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Blut: Informationen rund um den Lebenssaft

Bei Blut handelt es sich um eine Körperflüssigkeit, die man auch als „flüssiges Gewebe“ oder „flüssiges Organ“ bezeichnet. Mit Hilfe des Herz-Kreislauf-Systems stellt Blut die Funktionalität des Körpers sicher.

Der Transport des Blutes gilt als rein mechanischer Vorgang, den die Pumpfunktion des Herzens gewährleistet. Venenklappen in den Blutgefäßen sowie Muskelarbeit unterstützen dies.

Blut – Was ist das eigentlich?

Im menschlichen Körper befinden sich etwa fünf bis sechs Liter Blut. Männer verfügen üblicherweise über rund einen Liter mehr Blut als Frauen. Dies lässt sich auf Unterschiede in Körpergröße und Gewicht zurückführen. Blut gliedert sich in zwei Hauptbestandteile: Zellbestandteile (Hämatokrit), die 44 Prozent der Gesamtmenge ausmachen, und Plasma.

Dabei handelt es sich um eine wässrige Lösung aus Eiweißen, Salzen und Einfachzuckern, das einen Anteil von 55 Prozent hat. Darüber hinaus befinden sich im Blut Hormone, Nährstoffe sowie Stoffwechselprodukte. Der Körper transportiert sie zwischen den Organen hin und her.

Der Körper bildet das Blut im Knochenmark. Diesen Vorgang bezeichnet man als Hämatopoese. Blut erfüllt vier wesentliche Aufgaben:

  1. Transport von Nährstoffen und Abtransport von Stoffwechselabfällen
  2. Abwehrfunktion als Teil des Immunsystems
  3. Regulierung der Körpertemperatur mittels Zirkulation
  4. Atmung – das Blut transportiert Sauerstoff zu den Körperzellen sowieso Kohlenstoffdioxid zurück zur Lunge

Kennen Sie Ihre Blutgruppe?

Jeder Mensch besitzt ein individuelles Blutgruppenmuster, das durch die Eigenschaften seiner roten Blutkörperchen bestimmt wird. Von Bedeutung ist dies vor allem, wenn Sie wegen schwerer Verletzungen oder einer bestimmten Erkrankung Blut erhalten müssen, das ein anderer Mensch gespendet hat.

Ist die Blutgruppe des Spenders nicht kompatibel mit der des Empfängers, kann das Blut verklumpen – und das ist lebensgefährlich.

Das wichtigste Blutgruppensystem ist das AB0-System. Es teilt das Blut in die vier Gruppen A, B, 0 (Null) und AB ein. Bei diesen Gruppen ist die Oberfläche der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) jeweils unterschiedlich beschaffen: Auf dieser können zwei bestimmte chemische Merkmale vorkommen, das Antigen A und das Antigen B.

Bei der Blutgruppe A ist nur das Antigen A vorhanden, bei der Blutgruppe B nur das Antigen B. Bei der Blutgruppe 0 gibt es gar keine Antigene, Menschen mit der Blutgruppe AB besitzen beide.

Diejenigen Antigene, die in unserem eigenen Blut vorkommen, stuft unser Immunsystem als normal ein: Es reagiert nicht darauf. Gegen fremde Antigene bildet es jedoch Abwehrstoffe, sogenannte Antikörper. Ein Mensch mit der Blutgruppe B beispielsweise besitzt das Antigen B und gleichzeitig Antikörper gegen das Antigen A, das in seinem Blut nicht vorkommt.

Blut ist nicht gleich Blut

Würde man diesen Menschen Blut mit dem Antigen A verabreichen, käme es zu einer lebensgefährlichen Abwehrreaktion: Die Antikörper würden die fremden Blutzellen angreifen, was das Blut verklumpen ließe. Das größte Problem haben Menschen mit der Blutgruppe 0: Sie besitzen Antikörper gegen beide Antigene, so dass weder A noch B noch AB in Frage kommen. Sie dürfen also ausschließlich Blut der Gruppe 0 enthalten.

Umso einfacher ist es für die Blutgruppe AB: Da ihre roten Blutkörperchen beide Antigene aufweisen, enthält ihr Blut keine entsprechenden Antikörper. Sie können daher Blut aller anderen Gruppen problemlos empfangen.

