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Akute Blinddarmentzündung: Diese 5 Symptome sollten Sie kennen

„Das ist doch nur was für Kinder und junge Erwachsene!“, werden Sie jetzt vielleicht denken. Weit gefehlt: Nur etwa 10 Prozent der akuten Blinddarm-Erkrankung treten bei Kindern und Jugendlichen auf, bei den übrigen 90 Prozent sind alle anderen Altersgruppen vertreten. Deshalb ist auch für den erwachsenen Menschen die Kenntnis der typischen Symptome einer Blinddarmentzündung sehr wichtig.

Eine Blinddarmentzündung ist übrigens nicht ganz korrekt ausgedrückt – es handelt sich bei dem Körperteil, das Probleme machen kann, nur um ein Anhängsel des Blinddarms, den so genannten Wurmfortsatz. Während bei einigen Vogelarten der Blinddarm durchaus Verdauungsfunktionen übernimmt, hat er beim Menschen keinerlei Funktion. Trotzdem kann die Entzündung eines Blinddarm bzw. des Wurmfortsatz sehr schmerzhaft verlaufen.

Hier erfahren Sie, welche Symptome am ehesten für eine Blinddarmentzündung sprechen. Treten bei Ihnen diese Symptome auf, heißt es: Sofort zum Arzt!

Das sind die 5 typischen Symptome für einen akut entzündeten Blinddarm

  1. „Wandernder Schmerz“: Ist der Blinddarm entzündet, bereitet er meist Bauchschmerzen. Diese beginnen im Oberbauch in der Gegend des Magens oder auch in der Region des Bauchnabels. Sie wandern dann innerhalb von wenigen Stunden in den rechten Unterbauch, denn hier befindet sich der Blinddarm.
  2. Fieber: Die Körpertemperatur steigt auf bis zu 39 Grad Celsius. Der Puls ist häufig beschleunigt. Achtung: Eine Blinddarmentzündung ohne Fieber ist bei jungen Menschen eher selten, kommt bei älteren Menschen aber durchaus vor!
  3. Bewegungsschmerz: Die Schmerzen verstärken sich beim Bewegen, insbesondere beim Anheben des rechten Beines.
  4. Magenbeschwerden: Gleichzeitig leidet der Kranke unter Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
  5. Stuhlverhalten: Sehr oft kommt es auch zu Verstopfung, gelegentlich auch zu Durchfällen.

Wird eine Blinddarmentzündung erst nach 36 Stunden entdeckt, steigt das Risiko, dass der kleine Wurmfortsatz platzt und der entzündete Inhalt sich in die freie Bauchhöhle ergießt, auf über 65 Prozent. Das kann dann zu einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung führen! Umso wichtiger ist eine rasche Diagnose!Stadien einer Blinddarm-Entzündung

Durch diese Untersuchungen sichert Ihr Arzt die Diagnose

Wichtig für Ihren Arzt ist die Kenntnis der genauen Vorgeschichte. Er wird Sie fragen:

  • Wann und wo haben die Schmerzen angefangen?
  • Wo sitzen die Schmerzen aktuell?
  • Haben Sie erbrochen, ist Ihnen übel?
  • Haben Sie Fieber?
  • Leiden Sie an Verstopfung oder Durchfall?

Diese Fragen ergänzt Ihr Arzt dann durch einige einfache körperliche Untersuchungen:

  • Er wird Ihren Bauch abtasten. Drückt er dabei vorsichtig in den rechten Unterbauch, werden Sie bei einer Blinddarmentzündung reflektorisch dagegen anspannen.
  • Drückt er ca. 15 bis 30 Sekunden lang sehr tief in den Bauch und lässt dann plötzlich los, verstärken sich Ihre Schmerzen ganz erheblich.

Diese beiden Untersuchungen – der Nachweis einer Abwehrspannung und der Loslassschmerz – weisen ganz eindeutig auf eine Blinddarmentzündung hin. Hat Ihr Arzt ein Ultraschallgerät, kann er auch durch diese einfache Untersuchung eine Blinddarmentzündung feststellen. Meist wird dies, genau wie eine Blutabnahme, jedoch erst in der Ambulanz im Krankenhaus gemacht. Die Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), steigt bei einer Appendizitis auf Werte über 10.000/µl.

Wichtig: Haben Sie zu Hause bereits ein Schmerz- oder Fiebermittel eingenommen, müssen Sie dies Ihrem Arzt berichten. Dadurch können die akuten Beschwerden nämlich „maskiert“ und verschleiert werden: Das Fieber ist weg und der Schmerz bei der Untersuchung wesentlich geringer. Nehmen Sie nach Möglichkeit die Packung der eingenommenen Medikamente mit zu Ihrem Arzt. Essen und trinken Sie wegen der eventuell erforderlichen Operation nichts mehr. Wahrscheinlich werden Sie aber sowieso keinen Hunger mehr haben.

Behandlungsmöglichkeiten bei einem entzündeten Blinddarm

Während sich die Ärzte bisher sicher waren, dass bei einer Blinddarmentzündung eine Operation und somit die Entfernung des Wurmfortsatzes unumgänglich ist, zeigen aktuelle Untersuchungen andere Ansätze. So kann vor allem bei Erwachsenen eine Blinddarmentzündung die frühzeitig erkannt wird und unkompliziert verläuft mit Antibiotika behandelt werden. Kinder dagegen bleibt in den meisten Fällen nach wie vor kein Eingriff erspart.

Masern können zu Blinddarmentzündung führen

Masern gelten immer noch als Kinderkrankheit und damit als harmlos, obwohl wir längst wissen, dass sie gar nicht harmlos sind. So können sie schwerwiegende Hirnhautentzündungen auslösen. Aber stimmt es, dass Masern auch zur Blinddarmentzündung führen können? Masern können tatsächlich den Blinddarm so beeinflussen, dass es zu einer akuten Entzündung kommen kann. Grund dafür ist eine Lymphknotenschwellung, die dann letztendlich zu der Entzündung führt.

Die Symptome gleichen denen einer Blinddarmentzündung ohne Maserninfektion: Es kommt zu sehr starken Bauchschmerzen. Wird der Bauch abgetastet, äußern sich die Schmerzen durch Druck und Klopfen, häufig auf der rechten unteren Bauchseite. Auch spannt sich die Bauchdecke an.

Meist wird mit der Operation nicht gewartet, bis die Masern abgeklungen sind. Denn bei einer akuten Blinddarmentzündung kann es zu einem Durchbruch des Blinddarms kommen. Die nachfolgende Vereiterung der Bauchhöhle kann lebensgefährlich sein.

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