MenüMenü

Blut: Blutwerte im Blutbild geben exakte Auskunft

Aus einer geringen Menge Blut können Mediziner Ihren Gesundheitszustand ablesen. Ihr Arzt misst in den meisten Fällen die erschreckenden Werte: Cholesterin, Fett und Blutzucker.

In Ihrem Blut kann er darüber hinaus ablesen, wie beschwingt Ihr Leben sein kann, wie glücklich Sie sind und ob Ihr Immunsystem funktioniert. Alle Hormone, Vitamine, Spurenelemente und Eiweiße kann man nachweisen. Dafür müssen Sie ein großes Blutbild erstellen.

Welcher Arzt macht ein großes Blutbild?

Wenn Sie zu Ihrem Arzt gehen und ein großes Blutbild verlangen, läuft das wahrscheinlich nicht reibungslos ab. Wahrscheinlich sprach sich nicht bei allen Ärzten herum, wie wichtig neben den Cholesterinwerten der Vitalstoff-Pegel für eine gute Gesundheit sind. Was können Sie tun, wenn Ihr Arzt nicht auf Ihren Wunsch eingeht, Ihr Blut genauer zu untersuchen? Es gibt drei Möglichkeiten:

  1. Wenn Sie in einer Universitätsstadt mit Uniklinik wohnen, erkundigen Sie sich nach einer sportmedizinischen Abteilung. Alle Ärzte für Leistungssportler kennen sich mit Blutwerten aus und wissen um deren Wichtigkeit. Es ist kein Problem für Sie, eine Blutuntersuchung nach Ihren Wünschen zu erhalten.
  2. Das Einfachste ist, Sie nehmen sich ein Telefonbuch zur Hand und suchen einen Internisten in Ihrer Nähe. Dieser erstellt Ihnen in der Regel ein Blutbild, wie Sie es gerne hätten.
  3. Wenn Ihr Hausarzt kein Labor zur Untersuchung aller Werte kennt, kann er bei der Firma Cadion ein Test-Set zum Prüfen des Bluts bestellen. Er erhält es bei der Cadion Vertriebs GmbH, Marktplatz 17, 90556 Cadolzburg oder unter der Telefonnummer 09103/500-10. Das große Blutbild, was Ihr Arzt mit dem Test-Set erstellt, umfasst sämtliche wichtigen Werte, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Hauptbestandteile des Blutes

Ein Blutbild (Blutstatus) stellt eine häufig durchgeführte Untersuchung dar. Sie versorgt Ihren Arzt mit wichtigen medizinischen Informationen zu Ihrer Gesundheit und erlaubt Rückschlüsse auf mögliche Blut- oder Knochenmarkkrankheiten, Infektionen oder Entzündungen.

Die Hautbestandteile des Blutes sind Flüssigkeit (Plasma) und Zellen. Ein Blutbild gibt Aufschluss über Einzelheiten der drei Hauptzelltypen des Blutes:

  • Die Erythrozyten (rote Blutzellen) gelten als die häufigsten Blutzellen. Sie enthalten Hämoglobin. Dies ist eine eisenreiche Substanz, die den Sauerstoff durch den ganzen Körper transportiert. Die roten Blutzellen entfernen darüber hinaus das Kohlendioxid aus den Geweben des Körpers.
  • Die Leukozyten (weiße Blutzellen) schützen den Körper vor Infektionen und Krankheiten. Es gibt verschiedene Typen weißer Blutzellen.
  • Die Thrombozyten (Blutplättchen) sind unentbehrlich bei der Blutgerinnung.

Die Ergebnisse eines Blutbildes sprechen Bände

Wenn Ihr Arzt ein Blutbild veranlasst, entnimmt er eine kleine Menge Blut aus einer Armvene. In der Blutprobe zählt man in einem speziell ausgerüsteten Labor die Menge der roten und weißen Blutzellen sowie der Blutplättchen aus.

Ein Blutbild gibt Auskunft über folgende Werte:

  • Hämoglobin und Hämatokrit – Hämoglobin ist die Substanz in den roten Blutzellen, die den Sauerstoff transportiert. Der Hämatokritwert bezieht sich auf den Anteil aller roten Blutzellen am Gesamtblut. Ist er niedrig, deutet das auf eine Anämie (Blutarmut) hin. Ist die Zahl der roten Blutzellen zu hoch, heißt diese Störung Polyzythämie. Wenn Ihr Arzt bei Ihnen ein Blutbild bestimmt, überreicht er Ihnen unter Umständen einen ähnlichen Ausdruck wie den oben abgebildeten. Den Hämoglobinwert gibt man in Gramm pro Deziliter und den Hämatokritwert in Prozent an. Der Normbereich für beide unterscheidet sich für Männer und Frauen leicht.
  • Mittleres Erythrozytenvolumen (MCV) – Es misst die Größe der roten Blutzellen. Das MCV ist hilfreich bei der Beurteilung einer Anämie. Wenn der MCV-Wert zu hoch ist, liegt eventuell ein Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure vor. Hohe MCV-Werte treten gelegentlich bei übermäßigem Alkoholgenuss oder anderen Erkrankungen auf. Ist Ihr MCV zu niedrig, kann dies ein Hinweis auf Eisenmangel oder eine erbliche Bluterkrankung sein. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen basiert der Normbereich für das MCV auf einer Messung der durchschnittlichen Größe der roten Blutzellen.
  • Leukozyten – Sie sind ein Maß für die Zahl der weißen Blutzellen in einem definierten Blutvolumen. Eine mäßige Erhöhung dieser Zellenmenge kann ein Hinweis für eine Infektion oder Entzündung sein. Sehr hohe Werte zeigen Erkrankungen des Knochenmarks an, zum Beispiel eine Leukämie. Ein niedriger Leukozytenwert kann ein Anzeichen für eine virale Infektion sein. Ist der Wert anhaltend erniedrigt, so deutet dies auf eine Störung der Blutzellenproduktion im Knochenmark hin. Dazu gehören beispielsweise die aplastische Anämie oder andere schwere Erkrankungen.

Interpretation des Blutbildes

Was aber machen Sie nun mit Ihrem Blutbild? Sie können es sich anschauen, aber das bringt Sie nicht viel weiter. Auch wenn Sie verstehen, dass zum Beispiel Ihr Eisenspiegel niedrig ist, wissen Sie noch nicht, wie Sie Abhilfe schaffen können.

In den meisten Fällen ist es mit einem Nahrungsergänzungsmittel nicht getan. Das Blut ist ein komplexes System, bei dem ein Rädchen ins andere greift. Aus dem Grund fragen Sie vor der eigentlichen Blutentnahme Ihren Arzt, wie genau die Analyse Ihres Blutbildes abläuft.

Fragt er Sie erstaunt, welche Analyse Sie meinen, sollten Sie sich schnell einen anderen Arzt suchen. Denn nur wenn ein Arzt das Blutbild richtig deuten kann, empfiehlt er Ihnen die passenden Dosen der fehlenden Mineralstoffe und Vitamine. Er muss die Zahlen nicht nur lesen, sondern auch interpretieren.

Differentialblutbild der Leukozyten

Bei dieser Auszählung unterscheidet man in den meisten Fällen fünf Typen der weißen Blutzellen:

  • Neutrophile bilden sich vermehrt als Reaktion auf eine Infektion und tragen zur Bekämpfung einer bakteriellen Infektion bei. Sie stellen prozentual die größte Gruppe der weißen Blutzellen dar.
  • Monozyten helfen bei der Beseitigung von Fremdkörpern und Mikroorganismen aus dem Körper.
  • Lymphozyten helfen bei der Identifikation fremder Gewebe oder anderer Eindringlinge und produzieren nachfolgend Antikörper zur Bekämpfung. Sehr hohe Lymphozytenzahlen treten bei einem häufigen Typ der Leukämie (chronische lymphatische Leukämie, CLL) auf. Mäßig erhöhte Werte weisen unter Umständen auf eine Infektion hin.
  • Ein erhöhter Wert der Eosinophile bedeutet einen Hinweis auf eine allergische Reaktionen oder in seltenen Fällen auf eine Parasiten-Infektion.
  • Basophile treten in Verbindung mit allergischen Reaktionen auf Medikamente oder andere Substanzen auf.
  • Ist die Zahl der Blutplättchen zu hoch, kommt es sowohl zu Blutungen als auch zu Thrombosierungen. Eine Blutung tritt vor allem auf, wenn die Werte deutlich unterhalb der Norm liegen. Die Plättchenzahl gibt man als Zahl der Blutplättchen in 1 Mikroliter Blut an.

Welchen Stellenwert hat diese Untersuchung?

Zeigen die Werte im Blutbild mögliche Abnormitäten an, führt der Arzt gegebenenfalls einen Blutausstrich durch. Er streicht einen Tropfen Blut auf einen Objektträger und mikroskopiert ihn.

Abnorme Formen roter Blutzellen weisen auf Erkrankungen hin, beispielsweise die Sichelzellanämie oder eine abnorme Hämoglobinvariante (Thalassämie). Mit einem Ausstrich weist man darüber hinaus Parasiten im Blut nach, zum Beispiel bei Malaria.

Viele hilfreiche Informationen gewinnt man mit einer kleinen Blutprobe. Untersuchungen wie das Blutbild sind wichtige Informationsquellen für Ihren Arzt zur Beurteilung Ihres allgemeinen Gesundheitszustandes. Sie zeigen möglicherweise Erkrankungen an, die weitere Untersuchungen und eine Behandlung nach sich ziehen.