Das zweitwichtigste System zur Blutgruppenbestimmung ist der sogenannte Rhesusfaktor, ein weiteres chemisches Merkmal auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen. Menschen, die dieses Antigen besitzen, sind Rhesus-positiv (Rh+), alle anderen Rhesus-negativ (Rh-).

Da das Blut von Rhesus-negativen Menschen entsprechende Antikörper bildet, dürfen sie kein Blut von Rhesus-positiven Spendern bekommen.

Familiäre Veranlagung

Blutanomalien liegen häufig in der Familie. Einige Menschen kommen bereits damit zur Welt, dass ihr Blut eine höhere Gerinnungsneigung aufweist. D

ank der Fortschritte in der medizinischen Forschung gibt es heutzutage Tests, anhand derer man vererbbare Gerinnungsstörungen feststellt. Lassen Sie sich in folgenden Fällen testen:

  • wenn sich bei Ihnen immer wieder Gerinnsel bilden
  • wenn Gerinnselbildung in Ihrer Familie gehäuft auftritt
  • wenn sich bei Ihnen ein Gerinnsel bildet, bevor Sie 50 Jahre alt sind
  • wenn Sie bereits, unabhängig vom Alter, eine schwere Lungenembolie aufwiesen

Diese Umstände können Ihren Pulsschlag beeinflussen

Wir möchten ihnen hier verraten, welcher Pulsschlag als gesund einzustufen ist und ab welcher Schlagzahl man davon sprechen kann, dass er entweder zu langsam oder zu schnell ist.

Normalerweise liegt die Pulsfrequenz bei erwachsenen Menschen zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute. Sportler, besonders Leistungssportler, weisen Frequenzen zwischen 40 und 50 Schlägen pro Minute auf. Allerdings kann diese Schlaganzahl von vielen Faktoren beeinflusst werden.

Nehmen Sie zum Beispiel Medikamente wie Betablocker, können diese Ihren Puls verlangsamen. Genauso wirkt sich eine Störung der Erregungsleitung im Herzen aus.

Dagegen kommt es bei Menschen, die sich von schweren Krankheiten erholen, zu einer Pulsfrequenz, die sich zwischen 80 und 100 Schlägen pro Minute befindet. Diese hohen Frequenzen können auch ein Hinweis auf eine Krankheit wie Blutarmut, Lungenentzündung oder Überfunktion der Schilddrüse sein.

Generell gilt, dass Ihr Puls zu schnell oder zu langsam ist, wenn er zu Beschwerden führt. Hierzu gehören Schwindel, Bewusstlosigkeit oder Kurzatmigkeit.

Typischen Fehler vermeiden: Richtiges Blutdruckmessen

Eine Untersuchung der Kurklinik Bad Nauheim vor drei Jahren hat ergeben: Von 500 befragten Bluthochdruckpatienten wussten nur drei, wie eine korrekte Blutdruckmessung funktioniert. Für Sie als Hochdruckpatient ist es wichtig, dass Sie die Blutdruckmessung richtig beherrschen.

Nur so sind Sie in der Lage zu erkennen, ob die Werte zu stark schwanken, weil Ihre Medikamente nicht richtig eingestellt sind, oder ob Ihre Werte absinken, wenn alternative Methoden zusätzlich greifen.

Eine Langzeitmessung gibt Ihnen Sicherheit

Natürlich können Sie sich im Discounter ein Blutdruckmessgerät kaufen und damit mehrfach am Tag Ihren Blutdruck messen. Eine zuverlässige Aussagekraft haben diese Werte in der Regel jedoch nicht. Gehen Sie lieber den sicheren Weg: Lassen Sie als ersten Schritt von Ihrem Arzt eine Langzeitmessung durchführen. Bei dieser Messung tragen Sie 24 Stunden lang ein mobiles Messgerät.

Das mag für Sie sehr störend sein, da es immer wieder Ihren Blutdruck misst und dabei piepst und surrt. Dennoch ist so ein Langzeitmess­gerät für eine Erstdiagnose empfehlenswert.

Denn es dient dazu, Ihren Blutdruck über den ganzen Tag und auch nachts im Schlaf zu messen und Schwankungen festzustellen. So erfahren Sie, welches Ihr durchschnittlicher Blutdruckwert ist.

12 Tipps, wie Sie Ihren Blutdruck richtig messen

  • Wählen Sie das richtige Gerät. Sie können zwischen verschiedenen Arten von Blutdruckmessgeräten wählen:

1.Manschetten­geräte für den Oberarm

Diese Geräte liefern die genauesten Werte, ­allerdings ist ihre Bedienung auch am schwierigsten und eher für Bluthochdruckpatienten geeignet, die technisch versiert sind.

2.Messgeräte für das Hand­gelenk

Diese Geräte sind viel leichter zu bedienen. Allerdings sind sie nicht für alle Menschen geeignet. Sie sollten sie nur dann verwenden, wenn Ihre Blutdruckwerte am Handgelenk und am Oberarm über­einstimmen. Denn diese können beträchtlich voneinander abweichen. Lassen Sie das von Ihrem Arzt vorher genau überprüfen.

Neben den beiden klassischen Methoden gibt es neuerdings auch Geräte, mit denen der Blutdruck an der Fingerkuppe gemessen wird. Diese neuartigen Geräte sind allerdings sehr ungenau. Auf die angezeigten Werte können Sie sich nicht verlassen; häufig wird fehlerhaft angezeigt. Ich rate Ihnen daher davon ab, so ein Fingerkuppen-Messgerät zu verwenden.

Sie können immer wieder sehr preiswerte Geräte im Supermarkt kaufen. Ich empfehle Ihnen aber, in die Apotheke oder ins Sanitätsgeschäft zu gehen. Hier erhalten Sie Geräte, die auf jeden Fall geeicht sind und damit exakte Werte anzeigen.

Achten Sie darauf, dass Ihr Gerät das Siegel der Deutschen Hochdruckliga trägt – das ist ebenfalls ein Garant für exakte Messergebnisse. Verzichten Sie darauf, Ihr Gerät im Internet oder im Versandhandel zu bestellen. Denn in diesem Fall können Sie es vor dem Kauf nicht an- und ausprobieren.

Achten Sie auch darauf, dass das Messgerät Ihren Bedürfnissen entspricht. So sollten Sie es leicht anlegen und die Anzeige gut ablesen können. Hilfreich ist es auch, wenn das Wechseln der Batterie keine Wissenschaft ist. Falls Ihr Arzt Ihnen ein Blutdruckmessgerät verschreibt, werden die Kosten hierfür übrigens von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

  • Wählen Sie die Manschette in der für Sie passenden Breite. Auch wenn eigentlich der Umfang der Manschette gemeint ist, wird doch von ihrer Breite gesprochen. Die Manschettenbreite muss Ihrem Arm bzw. Ihrem Handgelenk angepasst sein. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, welche Breite Sie wählen sollten. Verwenden Sie eine Standardmanschette, obwohl Ihr Oberarm oder Ihr Handgelenk von der Norm abweicht, zeigt das Gerät falsche Ergebnisse an. Zu enge Manschetten schnüren Ihren Blutfluss ein, zu weite dagegen „schlabbern“ und erfassen den Blutdruck dadurch nicht korrekt.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Arzt in die Messung einweisen. Untersuchungen haben ergeben, dass vom Patienten zu Hause selbst gemessene Werte genauer sind als die, die der Arzt in seiner Praxis ermittelt – es fehlt der sogenannte Weißkitteleffekt. Bei vielen Menschen steigt der Blutdruck automatisch an, sobald sie sich beim Arzt befinden. Sie können allerdings nur dann genaue Werte messen, wenn Sie mit der Technik Ihres Geräts zurechtkommen. Lassen Sie sich daher von Ihrem Arzt zeigen, wie Sie Ihren Blutdruck selbst bestimmen.
  • Messen Sie Ihren Blutdruck morgens, bevor Sie Ihre blutdrucksenkenden Medikamente einnehmen.Nur so erhalten Sie unverfälschte Werte und können erkennen, ob eventuell ein sehr hoher Morgendruck-Wert vorliegt, der für Ihr Herz gefährlich wird. Messen Sie trotz blutdrucksenkender Therapie einen Wert von 140:90 mmHg oder sogar einen höheren, ist das gefährlich für Ihr Herz. Sie sollten Ihren Arzt auf erhöhte Werte am frühen Morgen hinweisen.
  • Kommen Sie vor der Messung zur Ruhe. Bevor Sie Ihren Blutdruck messen, setzen Sie sich in einen ruhigen Raum, entspannen Sie sich und warten Sie einige Minuten. Jede Aufregung, jede Bewegung und jedes Geräusch dagegen lassen Ihren Blutdruck in die Höhe schnellen. Vermeiden Sie auch während der Messung unnötige Bewegungen.
  • Bewahren Sie während der Messung Ruhe. Sprechen, Lachen, Husten und Niesen verändern Ihren Blutdruck. Sie sollten während der Messung also vollkommen ruhig sein.
  • Messen Sie am richtigen Arm. Nur bei wenigen Menschen sind die Blutdruckwerte an beiden Armen gleich hoch. Führen Sie daher die erste Messung an beiden Armen durch. Wählen Sie für alle folgenden Messungen grundsätzlich den Arm mit den höheren Werten aus. Besonders wichtig ist das, wenn Sie ein Handgelenk-Gerät benutzen.
  • Halten Sie Ihre Hand richtig. Eine Bluthochdruckmessung sollte immer in Herzhöhe erfolgen. Achten Sie also darauf, dass die Manschette bei der Oberarmmessung auf der Höhe Ihres Herzens sitzt. Verwenden Sie ein Handgelenk-Gerät, empfehle ich Ihnen die sogenannte Napoleonhaltung. Dabei halten Sie Ihre Hand auf Herzhöhe, indem Sie sie zum Beispiel auf einen Tisch legen.
  • Ihr Blut muss frei fließen können. Zu enge Kleidung oder hochgeschobene Ärmel können Ihren Blutfluss behindern. Beachten Sie das vor Ihrer Messung.
  • Lassen Sie sich nicht von Einzelwerten beunruhigen.Immer wieder werden Sie bei Ihren Messungen Werte erzielen, die höher oder niedriger sind als normal. Lassen Sie sich von diesen Werten nicht beirren. Vielleicht haben Sie einfach unruhig geschlafen, ärgern sich unbewusst über jemanden, oder die Ruhephase vor der Messung war zu kurz. Messen Sie auf keinen Fall ständig nach, sondern lassen Sie diesen Einzelwert so stehen. Jeder von uns kann mal einen schlechten Tag haben! Entscheidend ist nur, dass sich Ihre Werte bei den nächsten Messungen wieder normalisieren. Ist das nicht der Fall, sprechen Sie mit Ihrem Arzt – er muss gegebenenfalls Ihre Medikation den erhöhten Werten anpassen.
  • Dokumentieren Sie Ihre Werte. Führen Sie über Ihre einzelnen Messungen ein Blutdruck-Tagebuch. Schreiben Sie Ihre Werte zusammen mit Datum und Uhrzeit auf. Zusätzlich sollten Sie Besonderheiten festhalten, zum Beispiel ob Sie spät schlafen gegangen sind oder während der Messung aufgeregt waren, aber auch wann Sie was und wie viel gegessen haben. Stress sollten Sie ebenfalls festhalten. Darüber hinaus schreiben Sie auf, ob Sie an dem jeweiligenTag Sport getrieben haben.
  • Achten Sie auf den TÜV Ihres Geräts. Ähnlich wie beim Auto müssen auch Blutdruckmessgeräte regelmäßig zum TÜV. Sie werden gewartet und neu eingestellt, damit die Werte immer gleichermaßen verlässlich bleiben. Einen Aufkleber, wann die nächste Überprüfung im Sanitätshaus, in der Apotheke oder beim Hersteller fällig ist, finden Sie auf Ihrem Gerät. Halten Sie diesen Termin genau ein. Sonst kann es sein, dass Sie falsche Werte messen und damit Ihre Gesundheit gefährden!

Lindern Sie Bluthochdruck-Begleit­erscheinungen mit Homöopathie

Auch mit Homöopathie können Sie Ihren Blutdruck senken. Allerdings dürfen Sie die Präparate nicht eigenmächtig einnehmen. Sie dienen zur Ergänzung Ihrer Medikation und müssen von einem Therapeuten auf Ihren ­Erkrankungsfall abgestimmt werden. Es gibt jedoch Standard­mittel gegen häufige Begleiterscheinungen des Bluthochdrucks, die Sie eigenständig einnehmen können.

  • Crataegus D12 bei Bluthochdruck, der zu Atemnot bei Anstrengung führt.
  • Aconitum D6 oder D12, wenn Sie durch den Bluthochdruck Angst und Unsicherheit spüren sowie unter rasendem Herzschlag leiden.
  • Arsenicum D6, wenn Ihr Bluthochdruck abends oder nachts besonders stark ausgeprägt ist und zu Beschwerden wie Herzangst oder Atemnot führt.

Von diesen Mitteln nehmen Sie im Akutfall sechs Globuli (Kügelchen) alle zwei Stunden ein, bis sich die Symptome bessern. Denken Sie aber daran, dass es bei homöopatischen Mitteln zu einer Erstverschlechterung der Bluthochdruck-Begleiterscheinungen kommen kann, bevor sich Ihre Symptome bessern.

Wie sieht eine gute Blutuntersuchung aus?

Ihr Blut ist für einen Arzt ein offenes Buch. Er kann hierin Ihre Gesundheit, aber auch Ihre Krankheiten ablesen. Hormon- und Vitalstoffgehalt zeigen sich im Blut, und die Ergebnisse verraten mir, wenn ich Ihre Blutwerte ermittelt habe, wie Sie durchs Leben gehen.

Gehören Sie zu den Menschen, die leicht durchs Leben gleiten – oder haben Sie das Gefühl, dass Sie ständig Gegenwind haben? Solche Informationen verrät mir Ihr Blut – und darüber hinaus natürlich auch, wie Ihre Zucker-, Fett- und Cholesterinwerte aussehen.

Ihr Blut kann mir sagen, ob Sie genügend Abwehrzellen aufweisen und wie hoch Ihr Risiko für einen Herzinfarkt ist.

Warum Blutwert nicht gleich Blutwert ist …

Allerdings ist es nicht so einfach, ein Blutbild machen zu lassen und die richtigen Informationen daraus abzulesen. Denn Blutwerte sind nicht gleich Blutwerte. Je nach Bundesland existieren zum Beispiel verschiedene Normbereiche für ein und denselben Blutinhaltsstoff. ­Begründet wird das zum Beispiel damit, dass je nach Gegend unterschiedlich viel Selen oder Jod im Boden enthalten und damit auch in Ihrer Nahrung zu finden ist. Jedes Labor misst darüber hinaus ein bisschen anders. Je nach angewandter Methode der Messung gibt es genauere oder ungenauere Werte. Und abhängig davon, ob der Blutwert im Vollblut oder im Serum gemessen wird, haben Sie plötzlich ganz andere Zahlen auf dem Papier stehen.

Schlapp trotz guter Blutwerte: Woran liegt’s?

Die klassischen Blutwerte, die Ihr Arzt ermittelt, sind aber zusätzlich mit noch einem Problem behaftet. Stellen Sie sich vor, Sie gehen zum Arzt, weil Sie sich ausgelaugt, müde und erschöpft fühlen. Dieser ordnet ein Blutbild an – und erklärt Ihnen, nachdem Ihre Werte vorliegen, dass alles in bester Ordnung sei. Und so wie Ihnen in diesem Fall geht es vielen Menschen. Woran liegt das?

Die Begründung hierfür liefern die Blutwerte selbst. Die Grenzwerte im Blutbild wurden aus Millionen von Blutwerten errechnet – es wurde also der Mittelwert aus dem Blut vieler Menschen gebildet. Von diesen Millionen aber hatten nur die wenigsten ideale Blutwerte.

So sind die Grenzwerte eindeutig zu niedrig – und mit solchen Werten können Sie sich nur schlapp und müde fühlen. Aber da Ihre Blutwerte ja genau in diesen Grenzen liegen, müssen Sie ja gesund sein!

