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Blut: Zu niedrige Thrombozytenzahl

Der medizinische Fachbegriff für einen erniedrigten Thrombozytenwert im Blut lautet Thrombozytopenie. Auf der anderen Seite bezeichnet man einen erhöhten Wert an Thrombozyten im Blut als Thrombozytose.

Mögliche Ursachen für eine Thrombozytopenie

  • das Knochenmark produziert nicht genug Thrombozyten
  • das Immunsystem zerstört die Thrombozyten vorzeitig
  • die Milz, die das Blut filtert, kann vergrößert sein und es bleiben darin zu viele Thrombozyten „hängen“

In vielen Fällen beschreibt die Thrombozytopenie eine vorübergehende Störung, die sich von selbst reguliert. Sie ist im Allgemeinen bedenklich, wenn sie fortschreitet oder Symptome hervorruft. Eine Behandlung ist in den meisten Fällen nicht notwendig, besonders nicht in leichten Fällen.

Die thrombozytische Purpura

Eine Art der behandlungsbedürftigen Thrombozytopenie verursacht ein schlecht funktionierendes Immunsystem. Diese Erkrankung nennt man Autoimmunthrombozytopenische Purpura (ATP). Der Name Purpura bezieht sich auf eine stecknadelkopfgroße, rötliche Hautblutung, die wie ein Hautausschlag aussieht. Sie entsteht, wenn das Blut zu wenige Thrombozyten enthält.

Die thrombozytopenische Purpura kann mit einer Autoimmunerkrankung zusammenhängen oder nach einer kürzlich durchgemachten Infektion auftreten. Viele der häufig gebrauchten Medikamente (darunter Heparin und Chinin) können das Immunsystem so verändern, dass es sich plötzlich gegen die Thrombozyten wendet.

Welche Behandlung kommt in Frage?

Personen mit einer thrombozytopenischen Purpura weisen entweder gelegentlich oder permanent niedrige Thrombozytenzahlen auf. Die Behandlung besteht in den meisten Fällen aus immunsuppressiven (das Immunsystem unterdrückenden) Medikamenten wie zum Beispiel Kortikosteroiden oder intravenösem Gammaglobulin. Die Entfernung der Milz erweist sich in einigen Fällen als notwendig, da die Milz die Thrombozyten vorzeitig abbaut.

Die thrombotisch-thrombozytopenische Purpura gilt als eine seltene und lebensbedrohliche Erkrankung. Sie verursacht einen plötzlichen, starken Abfall der Thrombozytenzahl. Die Thrombozyten werden dabei in kleine Blutgerinnsel „hineingezogen“, die sich plötzlich im gesamten Körper bilden. Die Gerinnsel erhöhen das Risiko für schlaganfallähnliche Symptome. Einige blutgerinnungshemmende Medikamente brachte man mit dieser Erkrankung in Verbindung. Die Behandlung besteht darin, Blut zu entnehmen, das Plasma zu entfernen (Plasmapherese) und das Blut mit frischem Spenderplasma wieder zuzuführen.

Erhöhte Thrombozytenzahl im Blut

Neben einer Thrombozytopenie kommt es vor, dass ein Mensch zu viele Thrombozyten im Blut hat. Die Anzahl der Blutplättchen kann durch kurz andauernde Störungen wie Stress, Entzündungen oder Eisenmangel ansteigen. Die Thrombozytose verschwindet auch unter Umständen von selbst wieder. Eine Behandlung ist in den meisten Fällen nicht notwendig, außer es treten Symptome auf.

Eine ernste Ursache für eine Thrombozytose stellt die Thrombozythämie dar. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des Knochenmarks, bei der der Körper zu viele Thrombozyten produziert. Die Behandlung der Thrombozythämie erfolgt mit Medikamenten, die die Produktion der Thrombozyten bremsen oder mittels der Thrombozytapherese. Das ist eine Behandlungsmethode, bei der der Arzt einen Teil des Blutes entnimmt, die Thrombozyten entfernt und das Blut wieder zuführt.

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