfalls Ihr Immun­system leistungsfähig sowie Haut, Haare und Nägel gesund. Ein Zinkmangel dagegen kann sogar zu Neurodermitis führen.

Auch diese Blutwerte sollte Ihr Arzt unbedingt untersuchen.

Homocystein: Wie Sie sich vor dem gefährlichen Stoffwechselgift schützen

„Vergessen Sie Cholesterin – lassen Sie Ihren Homocysteinwert messen!“ Ganz so unwichtig ist das Cholesterin als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zwar nicht.

Aber diese Überschrift, die kürzlich in einer deutschen Illustrierten prangte, weist in die richtige Richtung: Homocystein, ein giftiges Zwischenprodukt des körpereigenen Eiweißstoffwechsels, ist ein noch viel zu wenig beachteter Risikofaktor für Arteriosklerose.

Nach neuesten Erkenntnissen kann Homocystein auch Hirnstörungen und sogar Krebs begünstigen. Wir sagen Ihnen, ab welchen Werten Gefahr droht und wie Sie Ihr Risiko mit einer preiswerten Vitamin-Therapie sicher in den Griff bekommen.

Gesunde Menschen haben gar kein Homocystein im Blut

Homocystein entsteht beim Abbau der Aminosäure Methionin, die wir v. a. mit Fleisch zu uns nehmen. Zwar handelt es sich beim Homocystein auch um eine Aminosäure, sie ist aber toxisch und schädigt die Zellen.

Erst wenn sie mit Hilfe der Vitamine B6, B12 und Folsäure umgewandelt ist, kann der Körper auch sie als Eiweißbaustein verwenden. Normalerweise ist Homocystein nur in den Zellen vorhanden. Erst wenn zu viel davon anfällt, geben die Zellen das giftige Produkt ins Gewebe ab, um sich vor seinen toxischen Wirkungen zu schützen.

Von dort aus gelangt Homocystein ins Blut und wird teilweise über den Urin ausgeschieden. Doch auf diesem langen Weg richtet es erhebliche Schäden an.

Das sind die teuflischen Wirkungen von Homocystein im Körper:

  • Schädigung der Gefäßwände
  • Verstärkung der Blutgerinnung
  • Störung des Zellstoffwechsels
  • Entmineralisierung der Knochen
  • Schädigung der Erbinformation (DNA)

Ursache für zu hohe Homocysteinwerte ist eine unzureichende Versorgung mit B-Vitaminen und Folsäure.

Schon bei geringen Homocysteinwerten wird es kritisch

Seit sich 1995 erstmals eine internationale Expertengruppe auf hohem wissenschaftlichen Niveau mit den gesundheitsschädlichen Wirkungen von Homocystein beschäftigt hat, sind zahlreiche groß angelegte Studien erschienen. Sie alle belegen, dass bereits ab Homocysteinwerten von 11 bis 15 µmol/l im Blut Gefäß- und andere Gesundheitsschäden drohen.

Zu den gefährlichen Folgen zu hoher Homocysteinwerte gehören:

  • Arteriosklerose – mit den Folgen Angina pectoris, Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Thrombose-Bildung
  • Beeinträchtigung der Hirndurchblutung
  • Zerstörung von Nervenzellen
  • Beschleunigung von Demenz-Erkrankungen inkl. der Alzheimer-Krankheit
  • Knochenschwund (Osteoporose)

Wie Professor Dr. Karl-Ludwig Resch aus Bad Elster auf der 4. Internationalen Konferenz über Homocystein im Sommer 2003 in Basel berichtete, steigt mit jeder Erhöhung des Homocysteinspiegels um 0,5 µmol/l die Gefahr für einen Herzinfarkt um das 2,5fache und für einen Schlaganfall sogar um das 5fache.

Selbst geringe Homocysteinwerte im Blut erhöhen bereits das Herz-Kreislauf-Risiko. „Die Gefahr ist ähnlich hoch wie bei zu hohen LDL-Cholesterinwerten (= schlechtes Cholesterin) – nur mit dem Unterschied, dass es beim Homocystein offenbar keinen unteren Grenzwert gibt“, so der Forscher.

Das bedeutet: Je niedriger Ihr Homocysteinwert, desto besser für Ihre Gesundheit.

Die Höhe Ihres Homocysteinwertes kann Ihr Arzt im Rahmen einer üblichen Blutuntersuchung feststellen. Bei einem begründeten Verdacht übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten dafür. Das sind die Risikobereiche:

  • 12 bis 30 Mikromol/l : leicht erhöhte Homocysteinwerte
  • 30 bis 100 Mikromol/l: erhöhte Homocytseinwerte
  • über 100 Mikromol/l: sehr hohe Homocysteinwerte

Das sind die häufigsten Ursachen für zu hohe Homocysteinwerte

  • Verringerte Aufnahme von Vitamin B12 im Dünndarm infolge von perniziöser Anämie, Magen-Operationen oder Schwund der Magenschleimhaut (Atrophie)
  • Einnahme von Medikamenten zur Pufferung der Magensäure (Antazida)
  • ernährungsbedingter B-Vitamin- und Folsäure-Mangel (strenge Vegetarier/Veganer)
  • negative Wechselwirkungen zwischen Vitaminen und Medikamenten – z. B. Hemmung von Vitamin B6 durch Theophylline (Asthma-Mittel) oder Hemmung von Folsäure durch Epilepsie-Mittel (Anti-Epileptika)
  • täglicher Alkoholkonsum

Alkohol und Homocystein – eine tückische Mixtur

Forscher der psychiatrischen Universitätsklinik in Erlangen entdeckten 2003, dass sich Alkohol und Homocystein offenbar gegenseitig in ihren schädlichen Wirkungen potenzieren. So hat der Abbau des gefährlichen Zellgifts Alkohol in der Leber absolute Vorfahrt.

Während dieser Zeit kann die Leber aber weder vorhandene Homocysteinmoleküle abbauen, noch die dafür notwendigen Enzyme bilden. Die Homocysteinwerte steigen. Da dieses Gift die Blut-Hirn-Schranke überwindet, kommt es zu unheilbaren Schäden an den empfindlichen Hirnzellen – und auf Dauer gesehen zu einem vorzeitigen Gehirnabbau (Atrophie).

Auf diese Weise beschleunigt Homocystein auch bereits bestehende Demenzerkrankungen einschließlich der Alzheimer-Krankheit. Nach den Ergebnissen der Forscher reicht schon der regelmäßige Konsum von 1 Glas Rotwein täglich.

B-Vitamine senken die Homocysteinwerte

Spätestens wenn Ihr Homocysteinwert 12 µmol/l Blut erreicht, sollten Sie etwas dagegen unternehmen. Bestehen bei Ihnen noch weitere Risikofaktoren, z. B.:

erhöhte LDL-Cholesterinwerte,

Diabetes,

Übergewicht,

erhöhte Harnsäurewerte

oder Rauchen,

dann sinkt diese Grenze auf 10 µmol/l. Die Blutuntersuchung beim Arzt ist noch keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung und kostet Sie ca. 38 €.

Therapie zur Senkung der Homocysteinwerte

Die Therapie ist äußerst einfach. Sie müssen nur die 3 Vitamine einnehmen, die für den Abbau des Homocysteins zuständig sind:

  • Vitamin B6,
  • Vitamin B12
  • und Folsäure.

Gut bewährt haben sich die Kombi-Präparate Orthoexpert nutri-cor® (Vitamin B6 12,5 mg / B12 400 µg / Folsäure 1 mg) sowie Folsäure Hevert Tabl. (5 mg) plus B-Komplex forte-Hevert® Tabl. (B6 50 mg / B12 500 µg). Die Tages-Therapiekosten liegen zwischen 0,40 und 0,70 € – so preiswert kann eine wirksame Vorsorge sein.

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Dr. Michael Spitzbart
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Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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