Auch die „Frohwerte“sind wichtig

Und noch ein Problem gibt es, wenn Sie Ihr Blut untersuchen lassen: Selbst beim so genannten großen Blutbild, das die Krankenkasse alle zwei Jahre bezahlt, werden nur bestimmte Werte gemessen. Ich nenne sie die „Drohwerte“. Es sind die Werte, die Krankheiten anzeigen: Cholesterin, Triglyceride, Purine … Sie geben Auskunft darüber, wie krank Sie sind.

Daneben gibt es aber noch die so genannten Frohwerte. Diese tauchen bei Ihnen kaum in einem Blutbild auf. Oder hat man bei Ihnen schon einmal Vitamin C oder Zink gemessen? Dabei sind die Frohwerte die Werte, auf die es ankommt.

Sie beinhalten die wichtigen Vitalstoffe, also Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß. Diese Stoffe sorgen – in ausreichender Menge – dafür, dass es Ihnen gut geht, dass Sie kreativ und leistungsfähig sind, dass Sie eben leicht durchs Leben gleiten.

Wie Sie Defizite ausgleichen

Ich messe bei meinen Patienten natürlich die Drohwerte. Denn an ihnen kann ich erkennen, wie krank sie sind. Aber ich messe eben auch die Frohwerte. Ich will wissen, wie leicht sie durchs Leben gleiten. Stelle ich fest, dass meine Patienten Defizite bei den Frohwerten haben, dann rege ich an, dass sie diese Defizite gezielt ausgleichen: beispielsweise mit Nahrungsergänzungsmitteln.

Interpretieren ist die Kunst der Blutuntersuchung

Natürlich ist es nicht so einfach, wie es klingt: Wenn Ihr Laborbefund zum Beispiel aussagt, dass Ihre Zinkwerte zu niedrig sind, brauchen Sie nicht gleich Zinktabletten zu schlucken. Sie wissen ja gar nicht genau, welche Dosierung Sie brauchen. Zudem müssen Sie dabei auch Ihren Kupferwert berücksichtigen. Diese beiden Werte hängen zusammen –  fehlt Zink, muss in der Regel auch Kupfer zugeführt werden.

Daher ist es wichtig, dass Ihr Arzt Ihnen die Ergebnisse der Blut­untersuchung nicht nur einfach so in die Hand drückt. Er muss Ihr Blutbild mit Ihnen zusammen durchgehen, muss es für Sie interpretieren und es Ihnen erklären. ­Leider tun das die wenigsten Ärzte.

Was Sie von Ihrem Arzt verlangen sollten

Doch was sollen Sie tun, wenn Sie ein umfassendes Blutbild erstellen lassen wollen? Ich rate Ihnen, dass Sie zum nächsten Arztbesuch mein Buch „40 Jahre fit wie mit 40“ einstecken. Auf den Seiten 30 bis 37 finden Sie eine Übersicht mit den wichtigsten Blutwerten – und den entsprechenden Grenzwerten, wie ich sie bei meinen Patienten sehen möchte. Zeigen Sie Ihrem Arzt diese Liste und sagen Sie ihm, Sie möchten ein dementsprechendes Blutbild haben.

Die wichtigste Frage aber, die Sie ihm stellen sollten: „Können Sie mir mein Blutbild hinterher bitte auch interpretieren?“ Wenn Ihr Arzt Sie dann nur fragend anschaut, eventuell ein „Wie bitte?“ entgegnet: Stecken Sie das Buch wieder ein, bedanken Sie sich höflich, und suchen Sie einen anderen Arzt auf. Wählen Sie am besten als neuen Arzt einen Internis­ten oder Sportmediziner – die wissen in der Regel um die Wichtigkeit von Blutwerten und werden Sie besser verstehen.

Denn was sollen Sie mit einem Blutbild anfangen, wenn Ihnen der Experte fehlt, der es für Sie auswertet? Sie selbst kennen die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Blutwerten ja gar nicht!

Alternativ bieten sich hier auch eine sportmedizinische Abteilung eines Krankenhauses oder direkt ein Sportkrankenhaus an. Hier arbeiten in der Regel Ärzte, die Profisportler, zum Beispiel von Fußball- oder Eishockeyvereinen, betreuen. Daher kennen sie sich mit Blutuntersuchungen bestens aus.

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