Blut: Hämolytische Anämie

Hämolytische Anämien treten selten auf. Bei ihnen werden die roten Blutzellen schneller abgebaut als neu gebildet. Zu den Ursachen können gehören:

  • Genetische Defekte: Eine erbliche Störung bei der physikalischen oder chemischen Zusammensetzung der roten Blutzellen kann dazu führen, dass sie besonders starr oder verformt sind. In der Milz, die das Blut filtert, bleiben sie folglich hängen und werden vorzeitig zerstört.

Ein häufiger Defekt im Hämoglobinmolekül verursacht eine halbmondförmige (sichelförmige) Verformung der roten Blutzellen und wird Sichelzellenanämie genannt. Die Sichelzellen bleiben in den kleinen Arterien stecken und verursachen Schmerzen und Blutgerinnsel. Medikamente und Bluttransfusionen können die Symptome lindern helfen.

  • Erworbene Störungen: Bestimmte Infektionen, Antibiotika oder entzündungshemmende Medikamente können den Körper veranlassen, die roten Blutzellen abzubauen. Auch einige künstliche Herzklappen erhöhen ebenfalls das Risiko der Zerstörung von roten Blutzellen.
  • Autoimmunerkrankungen: Krankheiten wie Lupus erythematodes können eine Zerstörung von roten Blutzellen zur Folge haben.

Zur Behandlung von hämolytischen Anämien wird ihr Arzt die in Verdacht stehenden Medikamenten absetzen, damit verbundene Infektionen bekämpfen und Medikamente verordnen, die das Immunsystem unterdrücken. Manchmal ist die Entfernung der Milz notwendig.

Blutverdünner

Wenn Sie an einer Herzerkrankung oder Krampfadern leiden, besteht das Risiko von Blutgerinnseln (Thromben). Da ein krankes Herz das Blut weniger kräftig durch den Organismus pumpt, verlangsamt sich die Fließgeschwindigkeit des Bluts. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit der Bildung von Thromben im Herz.

Krampfadern in den Beinen bewirken in manchen Fällen eine langsamere Durchblutung, wodurch sich ein Blutgerinnsel in einer Beinvene bilden kann. Um die gefährlichen Komplikationen eines Blutgerinnsels zu vermeiden, verordnen die Ärzte in der Regel blutverdünnende Medikamente (Antikoagulanzien).

Verdünnen des Bluts

Ein Hautschnitt löst einen komplexen Vorgang aus, bei dem besondere Proteine, die Blutgerinnungsfaktoren, zusammen mit den Blutplättchen zur Blutgerinnung führen. Die Blutgerinnung (Koagulation) bewahrt den Verletzten vor einem hohem Blutverlust (Hämorrhagie).

Die Antikoagulanzien verändern die Blutgerinnungsfaktoren und deren Interaktionen, indem sie die Blutgerinnung hemmen. Daher stammt die volkstümliche Bezeichnung „Verdünnung des Blutes“. Antikoagulanzien tragen dazu bei, eine Thrombenbildung zu vermeiden.

Wer benötigt ein blutverdünnendes Mittel?

Der Arzt verordnet gegebenenfalls bei folgenden Beschwerden ein blutverdünnendes Medikament:

  • Herzrhythmusstörungen – Wenn sich bei Ihnen ein Vorhofflimmern entwickelt (eine Form von Herzrhythmusstörung), steigt das Risiko eines Schlaganfalls. Dies geschieht, da es unter Umständen zur Bildung von Blutgerinnseln in den Herzkammern kommt. Diese lösen sich dann ab und wandern ins Gehirn.
  • Künstliche Herzklappe – BIutgerinnsel gelten als am häufigsten auftretende Komplikation und eine der Haupttodesursachen bei Patienten mit künstlichen Herzklappen. Besitzen Sie eine Herzklappe aus Metall oder Kunststoff, nehmen Sie für den Rest des Lebens ein blutverdünnendes Mittel ein.
  • Herzklappenfehler – Eine Verengung oder Vernarbung einer Herzklappe kann zu einer Vergrößerung der dahinterliegenden Herzkammer und zur Bildung eines Blutgerinnsels führen. Das Blutgerinnsel löst sich unter Umständen ab und wandert ins Gehirn. Derartige wandernde Blutgerinnsel treten bei 10 bis 20 Prozent der Patienten auf, die an einer chronischen rheumatischen Herzerkrankung leiden.

Zu den häufigsten Stellen im Körper der Bildung von Thromben gehören Wadenbein und Beckenbereich. Ein Stück eines Blutgerinnsels kann in die Lunge gelangen (Lungenembolie). Ein Blutgerinnsel kann sich auch in einer Herzkammer bilden, an einer künstlichen Herzklappe oder in der Halsschlagader. In manchen Fällen gelangt ein Blutgerinnsel ins Gehirn (Gehirnembolie), was zu einem Schlaganfall führt.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten