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Diese 12 Blutwerte muss Ihr Arzt unbedingt kontrollieren

Kopfschmerzen, Herzrasen, Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit: Das kann auf einen grippalen Infekt hinweisen. Doch wenn der Infekt einfach nicht durchbricht, Ihre Beschwerden aber bleiben? Dann ist der Auslöser häufig etwas ganz anderes: ein Mangel an wichtigen Vitalstoffen.

Warum er so schwer zu erkennen ist und welche Blutwerte Ihr Arzt bei unklaren Symptomen messen sollte, um einem solchen Mangel auf die Spur zu kommen, erkläre ich Ihnen in dem folgenden Beitrag.

Eine Fau und eine Ärztin beim Blutabnehmen© Marco Wydmuch - Fotolia

Es ist ein gar nicht so seltenes Phänomen, das ich auch aus meiner Praxis kenne. Patienten kommen zu mir mit unklaren, unspezifischen Symptomen. Das könnten Anzeichen für alle möglichen Krankheiten sein – und dementsprechend umfangreich sind oft auch die Behandlungsversuche, die sie hinter sich haben. Das Ergebnis ist häufig gleich null.

In solchen Fällen greife ich erst einmal zur Kanüle – um Blut abzunehmen und den Vitalstoffstatus im Blut zu überprüfen. Denn häufig werden die Beschwerden durch Mängel an Vitaminen und Mineralstoffen ausgelöst.

Bei unklaren Symptomen sollte Blutuntersuchung Pflicht sein

Deutliche Vitaminmangelerkrankungen treten heutzutage in Deutschland fast gar nicht mehr auf. Doch es reichen schon geringe Vitalstoffmängel aus, damit Ihr Körper nicht mehr richtig funktioniert. Leider äußern sich Vitalstoffmängel durch sehr unklare Symptome, zum Beispiel Unwohl­sein, Schwindel, Kopfschmerzen, gehäufte Infektanfälligkeit oder Ähnliches.

Es fällt daher schwer, allein von den Symptomen auf einen Mangelzustand zu schließen. Allein aus diesem Grund sollte Ihr Arzt bei unklaren Beschwerden immer auch eine Blutuntersuchung durchführen lassen.

Diese Blutwerte sollte Ihr Arzt bei unklaren ­Symptomen untersuchen

Es gibt Mängel, die häufiger als andere auftreten. Dementsprechend sollten diese Vitalstoffe auch als ­Erstes getestet werden. Das sind:

  1. Biotin: Haarausfall, brüchige Nägel und Muskelschmerzen sind Anzeichen für einen Biotinmangel. Der Blutwert sollte immer zwischen 0,2 und 1,2 µg/l liegen.
  2. Coenzym Q10: Fehlt es, kommt es zu körperlichem Schwächegefühl und zur Herzschwäche. Der Gehalt im Blut sollte bei 0,5 bis 1,1 mg/l liegen.
  3. Eisen: Ein Eisenmangel führt zu Müdigkeit, Kopfschmerzen, Verdauungsproblemen, rissiger Haut, vor allem um den Mund herum und zur Infektanfälligkeit. Der Blutwert beim Mann sollte mindestens 120 ng/ml, der bei der Frau mindestens 50 ng/ml betragen.
  4. Kalium: Herzrhythmusstörungen, zu geringer Blutdruck, schwache Muskeln, Gefühlsstörungen, Verstopfung und Lähmungen sind Anzeichen für einen Kaliummangel. Der Wert im Blut sollte zwischen 19 und 195 mg/l liegen.
  5. Kalzium: Fehlt es, kommt es zu Muskelkrämpfen, Kopfschmerzen, Mattigkeit, Problemen mit der Nebenschilddrüse und einem erhöhten Osteoporoserisiko. Ein guter Kalziumblutwert liegt zwischen 95 und 110 mg/l.
  6. Magnesium: Bei einem Mangel leiden Sie unter hohem Blutdruck, schwachen Nerven, Muskelkrämpfen und Herzrhythmusstörungen. Ein ausreichend hoher Wert liegt zwischen 22 und 25 mg/l.
  7. Selen: Ein schwaches Immunsystem, Schilddrüsenprobleme und Asthma sind Anzeichen für zu wenig Selen. Der Blutwert sollte zwischen 150 und 170 µg/l liegen.
  8. Vitamin A: Ein Mangel kann zu Nachtblindheit, einem schwachem Immunsystem, Störungen bei der Wundheilung und Hautproblemen führen. Der Wert im Blut sollte daher immer bei 400 bis 830 µg/l liegen.
  9. Vitamin B1: Zu wenig von diesem Vitamin führt zu Kopfschmerzen und depressiven Verstimmungen. Ein ausreichender Blutwert liegt bei 15 bis 90 µg/l, gemessen im Vollblut.
  10. Vitamin B2: Müdigkeit, Schwäche, Lähmungen und Nervenprobleme sind Anzeichen für einen B2-Mangel. Ausreichend versorgt sind Sie mit einem Blutwert zwischen 35 und 60 pmol/l.
  11. Vitamin C: Infektanfälligkeit ist ein gravierendes Anzeichen für einen Vitamin-C-Mangel. Zudem weisen auch erhöhter Blutdruck, Zahnfleischstörungen und verringerte Wundheilung auf einen ­solchen Mangel hin. Der Vitamin-C-Wert im Blut sollte immer bei 8 bis 14 nmol/l liegen.
  12. Vitamin D: Fehlt Vitamin D, ist vor allem das Osteoporoserisiko stark erhöht. Außerdem kommt es häufiger zu Schuppenflechte, Herzrhythmusstörungen und Muskelkrämpfen. Ein ausreichend hoher Blutwert liegt bei 25 bis

    300 nmol/l.

Normalerweise werden Blutuntersuchungen außerhalb des üblichen Blutbildes nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Anders sieht es aus, wenn bei Ihnen der Verdacht auf eine Krankheit besteht. Dann werden die Kosten, die zwischen 10 und 50 € liegen können, von den Kassen bezahlt.

Achtung: Häufige Fehler bei der Blutmessung

Bei der Bestimmung von Blutwerten kann es schnell zu Fehlern kommen, die Ihr Arzt tunlichst vermeiden sollte. Solche Fehler sind unter anderem:

  •  falsches Verhalten Ihrerseits vor der Blutentnahme (z.B. Konsum von Alkohol oder exzessiver Sport am Vortag)
  • unterschiedlicher Zeitpunkt der Abnahme des Blutes
  • zu kleine Kanülen oder zu lange Blutstauung
  • zu lange Transportwege zum Labor oder Transport bei Licht (Vitamingehalt verändert sich)
  • Nutzung von unterschied­lichen Laboren

Blutwerte: Wieso „normal“ nicht gleich „gesund“ ist

„Alle Ihre Werte sind normal, Sie sind gesund“, ist der häufig gehörte Satz nach so einer Untersuchung. Und dennoch fühlen Sie sich immer noch schlapp, müde oder gestresst. Woran liegt das? Auch wenn man es kaum glauben kann, schuld daran ist ein Fehler bei der Berechnung der Normwerte. Denn normal heißt noch lange nicht „gesund“.

Die Normwerte werden aus Millionen von Blutproben errechnet, die in den Laboren in Deutschland eingehen und auch bei Blutspenden gewonnen werden. Hierunter ist natürlich auch das Blut von vielen kranken Menschen. Aus den Werten, die aus all diesen Blutuntersuchungen ermittelt werden, wird ein statistischer Mittelwert gebildet. Dieser wird durch die kranken Proben natürlich verschlechtert.

Das Ergebnis: Ihre Blutwerte werden mit diesen „durchschnittlichen“ Werten verglichen. Daher brauchen Sie sich auch nicht zu wundern, wenn Sie sich nicht unbedingt gesund fühlen, auch wenn all Ihre Werte „normal“ sind.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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