MenüMenü

Thrombozytenzahl im Blut

Eine routinemäßige Blutuntersuchung bringt es ans Licht: Die Zahl der Thrombozyten in Ihrem Blut ist erniedrigt. Stellt das einen Grund dar, sich Sorgen zu machen? Die Thrombozyten (Blutplättchen) bezeichnen Blutzellen, die bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle spielen.

Ist ihre Zahl zu gering, erhöht dies unter Umständen das Risiko einer Blutung erhöhen. Ist sie zu hoch, steigt das Risiko eines Blutgerinnsels.

Die Blutplättchen als wichtige Faktoren der Blutgerinnung

Thrombozyten sind winzige, farblose Blutzellen. Bei der Verletzung eines Blutgefäßes lagern sie sich zusammen und bilden einen Klumpen. Diese Ansammlungen binden Proteine im Blut aneinander, um ein Gerinnsel zu bilden und dadurch die Blutung zu stoppen.

Das Knochenmark produziert täglich neue Thrombozyten. Jeder Thrombozyt bringt eine Lebensdauer von zehn Tagen mit sich. Das Blut enthält im Optimalfall jederzeit zwischen 150.000 und 450.000 Thrombozyten pro Kubikmillimeter.

So stellt der Arzt die Diagnose

Eine Störung der Thrombozytenzahl diagnostiziert der Arzt mit Hilfe der medizinischen Vorgeschichte, einer körperlichen Untersuchung und Blutuntersuchungen. Unter Umständen benötigt er eine Knochenmarkspunktion (Entnahme von Knochenmarksgewebe mittels einer Nadel).

Das hilft eine ernste Bluterkrankung wie zum Beispiel Leukämie ausschließen. Denn auch die Leukämie ist gelegentlich die Ursache von Störungen der Thrombozyten sein.

Blutgruppen: Entwickelt zum Schutz vor Keimen?

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum es unterschiedliche Blutgruppen gibt? Theoretisch könnten wir Menschen doch auch alle eine Blutgruppe haben – sei es nun Gruppe A, Gruppe AB oder eine der anderen. Wissenschaftler aus Amerika und Frankreich gehen nun davon aus, dass die unterschiedlichen Blutgruppen als Versuch entstanden sein könnten, sich gegen spezielle Krankheitserreger zu wehren.

Grund für diese Annahme: Die Erkenntnis der Forscher, dass Menschen, die die Blutgruppe A aufweisen, eher an Durchfallerkrankungen leiden als Menschen mit anderen Blutgruppen.

Die Wissenschaftler haben sich mit den Rotaviren beschäftigt. Diese führen häufig zur Magen-Darm-Grippe. Dabei entdeckten die Wissenschaftler, dass gerade ein bestimmter Rotaviren-Stamm eine spezielle Stelle besitzt, die für die Bindung an Zuckermoleküle gedacht ist. Diese finden sich sowohl auf Blutzellen als auch auf anderen Zellen von Menschen, die die Blutgruppe A aufweisen.

Die Forscher untersuchten daraufhin im Labor Rotaviren und Körperzellen im Zusammenspiel. Es zeigte sich, dass die Viren vor allem die Zellen angriffen, die eben diese Zuckermoleküle auf der Oberfläche trugen und von Menschen mit der Blutgruppe A stammten.

Umgekehrt konnten die Forscher auch nachweisen, dass Patienten, die durch diesen Rotavirenstamm an Magen-Darm-Grippe erkrankt waren, bis auf einige wenige Ausnahmen die Blutgruppe A besaßen.

Möglicher Grund für unterschiedliche Blutgruppen

Dementsprechend vermuten die Wissenschaftler, dass es in der Evolution zur Entwicklung unterschiedlicher Blutgruppen kam. Hiermit sollten die Menschen wohl gegen unterschiedliche Krankheitserreger geschützt werden.

Um diese Theorie zu untermauern, wollen die Forscher jetzt untersuchen, welche Keime sich noch an den Zuckermolekülen der Blutgruppe A anlagern. Bekannt ist dies bereits von Noroviren sowie von Helicobacter pylori. Beide Erreger infizieren ebenfalls, genau wie die Rotaviren, Menschen, die die Blutgruppe A besitzen.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten